Mit dem alten Bundestag drückten Merz und Klingbeil ein 500 Milliarden Schuldenpaket durch und verkauften es als Rettung für Brücken, Straßen und Schulen. Nun zeigt sich: Bis zu 95 Prozent liefen am versprochenen Zweck vorbei. Das ist keine Panne – das ist Täuschung.
picture alliance/dpa | Michael Kappeler
Schon der politische Geburtsvorgang dieses Pakets hatte etwas Schmutziges. Union und SPD wollten diese historische Neuverschuldung nicht vor dem neu gewählten Bundestag verantworten, sondern noch rasch mit dem alten Parlament durchdrücken. Genau das geschah im März 2025 in Sondersitzungen des alten Bundestags, obwohl allen Beteiligten klar war, dass für die nötige Grundgesetzänderung eine Zweidrittelmehrheit nötig war und die Lage im neuen Bundestag ungemütlicher geworden wäre. Das war der erste große Warnhinweis. Wer eine solche Jahrhundertentscheidung nur noch unter Ausnutzung des auslaufenden Parlaments durchbekommt, handelt nicht aus staatsmännischer Ruhe, sondern aus Angst vor offener Auseinandersetzung. Schon damals lag Betrug in der Luft, weil die Methode verriet, dass hier nicht überzeugt, sondern überrumpelt werden sollte.
Es war derselbe alte Berliner Trick in Maximalform: erst den parlamentarischen Moment künstlich verengen, dann den Zeitdruck zum politischen Argument erklären und schließlich so tun, als sei gerade diese Hast ein Ausdruck von Verantwortung. In Wahrheit war sie Ausdruck von Schwäche. Wer ein wirklich tragfähiges, ehrliches und sauberes Infrastrukturprogramm vorlegt, muss es nicht durch die Hintertür des alten Bundestags schleusen. Wer so vorgeht, der weiß bereits sehr genau, dass sein Produkt außerhalb der eigenen Blase weniger nach Rettung als nach Täuschung aussieht. Genau deshalb war dieses Paket von Anfang an kein Aufbruch, sondern ein Manöver. Nicht gebaut wurde zuerst an Brücken, sondern an einer parlamentarischen Notkonstruktion.
Verkauft wurde Infrastruktur – gemeint war Schuldenmacht
Damit dieses Schuldengebirge politisch überhaupt akzeptabel wirkte, brauchte es eine große moralische Erzählung. Diese Erzählung hieß Infrastruktur. Brücken, Straßen, Schienen, Schulen, Netze, Modernisierung, Zukunft. So wurde das Paket verkauft. Selbst das Bundesfinanzministerium beschreibt das Sondervermögen als Instrument für zusätzliche Investitionen und nennt die großen Blöcke ganz offen: 300 Milliarden für Investitionen des Bundes, 100 Milliarden über den Klima und Transformationsfonds, 100 Milliarden für Länder und Kommunen. Das Wort, das den Bürgern in die Köpfe gehämmert wurde, lautete zusätzlich. Zusätzliche Investitionen, zusätzliche Modernisierung, zusätzliche Kraft für ein sichtbar heruntergewirtschaftetes Land. Ohne dieses Etikett wäre das Paket politisch weit schwerer oder gar nicht vermittelbar gewesen. Denn ein Kredit, der offen als allgemeine Staatsfinanzierung verkauft wird, begeistert niemanden. Ein Kredit, der als Rettung maroder Brücken daherkommt, schon eher.
