Dunkle Zukunftsaussichten: Nur noch fünf Prozent der Jungen wählten die CDU

Das Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zeigt auch ein dramatisches Problem der CDU für die weitere politische Zukunft: Bei den 18- bis 24-jährigen Wählern landete die CDU bei nur noch fünf Prozent. Die AfD kam auf 42 Prozent, die Linke auf 17 bis 18 Prozent, die Grünen auf 13 bis 14 Prozent.

picture alliance / dts-Agentur | dts Nachrichtenagentur GmbH

Die Nachwahlbefragung von Infratest dimap zeigt: Die AfD lag in fast allen Altersgruppen vorne. Einzig bei den über 70-jährigen Wählern blieb es knapp – 32 Prozent für die AfD, 31 Prozent für die CDU. In Sachsen-Anhalt ist diese Gruppe zahlenmäßig groß. Ohne sie hätte die AfD unter den 18- bis 59-Jährigen etwa 50 Prozent erreicht, berichtet aktuell die WELT. Bei den 35- bis 44-Jährigen und den 45- bis 59-Jährigen holte sie jeweils 53 Prozent. Die CDU kam bei den 35- bis 44-Jährigen auf nur neun Prozent; die Grünen lagen in dieser Gruppe mit zwölf Prozent sogar vor den Christdemokraten.

Besonders hart trifft die Union der Absturz bei den jüngsten Wählern: Unter den 18- bis 24-Jährigen landete die CDU bei lediglich fünf Prozent. Die AfD kam auf 42 Prozent, die Linke auf 17 bis 18 Prozent, die Grünen auf 13 bis 14 Prozent. Die Forschungsgruppe Wahlen bestätigt das Bild für die Unter-30-Jährigen: AfD 44 Prozent, Linke 16, Grüne 13, SPD 9, CDU 5 Prozent. Das setzt den Trend der Bundestagswahl 2025 fort, bei der Erstwähler überdurchschnittlich oft nicht mehr der CDU vertrauten. Die Grünen bleiben eine Partei der Jüngeren: Bei den über 70-Jährigen kamen sie nur auf fünf Prozent. Und je älter die Gruppe, desto höher der CDU-Anteil – und desto schwächer die AfD, ohne dass die Union das Rennen noch gewinnen könnte.

52 Prozent der Selbständigen wählten die AfD

Unter Arbeitern wählten 61 Prozent die AfD, also fast zwei Drittel. Vor fünf Jahren war es noch ein Drittel. Die SPD, einst Arbeiterpartei, liegt hier bei fünf Prozent – hinter CDU (10 Prozent), Linke (7 Prozent) und BSW (6 Prozent), gleichauf mit den Grünen. Bei den Selbstständigen holte die AfD mehr als jeden Zweiten, die CDU nur 19 Prozent, die Grünen 14 Prozent; nur in diesem Segment näherte sich die FDP der Fünf-Prozent-Marke. Bei den Angestellten kam die AfD auf 46 Prozent, CDU auf 13, Grüne auf 12, Linke auf 10 Prozent.

Bei der Auswertung der Wählerschaft nach Frauen und Männern bleibt das bekannte Muster: 50 Prozent der Männer, 39 Prozent der Frauen stimmten für die AfD. Alle übrigen Parteien außer AfD und FDP schnitten bei Frauen etwas besser ab; der Vorsprung der CDU betrug vier Punkte. Die AfD mobilisierte zudem massiv frühere Nichtwähler – Schätzungen nennen 157.000 Stimmen – und zog Zehntausende von der CDU ab.

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Werner Meier
51 Minuten her

Es wurde gemeldet, Merz wolle ein neues NARRativ entwickeln.
Der Wähler mache sich auf weitere dicke Lügen bereit.