Die deutsche Liebe zum linken Terror

Extremistische Gewalttäter haben extremistische Anhänger. Das für sich ist nicht neu. Neu ist, dass Unterstützer politischer Gewalt bundesweit die Straßen erobern und von „Leitmedien“ bejubelt werden. War da was mit Weimar?

picture alliance/dpa | Sebastian Willnow
Leipzig, Deutschland, 04.02.2026

Ein Schaffner der Deutschen Bahn wird von einem verabscheuungswürdigen Gewalttäter bei einer Fahrkartenkontrolle umgebracht. Danach gehen in ganz Deutschland tausende Bürger zum Gedenken an das Opfer und zur Unterstützung der trauernden Angehörigen auf die Straße.

Wär’ das nicht schön?

Wäre es wohl. Aber im real existierenden besten Deutschland aller Zeiten passiert etwas anderes. Da gehen bundesweit Tausende auf die Straße, um ihre Solidarität für einen notorischen Extremisten und verurteilten Gewalttäter zu bekunden.

Das sind ein paar aktuelle Schlagzeilen:

  • Proteste in Sachsen gegen Verurteilung von Maja T.
  • 200 Menschen ziehen aus Solidarität durch Hamburg
  • Protest in Nürnberg nach Urteil gegen Maja T.
  • Dresden und Leipzig zeigen Solidarität mit Maja T.

Die letzte Überschrift – zu finden bei T-Online – ist besonders perfide. Natürlich sind mitnichten „Dresden und Leipzig“ solidarisch mit dem in Ungarn wegen schwerer Körperverletzung zu acht Jahren Gefängnis verurteilten Simeon T., der sich selbst inzwischen „Maja“ nennt. Solidarisch sind jeweils ein paar hundert Freunde von politischer Gewalt.

Interview: So war der Prozess
Prügel-Terror der Hammerbande: Simeon T. zu acht Jahren Haft verurteilt
Aber die Zeile bildet die unverhohlene Sympathie der Redaktion für die extremistischen Aufmärsche ab. Unter dem Chefredakteur Florian Harms (der einst selbst dem „Spiegel“ zu links war) und seinem Stellvertreter Christoph Schwennicke entwickelt sich T-Online seit Jahren zu einer Art „Taz“ im Internet – nur noch abgedrehter.

Jedenfalls: Deutschlands Empörungsindustrie saugt das Budapester Urteil gegen Simeon T. geradezu begierig auf. Kein Slogan ist zu dumm, um das brutale Mitglied der berüchtigten „Hammerbande“ zu verteidigen. „Antifaschismus ist kein Verbrechen“, ist auf Transparenten zu lesen. Das ist intellektuell ungefähr so, als würde man eine Vergewaltigung mit dem Spruch rechtfertigen: „Frauen zu mögen, ist kein Verbrechen.“

Zur Erinnerung: Simeon T. ist nicht wegen seiner linken Gesinnung verurteilt worden – sondern weil er Menschen, die er für rechtsradikal hielt (ohne zu wissen, ob sie das tatsächlich waren), mit Hämmern und Schlagstöcken die Knochen gebrochen und den Schädel zertrümmert hat.

Doch die politische Linke springt dem Goldjungen reflexartig an die Seite. Die Fraktion der „Linken“ im EU-Parlament wählt dafür eine grafische Ikonografie, die aus einem brutalen Schläger einen Märtyrer macht:

Der Text dazu ist nicht besser. „Antifaschismus ist kein Terrorismus, es ist eine demokratische Pflicht.“ Die EU-Linke erklärt also mehrfache lebensgefährliche Körperverletzung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung zur demokratischen Pflicht.

In einem funktionierenden Rechtsstaat wäre so etwas ein Fall für den Staatsanwalt, aber da sind wir ja nicht, sondern in der EU.

Weiter ist zu lesen: „Wir stehen an der Seite von Maja und von jedem in Europa, der sich nicht zum Schweigen bringen lassen will.“ Zum Schweigen gebracht wurden allerdings nur die Opfer von Simeon T., von denen einige nur mit viel Glück überlebt haben. Dem Täter selbst haben unsere Medien jede nur erdenkliche Gelegenheit gegeben, sich zu erklären und sich über die Haftbedingungen in Ungarn zu beschweren („harte Betten, schlechtes Essen“).

