Syrer, die al-Scharaa zujubeln, müssen Deutschland verlassen

Berlin rollt dem IS-Schlächter Ahmed al-Scharaa den Teppich aus, während seine Anhänger auf deutschen Straßen jubeln. Wer hier Schutz genießt und einem Mann aus dem Al-Qaida-Milieu huldigt, hat seinen Asyl- und Aufenthaltsstatus politisch selbst zertrümmert.

screenshot x/ AzatAlsalim

Dieser Tag ist ein Dokument deutscher Selbstaufgabe. Berlin empfängt Ahmed al-Scharaa offiziell im Schloss Bellevue und im Kanzleramt, obwohl seine politische Herkunft aus dem jihadistischen Lager hinlänglich bekannt ist. Reuters beschreibt ihn als Anführer jener Nusra-Front, die Teil von al-Qaida war, ehe sie umfirmiert wurde. Wer so einen Mann hofiert, adelt nicht den Neuanfang Syriens, sondern wäscht eine Vergangenheit rein, die nach Blut, Fanatismus und Terror nur so stinkt.

Und auf deutschen Straßen klatscht der Jubeltrupp seiner Anhänger. Nach Angaben zum Berliner Großeinsatz wurden mehrere tausend Teilnehmer zu Demonstrationen für und gegen al-Scharaa erwartet, darunter rund 3.000 Unterstützer am Hauptbahnhof. Das genügt vollkommen. Denn hier geht es nicht um Folklore, nicht um Heimatgefühle und nicht um irgendeinen harmlosen Fahnenumzug. Hier wird auf deutschem Boden einem Machthaber zugejubelt, dessen Lager aus dem islamistischen Gewaltmilieu kommt. Wer das tut, zertrümmert den eigenen Schutzvortrag mit den eigenen Händen.

Man muss es endlich ohne deutsche Watte sagen. Wer hier Asyl oder subsidiären Schutz beansprucht, beruft sich darauf, vor Verfolgung, Gewalt und politischem Terror geflohen zu sein. Wer dann in Deutschland aufmarschiert, um einem Mann aus genau diesem Machtmilieu Beifall zu spenden, erklärt der Öffentlichkeit das Gegenteil. Er sagt nicht: Ich brauchte Schutz vor dieser Ordnung. Er sagt: Ich kann mit dieser Ordnung sehr gut leben, ich feiere sie sogar noch. In diesem Augenblick wird aus dem Schutzsuchenden politisch der Anhänger. Und genau dann ist der Schutzstatus kein Tabu mehr, sondern ein Fall für die Überprüfung. Diese Leute sind kein Integrationsproblem. Sie sind ein Rückführungsfall.

Die ganze moralische Fäulnis dieses Besuchs liegt aber nicht nur bei denen, die jubeln. Sie liegt vor allem bei einem deutschen Staat, der unablässig von Haltung, Wehrhaftigkeit und historischer Verantwortung redet, dann aber Straßen sperrt, Verbotszonen errichtet und einen teuren Polizeiapparat auffährt, damit die Anhänger eines hochumstrittenen syrischen Machthabers ihr Spektakel abhalten können. Der deutsche Bürger soll jeden Verdacht von Extremismus verinnerlichen, aber importierter Jubel für ein islamistisches Machtmilieu wird als Begleitgeräusch eines Staatsbesuchs behandelt. Verkommener kann ein Rechtsstaat seine eigenen Maßstäbe kaum noch verraten.

Währenddessen brennt in Syrien weiter das Land der Minderheiten. AP berichtete erst gestern über sektiererische Angriffe auf die christliche Stadt Suqaylabiyah, bei denen Häuser, Geschäfte und Fahrzeuge christlicher Bewohner verwüstet wurden. Reuters dokumentierte bereits 2025 schwere Massaker an Alawiten und beschrieb al-Scharaas Wurzeln im radikal sunnitischen Lager. Das ist die Wirklichkeit hinter dem Berliner Empfangslächeln. Christen leben in Angst, Alawiten wurden massenhaft abgeschlachtet, und in Deutschland stehen Leute auf der Straße und feiern den Mann, unter dessen Herrschaft dieses Land eben nicht befriedet wurde. Wer da noch von bloßer Symbolik redet, lügt sich die Welt zurecht.

Deshalb lautet der Befund in aller Härte: Wer in Deutschland Schutz genießt und Ahmed al-Scharaa öffentlich zujubelt, hat den politischen Kern seines Schutzanspruchs selbst vernichtet. Solche Fälle gehören nicht in die nächste Integrationskonferenz, sondern auf den Tisch der Ausländerbehörden. Aufenthaltsstatus prüfen. Schutzgründe neu bewerten. Leistungen hinterfragen. Ausreise durchsetzen, wo das Recht es trägt. Nicht irgendwann, nicht nach der nächsten Talkshow, nicht nach der nächsten Betroffenheitsrunde. Sofort.

Denn ein Staat, der selbst offenen Beifall für einen Mann aus dem al-Qaida-Milieu auf seinen Straßen folgenlos hinnimmt, verteidigt weder Humanität noch Recht. Er erklärt nur noch seine eigene Feigheit zur Tugend. Und genau deshalb ist der Skandal dieses Tages nicht bloß Ahmed al-Scharaa. Der eigentliche Skandal ist ein Deutschland, das sich von seinen eigenen Begriffen, seinen eigenen Grenzen und seinem eigenen Rest an Selbstachtung verabschiedet.

Die Anhänger von al-Scharaa in Deutschland müssen ihre Koffer packen und ausgewiesen werden. Jetzt.

