Der Westen ist nicht wehrlos, aber willenlos

Nie war es preisgünstiger als heute, den Westen zu bedrohen. Westliches Militär schreckt die Feinde der Freiheit, ob in Moskau oder anderswo, nicht mehr ab, weil niemand mehr glaubt, dass der Westen wehrhaft ist. Die Erfahrungen in Afghanistan und Mali haben das erneut belegt.

IMAGO / Björn Trotzki
Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht mit dem Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Alfons Mais (rechts) und dem Kommandeur der Panzerlehrbrigade 9, Brigadegeneral Christian Freuding (links) und fünf neuen Kampfpanzern vom Typ Leopard 2A7v

Dem Befund von Wolfgang Ischinger kann man kaum widersprechen: „Der Trend zum Rückzug der Demokratie hält an.“ Es sei, so sagte der Organisator der Münchner Sicherheitskonferenz schon vor deren Beginn, „daher nicht verwunderlich, dass in Europa und darüber hinaus ein Gefühl der Hilflosigkeit zu wachsen scheint“.

Das Gefühl der Hilflosigkeit mag existieren und gerade angesichts der Krise in Osteuropa scheint es begründet. Aber ist Europa, ist der Westen wirklich sicherheitspolitisch „hilflos“? Natürlich nicht. Er hat ja eigentlich durchaus reichliche Hilfsmittel. Deutlich mehr und bessere sogar als Russland. In jedem sicherheitspolitischen Handbuch (zum Beispiel hier) ist das leicht nachzuschlagen: In jeder Hinsicht, sowohl numerisch als auch waffentechnologisch, ist die Nato Russland hoch überlegen. Auch der Vergleich der staatlichen Militärausgaben zwischen Russland und westlichen Staaten fällt eindeutig zugunsten des Westens aus.

Sogar ohne das gigantische Militär-Budget der USA geben die europäischen Nato-Mitglieder zusammen ein Vielfaches an Geld für ihre Streitkräfte aus verglichen mit Putins Russland: laut SIPRI allein Großbritannien mit 59,2 Milliarden US-Dollar fast so viel fürs Militär wie Russland (61,7 Milliarden US-Dollar). Seltsamerweise spielen diese Zahlen zwar bei Nato-Verteidigungsministertreffen für interne Vergleiche eine große Rolle, wenn um das 2-Prozent-Ziel gestritten wird, aber nicht in der gegenwärtigen Krise um die Ukraine und Russlands Kriegsdrohungen.

Offensichtlich ist Putins Russland sehr effizient in der Nutzung seiner militärischen Mittel zu Drohzwecken. Wenig mehr als 100.000 russische Soldaten an der langen Grenze der Ukraine genügen, um nicht nur die Ukraine, sondern den ganzen Westen einzuschüchtern. Zum Vergleich: Die Sowjetunion hatte Ende der 1970er Jahre allein in der DDR rund 370.000 Soldaten stationiert.

Der Westen hat womöglich noch nicht ganz realisiert, jedenfalls wird nicht laut darüber gesprochen: Die alten Mechanismen und Spielregeln des „Gleichgewichts des Schreckens“ im Kalten Krieg haben offensichtlich ihre Bedeutung weitgehend eingebüßt. Heute genügt sehr viel weniger militärischer und damit auch finanzieller Aufwand, um den Westen zu bedrohen. Sowohl Quantität als auch technologische Qualität von Streitkräften sind ganz offensichtlich nicht mehr der alles dominierende Faktor der Sicherheitspolitik.

Das, was Russland nun tut, und die Lage, die es damit hervorruft, ist vielleicht besser zu verstehen, wenn man ein paar Monate zurück und noch weiter nach Osten blickt. Womöglich ist es kein Zufall, dass der russische Aufmarsch gegen die Ukraine-Krise unmittelbar nach dem wohl wichtigsten internationalen Ereignis des vergangenen Jahres begann: nämlich dem so gut wie widerstandsfreien Fall Afghanistans an die Taliban.

