Twitter-Gründer Jack Dorsey attackiert CNN und Twitter-Vorstand

CNN, der Vorzeige-Sender des linken Spektrums in den USA, kommt in die Kritik. Angeführt wird sie von Ex-Twitter-CEO Jack Dorsey, der auch schon den aktuellen Twitter-Vorstand kritisiert hatte.

IMAGO/Zuma Wire

Ex-Twitter-CEO Jack Dorsey ging den US-Sender CNN auf seiner Plattform am Montag an, als CNN-Moderator Brian Stelter – der so notorisch für seine Parteinahme ist, dass es Gerüchte gibt, das neue CNN-Management könnte ihn bald absetzen – mal wieder die Konkurrenz Fox News attackierte.

Fox-Host Tucker Carlson verkaufe immer dasselbe, nämlich „Bedenken“ schrieb Stelter auf Twitter, worauf Dorsey antwortete: „und ihr alle verkauft Hoffnung?“ Er legte dann nach und schrieb als Antwort auf einen anderen Tweet, der CNN Falschnachrichten vorwarf: „Ich weiß das, weil ich während der Proteste auf den Straßen von Ferguson war und [CNN] dabei zusah, wie sie versuchten, Konflikte zu erzeugen und sie zu filmen, was dazu führte, dass die Demonstranten „fuck CNN“ skandierten.“ (In Ferguson, Missouri war es 2014 und 2015 zu Black-Live-Matter-Protesten und teilweise Randalen gekommen, nachdem ein Polizist einen Afroamerikaner in Notwehr erschossen hatte.)

Die Kritik am im linken Amerika hochangesehenen CNN wächst, nachdem Dorsey über das Wochenende bereits den Twitter-Vorstand kritisiert hatte.

Ein Twitter-Nutzer hatte geschrieben: „Was ich mit Sicherheit weiß, ist, dass dieses alte Sprichwort aus dem Silicon Valley auf einer uralten Weisheit basiert, die noch heute gilt: Gute Vorstände schaffen keine guten Unternehmen, aber ein schlechter Vorstand wird jedes Mal ein Unternehmen töten.“ Worauf Dorsey dann mit „Große Fakten“ antwortete. Einem anderen Nutzer antwortete Dorsey, der Twitter-Vorstand wäre „durchweg die Funktionsstörung des Unternehmens“ gewesen. Gefragt, ob er das so sagen dürfe (Dorsey sitzt noch im Twitter-Vorstand) schrieb dieser schlicht „Nein“.

Seine Auseinandersetzung mit CNNs Brian Stelter, der selbst gerne den Faktenchecker und Richter über Wahrheit und „Fake News“ gibt, und dem Vorstand des Unternehmens, das er einst mitgründete, könnte man da im Kontext von Elon Musks Angebot zur Übernahme des Social-Media-Konzerns sehen. Dorsey scheint schon länger nicht mehr mit der Richtung des Unternehmens zufrieden zu sein und vielleicht erstreckt sich das auch gerade auf die Bedenken rund um Meinungsfreiheit, die Musk motivieren.

Tatsache ist, beide kennen sich und gehören zu der Silicon-Valley-Generation, die eigentlich große Stücke auf die Meinungsfreiheit im Internet hielt. Dorsey hält aktuell ca. 2% der Anteile an Twitter, während Musk, als reichster Mann der Welt, durch Ankäufe in den letzten Wochen seine Anteile auf 9% erhöht hat und damit der größte Aktionär des Konzerns ist. Auf sein Angebot, das ganze Unternehmen aufzukaufen, reagierte der Twitter-Vorstand um CEO Parag Agrawal mit der Implementierung einer sog. „Poison Pill“-Maßnahme, die es anderen Aktionären erlaubt, neue Twitter-Aktien zu Rabatt-Preis zu kaufen, sollte ein Aktionär mehr als 14,9% der Firmenanteile ohne Zustimmung des Vorstands kaufen. Das soll Musks Übernahme verhindern.

