Blackbox KW 46 – Bauen Genossen nach dem BER nun eine Tesla-Fabrik?

Hat Merkel gar nicht die Hosen an? In Bundestag & Ausschüssen gilt inzwischen: „legal – illegal – sch...egal“.

So viel Aufregung war in Brandenburg nicht mehr seit Margot und Erich Honecker von der ersten deutschen demokratischen Republik in Wandlitz residierten. Landeschef Dietmar Woidke, SPD, hat auf die Schnelle sein Englisch aufpoliert und blitzartig eine Task Force gegründet. An ihm soll es nicht liegen, dass sich Elon Musk, die Lichtgestalt aus Amerika, nicht wie zuhause fühlt in seinem Bundesland, dem die Agentur Scholz & Friends erst kürzlich den griffigen Slogan erfand: „Brandenburg. Es kann so einfach sein.“ It can be so easy. Na dann, dachte sich der Elon Musk, auf nach Brandenburg!

Die Boulevard-Presse jubelt jedenfalls schon „Tesla baut Autofabrik vor den Toren Berlins“ und bevor die Klimakinder wieder heulen – für die 300 Hektar Kiefernwald („niedriger Qualität“), die abgeholzt werden müssen, will Tesla das Anpflanzen der dreifachen Menge Bäume woanders zahlen.

Dafür und noch für dies und das will der US-Konzern die übliche Förderung beantragen, „einige hundert Millionen Euro“ oder „ein paar Milliarden“ – jedenfalls sollen schon Ende 2021 die ersten Teslas vom Band rollen. So schnell wäre in Deutschland noch nie eine Industriefabrik entstanden, sagt der Woidke stolz.
Als seine rechte Hand wirkt übrigens Kathrin Schneider. Die Infrastrukturministerin bringt als Krisenmanagerin am (Flughafen) BER allerhand Erfahrungen mit. (Lachen Sö nöcht, Pfeiffer! Sö sönd albern!)

♦ Wegen dieser großartigen Neuigkeit für den Elektrostandort Deutschland müssen die geplanten Beiträge über den abgefackelten Tesla, dessen Besitzer seit fünf Wochen niemanden findet, der das E-Wrack entsorgen kann, sowie über den Tesla, der beim Stromladen Feuer fing, leider entfallen.

♦ Der Bundestag hat beschlossen, dass rund 90% der Steuerzahler ab 2021 keinen Solidaritätszuschlag mehr zahlen müssen. Warum nur glauben wir da eher an die 100.000 Teslas made in Brandenburg?

♦ Selten genug finden wir Zeit für die leichte TV-Unterhaltung, eine weithin unterschätzte Kunstform, in der Superstars um Bohlen-Punkte, Bauern um die Herzen schöner Frauen buhlen oder Schwiegermütter ihren schwer vermittelbaren Buben endlich versorgt wissen wollen. Im jüngsten Wurf der Ich-bin-so-schön-ich-bin-so-toll- Reihe kämpfen nun Herren in Damenkleidern um die Gunst von Juroren. Etwa ein junger Mann aus türkischem Hause als „Kathy Bähm“, ein anderer als „eine Mischung aus Freddy Mercury und Harald Glööckler“. Wie das aussah, entnehmen wir am besten einem Urteil der Jurorin (Bild: „Kult-Transe“) Olivia Jones: „Du schwuler Leuchtkäfer!“ Uiuiui, das gab einen Aufschrei! Aber nicht etwa von Seiten alter homophober weißer Männer, sondern von der bunten Toleranzfraktion, die keine Frau unter Männern in der Show dulden wollte. „Das ist total gemein!“, beklagte die Moderatorin Heidi Klum das intolerante Mobbing: „ … nur weil ich hetero bin, weiß bin – und eine Frau bin.“

♦ Über ästhetische Valeurs lässt sich nicht streiten, aber bei „Leuchtkäfer“ müssen wir automatisch an unsere Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth denken, daselbst ein beliebtes Travestiemodell für den beleibten Herrn. Und schon sind wir beim Grünen-Parteitag, wo die Claudia nochmal zusammenfasste, was die Grünen eigentlich sind: „Wir sind eigentlich der Gegenentwurf.“ Wie? Ach so, zur AfD. Aber sind die Grünen nicht viel, viel älter, ohne der Claudia jetzt zu nahe treten zu wollen? Egal, da ist sie schon wieder weiter: „Ich bin Verfassungsschützerin. Die grüne Partei muss im Kern die Botschafterin und die Verteidigerin unserer Verfassung sein.“ Und was ist mit Klima? Wer ist denn dann im Kern die Botschafterin und die Verteidigerin des Klimas? Die Söderpartei?