Genau darin lag die eigentliche Irreführung. Denn die Bürger bekamen nicht die Wahrheit über einen Staat, der sich mit neuer Schuldenmacht mehr Luft verschaffen und aufbrechende Löcher in einem völlig aus dem Ruder gelaufenen Leviathan stopfen wollte. Sie bekamen ein rührendes Erziehungsstück über Verantwortung, Investitionen und nationale Erneuerung. Man stellte das Paket hin, als würden jetzt endlich die Bagger rollen, die Brücken saniert, die Schulen erneuert und die Verkehrsadern des Landes aus dem Verfall geholt. Das Paket wurde als Möhre für die Bürger aufgeblasen, damit man seinen eigentlichen Kern nicht so deutlich sehen musste: eine gigantische Kreditermächtigung, die unter dem schönen Titel Infrastruktur politische Zustimmung einsammeln sollte. Anders gesagt: Der edle Zweck war nicht bloß Begründung, sondern Tarnung.
Dann kam die Wirklichkeit und zerlegte das ganze Schauspiel
Nun ist eingetreten, wovor Kritiker von Anfang an gewarnt hatten. Das ifo Institut stellte im März 2026 fest, dass die im Jahr 2025 aufgenommenen neuen Schulden zu 95 Prozent nicht für zusätzliche Infrastrukturinvestitionen eingesetzt wurden. Der Befund des Instituts ist glasklar: Die Politik habe die schuldenfinanzierten Mittel nahezu vollständig für andere Zwecke genutzt, vor allem zum Stopfen von Haushaltslöchern. Auch andere Berichte bestätigten denselben Skandal in kaum abgeschwächter Form. Das Parlament schrieb über die Vorwürfe der Zweckentfremdung, Medien griffen die ifo Rechnung auf und berichteten über Berechnungen von ifo und IW, wonach von einer echten Modernisierungsoffensive aber mal gar keine Rede sein könne. Das ist die Zahl, an der dieser ganze Komplex hängt und an der er zugleich zerschellt: Bis zu 95 Prozent liefen am versprochenen Zweck vorbei.
Damit fällt die Verpackung vom Inhalt ab. Was als Infrastrukturpakt verkauft wurde, entpuppt sich als kreditfinanzierter Verschiebebahnhof. Was als nationale Sanierungsoffensive beschworen wurde, landet in der Praxis zu großen Teilen in Etatentlastung, Umschichtung und haushaltspolitischer Kosmetik. Die Bürger sollten an Beton, Stahl und Erneuerung glauben, bekamen aber vor allem Buchungstechnik. Sie sollten glauben, dass das Geld dort ankommt, wo Deutschland sichtbar zerfällt, und nun zeigt sich, dass der große Strom der Mittel eben gerade nicht in zusätzliche Infrastruktur floss. Das ist die Entkernung des gesamten Verkaufsarguments.
Das Wort ‚Kreditbetrüger‘ trifft den politischen Kern
Natürlich wird die Regierung nicht sagen: Ja, wir haben den Leuten etwas anderes erzählt, als wir geliefert haben. Sie wird sich auf Quoten, Regeln, Definitionen und formale Kriterien zurückziehen. Genau das tut sie seit ihrem schmutzigen Start. Aber dieser Rückzug in die Haushaltstechnik beweist den Vorwurf eher, als dass er ihn entkräftet. Denn politisch verkauft wurde kein abstraktes Quotenmodell, sondern ein konkret bebildertes Rettungspaket für eine marode Republik. Verkauft wurden Brücken, Straßen, Schulen und Netze. Wenn dann nachher bis zu 95 Prozent der neuen Schulden nicht in zusätzliche Infrastruktur gehen, dann ist der politische Kern dieses Vorgangs klar: Hier wurde mit einem Zweck um Zustimmung geworben, der in dieser Größenordnung nicht eingelöst wurde. Das ist im politischen Wortsinn Kreditbetrug. Nicht als strafrechtliches Urteil, sondern als präzise Beschreibung der Methode.