Die Taliban haben schließlich das bislang wohl extremste Beispiel für die Diskrepanz zwischen minimalen militärischen Mitteln und maximalem Machtgewinn vollführt. Einige Zehntausend Mann mit nur Handwaffen, ohne Geschütze, Panzer, Flugzeuge haben in wenigen Wochen fast kampflos eine zahlenmäßig weit überlegene und mit durchaus modernen, meist amerikanischen Waffensystemen ausgerüstete Armee buchstäblich aus der Welt geschafft.

Der Fall Afghanistans bietet also vor allem eine Lehre an: Die größte und bestausgerüstete Streitmacht ist nichts wert, wenn ihre Soldaten nicht bereit sind, zu kämpfen, also ihr Leben für die Sache zu riskieren, in deren Dienst die Truppe steht.

„Stell dir vor, es ist Krieg, und keiner geht hin.“ Der Spruch war in den frühen 1980er Jahren in aller Munde. Konstantin Wecker hat ihn – wie unzählige andere Friedensbarden im ganzen Westen – in einem schönen Lied vertont: „Wenn unsere Brüder kommen, mit Bomben und Gewehren, dann wollen wir sie umarmen, dann wollen wir uns nicht wehren.“ Damals war ab und an noch ein klein wenig verhalten geäußerte Empörung ob solcher Feiern des Wehrunwillens zu vernehmen. Aber die verpuffte schnell. Spätestens seit das Bundesverfassungsgericht 1995 die Aussage „Soldaten sind Mörder“ höchstrichterlich absegnete, war klar, dass die Botschaft sich durchgesetzt hatte, und zum öffentlichen Mainstream geworden war.

Angekündigt hatte sich diese Entwicklung im Westen schon seit Jahrzehnten – nicht zuletzt in Frankreich. Die rhetorische Frage „Mourir pour Danzig?“ kursierte dort im Sommer 1939, als das nationalsozialistische Deutschland den Konflikt mit Polen eskalierte. Und obwohl sich die damalige Regierung unter Èdouard Daladier schließlich doch entschied, dass französische Soldaten für Danzig beziehungsweise die Unabhängigkeit Polens kämpfen sollten, war die „Drôle de Guerre“, also das Nichtangreifen der Westalliierten in den ersten Kriegsmonaten 1939/40 natürlich auch ein Ausdruck dieses allgemeinen Unwillens zu kämpfen. So konnte die Wehrmacht dann in wenigen Wochen Frankreich vernichtend schlagen – obwohl sie entgegen nachträglicher Legendenbildung keineswegs numerisch und technologisch überlegen war, ganz im Gegenteil.

In Frankreich hat diese Erfahrung der eigenen Schwäche gegenüber einem an Kampfeswillen überlegenen Aggressor tiefe psychologische Spuren hinterlassen. Charles De Gaulle tat zwar nach 1945 alles dafür, seinen Franzosen einzubläuen, dass auch sie Nazi-Deutschland besiegt hätten. Aber die Résistance war mehr Mythos als Wirklichkeit. Und der Glaube daran wurde auch durch zwei weitere Niederlagen unterminiert – gegen technologisch und numerisch weit unterlegene, aber leidensfähigere und kampfeswilligere Feinde in Indochina und Algerien.

Man sollte sich heute vielleicht noch mal einen französischen Film von 1974 ansehen: „Les Chinois à Paris“ (Die Chinesen in Paris) ist eine bittere Komödie, eine Persiflage der westlichen Gleichgültigkeit, die schonungslos ausbreitet, wie die Franzosen wohl auf einen Überfall der Chinesen reagieren würden. Man ahnt es: Niemand gibt einen Schuss ab, Frankreich unterwirft sich. Eine Schlüsselszene spielt im Büro des Präsidenten (der sofort ins Exil geflohen ist), wo Offiziere nach dem Schlüssel suchen, um die Atomraketen zu aktivieren, da stehen plötzlich ungehindert die Chinesen vor der Tür – und alle heben angsterfüllt die Arme hoch, als ein unbewaffneter chinesischer Soldat mit Verbeugung eintritt. Eine Hauptperson des Films ist übrigens ein Industrieller, der sofort nach dem Eintreffen der Chinesen zum begeisterten Kommunisten wird.