♦ Apropos. Mehrere Gutachten stufen die neue CO2-Bepreisung (alles teurer) als verfassungswidrig ein. Nur gut, dass der Merkeljünger Stephan Harbarth rechtzeitig zum Verfassungsrichter ernannt geworden ist, der wuppt das schon …

♦ Er ist ja schon öfter unangenehm aufgefallen, der Vorsitzende des Rechtsausschusses des Bundestages, Stephan Brandner, so als er den Spruch von Donald Trump Richtung Hillary Clinton („Lock her up!“) auf Angela Merkel übertrug: „Anklagen. Knast. So.“ Aber als er nun auch noch das Denkmal des bekannten Trinkers, das Symbol für Toleranz und Einfalt, die Nachtigall von Gronau, Udo Lindenberg beleidigte und dessen Bundesverdienstkreuz als „Judaslohn“ für Regierungsloblieder schmähte, da war er für die Abgeordneten aller anderen Parteien „untragbar“. Und ist „Judaslohn“ nicht antisemitisch? Streng entließ erstmals in der 70-jährigen Geschichte des Bundestages einer seiner Ausschüsse seinen Vorsitzenden. Vorher prüften und bejahten die Abgeordneten aller anderen Parteien im Geschäftsordnungsausschuss das Vorgehen. So viel Einigkeit und Recht und Freiheit muss sein.

♦ Laut Duden ist der „Judaslohn“ lediglich „die Entlohnung für eine verräterische Handlung“. Aber schmal ist bekanntlich der Grat zwischen dem politischen Antisemitismus-Vorwurf und der Redensart, so schmal, dass sich selbst spezialdemokratische Diskursprofessoren übel verrennen können. Ausgerechnet Karl „die Fliege“ Lauterbach, der um ein Haar (aus dramaturgischen Gründen etwas übertrieben) SPD-Vorsitzender geworden wäre, twitterte belehrend gegen Rechts: „Auch Fremde und Juden haben die gleichen Rechte wie wir.“ Fremde, Juden, und wir? Hat er es selber bemerkt? Oder haben gute Freunde den Tweet des Starrsinnigen gelöscht?

♦ Die Firma Adidas hat die neuen Sportleibchen den Leistungen der deutschen Toleranzmannschaft bei der WM 2018 für die EM 2020 modisch angepasst. Alles ganz schlicht. Die Landesfarben sind an den Ärmeln angebracht wie ein Trauerflor, weswegen auch die Farbe Schwarz dominiert und von einem Fitzelchen in Rot und Gold begrenzt wird. Nur die Preise wurden nicht nach unten korrigiert.

♦ Nachdem auch in Ulm ein minderjähriges Mädchen von üblem „Gesindel“ (frühere Aussage SPD-Abgeordneter Weingarten) gruppenvergewaltigt wurde, war der mediale Aufschrei groß. Nicht wegen der Tat natürlich, sondern wegen der empfohlenen Präventivmaßnahmen des CDU-Oberbürgermeisters Gunter Czisch: „Eltern haben die Pflicht, dafür zu sorgen, dass ein minderjähriges Mädchen nicht allein (nachts) in der Stadt rumläuft.“ Da müssten wir alle in die Pflicht nehmen, „wenn wir solche Fälle verhindern wollen“. Warum die Aufregung? Sollen etwa die Kinder in Allemannda „unser Zusammenleben täglich neu aushandeln“, weil es Politik und Juxtiz nicht wollen oder können?

♦ Apropos: Welcher Partei trauen die Deutschen zu, „mit den Problemen in Deutschland am besten fertig zu werden“? 59 Prozent antworteten: keiner. Kleiner Scherz am Rande: Der Kompetenz der SPD vertrauen tatsächlich noch vier Prozent.

