Vorgezogener 1. April? Bundespräsident und Kanzlerin fliegen demnächst „stereo“

Was wohl Schwedens Frau des Jahres „Greta“ dazu sagt?

KAREN MINASYAN/AFP/Getty Images
Angela Merkel beim Besuch in Yerevan, August 2018
Wir erinnern uns: Merkel und Scholz kamen nicht rechtzeitig zum G20-Gipfel nach Buenos Aires, Entwicklungshilfeminister Müller, Bundespräsident Steinmeier und Außenminister Maas kamen nicht rechtzeitig aus Afrika zurück. Wäre man boshaft wie so manche Leserbriefschreiber, könnte man sagen, mindestens drei der Genannten hätten auch gut und gerne wegbleiben können. Das wäre der Vorteil einer „no-comeback-airline“.

Die Sache geht aber tiefer. Denn der Grund für diese Pannen ist, dass die Flugbereitschaft der Bundeswehr eben nicht immer einsatzfähig ist. Das ist peinlich für das wirtschaftsstärkste Land Europas. Aber es passt zu einem Deutschland, das nicht einmal in 20 Jahren einen Großflughafen bei Berlin hinbekommt.

Um die Peinlichkeit noch zu steigern, will die Verteidigungsministerin nun Merkel und Steinmeier quasi stereo fliegen lassen. Das heißt: Man bietet Merkel und Steinmeier an, dass künftig eine zweite Maschine samt Besatzung mitfliegt. Beim Ausfall einer Maschine stünde dann gleich ein Ersatzflugzeug bereit. Auch Maas und Scholz könnten profitieren. Und in der zweiten Maschine sitzt dann ein Doppelgänger-Double? Wie es übrigens so mancher Diktator aus nachvollziehbaren Gründen hat anfertigen lassen.

Witz Nummer 1 ist nur: Wenn zukünftig für bestimmte Flüge zwei Flieger zur Verfügung stehen müssen, wird es noch enger für andere Minister. Die müssten dann – igittigitt – auf Linienflüge ausweichen. Oder eben Auslandsreisen ganz absagen. Wirtschaftsminister Altmaier etwa musste Ende Februar eine geplante Asienreise verlegen, weil zugleich Merkel und Maas Reisen planten. Dafür hatte er dann mehr Zeit für Auftritte als Talkshow-Wanderpokal.

Witz Nummer 2 ist: Die Reservemaschine fliegt ja bekanntermaßen auch nicht mit Luft und Wasser. Nein, auch sie pustet Tonnen an Kerosin und CO2 in die Atmosphäre. Bei einem Transatlantikflug etwa 100 Tonnen CO2. Von den Kosten, also den Belastungen des Steuerzahlers, ganz zu schweigen. Als Maas kürzlich in Mail strandete, musste extra eine A340 nach Afrika starten, um ihn abzuholen, weil sein regulärer Flieger nicht flugfähig war. Trotz der 300.000-Euro-Aktion verpasste Maas einen wichtigen (sic!) privaten (sic!) Termin. Der Arme, und die arme Natalia Wörner!

Steinmeier ist da sensibler. Das, was er in die Luft pusten lässt, macht er dadurch wett, dass er die gegen CO2 demonstrierenden und die Schule schwänzenden Schüler bei einer Demo besucht und lobt. Nur mit Greta, die ja – siehe Nordkoreas Kim – angeblich Zug fährt, muss er sich noch arrangieren. Aber er fliegt ja für höhere Zwecke durch die Welt.

Ernsthaft wieder: Es gibt Alternativen. Warum nicht einen Chartervertrag mit Lufthansa? Oder mit einem Firmenboss? Warum nicht mal mit der Bahn wie Nordkoreas Kim? Warum nicht einen Linienflug buchen, wie es Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz samt Vize Heinz-Christian Strache sogar in „Economy“ ständig vormachen? Warum nicht mal eine Videokonferenz? Oder einfach mal zu Hause bleiben und weltweit weniger Scheckbuchpolitik betreiben? Oder ein paar alte Antonows und Iljuschins anmieten, die bei jedem Wetter fliegen und wegen ihrer einfachen Technik kaum Ersatzteilprobleme haben? Oder die „Airforce One“ ausleihen? Aber da ist Trump vor.

Was „lernt“ uns das? Das politische Berlin ist längst abgehoben. Vielleicht ist es da ganz gut, wenn man gelegentlich zwangsweise am Boden bleiben muss.


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Kommentare ( 47 )

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Es wäre doch gelacht, wenn wir es nicht hinbekämen, dass dann keiner der beiden Fliegern einsatzbereit ist, oder?

