Kolinda Grabar-Kitarovic, Emmanuel Macron und Jean-Claude Juncker

Gegen Kroatien wird kritiklos eine Diffamierungskampagne gegen die kroatische Staatspräsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic übernommen.

FRANCK FIFE/AFP/Getty Images
rench President Emmanuel Macron (L) talks with Croatian President Kolinda Grabar-Kitarovic during the trophy ceremony at the end of the Russia 2018 World Cup final football match between France and Croatia at the Luzhniki Stadium in Moscow on July 15, 2018.

Die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland ist rein sportlich gesehen vorbei.  Frankreich hat gewonnen, Kroatien den zweiten Platz belegt. Während die Franzosen mit taktischer Disziplin überzeugten, wurde Kroatien aufgrund seiner erfrischenden Spielweise „Weltmeister der Herzen“. Das scheint nicht jedem zu passen. Schon vor dem Finale bliesen zahlreiche Medien zum Generalangriff gegen das kleine Land, das man mitunter auch das „Deutschland des Balkans“ nannte. Offenbar missfiel einigen der Stolz auf die eigene Nation.

Gegen Kroatien läuft im Augenblick eine typisch deutsche Medienkampagne. Kritikfrei wird eine Diffamierungskampagne gegen die kroatische Staatspräsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic übernommen, um diese als  „Kolinda Grabar-Knutschovic“ oder „Alkoholinda“ lächerlich zu machen.

Es gefällt dem Establishment nicht, dass diese Staatslenkerin eine Konservative ist, die dazu noch volksnah und empathisch in Erscheinung tritt. Dagegen haben die Bilder in der Kabine mit den teilweise unbekleideten deutschen Nationalspielern zur WM 2014, mit Angela Merkel keine Chance anzukommen. Das könnte für die alteingesessene politische Elite so gefährlich werden wie der junge und dynamische Österreicher Sebastian Kurz. Hier riecht man die Lunte der Gefahr.

Währenddessen die Bilder mit Präsidentin Kitarovic dahingehend durch einen kroatischen „Kommunikationsexperten“ dokumentiert werden: „Gut, dass (nach dem WM-Finale) Regen einsetzte, sonst hätte sie auch noch die Balljungen geküsst ist man auf die Bilder von Emmanuel Marcron besonders stolz: „So feierte Macron den Sieg seines Teams ausgelassen mit den Spielern, im besten Wissen um die grandiosen Bilder.“ Gleichzeitig unterschieden sich die Bilder zu den Feierlichkeiten nach dem WM-Finale, während im „nationalistischen Kroatien“ ausgelassen und friedlich gefeiert wurde, gab es noch in der Nacht nach dem WM-Finale im demokratischen Frankreich schwere Verwüstungen und Ausschreitungen, sogar mit Todesopfern.

Da dazu dieses kleine Land Kroatien, das viele Kriege durchmachen musste, um unabhängig zu werden, stolz auf seine Nationalfarben ist, muss es darüber hinaus als „Nationalistisch“ abgeurteilt werden.

So wie Merkels Ausstrahlung weitestgehend emotionslos ist, so wie wir Deutschen nicht einmal die Nationalfarben auf unserem WM-Trikot anbringen konnten, so wie wir ohne jeglichen Nationalstolz zur WM angetreten sind, so politisch gefährlich könnten andere Nationen und deren charismatischen Anführer werden, wenn sie erfolgreich das Gegenteil vorleben. Deshalb muss Volksnähe als „populistisch“ am besten in Verbindung mit übermäßigen Alkoholkonsum gebetsmühlenartig kleingeschrieben werden.

Anders bei Jean-Claude Juncker, dem Mann, der immer wieder durch „komische Gänge“ und Krawattenvergleiche auffällt. Aus Junckers Umfeld hieß es dazu „Es ist geschmacklos, wie einige Medien jetzt mit herabsetzenden Überschriften die Schmerzen des Präsidenten ausnutzten.“ Tatsächlich hätte der 63-Jährige Juncker an einer besonders schmerzhaften Ischias-Attacke gelitten.

Nur schlechte Verlierer gönnen den Kroaten den Erfolg nicht, ihre Freude, ihr Feiern und ihren Stolz. Deutschland 2018 – in der Vorrunde verdient ausgeschieden. Seine Medien mokieren sich über den Vizeweltmeister, aber Macron und Juncker sind tabu. Parteilicher geht nicht.


Steffen Meltzer, Autor von „Schlussakkord Deutschland – Wie die Politik unsere Sicherheit gefährdet und die Polizei im Stich lässt“

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Kommentare ( 96 )

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Ich glaube, man hat relativ wenig über „exzessives Feiern“ in Kroatien gehört, wie es in dem Land, das früher als Frankreich bekannt war, üblich geworden ist. Im übrigen hätte ich es schon gern gesehen, dass ein europäisches Land Weltmeister geworden wäre. Allerdings fand ich die Spiele von „die Mannschaft“ schon von vornherein als relativ uninteressant.

