Wie Selenskyj Ursula von der Leyen blamiert

Ursula von der Leyen kommt ihrem besonderen Freund Selenskyj mit Geld und technischer Hilfe entgegen und wird dafür von ihm vor aller Augen vorgeführt: Selbst EU-Experten dürfen die angeblich zerstörte Pipeline nicht besichtigen. Blamabler kann Brüssel kaum scheitern.

picture alliance / NurPhoto | Nicolas Economou

Momentan sind die deutschen Medien wieder im Wahlkampf. So, wie sie schon im Wahlkampf für Kamala Harris und gegen Donald Trump waren, so sind jetzt im Wahlkampf für von der Leyens ungarischen EU-freundlichen Kandidaten Peter Magyar und gegen Viktor Orbán. Dabei scheuen sie auch plumpe Verschwörungstheorien nicht.

Doch jetzt steht Ursula von der Leyen blamiert da, und zwar so blamiert, dass sie eigentlich ihre Politik ändern oder längst überfällig spätestens zurücktreten müsste: blamiert, düpiert und lächerlich gemacht, wenn man einem Bericht von ntv glauben darf. Blamiert hat sie nicht Viktor Orbán, sondern blamiert hat sie Selenskyj.

Zur Erinnerung: Selenskyj unterbrach die russische Erdöllieferung an die Slowakei und Ungarn. Schaut man auf das Verhältnis Orbáns zu Selenskyj, dass Orbán Selenskyj gegenüber bei weitem nicht so entgegenkommend ist wie Ursula von der Leyen oder Friedrich Merz, der am liebsten auch jeden Euro, den er noch nicht auf Kosten des deutschen Steuerzahlers gepumpt hat, in die Ukraine überweisen will, dann bleibt nur der Schluss, dass Selenskyjs Lieferstopp als Einmischung in den Wahlkampf in Ungarn zu werten ist. Selenskyj behauptete, dass eine Pumpe durch einen russischen Angriff zerstört wurde. Doch er verweigerte slowakischen oder ungarischen Experten, den Schaden in Augenschein zu nehmen. Warum? Wo liegt das Problem? Ein Schaden ist ein Schaden oder ist kein Schaden. Sowohl der slowakische, als auch der ungarische Geheimdienst stellte die Zerstörung in Frage.

Daraufhin blockierte Orbán die Auszahlung der ersten Tranche der 90 Milliarden Euro, die die EU euphemistisch Kredit nennt. Selenskyj drohte Orbán: „Wir hoffen, dass niemand in der Europäischen Union die 90 Milliarden Euro blockiert, oder zumindest nicht die erste Tranche, damit die ukrainischen Soldaten bewaffnet werden können. Andernfalls geben wir die Adresse dieser Person an unsere Streitkräfte weiter – an unsere Leute, damit sie ihn anrufen und in ihrer Muttersprache mit ihm kommunizieren können.“

Fassen wir zusammen: Am 27. Januar soll laut Selenskyj der russische Angriff stattgefunden haben. Bisher gestattete der ukrainische Präsident niemandem aus der EU, den Schaden zu inspizieren. Anderthalb Monate später zeigt sich Selenskyj bereit, dass die „Ölversorgung Ungarns und der Slowakei“ wiederhergestellt wird, allerdings, nachdem die EU Selenskyj „technische Unterstützung“ und vor allem wohl „finanzielle Mittel“, die natürlich noch auf die 90 Milliarden noch obendrauf kommen, zugesagt hat. Selenskyj barmte vor kurzem, dass Ungarn die Ukraine erpresse. Doch blickt man auf die Chronologie und darauf, dass von der Leyen Selenskyj noch mehr Geld der europäischen Steuerzahler in Aussicht stellt, erhebt sich die Frage, wer hat hier wen erpresst.

Jetzt berichtet ntv: „Fachleute aus verschiedenen Mitgliedstaaten sollten Ausmaß und Ursache des Schadens inspizieren, um anschließend ihre technische Einschätzung abzugeben. Ermutigt wurde Brüssel von einem Brief des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vom 17. März, in dem er der „technischen Unterstützung und Finanzierung“ der EU zustimmte. Doch die Expertengruppe, die ihre Mission in der Westukraine erfüllen soll, sitzt jetzt in Kiew fest. Ihr fehlt die Genehmigung für das Betreten des Pipeline-Geländes.“

Selenskyj behauptete, dass die Pipeline zerstört ist. Nachdem Ursula von der Leyen Selenskyj technische Hilfe und Geld angeboten hatte, gestattete Selenskyj von der Leyens Expertengruppe, den Schaden zu inspizieren. Doch von der Leyens Expertengruppe sitzt in Kiew fest und darf nicht zu der Stelle reisen, wo die Pipeline angeblich zerstört worden sei. ntv zitiert Selenskyj mit den Worten: „Ich wäre ehrlich gesagt dagegen, die Pipeline zu reparieren.“ Halten wir fest, Selenskyj behauptet, die Pipeline ist zerstört. Halten wir weiter fest, er ist dagegen, dass sie repariert wird, halten wir ebenfalls fest, dass weder ungarische, noch slowakische Experten den Schaden inspizieren dürfen. Und jetzt erfahren wir, dank ntv, dass auch von der Leyens Experten den Schaden nicht anschauen und untersuchen dürfen. Existiert am Ende kein Schaden? Hat Selenskyj gelogen? Oder waren Selenskyjs Leute nur nicht schnell genug vor Eintreffen der EU-Experten, den entsprechenden Schaden, der auf einen russischen Angriff zurückgehen soll, herzustellen? Fragen über Fragen.

