Nach bürgerkriegsähnlichen Szenen in Frankreich erreicht der Terror Italien. Meloni kündigt eine harte Antwort des Staates an. Der linken Opposition stellt sie ein Ultimatum: Wer diese Gewalt nicht unmissverständlich verurteilt, rechtfertigt sie. Auch Schweigen hierzu lasse sie nicht mehr gelten.
IMAGO - Collage: TE
Die Bilder der schweren Ausschreitungen in Frankreich haben am Samstag, dem 17. Oktober, in Italien eine erschreckende Fortsetzung gefunden. Auf der Piazza del Duomo, dem weltberühmten Domplatz im Herzen Mailands, lieferten sich Hunderte überwiegend jugendliche Gewalttäter aus dem linksextremen und migrantischen Spektrum schwere Straßenschlachten mit der Polizei. Vermummte griffen die Einsatzkräfte mit Steinen, Flaschen, Feuerwerkskörpern und herausgerissenen Pflastersteinen an, schleuderten Tische und Stühle aus den umliegenden Cafés auf die Beamten und errichteten brennende Barrikaden. Wie in Frankreich wurden auch hier zahlreiche Geschäfte geplündert, Schaufenster eingeschlagen, Polizeifahrzeuge attackiert. Die Polizei musste sich zeitweise vor dem Mob zurückziehen und Verstärkung anfordern. Aus Frankreich bekannte Bilder des staatlichen Kontrollverlusts sind damit auch in der norditalienischen Wirtschaftsmetropole angekommen.
Der Schauplatz dieser Gewaltexplosion ist der Mailänder Dom, der zu den bedeutendsten Bauwerken der europäischen Geschichte gehört, sein Vorplatz ist einer der meistbesuchten Orte Italiens. Normalerweise flanieren hier Touristen, Familien und Einheimische zwischen den historischen Gebäuden und den Geschäften der Innenstadt. Am Samstag beherrschten hier Rauchschwaden, Polizeiketten und gewalttätige Banden das Bild. Aufnahmen zeigen, wie schwarz gekleidete und vermummte Gruppen die Piazza del Duomo zeitweise unter ihre Kontrolle brachten und immer wieder auf die Sicherheitskräfte losgingen. Wasserwerfer und Tränengas mussten eingesetzt werden, um den Platz zurückzuerobern. In der angrenzenden Galleria Vittorio Emanuele II und den Einkaufsstraßen rund um San Babila kam es zu weiteren Ausschreitungen. Selbst eine Streife der Carabinieri wurde von Gewalttätern attackiert, ihr Fahrzeug schwer beschädigt. Das Herz Mailands verwandelte sich für Stunden in ein Schlachtfeld.
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Frankreichs Straßenkrieg findet seine Fortsetzung in Italien
Die Parallelen zu den gleichzeitigen Gewaltexzessen in Frankreich sind unübersehbar. Dort wurden historische Rathäuser in Brand gesetzt, Innenstädte geplündert, ganze Straßenzüge verwüstet und öffentliche Gebäude gestürmt. In Mailand wurde nun der Platz vor einem der berühmtesten Wahrzeichen Europas zum Schauplatz einer Machtdemonstration gegen die staatliche Ordnung. Die Angriffe folgten dabei dem gleichen Muster: Unter dem Deckmantel gesellschaftlicher Proteste übernahmen gewaltbereite Gruppen die Straßen, griffen Polizisten an und zerstörten die Umgebung. Was in Paris, Marseille, Lyon etc. für Schrecken und Entsetzen sorgte, wiederholte sich nahezu zeitgleich in der Lombardei. Bezeichnend ist die Selbstverständlichkeit, mit der inzwischen selbst die repräsentativen Zentren europäischer Großstädte zum Austragungsort solcher Gewaltexzesse werden. Die Polizei muss dort buchstäblich um jeden Meter öffentlichen Raums kämpfen.