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Kommentare ( 56 )

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Innere Unruhe
10 Tage her

Richtig.
Wir sollten unsere Videoüberwachung auch dazu nutzen, zu ermitteln, wer da jährlich den Sturz von Assad feiert. Diese Personen mit Familien sollen kurz danach ein Ticket nach Syrien bekommen.
Gleiches mit Erirtea. Wer feiert, muss dies in Eritrea tun.

Lepanto
10 Tage her

Wieso sollten Syrer, die Trump Freund („Young, attractive guy, tough guy, you know. Strong past, very strong past, fighter.“) Al-Scharaa bejubeln, Deutschland verlassen?

Habt ihr das Memo noch nicht erhalten? Islamistische Syrer sind Israels und Trumps und damit unsere Freunde. Aktuell sind nur Iraner verwerfliche Muslime.

Boese ist das Gute zur falschen Zeit
10 Tage her

Sie können noch nach Tagen differenzieren, wenn es um die Selbstaufgabe Deutschlands geht? Respekt!

Vati5672
10 Tage her

Recht hamse Frau Taxides. Nur wird gar nix passieren. Wenn 3/4 des Landes aus pol. Träumern und Gutmenschen besteht. Wer mir nicht glaubt liest bitte in der Zeit den Artikel das rd. 800.000 Syrer Deutschland verlassen sollen. Die Leserbriefe: 75% sind der Meinung das wir Syrern etwas Schuldig sind und zwar so lange es die Syrer wollen. Der Deal war, wir beschützen die Syrer (KEINE Flüchtlinge weil über mehrere sichere Länder gekommen) bis der Bürgerkrieg aus ist. Interessiert nicht! Viele arbeiten nicht, einige sind Verbrecher und siehe Fotos – jede Menge Islamisten. Interessiert nicht! Deutschland verschuldet sich dafür, nimmt Kredite… Mehr

AngelinaClooney
10 Tage her

Ich prophezeie: Es wird – leider – nichts passieren. Die Politvertreter haben keinen Mut Rückführungen durchzusetzen, die NGOs wollen weiter an der Migration verdienen und die meisten Bürger bekommen gar nicht mit was auf deutschen Strassen tagsüber los ist (fragen sie einfach mal im Kollegenkreis, ob sie etwas von diesem islamistischen Aufmarsch mitbekommen haben).

Wolfgang Richter
10 Tage her

Politik und ihre Darsteller kennen offenbar keinerlei Scham mehr. Und während dieser IS-/al-Kaida-Anführer mit „Regierungs-Ehren“ empfangen wird, ggf. auch noch mit einem Scheck deutschen Steuergeldes als Staatsgeschenk belohnt, werden seine damaligen „Bauern“ hierzulande wegen dieser Gefolgschaft vor den Kadi gestellt, so glaube ich aktuell gerade in Düsseldorf. Wer den Fehler im System findet, darf ihn behalten.

Mausi
10 Tage her

So viel Heuchelei. Im Moralapostelland D.
Gegen wen laufen internationale Haftbefehle? Israels Ministerpräsidenten, Herrn Putin. Aber Terroristen aus Palästina, Syrien, dem Iran oder Afghanistan hofieren.
Gegen wen wird zu jeder sich bietenden Gelegenheit gehetzt, weil er die USA angeblich zu einer Diktatur umbaut? Und wer bekommt einen Staatsempfang? Das ist wie ein Kampf gegen Internet-Vergewaltigung anstatt Bekämpfung der Realität auf unseren Straßen.

Last edited 10 Tage her by Mausi
EinBuerger
10 Tage her

Massenversammlungen sind und sollen beeindruckende Zeichen der Macht sein. Welche gibt es davon in der BRD? Zum einen linke gesamtgesellschaftliche Bündnisse vom Bundespräsidenten bis zum schwarzen Anitfa-Block. Und eben solche Bilder (gerne auch für Gaza oder ähnliches). Sollte sich ein rechtes Bündnis auf die Straße trauen wie z.B. mal in Kandel oder als Gelbwesten, haben sie die geballte Restmacht des BRD-Apparats gegen sich. Die beiden ersten Gruppen haben das nicht.

R.J.
10 Tage her

Sehr geehrte Frau Taxidis, vielen Dank. Erlauben Sie mir bitte eine Ergänzung und eine Frage. Bei NIUS liest man noch folgende Auslassungen des islamischen Führers: „1,3 Millionen würden hier leben, so al-Scharaa. Diese hätten „hier viele Kapazitäten erworben“ und jetzt könnten „diese erworbenen Fähigkeiten der syrischen Flüchtlinge auch deutschen Firmen zum Nutzen gereichen“. Gleichzeitig wären es die Syrer, „die in deutschen Universitäten studiert haben, deutsche Expertise erworben haben und die nun in deutschen Unternehmen arbeiten“, die „über Investitionen in Syrien diese Kompetenzen nach Syrien tragen können“, so al-Scharaa weiter.“. Ich staune. Zwar habe ich Syrern geholfen, einen Abschluss im Bildungssystem… Mehr

Waehler 21
10 Tage her

„ Syrer, die al-Scharaa zujubeln, müssen Deutschland verlassen“
Jetzt echt? Klar, wir verzichten auf unser Individualrecht , bei dem jeder das Gericht anrufen kann, wenn er denkt dass ihm Unrecht getan wird. Egal, ob es im Einklang mit unseren Gesetzen ist oder nicht.
Ob überhaupt jemand zurückkehrt oder nicht, ist abhängig von der Rückkehrhilfe in € gerechnet.

Das nächste Sondervermögen für diesen Zweck ist bestimmt schon in der Pipeline. Augenwischerei!