Im August 2021 in Afghanistans Hauptstadt Kabul dürfte es zu ähnlichen Szenen gekommen sein. Der westlich orientierte Präsident machte sich rasch aus dem Staub, niemand lieferte den Taliban eine Schlacht. Die neue Machtübernahme der Taliban erinnerte in nichts an die blutige Endphase der kommunistischen Machthaber 1992 oder den ersten Talibansieg 1996.

Man könnte zu dem etwas sarkastischen Schluss kommen, dass die zwei Jahrzehnte der amerikanisch-westlichen militärischen, aber nicht zuletzt auch kulturellen Präsenz in Afghanistan eben doch nicht ganz folgenlos waren. Die Afghanen und vor allem die afghanischen Soldaten handelten gegenüber den Taliban schließlich nach dem im Westen kulturell dominierenden Konstantin-Wecker-Vorbild: Als ihre Brüder kamen mit Kalaschnikows und Mopeds, da wehrten sie sich nicht – obwohl sie viel mehr waren und viel besser bewaffnet. Mourir pour Kaboul?

Der Westen ist anscheinend für Afghanen und wohl die meisten anderen Gesellschaften zwischen Bamako und Kabul ein Auswanderungsziel, ein Ort, an dem es sich besser leben lässt – aber keine politische Idee, für die es sich zu kämpfen lohnt. Das bestätigen auch die jüngsten Entwicklungen im nordafrikanischen Mali. Von dort sind viele Tausend Menschen nach Frankreich und andere europäische Länder ausgewandert, aber im eigenen Land sind französische Truppen wenig geachtet. Wie gering muss der Respekt der malischen Putschisten-Offiziere vor Frankreichs Armee und den anderen an den dortigen Militärmissionen beteiligten westlichen Truppen sein, dass sie in deren Anwesenheit ein mehr oder weniger offen russlandfreundliches Regime errichten. Durch den von Macron angeordneten Abzug können sie sich jetzt in ihrer Dreistigkeit bestätigt fühlen: Auf den Westen muss man keine besondere Rücksicht nehmen, wenn es brenzlig wird, zieht er seine Truppen ab.

Putin wird die Ereignisse in Afghanistan und in Mali aufmerksam verfolgt haben. Er weiß, dass niemand im Westen auch nur ansatzweise daran denkt, eigene Soldaten für Kiew sterben zu lassen. Mourir pour Kiew? Die Frage stellt sich gar nicht erst. Seine Russen wollen sicher auch nicht mehr zu Millionen für das Vaterland sterben, wie ihre Urgroßväter vor 1945. Aber er kann vermutlich (noch?) auf mehr Kampfbereitschaft seiner Soldaten und Unterstützung seiner Bevölkerung für begrenzte Kampfeinsätze rechnen als alle westlichen Staaten. Und darauf kommt es für ihn und sein Regime letztlich an. Nicht allein die ins Militär investierten Milliarden zahlen sich in der gegenwärtigen Welt sicherheitspolitisch aus, sondern die Glaubwürdigkeit, dass sich die Soldaten auch tatsächlich einsetzen lassen. Und da hat Putin einen deutlichen Vorsprung vor allen Europäern und auch den USA.

Die beiderseitige Glaubwürdigkeit war im Kalten Krieg die Voraussetzung dafür, dass das „Gleichgewicht des Schreckens“ funktionierte, also ein Gleichgewicht blieb. Wie Sting in seinem Lied „Russians“ 1985 sang: Man musste hoffen, dass auch die Russen ihre Kinder liebten. Aber, was er und andere Friedensbarden nicht sangen, gehört eben auch zur Geschichte des Kalten Krieges: Wenn statt eines Ronald Reagan und einer Margaret Thatcher im Westen Konstantin Wecker den Ton angegeben hätte, wären die Hardliner im Kreml vielleicht in große Versuchung gekommen loszuschlagen. Das kommunistische Regime der alten Sowjetunion ist nicht zuletzt deswegen zusammengebrochen, weil seine ineffiziente Ökonomie den gigantischen Militärapparat nicht mehr unterhalten konnte. Aber die Voraussetzung dafür war auch die glaubwürdige Wehrhaftigkeit des Westens.