Die Erzählung vom in Ungarn quasi misshandelten Märtyrer für die gerechte linke Sache wird zwar durch keinen einzigen (!) Beleg untermauert. Aber mit so etwas wie Faktentreue kann man sich im epischen „Kampf gegen Rechts“ nicht aufhalten.

Unvermeidlicherweise springen auch die Grünen dem Freund von Hammer und Schlagstock bei. Der Bundestagsabgeordnete Helge Limburg sagt: „Ein rechtsstaatliches Verfahren war in Ungarn von Anfang an nicht gewährleistet.“ Wie er zu dieser Erkenntnis kommt, bleibt sein Geheimnis. Denn für die Taten, für die Simeon T. in Budapest verurteilt wurde, hätte er auch in Deutschland keine geringere Strafe zu erwarten gehabt.

Verteidigung will Berufung einlegen
Linksextremist Simeon T. inszeniert sich vor Gericht als „welkende Blume“
Luke Hoß, für die „Linke“ im Bundestag, bläst in dasselbe Floskel-Horn: „Das unverhältnismäßige Zuchthaus-Urteil zeigt, wie Orbáns rechtsautoritäre Regierung die Prinzipien von Rechtsstaatlichkeit mit Füßen tritt.“ Wo acht Jahre Gefängnis für mehrfache schwere Körperverletzung in Tateinheit mit der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung „unverhältnismäßig“ sein sollten, behält der Mann wohlweislich für sich.

In Wahrheit ist an dem Urteil gar nichts unverhältnismäßig, und weder am Prozess noch an der Untersuchungshaft für Simeon T. kann man nach rechtsstaatlichen Maßstäben irgendetwas aussetzen.

Das, was unsere linke Reichshälfte so auf die Palme bringt, ist etwas ganz anderes: Hier führt ein EU-Staat vor, dass linksextremistische Gewalttäter eben nicht überall einen politischen oder gar juristischen Freibrief haben.

In Deutschland lassen wir es zu, dass auf einer Konferenz einer linksextremen Zeitung das Grußwort eines flüchtigen und untergetauchten RAF-Terroristen verlesen wird – in Anwesenheit je eines Bundestagsabgeordneten der SPD und der „Linken“. In Ungarn dagegen wird mit linkem Terror so verfahren, wie man es von einem Rechtsstaat erwarten darf.

Der Protest in Deutschland über das Urteil gegen Simeon T. und die Kommentare vieler selbsternannter „Leitjournalisten“ dazu sagen viel über den Zustand der Bundesrepublik aus.

Spoiler: Er ist nicht gut.

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Kommentare ( 85 )

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85 Comments
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Del. Delos
10 Tage her

Unser Land wird gerade ZERSETZT.
Und diese Zersetzung kommt von ganz oben.

Supersilent
11 Tage her

Das es möglich ist für einen potentiellen Totschläger und Mörder zu demonstrieren zeigt wie dieses Land am Boden liegt. Linker Terror darf bejubelt werden ohne das ein Staatsanwalt ermittelt, in einem Land wo die Justiz in großen Teilen linksverseucht ist Normalität. Jeden Tag widert mich dieses Land ein Stück mehr an.

Last edited 11 Tage her by Supersilent
Del. Delos
10 Tage her
Antworten an  Supersilent

Stimmt. Die verdammten Sozialisten schaffen es IMMER WIEDER, dass man sich am Ende für sein Land schämt.