— RadioGenoa (@RadioGenoa) October 17, 2026
Ausgangspunkt der Ausschreitungen bildete eine Demonstration der Initiative „Italia in Piazza“, die gegen steigende Lebenshaltungskosten, hohe Benzinpreise und die zunehmende Steuerbelastung protestieren wollte. Über soziale Netzwerke, insbesondere TikTok, waren zahlreiche Extremisten aus dem linken und migrantischen Millie mobilisiert worden. Doch schon kurz nach Beginn geriet die Veranstaltung außer Kontrolle. In der Via Broletto flogen die ersten Wurfgeschosse auf Polizisten, in der Via Mazzini eskalierten die Angriffe. Schließlich konzentrierte sich die Gewalt auf den Domplatz, wo Hunderte Extremisten die Sicherheitskräfte mit regelrechten Angriffswellen unter Druck setzten. Die ursprünglich angekündigten sozialen Anliegen spielten angesichts der Verwüstungen keine Rolle, diese sind nur ein Feigenblatt, damit linke Medien wie ÖRR oder Zeit weiter von Schülerprotesten romantisieren können, was sich nicht mehr leugnen lässt. Für die beteiligten Gewalttäter war die Demonstration vor allem die Gelegenheit, sich mit der Polizei anzulegen und ihre Herrschaft über die Straße zu demonstrieren.
Nach italienischen Medienberichten wurden in Mailand rund 50 bis 60 Personen festgehalten, etwa die Hälfte von ihnen minderjährig. Mindestens vier Polizisten und rund zwanzig Teilnehmer erlitten Verletzungen. Die endgültige Schadensbilanz steht noch aus. Eine Generation von Straßenkämpfern, die keinerlei Hemmungen mehr kennt, staatliche Autorität offen herauszufordern.
Auch in Italien: Linksextreme und migrantische Jugendmilieus
Auch die Zusammensetzung der gewalttätigen Gruppen erinnert an die Verhältnisse in Frankreich. Nach Angaben der italienischen Polizei kamen zahlreiche Jugendliche aus den Vorstädten Mailands, dem Umland und anderen Provinzen. Unter ihnen befanden sich sowohl junge Männer mit ausländischen Wurzeln (Maghreb, Subsahara) als auch gebürtige Italiener. Besonders ins Blickfeld gerät dabei das als „Maranza“ bezeichnete Jugendmilieu, das in Italien seit Jahren für Diskussionen über Jugendgewalt und die Sicherheit öffentlicher Räume sorgt. Der Begriff beschreibt eine demonstrativ auftretende, migrantisch geprägte Jugendkultur, die in ihren aggressiven Erscheinungsformen Ähnlichkeiten mit den in Deutschland als „Talahons“ bezeichneten Gruppen aufweist. Dazu kommt das Milieu der radikalen Linken, das italienische Großstädte mit seinen autonomen Zentren und militanten Straßenbewegungen seit Jahrzehnten beschäftigt. In Frankreich lässt sich seit Jahren beobachten, welche Sprengkraft die Überschneidung solcher Milieus mit sozialen Protestbewegungen entfalten kann.
Die Gewaltexzesse beschränkten sich keineswegs auf Mailand. In Turin wurde eine ursprünglich ausdrücklich als überparteilich angekündigte Demonstration nach Berichten der italienischen Nachrichtenagentur ANSA von militanten linken Kollektiven, autonomen Gruppen und Extremisten aus dem propalästinensischen Spektrum überlagert. Versuche der Veranstalter, die Teilnehmer zum Ablegen politischer Fahnen und zur Aufgabe ihrer Vermummung zu bewegen, scheiterten. Einer der Organisatoren berichtete, von einer Gruppe mutmaßlicher Störer eingekreist und geschlagen worden zu sein. In Bologna wurden rund um den Hauptbahnhof Polizisten mit Steinen, Flaschen und Rauchkörpern angegriffen. Nach Angaben der dortigen Polizei wurden 36 Einsatzkräfte verletzt oder erlitten Prellungen; mehr als 400 Trängasgranaten mussten eingesetzt werden. Vier Minderjährige wurden wegen schweren Widerstands gegen die Staatsgewalt festgenommen. Auch aus Bergamo wurden schwere Zusammenstöße gemeldet. Der Gewaltausbruch hatte damit innerhalb weniger Stunden mehrere wichtige italienische Städte erfasst.
Was Ilaria Salis aus Frankreich nach Italien holen wollte
Politisch besonders wichtig ist diese Entwicklung vor dem Hintergrund der Mobilisierungsaufrufe aus dem linksextremen Lager. Bereits Anfang Oktober hatte die italienische EU-Abgeordnete Ilaria Salis, die Verbindungen zu der Hammerbande hat, die französischen Schülerproteste ausdrücklich gefeiert und vergleichbare Massenmobilisierungen für Italien gefordert. Am 2. Oktober schrieb sie, auch in Italien gebe es alle Gründe für eine Bewegung dieser Größenordnung. In Frankreich hatten zu dem Zeitpunkt die anfänglichen Proteste längst zu erheblichen landesweiten Ausschreitungen und Terror geführt. Am 7. Oktober verteidigte Salis in einer Fernsehdiskussion die französische Protestbewegung erneut.
