EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bezieht als Brutto-Monatsgehalt 35.800 Euro, ihre Ratschläge in der aufziehenden Energiekrise dürften weniger wert sein: Wir sollen einfach weniger fahren und weniger Strom verbrauchen – ganz einfach.
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„The cheapest energy is the one you don’t use.“ Das sagte Ursula von der Leyen tatsächlich vor wenigen Stunden bei einem Medienstatement zur anrollenden Energiekrise für Europa. Also: Bleiben Sie zu Hause, fahren Sie nicht, nutzen Sie keinen Strom. Das heißt: Die EU hat keinen Plan – ebenso wenig wie eine Armee, um irgendetwas im Nahost-Krieg und an den daraus resultierenden Folgen zu ändern. Die EU kündigt dazu nur ein weiteres „Beobachten der Lage“ an, mehr nicht.
Ein Tipp von Österreichs Regierung: Jackerl anziehen
Österreichische Social-Media-User erinnern sich bei Ursula von der Leyens Aussage an den ebenso wertvollen Ratschlag der Wirtschaftsstaatssekretärin Elisabeth Zehetner in Wien: Wer sich die Heizkosten nicht mehr leisten könne, der könne ja daheim „ein Jackerl anziehen“.
Diese Aussagen zur Energiekrise kommen zu einem Zeitpunkt, an dem bereits das Ausmaß der künftigen Schmerzen von 450 Millionen Europäern erahnbar wird. Die letzten Mega-Tanker aus der Straße von Hormus, die noch vor Ausbruch des Irankriegs Richtung Europa unterwegs waren, werden nun entladen – dann kommt nichts mehr. Bereits im März hatten Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und weitsichtige Wirtschaftsexperten vor genau diesem Szenario gewarnt.
Internationale Energieagentur warnt erneut
Die Treibstoffpreise sind aktuell weiter extrem hoch: Für sofort lieferbare Ladungen zahlen Raffinerien laut Bericht inzwischen Preise von 149 US-Dollar je Barrel. So viel musste demnach zuletzt am Vorabend der globalen Finanzkrise 2008 gezahlt werden, der Bieterwettbewerb treibt die Kosten nach oben.
Die Internationale Energieagentur (IEA) bestätigt, April dürfte für die Weltwirtschaft ein noch schwierigerer Monat werden als der März. „Im März sind noch Lieferungen aus der Region eingetroffen, die lange vor Beginn der Krise verladen wurden“, sagte IEA-Chef Fatih Birol nach der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank in Washington. In den vergangenen Wochen sei „nichts mehr verladen worden“.



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