♦ Wir befinden uns zweifellos im Zeitalter der Frau. Annalena erhielt 97,1 % der Stimmen beim Grünen-Parteitag – deutlich mehr als Robert, der daher nur mehr ihr „Co-Parteichef” ist. Die Welt freut sich, dass Greta wieder einen Katamaran als Mitfahrgelegenheit nach Europa gefunden hat, IS-Terrorweiber dürfen unbehelligt nach Deutschland zurück – da schockt uns ausgerechnet eine Meldung über unsere arbeitsfähige wie arbeitswillige Dr. Angela Merkel aus Brüssel. Im Sommer 2015, als wir von den Griechen beim Bail Out über den Tisch gezogen wurden, hat angeblich Donald Tusk Merkel und Tsipras eingesperrt, bis sie zu einer „Einigung“ gekommen waren. Ja, hat Merkel etwa gar nicht die Hosen an in Europa?

♦ Weihnachten steht vor der Tür, und die ersten Terrortannenbäume zieren bereits den Weihnachtsmarkt in Essen: 1,80 Meter hoch, drei Tonnen schwer, „und sie sehen aus wie Tannenbäume“, schwört das Stadtmarketing.

♦ Achtung, Werbeeinblendung! Freuen Sie sich als Rentner auch ganz dolle über die ca. 30 Euro mehr im nächsten Jahr? Wissen Sie schon, was Sie damit machen wollen? Vielleicht auf ein Elektro-Auto sparen? Warum nicht die Blackbox – den Jahresrückblick kaufen? Da bleibt sogar noch was übrig ….

Lesen Sie Stephan Paetow auch auf
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Kommentare ( 109 )

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109 Comments
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Sonja Dengler
4 Jahre her

sind das 30 € im Jahr? Dann können wir 0,0821 € täglich verprassen
sind das 30 € im Monat? Dann können wir 0,967 € täglich auf den Kopf hauen
Wir sollten dankbar sein: Jahrzehnte geschuftet und nun kriegen wir,was uns zusteht 🙂

Hegauhenne
4 Jahre her

Klar, meine 30 Piepen hamse, Herr Paetow. ?
Der Rest iss dann für die Enkel.?

Noergel Jo
4 Jahre her

Deutschen Gelbwesten? – Und wovon träumen Sie nachts????
Die werden wohl auf ewig überfällig bleiben.

H. Priess
4 Jahre her

Adidas hat 2015 mit großem medialem Getöhse im Frankenland eine vollautomatsche Schuhproduktion aufgebaut aber dann war 2019 wieder Schluß un die Produktion ging wieder nach Asien. Tesla wird den gleichen Weg gehen, erst Subventionen abgreifen, dann feststellen oh Wunder es funktioniert nicht und dann machts man Nokia nach und ab nach Rumänien oder anderswo wo es billig ist. Ja, die Tannenbäume die verbüffend „echt“ aussehen sind ein Blickfang nur sollte man nicht versehentlich Glühweinselig dagegen laufen. Man muß die minderjährigen Mädchen mehr den Kinderaufklärungskanal KiKa sehen lassen. Dort wird ihnen genau erklärt wie eine multikulturelle Annäherung funktioniert. Sollte es dann… Mehr

EndemitdemWahnsinn
4 Jahre her
Antworten an  H. Priess

30€ kann man bestenfalls als kleines Trinkgeld bezeichnen. Und nicht mal das… im Endeffekt reicht es nicht mal die ganzen Preis- und Steuererhöhungen auszugleichen.
30€ sind heute mal gerade noch so viel wert wie zu DM-Zeiten 30 Pfennig.

EndemitdemWahnsinn
4 Jahre her

„Wie Trump das Pariser Abkommen kündigen – und schon hat man Ruhe.“
Bisher hab ich auch nicht besonders viel von Trump gehalten, aber mittlerweile wird er mir immer sympathischer und vernünftiger.

martin ruehle
4 Jahre her

Hat sich der bunte, dicke Leuchtkäfer schon dazu geäußert, wie die CO2 Schuld des Grünen Parteitags durch Nutzung der konventionellen Heizung der Stadthalle in Bielefeld abtragen werden soll ?
Ich kann partout keine warme Wollpullover, Winterstiefel und Pudelmützen im erlauchten Delegierten Auditorium erkennen und halte Selbstgeißelung oder gegenseitiges Auspeitschen bei der friedvoll selbstgefälligen grünen Schar für wenig wahrscheinlich …
Wenn allerdings alle Delegierten/Innen\divers. einfach ‚mal 60 min. die Luft anhalten und somit auf das Ausatmen von bösem CO2 verzichten würden, wäre dem Weltklima tatsächlich geholfen …!