Also, da bin ich jetzt aber platt. Es gibt tatsächlich zwei gleichzeitig flugbereite Flieger bei der Flugbereitschaft?

Geldverschwendung für eine abhehobene unnütze Führungsriege die jeden Bezug zur Realität verloren hat. Die Österreicher maches es vor – Linie fliegen wie jder normale Mensch. Das ist Vorbild. Was für ein Unterschied zu dieser Clique in Berlin.

Und sicher wird Herr Seibert auf Anfrage erklären, das dieses die unweltfreundlichste Lösung ist weil Wartezeiten entfallen und die Grünen applaudieren, denn sie dürfen dann auch irgendwann. Wie hiess es bei Orwell? Alle Tiere sind gleich, aber Schweine sind gleicher.

Über den Wolken
Muss die Freiheit wohl grenzenlos sein
Alle Ängste, alle Sorgen
Sagt man
Blieben darunter verborgen
Und dann
Würde was uns groß und wichtig erscheint
Plötzlich nichtig und klein
(zitiert nach: Reinhard Mey – d. Red.)

Es ist doch gut, wenn die Politiker selbst die Medizin schmecken müssen, die sie den anderen verschreiben. Wenn jetzt Frau Merkel oder #NichtMeinPräsident noch auf die Schultoiletten gehen müssten, die ihre Politik bewirkt: das wäre mir ein höchstes Fest!

nur zur Kenntnisnahme.
Im Merkur schreibt heute der Nachwuchs (Florian Naumann) über den VDS und Sie, – Verein wettert gegen Gender-Unfug – Die Initiatoren um den Niederbayern Josef Kraus – „ein Musterbeispiel für einen intoleranten unaufgeklärten Sprachpurismus“ – Der Verein „bediene immer wieder nationalistische Tendenzen.“

Und welchen Zusammenhang sieht diese Leuchte von Autor im Merkur zwischen der Ablehnung von Gendersternchen und Nationalismus? – Hier sieht man, dass die Befürworter von Gendersternchen, geistig verwirrt oder geistig nicht ganz klar sind. Aber in der Sprache, mit der sie ihre Gegner bekriegen, sind sie selbstbewusst und brutal.

Warum passt sich der Münchner Merkur immer mehr der Süddeutschen an !? Merkt er nicht, dass er damit überflüssig wird?

Journalistisch ist er natürlich nicht wichtig, (Große Trauer bei den Tegernseern – Überschrift – die Panoramakamera auf dem Wallberg ist kaputt) bis auf einige Kommentare ihres Chefredakteurs Georg Anastiadis. Aber der Merkur wird nicht überflüssig, so lange das Leben begrenzt ist. Ich habe es schon mal geschrieben. Der Münchner Merkur wird überwiegend auf dem Land gelesen. Sicher werden weit über 50% der Leser mit „unaufgeklärten Sprachpurismus“ nicht viel anfangen können. „Wos moant der?“ Aber unsere Oma und sicher viele andere Omas brauchen den Merkur zum Frühstück, wegen der Todesanzeigen und die Bauern brauchen ihn, weil sie wissen, wenn er nicht… Mehr

Und ich dachte, die Staatsflieger reichen nicht, weil alle Kapazitäten mit Abschubflügen der Merkelgäste belegt sind. Hm…

Wie wäre es mit Schwimminseln im Ozean zur Rettung, falls die Flieger nicht mehr können? Hatten wir mal, ging auch nicht so gut: „F.P.1 antwortet nicht“ (https://www.youtube.com/watch?v=64bSAVWqYPk)

Sich in einen Regierungsflieger setzen ist ein Statussymbol. Nähme man den Flachpfeifen das auch noch hätten sie gar nichts wofür sie sich selber für wichtig halten. Ich hätte gerne gewußt wie es die anderen Großmächte mit ihren Regierungsmitgliedern halten. Bei Österreich ist es klar, der Kurz nutzt seine Flugzeit sogar sich mit ganz normalen Menschen/Mitflieger zu unterhalten. für unsere Machtbesoffenen ein Ding der Unmöglichkeit. Wäre so eine Aufstellung nicht was für Tichy, wer fliegt mit was? Würde mich ehrlich interessieren. Bei Google habe ich nicht finden können wie die Senatoren in USA reisen.

Es erinnert mich an den Scherz, den man über den damaligen Aussenminister Genscher gemacht hatte: Begegnen sich zwei Flugzeuge, in beiden sitzt Genscher.