Nichts Genaues weiß man Dank Selenskyjs Uninformationspolitik nicht. Was man aber weiß, ist, dass nun Ursula von der Leyen blamiert dasteht – und zwar blamiert von Wolodymyr Oleksandrowytsch Selenskyj.

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Kommentare ( 39 )

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Teiresias
1 Tag her

„Ist der Ruf erst ruiniert….“
Im Ranking ihrer diversen Affären (e-mails, „Impfstoff“-Bestellungen, Verwandtenversorgung et c.) dürfte diese Blamage eher im Mittelfeld angeordnet sein.
Subjektiv dürfte sie das nicht mal als Gesichtsverlust empfinden – UvdL ist da ganz andere Kaliber gewohnt.
Für die Mainstreammedien – und damit für 80% des Wahlvolks – findet dieses Ereignis ohnehin nicht statt. Die 20%, die das mitbekommen, sind als AfD-Wähler ohnehin abgeschrieben und für die Kaste irrelevant.

Last edited 1 Tag her by Teiresias
Der Ketzer
1 Tag her

Welcher Plan steckt dahinter, dass die EU und die BReg den Ukraine-Krieg unbedingt fortsetzen wollen (bis zum letzten Ukrainer)? Wer fragt eigentlich mal „Wem nützt es?“, dass junge Ukrainer von der Straße weg zum Wehrdienst eingezogen (verschleppt) werden, während sich Oligarchensöhne mit Papas Geld vom Wehrdienst freikaufen konnten. Heute stehen sie mal wieder im Stau, um zu Ostern die Verwandten zu besuchen, während ihre Altersgenossen an der Front verrecken. Manche von Ihnen tauchen nur einmal im Monat in D. auf, um ihr Bürgergeld abzuholen … und die Deutschen, die hier noch einen Job haben und Steuern zahlen, finanzieren den ganzen… Mehr

Last edited 1 Tag her by Der Ketzer
November Man
1 Tag her

Selensky lässt niemanden den angeblichen Schaden an der Pipeline anschauen. Leute von der EU schon gar nicht. Das lässt zu recht vermuten, dass es gar keine Beschädigung der Ölleitung gibt. Selensky handelt vermutlich sogar im Auftrage der EU um Herrn Orban im ungarischen Wahlkampf zu schwächen und greift damit vorsätzlich in einen Wahlkampf in einem EU-Land ein. Die Verluste in Millionenhöhe, die Selensky, durch ausgefallene Lieferungen von Öl nach Ungarn in die Slowakei in Kauf nimmt, wird ihm die EU-VDL, auch mit deutschen Steuergeld und noch ein bisschen mehr, nur zu gerne erstatten. Und wenn Herr Orban verlieren sollte, gibts… Mehr

Freigeistiger
2 Tage her

Orban soll in Ungarn durch eine eu-hörige Marionette ersetzt werden. Dieser Zweck heiligt offenbar auch die Mittel von Erpressung und Betrug.

wenmic
2 Tage her

Aus dem früher freiheitlich Konservativen TE wird immer mehr ein Ukraine Bashing Kanal wie von Chrupalla und Co.

Schade.

na sowas
2 Tage her

Das geschieht der Uschi recht

Audix
2 Tage her

Dieser Typ kann sich alles erlauben. Macht endlich ein Schild an die Tür „Hausieren verboten“ und lasst Euch nicht länger auf unsere Kosten auf der Nase rum tanzen.

Michael Theren
2 Tage her

das seltsame an der Farce wäre doch, wenn die Pipeline intakt ist, oder wie Putin seinerzeit sagte (Interview, dokumentiert) „Ich weiß nicht warum die USA im Irak keine Massenvernichtungswaffen gefunden haben, ich hätte welche gefunden“…

Jatoh
2 Tage her

Warum soll sie blamiert dastehen, bzw. wo ist das Problem?
Solange die Regierungen der EU Mitgliedsstaaten vor der Kommission und VdL stramm stehen, anstatt sie aus ihrem Amt zu entfernen, geschieht alles in ihrem Einverständnis.

Antaam
2 Tage her

Was hat man denn von dem verzogenen Bengel erwartet? Respekt hat er vor niemanden, weil er auch von niemanden aus der EU an die Kandare genommen wird. Er darf sich alles leisten. vdL ist nicht die Erste, die dieser XXX beleidigt. Er kann es, weil die EU ein Nichts ist, welche man melken kann bis die EU-Staaten alle Pleite sind. Dann bekommen sie von den Ukrainern einen endgültigen Tritt in den Hintern. Der Ukrainer mit seinem Fast-LKW in unserer kleinen Straße ist seit ein paar Wochen nicht mehr da, nur sein Motorrade steht noch hier. Er wird wohl schöne Osterfeiertage… Mehr

Haba Orwell
2 Tage her
Antworten an  Antaam

> Er kann es, weil die EU ein Nichts ist, welche man melken kann bis die EU-Staaten alle Pleite sind.

Wenn sich ständig welche finden, die sich brav unterwerfen – ob dem Banderastan oder dem USrael… Bloß alles wem sonst für komplett fremde Agenda opfern.