Helmut in Aporie
4 Jahre her
Antworten an  martin ruehle

…und nachhaltig.

Hegauhenne
4 Jahre her
Antworten an  martin ruehle

Meine Worte, sage ich doch schon seit Jahrenden.

Tizian
4 Jahre her

Ja, im Steuergeldverschleudern sind sie alle groß, egal welcher „etablierten“ Coleur. Nur vor Gericht kann man sie dafür nicht bringen. Aber egal, der olle Musk lacht sich tot und wenn die hochtechnisierte Roboterfabrik dann mal stehen sollte wundert man sich in Brandenburg, das Tesla da gar keine Arbeitsplätze geschaffen hat, sondern einfach nur der deutschen Autoindustrie jetzt auch im Heimatland selbst Konkurrenz macht und in die Tonne treten wird.

Maja Schneider
4 Jahre her

Satire pur, sollte man meinen, doch es ist mehr als ernüchternde Realität, mit der Sie, lieber Herr Paetow, uns jeden Sonntag auf das Neue konfrontieren. Immer davon ausgehend, dass es eigentlich nicht schlimmer werden kann, schaffen Sie es immer wieder , uns in Ihrer pointierten Zusammenfassung der wöchentlichen Lage der Nation diese Illusion zu nehmen. Dass Sie dabei weder Nerven noch Mut verlieren, kann man nur bewundern und auf ein „Weiter so“ hoffen.

Heinrich Niklaus
4 Jahre her

Diese rollenden Scheiterhaufen auf vier Rädern werden sich zum Verkaufsschlager wie der E10Sprit entwickeln. Ich sehe schon die Schlangen vor dem Tesla-Werk in Brandenburg. Aber mit der Produktion von Schrottautos hat der Osten ja Erfahrung. Wir warten auf den Tesla-Trabi mit integriertem „Nachbrenner“.

Arminius
4 Jahre her
Antworten an  Heinrich Niklaus

Tesla will Subventionen abgreifen
Später stehen dann da so Ruinen wie
Lausitzring
Cargolifter
BER
Wo will Musk denn die Facharbeiter hernehmen?
Aus Bürlün?
Muhahahaha

Kassandra
4 Jahre her
Antworten an  Arminius

Sie werden sich wundern, mit wie wenig manpower so eine Automobilfertigung heutzutage auskommen kann.

Frau Blume
4 Jahre her
Antworten an  Heinrich Niklaus

Zu den für mich „schwimmenden Särgen“, auch Kreuzfahrtschiffe genannt, kommen nun
die „rollenden Scheiterhaufen auf vier Rädern“ dazu….
Es müsste schon ein schlimmer Grund vorliegen, dass ich mich in so eine „Brandkiste“ setzen würde!
Bisher sind die Brände ja noch sehr selten, aber wenn es mal tatsächlich Millionen von den Kisten geben sollte, sehe ich rot – feuerrot. Die Feuerwehr kann bisher auch noch nicht wirklich mit E-Auto-Bränden umgehen.
Wer das noch nicht weiß, sollte mal nach Infos im Netz schauen.

Brandanus
4 Jahre her
Antworten an  Frau Blume

Beim Umgang mit E-Auto-Bränden ist die österreichische Feuerwehr schon mal ganz auf Draht. Sie führt den „Abrollbehälter E-Brand“ ein, einen fahrbaren Großcontainer, mit dem abgebrannte E-Autos gelöscht und gefahrlos zu entsorgen sind – siehe https://www.feuerwehrmagazin.de/nachrichten/news/elektroauto-in-flammen-einsatz-fuer-den-abrollbehaelter-e-brand-93315

Ursula Schneider
4 Jahre her

Wie Radio Eriwan berichtet, singt die deutsche „Toleranzmannschaft“ in Zukunft: „Einigkeit statt Recht und Freiheit für das bunte Mutterland …“