Martin Beckmann
11 Tage her

»Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ›Ich bin der Faschismus.‹ Nein, er wird sagen: ›Ich bin der Antifaschismus.‹« Der linke Intellektuelle Silone wird so zum Kronzeugen für die These, dass hinter dem Antifaschismus nichts anderes stecke als der Faschismus selbst und die Vorsilbe »Anti« nur der Verkleidung diene.
Der Faschismus bedeutet den Versuch, eine indiskutable soziale Ordnung zu schaffen.
jungle(DOT)world/artikel/2020/05/silones-warnung
 

Martin Beckmann
11 Tage her

Diese woke Truppe betreibt einwandfrei delegetimierung des Staates mit staatlicher Unterstützung oder anders ausgedrückt: Ver­fas­sungs­schutz­re­le­van­te De­le­gi­ti­mie­rung des Staa­tes.
https://www.verfassungsschutz.de/DE/themen/verfassungsschutzrelevante-delegitimierung-des-staates/verfassungsschutzrelevante-delegitimierung-des-staates_node.html
Wo bleibt der Aufschrei der sogenannten Verteidiger der Demokratie?
Mittlerweile ein Blick in die USA:
US-Kongress wirft der EU vor, durch Zensur und Manipulation konservative Parteien benachteiligt zu haben
https://www.freiewelt.net/artikel/redaktion/politik/medien-zensur-usa-werfen-eu-vor-bei-wahlen-konservative-parteien-benachteiligt-zu-haben/42878

Hosenmatz
11 Tage her

Man muss sich doch nur vorstellen, wie die Reaktionen bei umgekehrten Vorzeichen wären, um die Doppelmoral zu erkennen!
Wäre die Schlagzeile dann auch „Solidarität zeigen“ oder eher „rechte Aufmärsche“?

Juergen P. Schneider
11 Tage her

Man muss sich nur einnal vorstellen, was in unserem Linksstaat los wäre, wenn eine rechtsradikale Bande vergleichbare Straftaten begangen hätte. Der linke ÖRR würde rund um die Uhr Brennpunkt-Sendungen ausstrahlen, in denen ein rechter Staatsstreich als unmittelbar bevorstehend dargestellt würde. Das links-grüne Kartell würde seine bezahlten Demonstranten zu großen Demos karren und das Ende der Demokratie an die Wand malen. Dies wäre dann nur der Auftakt, um jeden Regierungskritiker mit rechten Straftätern gleichzusetzen, zu kriminalisieren und einzusperren. Das links-grüne Bankrott-Kartell würde wohl einen finalen Amoklauf veranstalten und die Reste des Rechtsstaats auch noch in die Tonne treten. So absurd und… Mehr

Michaelis
11 Tage her

Die geschilderten Reaktionen im linksgrün-versifften Dunkeldeutschland (sowie anderswo, etwa in Brüssel) sollten dem demokratischen und rechtsstaatlichen Ungarn zwingender Anlass sein, den verurteilten Gewalttäter AUF KEINEN FALL an die BRD auszuliefern, und sie sollten – im Falle einer Neuverhandlung – Anlass sein, das Strafmaß eventuell noch deutlich zu erhöhen!!!

Last edited 11 Tage her by Michaelis
Thilo Braun
12 Tage her

Die Linken und Grünen haben gar nicht mal so unrecht. In Deutschland hätte es maximal 6 Monate auf Bewährung gegeben, denn es waren ja Taten der Antifa und die sind in einem linken Staat grundsätzlich in Ordnung und richtig. Vor allem sind sie dann richtig, wenn es gegen Nicht-Linke geht. Nicht umsonst bekennen sich zahlreiche politische Vertreter von SPD, Grünen und Linken offen zur Antifa und sitzen auch noch im Bundestag. Nicht umsonst sagte ein Abgeordneter von den Grünen in Berlin „Wir haben ziemlich gute Leute in wichtigen Positionen untergebracht“ und um nichts anderes ging es bei der vergangenen Berufung… Mehr

RA.Dobke
12 Tage her
Antworten an  Thilo Braun

TOP ! passt genau

PaulKehl
12 Tage her
Antworten an  Thilo Braun

In der wüsten Kalter-Krieg-Klamotte „Die 25. Stunde“ beschreibt der Autor Constantin Virgil Gheorghiu wie die Russen nach dem Einmarsch die Kommunisten installieren und diese alle Gewaltverbrecher aus den Gefängnissen entlassen, die dann eine Terrorherrschaft ausüben. So wird das Volk für den kommunistischen Putsch mürbe gemacht. Beim Einmarsch der Russen hatte die rumänische KP zwölf Mitglieder. -Insofern können wir uns bei Simeons Freilassung warm anziehen.