Auch die schwedische linksradikale Antisemitin Greta Thunberg hatte sich noch am 13. Oktober demonstrativ an die Seite französischer Extremisten gestellt. In Saint-Denis bei Paris erschien sie bei einer Protestveranstaltung und erklärte, junge Menschen würden ihre Zukunft zurückfordern. Die linksradikale Begeisterung für den vermeintlichen Aufstand der Jugend bekommt angesichts eingeschlagener Schaufenster, brennender Barrikaden und verletzter Bürger und Polizisten den direkten Beigeschmack der Befürwortung dieser Entwicklungen.
Meloni mit unmissverständlicher Antwort
Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni reagierte noch am Samstag mit einer scharfen Erklärung. Demonstrieren sei ein Recht, italienische Städte in Brand zu setzen hingegen nicht. Sie warf den Extremisten vor, Demonstrationen auszunutzen, um Terror zu verbreiten, Sicherheitskräfte anzugreifen und ganze Städte als Geiseln zu nehmen. Zugleich forderte sie die Opposition auf, sich ohne jede Zweideutigkeit von den Ausschreitungen zu distanzieren. Jede Zurückhaltung werde zur Rechtfertigung der Gewalt, erklärte Meloni deutlich, und agierte hierbei klar so, wie Linke seit Jahren an Rechte herantreten. Auch Schweigen sei in einer solchen Situation nicht mehr akzeptabel. Damit richtet die Regierungschefin ihre Kritik ausdrücklich gegen jene politischen Kräfte, die den Protesten Verständnis entgegenbringen, während die Polizei auf der Straße die Folgen der Eskalation bewältigen muss.
Noch deutlicher wurde dann Vizepremierminister Matteo Salvini. Der Lega-Chef bezeichnete die Gewalttäter als Feiglinge und Kriminelle und machte in einem weiteren Beitrag „Centri sociali, maranza e marciume sinistro avariato“ verantwortlich – autonome linke Zentren, die Maranza-Szene und einen verdorbenen linken Sumpf. Zugleich erneuerte er die Forderung seiner Partei, Veranstalter von Demonstrationen künftig zu einer persönlichen finanziellen Sicherheitsleistung zu verpflichten, aus der Schäden an öffentlichem und privatem Eigentum gedeckt werden könnten. Wer etwas zerstöre, müsse dafür bezahlen, lautet Salvinis Forderung. Außenminister Antonio Tajani warf Teilen der linken Opposition vor, die Gewalt politisch anzuheizen, um von ihrem Mangel an eigenen politischen Lösungen abzulenken.
Mailands Bürgermeister Giuseppe Sala, der dem Mitte-links-Lager angehört, schlug dagegen einen anderen Ton an. Er erklärte, die Gründe der Proteste seien verständlich, verurteilte allerdings die Angriffe auf Polizisten und die schweren Schäden in der Stadt als nicht zu rechtfertigen. Gleichzeitig warnte er davor, die Ereignisse politisch auszuschlachten. Was die Linke bevorzugt immer dann macht, wenn es nicht für sie läuft.
Gerade an diesem Kontrast wird die politische Auseinandersetzung sichtbar, die Italien jetzt bevorsteht. Während Meloni und Salvini die staatliche Autorität und die strafrechtliche Verantwortung der Gewalttäter in den Mittelpunkt stellen, bemühen sich Vertreter der Opposition, weiterhin die sozialen Ursachen des Protests, der in Terror umschlägt, hervorzuheben. Im kommenden Jahr stehen in Italien Parlamentswahlen an. Die Gewalt auf den Straßen dürfte deshalb auch die innenpolitische Auseinandersetzung weiter verschärfen.
Innerhalb desselben Wochenendes wurden zwei der bedeutendsten westeuropäischen Staaten von schweren Gewaltexzessen erschüttert. Die unmittelbaren Anlässe mögen sich in Nuancen unterscheiden, das grundlegende Problem ist dasselbe: Öffentliche Räume, die allen Bürgern gehören, können innerhalb weniger Momente von gewaltbereiten Gruppen besetzt und in Schauplätze schwerster Ausschreitungen verwandelt werden.


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