Bundesinnenminister Dobrindt ist mit der Streichung der Gelder auf dem richtigen Weg. Denn dieser Einsparplan ist ein wichtiges Signal – auch ein überfälliges Stoppsignal für die „Asylindustrie“. Den betreffenden Organisationen gefällt das nicht. So findet die AWO, das sei „ein schwerer politischer Fehler“. Spannend bleibt, wie der Koalitionspartner SPD reagiert.
picture alliance/dpa | Sebastian Christoph Gollnow
Es ist in Relation zum 15,4-Milliarden-Etat seines Ministeriums kein Riesenbetrag, den Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) ab 2027 mit der Streichung der staatlichen Gelder für die „behördenunabhängige Asylverfahrensberatung“ (AVB) einsparen will. 2026 sind dafür 15,4 Millionen Euro geplant. 2025 waren es 25 Millionen Euro. Nicht mitgerechnet die Kosten für Dolmetscher und Übersetzer, die 2025 laut „Einzelplan 06“ vermutlich unter anderem für AVB 93 Millionen ausmachten. Der Widerspruch der „Grünen“ ist zu erwarten. Die SPD wird nach den Wahlen in Rheinland-Pfalz, also nach dem 22. März, bestimmt gegen Dobrindt zu mosern beginnen.
Immerhin: Dobrindt ist hier auf dem richtigen Weg. Denn dieser Einsparplan ist ein wichtiges Signal, auch ein überfälliges Stoppsignal für die „Asylindustrie“.
Das Bundesministerium des Innern (BMI) will Dobrindts Pläne zwar nicht bestätigen. „Entscheidungen über Mittelvergaben finden im Rahmen der Haushaltsverhandlungen statt“, hieß es auf RND-Anfrage. Die Haushaltsberatungen für das Jahr 2027 stünden erst noch bevor. Laut Leon Eckert (MdB, Grüne) sind die Pläne jedoch weiter fortgeschritten, als es das Ministerium kommuniziert. Eckert ist Mitglied im Haushaltsausschuss und hat die Information über den Finanzierungsstopp der Asylberatungen aus Trägerkreisen erhalten.
Worum geht es?
Die AVB ist ein staatlich finanziertes, kostenloses Programm, das Asylbegehrende über ihre Rechte und Pflichten aufklären soll. 2022 hatte die Ampel-Koalition diese Förderung im „Gesetz zur Beschleunigung der Asylgerichtsverfahren und Asylverfahren“ beschlossen. Seit 1. Januar 2023 ist es in Kraft.
Seit Mitte 2023 können Asylsuchende entsprechende Beratungen bei zivilgesellschaftlichen Organisationen und Wohlfahrtsverbänden in Anspruch nehmen. In den ersten beiden Jahren taten das rund 108.000 Asylsuchende. 2023 gab es 34.440, im Folgejahr 2024 waren es 70.970 „Ratsuchende“. Konkrete Beispiele für 2024: 2.418 Ratsuchende kamen beim Caritasverband des Bistums Magdeburg e.V. an; 1.790 beim Caritasverband des Erzbistums München e.V.; 1.263 beim Evangelischen Diakonat Gießen; 2.032 bei der AWO Berlin Mitte usw.
Trägerverbände waren insgesamt: 48mal die Diakonie Deutschland; 46mal der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband; 36mal der Deutsche Caritasverband; je 16mal das Deutsche Rote Kreuz und die AWO; 22mal der Internationale Bund (IB).
Im Jahr 2024 gab es zum Teil satte Millionenbeträge für 196 AVB-Projektträger bzw. deren Trägerverbände. Beispiele:
- Der Deutsche Paritätischer Wohlfahrtsverband – Gesamtverband e.V. erhielt 4.553.800,51 Euro;
- der Internationale Bund (IB) 2.546.255,38 Euro;
- das Evangelische Werk für Diakonie und Entwicklung e.V. 6.073.088,50 Euro;
- der Deutsche Caritasverband e.V. 4.932.364,35 Euro;
- das Deutsche Rote Kreuz e. V. 2.065.453,06 Euro;
- der Arbeiterwohlfahrt Bundesverband e.V. 2.180.457,83.
Siehe dazu die Antwort der Bundesregierung vom 29. Juli 2025 auf eine AfD-Anfrage.
NGOs motzen, sind sie doch Teil der „Asylindustrie“
Einigen der genannten Nicht-Regierungs-Organisationen (NGO) schmecken Dobrindts Pläne gar nicht. Warum? Weil sie dann nicht mehr so viele Sozialarbeiter für die AVB beschäftigen können. Die AWO übt denn auch scharfe Kritik an Dobrindts Plänen. Der Schritt sei „ein schwerer politischer Fehler“, moniert der AWO-Bundesvorsitzende, Michael Groß, gegenüber dem RND. „Nach all den Angriffen auf das Recht auf Asyl wird nun auch noch aktiv die Zivilgesellschaft aus der Unterstützung Geflüchteter zurückgedrängt.“ Das Beratungsangebot sei ein zentraler Faktor für sichere, humane und effiziente Asylverfahren, so der AWO-Bundesverband. Und weiter: Minister Alexander Dobrindt setze mit dem Schritt „seinen migrationspolitischen und humanitären Blindflug fort“.