Powerhitter
11 Tage her
Antworten an  Thilo Braun

Genau so ist es! Und bei alledem darf man nicht vergessen, die Deutschen wollen es genau so! Denn sie setzten in aller Regelmäßigkeit ihr Kreuzchen bei eben diesen Gestalten.

Dr. Gregor Gaida
12 Tage her

Nach meiner persönlichen Meinung gehört jeder Schwachkopf der da mitläuft ins Gefängnis. Das ist meiner persönliche Meinung.

RA.Dobke
12 Tage her
Antworten an  Dr. Gregor Gaida

Nulla poene sine lege … Bevor man jemanden ins Gefängnis steckt, muß ihm im Rechtsstaat eine entsprechende Straftat nachgewiesen werden! Das sollten wir besser nicht ändern. Schutzhaft hat mehr als ein Geschmäckle!

flo
11 Tage her
Antworten an  RA.Dobke

Gut, wer demonstriert, weil er meint, die Person müsse vor deutsche Gerichte und in ein deutsches Gefängnis, äußert eine legitime Meinung, selbst wenn nicht jeder Beobachter diese teilt. Allerdings kann man den allgegenwärtigen Slogan „Free Maja“(„Free all Antifas“) auch so verstehen, dass der/die/das „antifaschistische, nonbinäre“ Maja am besten keine Strafe erhalten soll. Und das grenzt dann nach meinem Verständnis schon ans verbotene Billigen einer Straftat (§ 140 StGB Belohnung und Billigung von Straftaten), solange man nicht zweifelsfrei nachweisen kann, dass Maja nichts und gar nichts getan hat. Und letztlich ist es auch ein Präzedenzfall. Wenn man ausländischen Gerichten abspricht, über deutsche… Mehr

Dr. Gregor Gaida
11 Tage her
Antworten an  RA.Dobke

Es ist eine Straftat zu Straftaten zu animieren. Meiner Meinung nach ist diese Demonstration nichts anderes. Ich würde nicht so weit gehen zu behaupten, daß all diese Demonstranten unsere Verfassung umstürzen wollen, könnte man aber auch annehmen.

Kaltverformer
12 Tage her

Angeblich ein Syrer mit einem vorläufig griechischen EU-Pass.
In den Medien wird er aber als Grieche geframt.
Merke: Nur ein Pass macht den Inhaber noch lange nicht zu einem Angehörigen dieses Volkes……

RA.Dobke
12 Tage her
Antworten an  Kaltverformer

Andere Staaten verkaufen ihre Staatsbürgerschaften gegen teures Geld. Das ist etwas Böses?! Wir verschenken sie ganz frühzeitig an, wie ich meine, hergelaufene Himmelhunde (m, w, d)! Das ist etwas Dösiges – oder?!

Martin Beckmann
11 Tage her
Antworten an  RA.Dobke

Die links-rot-grüne-schwarze Klientel erhofft sich dadurchj Wählerstimmen.

RA.Dobke
10 Tage her
Antworten an  Martin Beckmann

„Denn so blau, blau, blau blüht der Enzian … “ ;o)

Last edited 10 Tage her by RA.Dobke
RA.Dobke
11 Tage her
Antworten an  Kaltverformer

Tja, die Gesetze unseres Parlamentes haben es möglich gemacht, daß er sich Deutscher Staatsbürger schimpfen lassen darf. Damit ist er Mitglied des Staatsvolkes, aber nicht Deutscher Abstammung sic ;o) Begrüßen müssen wir das aber nicht! Wie wir aus den USA es ja auch kennen: es gibt Puritaner, Puertoricaner, Latinos, Deutschamerikaner … Wie letztere, es kommt auch in Deutschland darauf an, Stolz auf unsere herkunft zu zeigen und Sprache und Kultur gegen Anfeindungen zu schützen. Auch gegen die Genderei oder „feministische“ Sprachformen & Politik. Hoffentlich eine nur vorübergehende Zeiterscheinung, die wir meiden sollten, wie dereinst „Pest & Cholera“!