Die Münchner Konferenz hat die europäischen Nationalstaaten alleine als zu unbedeutend und zu sehr von Dritten abhängig bestätigt, um geopolitisch oder geoökonomisch in der ersten Liga spielen zu können – und die EU als unfähig, die Kräfte zu bündeln.
picture alliance/dpa | Sven Hoppe
Will man verstehen, warum die EU so unbedeutend ist, und dabei ist, immer noch unbedeutender zu werden, lohnt es, sich Übertragungen der Münchner-Sicherheits-Konferenz dieses Jahres anzusehen. Insgesamt bekommt man den Eindruck der Organisation des MSC als einer letzten Bastion woker Ideologie. Bedenkt man, dass der jetzige Leiter 2008 auf Wunsch von Angela Merkel die Leitung der Konferenz übernommen hat, ist dieser Gedanke alles andere als abwegig.
Die EU-europäische wie die deutsche Politik wird seit ein paar Jahren von zu militärischen Hardlinern gewandelten Pazifisten bestimmt. Über Verluste an Menschenleben, Raketen, Panzer und Atomsprengköpfe reden diese Leute mit der gleichen Selbstverständlichkeit und Belanglosigkeit, wie sie vorher über alles andere auch geredet und nichts gesagt haben. Sie wissen, dass sie nie und für nichts je zur Verantwortung gezogen werden.
Die Fähigkeiten dieser Classe Politique, die irrigerweise als Elite bezeichnet wird, zeichnet ein spezielles Multitasking aus: Sie können gleichzeitig Nichtzuhören und Nichtverstehen. Der amerikanische Außenminister Mario Rubio sagte: „Wir in Amerika haben kein Interesse daran, höfliche und ordentliche Verwalter des kontrollierten Niedergangs des Westens zu sein.“
Die erwartbaren Antworten der EU-Europäer, eines Staatenverbundes, der weder über nennenswerte Energie- und Rohstoffvorkommen noch Zukunftstechnologien verfügt, seine Schlüsselindustrie durch unsinnige Regulierungen zerstört und dessen Militär durch jahrzehntelange Missachtung entkernt wurde, lautete aus dem Munde ihrer demokratisch nicht legitimierten Präsidentin: „Das, was Europa ausmacht – unser demokratisches Fundament und das Vertrauen unserer Bürgerinnen und Bürger –, wird auf neue Weise bedroht. Und zwar in jeglicher Hinsicht, von territorialen Ansprüchen über Zölle bis hin zu den Vorschriften auf dem Gebiet der Technologien. Im Grunde weist all das auf eine einfache Wahrheit in der heutigen zersplitterten Welt hin. Europa muss unabhängiger werden – wir haben keine andere Wahl. Unabhängig in jeder Dimension, die unsere Sicherheit und unseren Wohlstand betrifft. Verteidigung und Energie. Wirtschaft und Handel. Rohstoffe und digitale Technologien.“
Neben all dem, was der Brüsseler und deutsche Kosmos zu bieten hat, wollen in den Diskussionsrunden woke Moderatoren selbst selbst den meist ebenfalls woken Teilnehmern mit Suggestivfragen schon die Antworten in den Mund legen. Doch das geht auch schief.
Ein besonders unrühmliches Beispiel ist hier Christiane Amanpour, die in ihrer Paraderolle einer Ex-Star-Reporterin glänzen will. Sie setzt beispielsweise in einem als Frage getarnten Co-Vortrag, Amerika und Russland als Raubtiere gleich. Das war selbst von der Leyen zu viel, die darauf bestand, dass sie so etwas nicht sagen würde. In einer weiteren Runde fragte sie allen Ernstes den Republican-Senator Lindsey Graham, ob er sich wirklich sicher sei, dass es in den USA noch einmal Wahlen geben würde.
Gesprochen wird eben all das, was man in woken und extrem woken Kreisen für Gedanken und Analysen hält und ebenso sagt. Offensichtlich wähnten sich diese Sozialisten und Liberalen in München so sehr zu Hause, dass sie so sprechen, wie sie es zu Hause gewohnt sind.
Aber auch Teilnehmer, wie beispielsweise die von der Süddeutschen Zeitung als Superstar der Democrats bezeichnete linksextreme Alexandria Ocasio-Cortez wurde in einer Weise ausfällig, die anderen wohl eine Anzeige wegen Volksverhetzung einbrächte. Sie behauptete, die US-Hilfe habe Israel einen Völkermord ermöglicht.
Bemerkenswert war auch das kurze Gespräch des Konferenzleiters Wolfgang Ischinger mit dem amerikanischen Außenminister Mario Rubio. Ischinger, der erfolglos versuchte, seine Eitelkeit im Zaum zu halten und mit der Eleganz eines Rotary-Präsidenten eines Stadtteil-Vereins Rubio antanzte, fragte Rubio tatsächlich, ob dieser den Seufzer der Erleichterung der Zuhörer nach seiner Rede registriert hätte. Die Frage ist deswegen bemerkenswert, da der Ton von Rubios Rede tatsächlich konziliant war, der Inhalt aber definitiv nicht. Anscheinend fühlen aber auch Leiter von Konferenzen inzwischen Reden mehr, als das sie sie hören, und, das wäre besonders schön, auch noch verstünden.