Zurück zu Dobrindts Plänen: Er ist auf dem richtigen Weg. Gespannt darf man auf die Reaktion des Koalitionspartners SPD sein. Letztere scheint sich auch hier selbst nicht im Klaren zu sein, was sie will. Laut CDU/CSU/SPD-Koalitionsvertrag vom Mai 2025 will die Koalition das behördenunabhängige Asylverfahrensberatung „ergebnisoffen evaluieren“. Dobrindt liegt dazu mittlerweile ein Ergebnis vor, das er allerdings noch nicht in die Öffentlichkeit gegeben hat. Währenddessen macht sich die wahlkämpfende SPD in Rheinland-Pfalz stark für schnellere Asylverfahren und eine raschere Abschiebung. Die SPD-Genossen im EU-Parlament dagegen bremsen eine Initiative, mit der Abschiebungen beschleunigt werden sollen. Da mag noch einer schlau daraus werden, wenn die SPD selbst nicht mehr weiß, was sie will.


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Was die SPD will, zeigten „die Nancy“ und „der Olaf“ doch glasklar in der letzten Bundesregierung und wird im EU-Parlament wieder deutlich. In Rheinland-Pfalz benutzt sie m.E. eine wahltaktische Lüge angesichts des politischen Gegenwinds und des drohenden, vielfachen Jobverlusts.
Wo sonst gibt es noch kostenlose Beratung und Werbefilme für die bequeme Einreise und Sevicestationen für Gäste odeer Kostgänger ?
> das Evangelische Werk für Diakonie und Entwicklung e.V. 6.073.088,50 Euro;
> der Deutsche Caritasverband e.V. 4.932.364,35 Euro;
Damit gehören die „Kirchen“ zur Asylindustrie, die man eigentlich als Beihilfe zum Betrug verstehen könnte? Arbeitskräfte-Vermittlung als Geschäftstätigkeit wäre ehrlicher.
Die SPD wird doch ihren NGO AWO nicht von der Steuerkohle abschneiden ?
„Dahinter steht die Überzeugung, dass sich das Leben im Vereinigten Königreich und in Europa durch Masseneinwanderung, Islamisierungstendenzen und staatliche Feigheit bereits grundlegend verändert hat.“
Keine Aussage von Minister Dobrindt, es ist der Brite Ruper Lowe, der sich anschickt eine neue Partei dort auf den Weg zu bringen. Artikel bei TE von Sofia Taxis!
Wenn AWO und PRO ASYL aufheulen, ist Dobrindt auf dem richtigen Weg. Ob er ihn zu Ende gehen kann, ist allerdings die Frage. Zudem reicht es nicht, den Wasserspiegel des Teichs, in dem diese und andere fette Frösche quaken, um wenige Zentimeter abzusenken. Er ist vollständig auszutrocknen. Wo ist das öffentliche Interesse, dass auch nur 1 € Steuergeld für solche parasitären Organisationen rechtfertigen könnte? Schon eine einfache Googlesuche mit „AWO“ und „Skandal“ führt auf eine Trefferliste, die eigentlich die sofortige Einstellung aller staatlichen Zahlungen an dieses Syndikat legitimiert.
Egal wie weit da irgendwelche Pläne gediehen sind, bevor da nicht tatsächlich Gelder gestrichen wurden, und die Finanzierung nicht nur einfach umbenannt bzw. in ein anderes Ressort verlegt wurde ist da gar nichts passiert.
Ist schon merkwürdig, wie schnell es immer in die „progressive“ Richtung geht, und wie zäh alles wird, soll mal irgendwas in eine andere politische Richtung gehen.
Trump hat z.B. bei USAID vorgemacht wie es geht: Erst die Gelder blockieren, dann prüfen und ggf. wieder bewilligen.
Wenn die Profiteure der Asylindustrie aufkreischen, dann ist das ein Indiz dafür, dass etwas richtig gemacht wurde.
„Die AVB ist ein staatlich finanziertes, kostenloses Programm“
Ein Widerspruch in sich. Kosten tut es den Steuerzahler Millionen, den Asylanten der nichts für dieses Land geleistet hat freilich nix. Ein System das man nur mit gutmütigen deutschen Trotteln jahrelang durchziehen kann.
Und dann…
„Dobrindt will Finanzierung für unabhängige Asylberatung stoppen“
Ich lese nicht Dobrindt HAT…..
Von Willensbekundungen deutscher Politiker habe ich die Nase gestrichen voll.
Es geht jetzt um Arbeitsplätze der … Asylindustrie. Meine Vermutung: Es wird sich nichts ändern.
Richtig!
Bestenfalls nur „schleichend“.
Zumindest unter DEM Kanzler.
Und damit definitiv n i c h t schnell genug um den Total-Zusammenbruch dieses Landes vielleicht noch im letzten Moment zu verhindern.
Eine meine größten Fehleinschätzung in DEN etwas Hoffnung zu setzen.
So sehr Dobrindt sich erkennbar müht, er hat nicht die nötige Rückendeckung um den „Augiasstall“ – so wie es nötig wäre (siehe Trunp) – „ausmisten“ zu dürfen. –
Immerhin: Dobrindt ist hier auf dem richtigen Weg…..aller anfang ist schwer! Der wiederstand ist ja groß und es sind ja nicht nur die NGO´s sonder auch lobbyisten aus der wirtschaft/finanzwelt die hier druck auf die politik ausüben. So werden sich jetzt auch viele vermieter ärgen denn da wo keine beratung mehr da kein büro mehr.
Da mag noch einer schlau daraus werden, wenn die SPD selbst nicht mehr weiß, was sie will…..das gibts ja in jeder partei!