Diese Glaubwürdigkeit ist im Westen in einem fortgeschrittenen Stadium der Erosion angelangt. Würde die Bundeswehr zum Kampf antreten, wenn russische Truppen irgendwann nicht mehr nur in der bündnislosen Ukraine, sondern gegen das Nato-Mitglied Estland aktiv würden? Hat sich das im Berliner Verteidigungsministerium, im Kanzleramt, oder sonstwo in Deutschland schon jemand ernsthaft gefragt? Und noch wichtiger: Glauben Putin und seine Generale, dass Nato-Verbündete dort wirklich gegen seine Soldaten kämpfen würden? Und auch in anderen Weltgegenden anderswo stellen sich ähnliche Fragen, zum Beispiel: Würden die USA für Taiwan kämpfen?

Wenn es eine Lehre aus den sicherheitspolitischen Entwicklungen und militärischen Einsätzen westlicher Staaten der jüngeren Zeit gibt, so lautet sie: In einer Welt der abnehmenden Wehrhaftigkeit im Westen ist der Frieden, sofern man ihn nur als Abwesenheit von großen Kampfhandlungen definiert, womöglich auf dem Vormarsch, aber die Bedrohungen für die Freiheit nehmen keineswegs ab. Eher im Gegenteil. Der Grund dafür, dass wie Ischinger sagt, „unsere Welt“ – er meint damit natürlich die so genannte regelbasierte Ordnung des Westens – „in Gefahr“ ist, ist aber wohl nicht nur ein ungedeckter Bedarf an Dialog, den Ischinger ausmacht. Die Gefahr ist aus der sinkenden Bereitschaft des Westens erwachsen, für die Freiheit zu kämpfen.

Denn die Aufwandskosten der Bedroher der Freiheit und Feinde des Westens sinken proportional mit dieser Bereitschaft. Nie war es billiger, den Westen und seine Ideen zu bedrohen. Am Ende dieser Entwicklung stünde dann die dystopische Voraussage Oswald Spenglers: „Ein handfester Führer, der zehntausend Abenteurer versammelt, kann schalten, wie er will.“


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Kommentare ( 95 )

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rolf finger
2 Jahre her

„In jeder Hinsicht, sowohl numerisch als auch waffentechnologisch, ist die Nato Russland hoch überlegen. Auch der Vergleich der staatlichen Militärausgaben zwischen Russland und westlichen Staaten fällt eindeutig zugunsten des Westens aus“. Damit wird ein Urteil abgegeben und dokumentiert auf Grundlage einer absolut nicht zutreffenden sog. Überlegenheit die in keiner Sicht zu einer korrekten eine Beurteilung führt. Das ist in höchsten Maße gefährlich ist für unser aller Sicherheit und der gesamten Nato Staaten, wenn, ja wenn man davon ausgeht das Russland ein Feind des Westens ist und vorhat Europa sprich die Nato anzugreifen…. erstens: warum sollte es das tun? zweitens: was… Mehr

Maja Schneider
2 Jahre her
Antworten an  rolf finger

Es kommt mir in Deutschland eher wie ein Medienkrieg gegen Russland vor, ein Wunschdenken, Putin als das absolut Böse darzustellen, ohne jemals genau auf das zu achten, was an Äußerungen aus Russland kommt, nach Angriffskrieg hört sich das eher nicht an. Der Westen ist sich wieder einmal nicht einig, und Deutschland hat sich nicht das erste Mal eher zwischen die Fronten manövriert, weil es eben keine erfahrenen Politiker hat, die von einem Putin ernst genommen und deshalb mit Respekt behandelt werden.