Es ist zu bedauern, dass Kroatien nicht siegte! Eine wirkliche Nationalmanschaft, die verdient hat zu feiern und gefeiert zu werden. Eine kleine, nein, es ist doch eine ziemlich große Flecke war dieser unglückliche Auftritt mit „Thompson“ in Zagreb. Wäre die Freude des Teams und der Fans wirklich ohne Thompson and Co. geringer?
Aprops, Deutschland des Balkans würde früher am besten Slowenien beschreiben, heute sind Alle in ernsthaften Schwierigkeiten.

Mit Löw wird unsere Manschaft langsam „verfrankreicht“, also bunter, eher dunkelbunter. Na dann prost Mahlzeit. Wenn die Deutschen in so einer farbigprächtigen Konstellation möglicherweise sogar wieder einen Titel holen, ist die Integration gelungen, und alle sind Happy hier. Halt, nur ich eben nicht. Wie Kroatien, wie Japan, wie Korea wie zum größten Teil auch Russland, Italien noch! etc. möchte ich lieber Weißbrotdeutsche auf dem Platz sehen. Mit so einer Manschaft gehe ich auch gerne unter, wenns sein muss. Ansonsten kann ich mir direkt eine zusammenkaufen.

Die Zeiten sind ein für alle mal vorbei und kommen nicht wieder. Schaun Sie nicht nur auf Frankreich, sondern auch nach Holland, England und viele andere Länder mit bunter Mannschaft. Das ist zumindest in Westeuropa nicht mehr aufzuhalten und nicht mehr rückgängig zu machen!

…das Photo oben; Macron hatte nur grosse Angst, dass seine Schmincke im Gesicht sich
auflöst und sein wahres Gesicht zum vorschein kommt.

Mir wäre eine Präsidentin Kitarovic, die sogar ein T-Shirt in den Nationalfarben getragen hat, tausende Mal lieber als diese Teufelsraute, die am Wahlabend unsere Nationalflagge mit Verachtung von der Bühne entsorgte!

„,… so wie wir ohne jeglichen Nationalstolz zur WM angetreten sind,…“ 1. Ich fühle mich da nicht angesprochen und bin auch nirgends angetreten. 2. Frankreich gewann, weil mind. zwei falsche Schiedsrichterentscheidungen vorausgingen 3. Die Kroaten sind die gefühlten Gewinner, und das wissen alle, auch die Franzosen 4. Wenn das nicht so wäre, warum verhalten sich dann die Gewinner wie Verlierer? 5. Kroation ist nicht islamverseucht und nicht moslemkulti geprägt. Man sehe sich die Spieler beider Ländermannschaften an. Ganz im Gegenteil. Hier ist man froh diese Religionsfaschisten nicht in übermäßiger Zahl im Land zu haben. Man kann auch aus Geschichte lernen.… Mehr

Also, da ich schon länger den Unsinn des deutschen Mainstreams nicht mehr lese, sehe oder höre, interessieren mich deren Ansichten über die Kroaten und deren Staatspräsidentin kein bissschen. Kratien hätte den Titel mehr verdient gehabt als die Franzosen. Die Schwalbe von Griezmann war der Auftakt, der Elfmeter extrem halbseiden und die zwei Tore danach die Folge eines Hintenreinstellems nach italienischer Art. Nee Danke solch einen Fußball braucht die Welt nicht. Nur unsere „die Mannschaft“ war noch schlechter.

So wie Merkels Ausstrahlung weitestgehend emotionslos ist, so wie wir Deutschen nicht einmal die Nationalfarben auf unserem WM-Trikot anbringen konnten, so wie wir ohne jeglichen Nationalstolz zur WM angetreten sind…Was bin ich froh, daß Kroatien anders ist und unseren Volksvertretern zeigt, was Sache ist. Kroatien hat power, die in unserem Land fehlt. Betreutes Denken für die Deutschen wird bald ein Ende haben und darauf freue ich mich. Macron und JCJ, Eure Zeit ist shon lange abgelaufen.

Das war leider doppelt hart, dass wir beim Public Vieving den Untergang Kroatiens mit ansehen mussten. Die Sympathien lagen eindeutig bei den Kroaten. So aber hat eher Kamerun gewonnen, und es gab nicht zu feiern.

Der Sport und insbesondere der Fussball ist durch und durch korrumpiert. 70,000 Franken für falsche Sockenwahl und und und. Die FIFA kriminell wie unter Blatters und Vorgängers Zeiten. So viel Info als Grundlage. Daneben haben wir den Französischen Präsidenten, der ein schweres Leben zu Hause hat. Der Glanz vergangener Zeiten längst verblast, Reformen die von der Bevölkerung nicht goutiert werden, ja der Pöbel besitzt die bodenlose Frechheit ihm, dem Sonnenkönig, Verschwendung vorzuwerfen. Da kommt so ein Finale an der WM gerade rechtzeitig. Die Französische Mannschaft, die hauptsächlich aus Secondos (schweizerisch für Kinder von Migranten) besteht, ein leuchtendes Beispiel für gelungene… Mehr

Doppelstaatler werden in der Schweiz als Secondos bezeichnet. Hierzulande ein Herr Özil z.B. 😉