Auffallend war gleichfalls, die deutsche Regierung tut so, als gäbe es noch eine andere amerikanische Regierung als die von Trump. Wahrscheinlich ist das dem deutschen Wunsch nach Harmonie zuzuschreiben, den der Governor Kaliforniens, Democrat Gavin Newsom nur allzu gerne zu befriedigen bereit ist. Lässig in die Stühle gefletscht, bekräftigen er und Merz, die gleichen Ansichten zu haben und das alles, wenn endlich nur dieser Störenfried wieder weg wäre, wieder gut würde.
Natürlich darf bei einer Sicherheitskonferenz auch nicht die Außenbeauftragte Kallas fehlen. Sie redet über eine noch zu gründende europäische Armee. Vielleicht redet sie aber auch über etwas andres. Ob eine solche Armee anders einzuschätzen wäre, als eine die jetzt, laut einem Bericht der Bildzeitung zehn ukrainische Soldaten zwei NATO-Batailione bei einem Manöver uralt aussehen ließen, ist dabei ungewiss.
Ebenso bemerkenswert sind auch die Aussagen der früheren amerikanischen Außenministerin Hillary Clinton, die ganz offensichtlich, ganz wie Kanzler Merz und viele führende EU-Politiker der Meinung ist, Russland müsse besiegt werden. Wahrscheinlich ist sie auch der Meinung, das habe um jeden Preis zu geschehen. Selbstverständlich bezichtigte sie Trump der Korruption. Das ist besonders, bedenkt man die Vorwürfe gegen den Sohn ihres Parteifreundes und früheren US-Präsidenten Joe Biden und ihn selbst. Über Jahre hinweg soll der ukrainische Burisma-Konzern Hunter Biden 50.000 Dollar monatlich überwiesen haben, so berichtete der Spiegel. Wofür was er das Geld bekommen hat, ist bis heute unklar.
Die Münchner Konferenz hat die europäischen Nationalstaaten alleine als zu unbedeutend und zu sehr von Dritten abhängig bestätigt, um geopolitisch oder geoökonomisch in der ersten Liga spielen zu können. Die Bemühungen der EU-Führung, die Kräfte zu bündeln, scheitern an den immer nur noch größer werdenden Interessensdivergenzen und grundsätzlichen Konstruktionsfehlern der EU. Die autoritäre Vorgehensweise der EU-Führung, deren einheitliches Merkmal das Scheitern in ihren Herkunftsländern ist, verstärkt die Interessensgegensätze und verhindert gleichzeitig, die ständig in immer noch größeren Worten verkündeten Ziele auch nur ansatzweise erreichen zu können.



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Es gibt 2 Möglichkeiten wie die EU untergeht. Brüssel geht das Geld aus. Daran arbeiten sie massiv ohne das es ihnen klar ist Ein Großereignis wie Blackout mit Stromausfall über Wochen und Toten als Folge daraus. Oder frieren durch Gasknappheit. Gasknappheit kann auch zum Blackout führen, weil ohne Gas dann kein zusätzlicher Strom produziert werden kann. Durch Wahlen wird sich nichts ändern, weil die vom Staat abhängige Klientel dermaßen aufgebläht ist und den Status Quo nicht abwählt. Folglich muss man dieser Klientel die Mittel entziehen um ein Umdenken oder Aufbegehren zu erzielen. Deshalb ist aus meiner Sicht der flächendeckende Bankrott… Mehr
Die Rede des belgischen Premiers, von Rubio oder auch von Martenstein haben eines gemeinsam: In klügeren Zeiten wären sie überflüssig und ärgerlich, da sie nichts als Selbstverständlichkeiten, fast schon Binsenwahrheiten enthalten.
Dass diese Reden in der Realität von 2026 jedoch wichtig und notwendig sind, illustriert nur, wie weit wir uns mittlerweile von der Klugheit entfernt haben, dass es schon zur Wohltat wird, wenn jemand mal etwas Vernünftiges sagt.
In klügeren Zeiten war Vernunft keine zwischen den Zeilen verklausulierte Forderung in aufrüttelnden Reden, sondern die ganz selbstverständliche Grundlage des Handelns. Perdu. Ich glaube nicht, dass das nochmal wieder kommt.
Belgiens Ministerpräsident Bart de Wever: das ist der Mann, der bitter aus der Zeitung erfahren musste, dass der Bundeskanzler die in Belgien befindlichen russischen finanziellen Vermögen beschlagnahmen wollte, wobei er kurz zuvor bei ihm in Berlin gewesen war. Der aber diskret und erfolgreich daran arbeitete, seine Kollegen bei der EU-Ratspräsidentschaft zu überzeugen und den Kanzler im Regen stehen liess.