moorwald
2 Jahre her

Ob der Westen „wehrhaft“ ist , wurde ja noch nie getestet. Droht Rußland dem Westen mit einem Angriff? Nein. Rußland will eine Einfluß- und Sicherheitszone, die es als die natürliche seine betrachtet, auf keinen Fall preisgeben. Man muß unterscheiden zwischen Verteidigungswillen und dem Willen, so schöne Dinge wie Demokratie, Menschenrechte, Freiheit zu exportieren. Also zwischen dem Willen, die eigene Existenz zu sichern, und dem Einstehen für sogenannte „Werte“. Beide Formen des Krieges kosten unkalkulierbare Opfer. Wenn aber westliche Länder nicht mal in ihrem eigenen Haus die so oft beschworenen Werte hochhalten („Corona“/ aktuell Kanada am Abgrund eines Bürgerkrieges), wie soll… Mehr

jopa
2 Jahre her

Ob die Amis für Taiwan in den Krieg ziehen würden? Ich glaube ja, denn dort sind die großen Chipfabriken. Und wie sollen die amerikanischen Waffen gebaut werden, wenn der Nachschub aus Taiwan ausbleibt?

Orlando M.
2 Jahre her

Klar, was sonst auch, Russland will Krieg… Schauen wir doch ein paar Jahrzehnte zurück, als Russland Anfang der 90er nach dem Zusammenbruch des Ostblocks ausgeknockt am Boden lag. Auf Russland wurde eingetreten, Russland wurde in dieser Lage gedemütigt und zu allem Überfluss haben amerikanische Spekulanten versucht die Situation auszunutzen, um billig an russische Bodenschätze zu kommen. Um das abzuwehren hat Russland die Oligarchen installiert und lange toleriert. Wissend wie schlecht das für die Gesellschaft war aber immer noch besser, als das Land an die Amis zu verschenken. Wenn die einmal drin sind, gehen sie nicht mehr weg, nicht so lang… Mehr

jopa
2 Jahre her
Antworten an  Orlando M.

Glaub ich nicht.Rußland will nur seinen Hinterhof frei halten. Ich erinnere an die Kubakrise, wo Amerika seinen Hinterhof freigehalten hat.Und die Russen wollten keinen Krieg wg Kuba. Und auch Amerika wird wg der Ukraine keinen Krieg beginnen.

bkkopp
2 Jahre her
Antworten an  Orlando M.

Die russischen Oligarchen sind schon aus der Transformation, in der ersten Hälfte der 90er entstanden. Es ist ein Märchen, dass dies aus Abwehr von US, oder sonstigen westlichen Investitionen geschehen wäre. Keine westliche, börsennotierte Firma hätte in die unübersichtliche Rechtlosigkeit in ein unternehmerisches Risiko gehen können. Bereits Mitte der 90er saßen die meisten russischen Oligarchen schon fest im Sattel – Kassenkredite gegen Aktien – und hatten Jelzin, gegen jede staatspolitische Vernunft, noch einmal im Präsidentenamt belassen. Später sind dann noch einige dazugekommen. Die erwähnten DM 40 Mrd. sind zwar auf “ russische Weise“ in den Wohnungsbau für die heimkehrenden Soldaten… Mehr

christin
2 Jahre her

„Jeden Montag kämpfen wir für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte,“

und nicht nur an Montagen, in meiner Stadt gehen Tausende an jedem Sonntag für Freiheit und Selbstbestimmung auf die Straße.