Denn genau so funktioniert Zweckschwindel. Man nennt einen edlen, dringenden und allgemein zustimmungsfähigen Verwendungszweck. Man erhält dafür Zustimmung zu einer gewaltigen Kreditaufnahme. Und anschließend landet der Großteil des Geldes eben nicht dort, wo er laut Verkaufserzählung landen sollte. Man hat die Zustimmung dann nicht wegen der Wahrheit bekommen, sondern wegen einer politisch hübsch verpackten Behauptung. Genau deshalb ist diese Bezeichnung nicht überzogen, sondern exakt. Merz und Klingbeil haben dieses Paket nicht als allgemeine Schuldenermächtigung verkauft. Sie haben es als Rettung für die Infrastruktur verkauft. Und nun zeigt sich, dass dieser Zweck in der Praxis weitgehend verfehlt oder umgangen wurde. Wer so vorgeht, erschleicht nicht nur Geld. Er erschleicht Vertrauen.
Der eigentliche Schaden ist größer als jeder Haushaltsansatz
Denn am Ende geht es nicht nur um Milliarden, sondern um die Verrohung der politischen Methode. Erst wird das alte Parlament benutzt, um eine historische Lastaufnahme gegen die politische Wetterlage des neuen Bundestags festzuzurren. Dann wird diese Lastaufnahme moralisch aufgeladen und als Rettung für das sichtbar verfallende Land verkauft. Dann kommt die ernüchternde Bilanz, dass der überwältigende Teil der neuen Schulden gar nicht in die versprochenen zusätzlichen Infrastrukturinvestitionen geflossen ist. Und danach sollen die Bürger sich mit Verwaltungsdeutsch, Quotenargumenten und Zuständigkeitsnebel beruhigen lassen. Das ist kein Ausrutscher. Das ist eine Schule der Irreführung. Eine Regierung, die so handelt, macht aus dem Wort Investition eine Tarnkappe und aus der Infrastruktur ein Lockmittel.
Der Titel bleibt deshalb stehen. Die Kreditbetrüger. Nicht als alberne Empörungsformel, sondern als treffende politische Diagnose. Denn hier wurde ein gigantischer Kredit unter einem bestimmten Zweck verkauft, obwohl sich nun herausstellt, dass der Großteil des Geldes gerade nicht zusätzlich dort ankam, wo er angeblich hin sollte. Das Land bekam keine ehrliche Debatte über neue Schulden. Es bekam einen Zweckvorwand. Es bekam keine saubere Infrastrukturpolitik. Es bekam eine moralisch geschniegelt verpackte Kreditverschiebung. Und genau deshalb lag schon beim Durchdrücken mit dem alten Bundestag Betrug in der Luft. Jetzt ist aus diesem Geruch ein Befund geworden.
In den kommenden Jahren, so versprechen Merz und sein Meister Klingbeil, soll dann doch mehr investiert und weniger verschoben werden. Aber wer glaubt das noch – wahrscheinlich nicht einmal die beiden mehr selbst –, wo doch schon die nächste Ausreden-Oper vorbereitet wird: Trump, Putin, Ukraine und Iran stehen auf dem Spielplan im großen Theater der Täuscher und Bauernfänger.

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Alles richtig. Das dieser zusätzliche Kredit nicht für die Infrastruktur verwendet werden würde, war von Anfang an klar und genau deswegen wurde der Trick mit dem bereits abgeschlossenen Bundestag verwendet, dessen Zulässigkeit gerichtlich bestätigt wurde. Da sind doch noch weitere 400 Milliarden verfügbar, wenn ich mich recht erinnere. Diese werden in den kommenden Jahren genau so verwendet werden, wie die bereits ausgegebenen 500 Milliarden. Und? Was gibt es daraus für Konsequenzen für die Verantwortlichen? Wer haftet dafür? Wer muss dafür geradestehen? Wer geht wegen Veruntreuung oder Kreditbetrug in den Knast? Genau! Niemand! Das ist der ultimative Schutz für jeden, der… Mehr
Merz wird als der größte Schuldenmacher in Deutschlands Geschichte eingehen, Merkel als diejenige die Deutschland mit Arabern geflutet hat, an Scholz wird sich keiner mehr erinnern.
