Binnen weniger Stunden lösen Vorfälle an Umspannwerken in Wesel und Berlin Großeinsätze aus: In NRW klafft ein Loch im Sicherheitszaun, in der Hauptstadt greift ein Baustellenbrand auf die Anlage über. Die Hintergründe sind offen.
picture alliance / DZBA | Jonas Lohrmann
Die Serie verdächtiger Vorfälle rund um die deutsche Stromversorgung reißt nicht ab. Innerhalb weniger Stunden rückten Polizei und Feuerwehr zu zwei Umspannwerken in Berlin und Nordrhein-Westfalen aus. Ob es sich tatsächlich um gezielte Attacken handelte, ist noch ungeklärt.
In der Nacht zu Montag brach auf einer Baustelle in der Bissingzeile im Berliner Bezirk Mitte ein Feuer aus, wie Bild berichtet. Die Flammen griffen auf ein Umspannwerk über. Gegen 2 Uhr rückte die Feuerwehr mit einem Großaufgebot an, um den Brand zu löschen und die empfindliche Infrastruktur zu schützen.
Die Polizei sperrte den Bereich weiträumig ab. Ermittler untersuchen das Gelände akribisch. Die Brandursache ist bislang ebenso unklar wie die Frage, ob das Feuer vorsätzlich gelegt wurde. Stromausfälle wurden nicht gemeldet.
Loch im Sicherheitszaun des Umspannwerks Wesel
Nur vier Stunden zuvor hatte ein verdächtiger Fund am Umspannwerk Niederrhein in Wesel einen Polizei-Großeinsatz ausgelöst. Zahlreiche Einsatzkräfte umstellten am Sonntag gegen 22 Uhr das weitläufige Gelände der RWE-Anlage. Ein Polizeihubschrauber kreiste über dem Umspannwerk.
Auf dem Werksgelände waren zuvor Unregelmäßigkeiten festgestellt worden. Bei einer ersten Überprüfung entdeckten die Einsatzkräfte ein Loch im Sicherheitszaun. Unbekannte waren offenbar dadurch auf das Gelände gelangt.
Die Polizei durchsuchte daraufhin das gesamte Areal. Zu den Hintergründen machte sie vor Ort zunächst keine näheren Angaben. Noch wird ermittelt, ob die Eindringlinge technische Anlagen beschädigt oder manipuliert haben.
Fahndung nach Daniel V.
Die beiden Alarmfälle treffen auf eine angespannte Lage. Zuletzt hatte es eine Reihe versuchter Sabotageaktionen gegen Umspannwerke und Hochspannungsleitungen gegeben – in Turnow-Preilack in Brandenburg, Bergheim und Dormagen in Nordrhein-Westfalen sowie Görlitz und Bautzen in Sachsen.
Wegen dieser Serie fahnden die Ermittlungsbehörden seit Tagen intensiv nach dem 48 Jahre alten Daniel V. Am Samstag veröffentlichten sie einen Fahndungsaufruf und baten die Bevölkerung um Hinweise.
„Mehrere Menschen haben sich daraufhin gemeldet. Die Hinweise werden geprüft“, sagte eine Polizeisprecherin am Sonntag der Bild. Während die Fahndung läuft, müssen nun auch die Vorgänge in Wesel und Berlin aufgeklärt werden. Bis dahin bleibt offen, ob sie zur Serie gehören – oder ob zwei Umspannwerke binnen weniger Stunden aus unterschiedlichen Gründen zum Schauplatz von Großeinsätzen wurden.





Sie müssenangemeldet sein um einen Kommentar oder eine Antwort schreiben zu können
Bitte loggen Sie sich ein
Es gibt auch ein bischen Vernünftiges in der EU aus der Zeit vor der grossen Präsidentin. Etwa die Gesetzgebung zum Schutz ziviler Flughäfen und Häfen vor Terrorismus (ich weiss, gegen Drahtzangen – s. Klimaklebend:Innen – und Drohnen kann man nichts machen, auch wenn die Gesetzgebung von 2003 stammt) und…zum Schutz kritischer Infrastruktur. Es ist immer dasselbe, so auch beim Antiterrorpaket mit dem europäischen Haftbefehl: man stimmt euphorisch im Parlament und im Rat zu, und entdeckt dann Probleme mit dem Grundgesetz oder Kompetenzprobleme zwischen Bund und Land… Ich empfehle auch den durchaus lesenswerten Rechtsstaatsbericht der EU-Kommission, die als wiederholtes Thema die… Mehr