RauerMan
2 Jahre her

Der Zustand der westlichen Verteidigungskäfte (ausgenommen USA) wurde nach dem Afghanistan-Desaster der Öffentlichkeit nochmals drastisch vor Augen geführt. RU ist das schon lange bekannt, jetzt ist der Augenblick für RU gekommen, seine Pläne vorzuziehen, wenn nicht jetzt wann dann. Die Gesamtlage scheint günstig. Dem Westen und besonders D ist vorzuwerfen, daß, wenn die russische Aufrüstung nicht unbekannt war, keine Respekt-Wahrenden Gegenmaßnahmen ergriffen wurden,.im Gegenteil bei uns z.B. eine bewährte Wehrpflicht unter kräftigster Mithilfe von jetzt Regierenden abgeschafft wurde. Und das weil man Mittel „sparen“ wollte, die an anderen Stellen, z.B. aufgeblähtres BuT-Parlament usw., nicht gerade Sinnvoll auszugeben. Was derzeit im… Mehr

Private Constructor
2 Jahre her

Ja, wegen Polens Freiheit den WK starten und mit dessen Okkupation durch Russland die westlichen Kriegsziele als erreicht zu erklären, war ziemlich schizophren.
Auch den agressivsten Eroberer (Sovjets) als Opfer darzustellen, ist ein schizophrenes Narrativ und hat mit Geschichte nichts zu tun.
Der WK war ein Verbrechen.
Als Jurist sollte man dann mal fragen: Cui Bono? Wem nützte es denn?
Das wäre mal hilfreich auf der Suche nach der Schuld, aber im besetzten Deutschland ist es immernoch verboten danach zu fragen.
Der Westen sollte nicht von Freiheit schwurbeln und die gesellschaftliche Verwahrlosung sollte er auch nicht mit ihr verwechseln.

Peer Munk
2 Jahre her

Den Kriegsindex (siehe Gunnar Heinsohn) sollte man vielleicht auch berücksichtigen. Im Falle Afghanistan war der sicherlich entscheidend: Die Taliban haben viele Söhne, sie sind bereit, welche für ihren Kampf zu opfern. Im Westen sieht es anders aus. Wenn ein Sohn stirbt, erlischt meist die Familienlinie.
Wie der Kriegsindex in Russland ist, weiß ich nicht, wäre interessant, das herauszufinden.

Johann Thiel
2 Jahre her
Antworten an  Peer Munk

Gunnar Heinsohns Zahlenspielereien sind zwar immer sehr beeindruckend und scheinbar zwingend logisch, aber er lässt endscheidende kulturelle Faktoren bei seinen Betrachtungen völlig ausser acht.

Mausi
2 Jahre her

Interessanter Artikel. Israel z. B. wäre längst untergegangen ohne seine Bereitschaft, sich ernsthaft zu verteidigen. Aber der Westen verschliesst die Augen. Ernsthafter Verteidigungswille verlangt aber auch Takatik und Strategie. Nämlich was die Wahl des jeweiligen Mittels in einer Situation anbelangt. Man muss den Waffenschrank kennen und man muss die „friedlichste“ Waffe schnell wählen können. Lange Diskussionen führen dazu, dass man verliert. Das BVerfGE hat zudem auch friedlichere Methoden sabotiert, undem es die Gültigkeit des GrundG über das deutsche Staatsgebiet hunaus ausdehnt. Weil unser GG gut ist. Keiner überlegt, dass das nicht nur Sabotage unserer Verteidigung ist, sondern auch ein Eingriff… Mehr

Last edited 2 Jahre her by Mausi
ktgund
2 Jahre her

Genau aufgrund solcher Kriegshetzerei bin ich libertär und misstraue dem Staat! Warum sollte ich denn auch nur im Entferntesten daran denken, mich von einem Militärapparat vereinnahmen zu lassen, um dazu gezwungen zu werden, Menschen zu bekämpfen, die gar nicht meine Feinde sind? Gar in einen Krieg geschickt zu werden, den unsere ach so netten Freunde in der Ukraine, Seit an Seit mit hartgesottenen Neonazis kuschelnd, die von der Tilgung jeder Spur russischer Geschichte träumen, vom Zaum gebrochen haben? Ich habe Geschichte studiert, unter anderem die Russlands und Osteuropa. Mir braucht niemand irgendwelche Märchen über die ach so arglose, demokratische Ukraine… Mehr