Gerhard Schröder scheint wirklich der letzte Kanzler Deutschlands vor dem Untergang gewesen zu sein. Die anderen drei haben diese Bezeichnung nicht verdient.
Heute gelesen –
Nur noch 15 % halten den dünnen CDU Mann für geeignet, das Amt zu führen.
Das gleiche für den SPD Mann.
Früher hatten solche Politiker noch Anstand und sind von selber zurück getreten.
Heute gibt es den Anstand und Ehrlichkeit nicht mehr.
Es wundert nur, das sich die dämlichen Deutschen das alles gefallen lassen
Das ganze Elend eines niedergehenden Landes in einem Artikel über die Haushaltsgaunerei des links-grünen Bankrottkartells dargestellt. Chapeau Frau Taxidis!
Nicht nur, daß die außerordentliche Kreditaufnahme wurde zweckentfremdet wurde sondern auch der gesamte genannte Schuldenstand der Bundesrepublik mit angeblich 2,7 Billionen EUR ist ein Witz, denn darin befinden sich weder die Bürgschaften noch die Schattenhaushalte, die man heutzutage Sondervermögen nennt, als die größte Betrugsmasche aller Zeiten. Das sind nicht nur Hütchenspieler und Trickbetrüger, sondern in Anbetracht der Unverantwortlichkeit gehören sie schon lange auf die Anklagebank, denn wer das Vermögen der Bürger in dieser Art und Weise behandelt, was am Ende den Staat in den Ruin führt und er sich dann noch am Privatvermögen der Bürger bedient handelt schlicht und einfach… Mehr
Steinmeier betonte, der Bundestag arbeite weiter, bis sich ein neuer Bundestag konstituiert habe. Die Bundesregierung führe die Geschäfte auch nach der Bundestagswahl weiter, bis eine neue Regierung gebildet sei. Das meint die KI: Gesetzgebung: Das Parlament konzentriert sich in der Zeit vor der Neuwahl auf die Verabschiedung unaufschiebbarer Gesetze. Größere Reformprojekte, die nicht konsensfähig sind, werden in der Regel nicht mehr behandelt. Geschäftsführende Bundesregierung: Nach der Auflösung des Bundestages und bis zur Wahl eines neuen Bundeskanzlers durch das neue Parlament bleibt die Bundesregierung (unter Olaf Scholz) im Amt, jedoch nur „geschäftsführend“. Kompetenzen der Regierung: Sie ist handlungsfähig und muss die… Mehr
Umso beschämender ist es, daß dieser Skandal nicht vor dem Bundesverfassungsgericht landet, weil die Grünen im Bundestag nicht zusammen mit der AfD dafür stimmen wollten, obwohl sie den Antrag angeblich befürworten. Tiefer können diese Linksgrünen nicht mehr sinken.
Sagte wer?
Genau, der grösste Lügenkanzler aller Zeiten. Und ganz offensichtlich ist er auch noch der grösste Dummkopf aller Zeiten.
Was braucht es also, um in Deutschland Bundeskanzler zu werden?
Na, ganz offensichtlich genügend Dummheit, genügend Kriminalität, und den absoluten willen, immer und zu jeder zeit zu lügen, dass sich die Balken nur so biegen.
Was es nicht braucht, um in Deutschland Bundeskanzler zu werden?
Wissen, Seriösität, Redlichkeit, und einen IQ über 90.
Deutschlands größtes Problem :
die Umwandlung von Geld in meßbare Leistung in angemessener Zeit
die Ursache dafür:
der Vorrang des Verwaltungsprozesses vor dem Ergebnis
die Lösung:
radikale Reformen in allen Bereichen des Staatsapparates inkl. einer drastischen Personalreduzierung
die Konsequenzen:
Altparteienpolitiker aus dem Westen sind dafür nicht geeignet !
Klasse Artikel, Frau Taxidis! Danke.