Ein Mann, der als ehemaliger Bürgermeister Antwerpens weiss, wie wichtig Industrie, vor allem die Chemie und eine sichere Energieversorgung (Kernkraftwerk) sind.
Welch ein Kontrast zu den meisten deutschen Politikern…
PS: der belgische Aussenminister schien in Washington willkommener als so manch anderer..
Wenn man Ischinger (MSC-Vorsitzender von 2008-2022 und kommissarisch seit 2025) als Merkel-Getreuen kritisiert, sollte man erwähnen, dass sein Nachfolger und Vorgänger Heusgen (2022-2025) viel schlimmer war. Immerhin sind dieses Jahr wieder AFD-Vertreter und Reza Pahlavi eingeladen, die Heusgen konsequent ausgeladen hatte.
Offenbar gab es große Meinungsverschiedenheiten zwischen Heusgen und Ischinger, der auch als Ex-Vorsitzender noch eine wichtige Rolle spielte. Eigentlich sollte Jens Stoltenberg Nachfolger von Heusgen werden (auch darüber gab’s wohl Streit zwischen Heusgen und Ischinger, bei dem sich letzerer durchgesetzt hat). Weil Stoltenberg aber kurzfristig Minister in Norwegen wurde, hat Ischinger den Vorsitz übernommen, bis Stoltenberg wieder frei ist.
Alles richtig. Nur merken sie es nicht. Weder intellektuelle, noch materielle Ressourcen, dafür Hybris und Großmäuligkeit. Und die Medien verhalten sich sind „nicht nur wie willfährige Diener, sondern wie Regierungsangestellte“.
Es ist unser Glück, dass die EU unfähig ist, Kräfte zu bündeln. Sie gehört auf die Hinterbänke schon auf Grund der Führungsspitze. Typen wie Kallas, vdL oder Weber sollte man kein Machtmittel in die Hand geben (z.B. eine europäische Armee). Ansonsten hätten wir bereits jetzt den WK 3. Besonders die verlogenen Grünen: Atomkraft, nein danke aber Atombombe, ja bitte. Grüne, die behaupten, das schlimmste am Atomkrieg sei die Angst davor. Solch Personal haben wir in der deutschen Regierung und in der EU Führung. Hoffen wir, dass der Saftladen EU zusammenbricht, bevor die noch mehr Schaden in der Welt anrichten.
Dass es parallel zur Regierung Trump noch eine Schattenregierung der US-Democrats gibt – ist doch unübersehbar.
In Kalifornien, in Minnesota, sicher in weiteren US-Bundesstaaten, in der NATO, in Großbritannien und in West-EU-Europa außer Italien.
Aber niemand will sich mit Obama beschäftigen, von dem oder während dessen Amtszeit von Hinterzimmerstrippenziehern, der ganze Spuk auszugehen scheint.
Gleich und gleich gesellt sich halt gerne – oder? Kohl hätte nach einem Stuhl verlangt, und sich niemals vor einer Kamera in solchen Sessel gezwängt. Newson brauchte Werbung – oder? On June 2, 2026 the California Governor primary election takes place. It is more than a primary, it is a referendum on Gavin Newsom and the insanity of California leftist policies. There are 8 Democrats running and 2 Republicans. Because of the jungle primary, the top two go to the general election, even if both are from the same party. The Democrats are splitting the vote so much that the… Mehr
> Der amerikanische Außenminister Mario Rubio sagte: „Wir in Amerika haben kein Interesse daran, höfliche und ordentliche Verwalter des kontrollierten Niedergangs des Westens zu sein.“ Und dennoch ist der Westen längst untergegangen – auch wenn er unhöflich und unordentlich wird, kann Rubio nichts daran ändern. Dugin sieht eine Aufsplitterung in 5 Teil-Westen: „Dugin: Donald Trump hat den Westen in fünf Teile gerissen“ (gestern Woanders) > Westen Nummer eins: USA unter Trump 2.0 > Westen Nummer zwei: Die EU > Westen Nummer drei: Großbritannien > Westen Nummer vier: Die Globalisten > Westen Nummer fünf: Israel Zum vierten der Teil-Westen: > „…… Mehr
….Die autoritäre Vorgehensweise der EU-Führung, deren einheitliches Merkmal das Scheitern in ihren Herkunftsländern ist, verstärkt die Interessensgegensätze und verhindert gleichzeitig, die ständig in immer noch größeren Worten verkündeten Ziele auch nur ansatzweise erreichen zu können….
Ein Satz, der zutreffend den Zustand im europäischen Königreich wiedergibt.
Die Beschreibung des Zustandes im eigenen Land, das Scheitern der Koalition der Wahlverlierer, ist bei Bild zu lesen.
Kann man nicht besser beschreiben. Meisterhaft.