Musk jedenfalls twitterte erst letzten Dezember ein Meme, das Twitter-CEO Parag Agrawal als Stalin zeigt und Gründer Jack Dorsey als Nikolai Yezhov, der auf einem Foto im Stil der sowjetischen „großen Säuberung“ rausretuschiert wird. Die Ansage scheint also zu sein: Der aktuelle Twitter-Vorstand will Dorsey und seine Vision aus dem Unternehmen loswerden – und darüber scheint Musk wohl schon länger nicht gerade begeistert zu sein.

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Kommentare ( 7 )

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Gustav
1 Monat her

Ein Milliardär finanziert Ideologie-NGOs und Zensur-Agenturen, um das veröffentlichte Meinungsspektrum einzuschränken und gleichzurichten. Ein anderer will nun für Meinungsfreiheit kämpfen. Letzteres ist mir natürlich sympathischer, stärkt aber letztlich auch nur die Macht des Geldes und der Willkür. Ideal wäre eine mündige Bevölkerung, die auf ihr eigenes Urteilsvermögen vertraut und dadurch jegliche Propaganda ins Leere laufen lässt.

Sonny
1 Monat her

Sollte Elon Musk sich zum Erlöser und Verfechter der freien Welt generieren?
Das wäre in der Tat – wenn er es denn tatsächlich auch so meint – ein Lichtblick.

Friedrich Wilhelm
1 Monat her

Sehr geehrter Herr Thormann, vielen Dank für Ihren interessanten Artikel.
In dem seit geraumer Zeit stattfindenden Kulturkampf (N. Bolz) stellt E. Musks Übernahmeversuch von Twitter zweifelsohne eine wichtige Schlacht dar. Möglicherweise färbt die Hoffnung zu sehr auf diesen Kommentar durch, doch sollte Musk erfolgreich sein, könnte es dereinst heißen: die Übernahme Twitters war der Wendepunkt in dem Feldzug der Globalisten gegen ihre Völker.
Hochachtungsvoll

alter weisser Mann
1 Monat her

Immer wenn sich die kloppen, die sonst eher im Hintergrund Strippen ziehen, erhascht man Einblicke in deren Welt … und ist ernüchtert. Das ist auch nur wie der Nachbarschaftsstreit der „kleinen Leute“. Das sind auch alles nur Menschen und abseits bestimmter Begabungen oder Fähigkeiten, die jeder hat, höchst gewöhnliche zudem.

Last edited 1 Monat her by alter weisser Mann
friedrich - wilhelm
1 Monat her

…..und ihr in deutschland solltet euch euren rundfunk und das fernsehen wieder in eure vefügungsgewalt zurückholen! was gehen euch andere an? packt euch an eure eigenen nasen und handelt endlich! oder laßt euch weiter an der nase he rumführen!
at least from washington!

Lars Baecker
1 Monat her
Antworten an  friedrich - wilhelm

Was heißt „andere“? Twitter agiert weltweit, hat zig Millionen Nutzer und ist somit auch in Deutschland ein mächtiges Meinungsportal. Geht uns also schon was an. Wir werden nicht nur von unsere öffentlich-rechtlichen Bedürfnisanstalten für dumm verkauft, sondern auch durch Facebook und Twitter.

J. Braun
1 Monat her
Antworten an  Lars Baecker

So ganz unrecht hat friedrich – wilhelm aber nicht: In Deutschland zahlen die Bürger zwangsweise für die staatlichen Indoktrinationsanstalten, anschauen brauchen sie’s ja nicht. Keiner wird gezwungen, die linksradikalen Indoktrinationsnetzwerke aus Amerika zu finanzieren. Es gibt weder eine Pflicht dort Mitglied zu sein, noch muß man dafür bezahlen. Und: man kann ganz gut ohne die leben. Wenn keiner hingeht gibt’s die auch nicht mehr lang.