Orbán: Ukraine-Krieg wird westliche Übermacht beenden

Die EU wird nach Einschätzung von Viktor Orbán nach dem Ukraine-Krieg schwächer dastehen als zuvor, während andere Länder und Regionen profitieren werden. Leicht möglich sei, dass dieser Krieg auf demonstrative Weise der westlichen Übermacht ein Ende bereitet, so der ungarische Regierungschef im TE-Interview.

IMAGO/LePictorium

Budapest. Die EU wird nach Einschätzung des ungarischen Regierungschefs Viktor Orbán nach dem Ende des Ukraine-Krieges schwächer dastehen als zuvor, während andere Länder und Regionen profitieren werden. Erstens könne der Westen den Ukraine-Krieg militärisch nicht gewinnen, zweitens hätten die Sanktionen Russland keinesfalls destabilisiert, drittens sei deren Schaden für Europa immens, viertens habe sich die Welt nicht hinter den USA und der Ukraine aufgereiht: „Ein großer Teil der Welt stellt sich demonstrativ nicht dahinter: die Chinesen, die Inder, die Brasilianer, Südafrika, die arabische Welt, Afrika“, erklärt Orbán im Gespräch mit dem Monatsmagazin Tichys Einblick. „Es ist leicht möglich, dass es dieser Krieg sein wird, der auf demonstrative Weise der westlichen Übermacht ein Ende bereitet.“

Dafür gebe es mehrere Profiteure des Krieges. „Die Antwort ist, dass der profitiert, der über eigene Energiequellen verfügt. Die Russen profitieren. Der Import der Europäischen Union aus Russland hat um ein Viertel abgenommen, doch die Einnahmen von Gazprom sind auf das Doppelte gestiegen. Die Chinesen haben profitiert, die früher den Arabern ausgeliefert waren“, erklärt Orbán. „Und natürlich profitieren die großen amerikanischen Konzerne“, so der Regierungschef und verweist auf die starken Gewinnsteigerungen von US-Konzernen: Verdopplung bei Exxon, Vervierfachung bei Chevron, Versechsfachung bei ConocoPhillips.


Das ganze Interview in Tichys Einblick 09-2022 >>>

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Kommentare ( 42 )

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Medusa
1 Monat her

Russland hat bereits gegen viel Geld ein von „deutschen Kommunisten“ und einer Partei SED regiertes und ruiniertes Land namens DDR verkauft und aufgegeben! Warum sollte sich Russland das antun, ein erneut von „deutschen Kommunisten“ unter SPD und einer roten, aber grün verbrämten stalinistischen Melonenpartei ruiniertem, ausgeplünderten und desolaten „Buntland“ übernehmen. Zudem dieses Land als „Beute“ aller Anrainer missbraucht wird und keiner dieser Länder je einen Cent zu dessen Verteidigung opfern würde!

G
1 Monat her

Ich schätze Orbans Politik, aber wenn der Westen den Ukrainekrieg nicht gewinnen kann, kann er dann den Polenkrieg gewinnen oder den Rumänienkrieg oder den Deutschlandkrieg, falls es Putin einfällt, diese Länder anzugreifen? Oder sollen wir hoffen, daß Putin nach der Ukraine aufhört? Hoffen! Der Westen hat keinen Behauptungswillen mehr.

jorgos48
1 Monat her
Antworten an  G

Warum sollte Putin die NATO Staaten angreifen? Die in der BRD stationierten Atomwaffen der USA haben seit Ende des WK2 den Frieden gesichert. Wer als Erster schiesst ist als Zweiter tot. Die Ukraine gehörte nie zum Westen. Es gibt eigentlich keinerlei Verpflichtung der Ukraine militärisch zu helfen. Jetzt ist die NATO indirekt Kriegspartei und Putin handelt völlig logisch wenn er die Energie Versorgung unterbricht. Die USA werden davon nicht betroffen, sie werden durch die Pleite westlicher Firmen im EU Raum später davon profitieren. US Konzerne werden die Pleite gegangenen Unternehmen ersetzen. Unsere Grünen und Roten Dilettanten stürzen dieses Land unter… Mehr

Last edited 1 Monat her by jorgos48
Gerd07
1 Monat her

Erstens könne der Westen den Ukraine-Krieg militärisch nicht gewinnen,…

Aber Rußland noch viel weniger! Nicht mal in drei bis sechs Monaten.

zweitens hätten die Sanktionen Russland keinesfalls destabilisiert,

Die sind schon voll in einer Rezession.

drittens sei deren Schaden für Europa immens,

Und wie groß der wohl wäre, wenn die Ukraine gefallen wäre und die Russen an der polnischen Grenze stünden?

Kuno.2
1 Monat her

An dem was Orban sagt könnte viel Wahres dran sein.
Jedenfalls hat der unnötige Pelosi Besuch auf Taiwan die Regierung in Peking letzten Mittwoch dazu gebracht, an den Militärübungen Weißrusslands, Russlands, Pakistans und Indiens teilzunehmen.
Allein China und Indien bringen zusammen drei Milliarden Menschen auf die Waage.

Last edited 1 Monat her by Kuno.2
Ralf Poehling
1 Monat her

Was Orban sagt, ist schlicht richtig. Es gibt in der Welt keine Mehrheit für den Boykott der Russen. Das ist einzig der Westen, der so agiert. Und der Westen ist auf diesem Planeten nicht mehr in der Mehrheit. Jetzt stellt sich noch die Frage, ob das Feindbild Russland den (schrumpfenden) Westen dennoch zusammenschweißen kann. Und danach sieht es nicht einmal aus. Und zwar aus genau dem Grund, dass der heutige Westen nicht mehr der Westen von früher ist. Der alte Westen hat der unterdrückten Welt das Angebot der Freiheit gemacht. Der heutige Westen tut das nicht mehr. Der heutige Westen… Mehr

mediainfo
1 Monat her

Erstens könne der Westen den Ukraine-Krieg militärisch nicht gewinnen, zweitens hätten die Sanktionen Russland keinesfalls destabilisiert,…

Meinem Eindruck nach ist diese Beschreibung der Lage näher an den Tatsachen als die ständigen „Erfolgsmeldungen“, die regelmäßig in vielen Medien zu lesen sind, die Russland und Putin am Abgrund imaginieren. Das ist nicht „beschreiben was ist“.

Last edited 1 Monat her by mediainfo
Biskaborn
1 Monat her

Wie Recht er hat. Das wird man hierzulande nicht gerne hören und in ihm mehr denn je einen schlimmen Rechtspopulisten sehen. So wird jeder benannt der die Wahrheit sagt und Realitäten und Fakten ausspricht !

Grumpler
1 Monat her

Nun, warum sollte ich dem Mann wiedersprechen? Seine Einschätzung muß mir nicht gefallen, deswegen muß sie aber auch nicht falsch sein. Darüber erfreut sein kann aber nur sein, wer sehr kurzsichtig denkt.
Letztlich ist der Ukraine-Konflikt nicht die Ursache allen Übels, sondern einmal Folge und dann Beschleuniger einer Entwicklung, auf die „der Westen“ bisher entweder gar nicht oder völlig falsch reagiert hat — und auch weiter wird.
Zeitenwende und so war gestern.

Last edited 1 Monat her by Grumpler
RauerMan
1 Monat her

Nach der eigenen militärischen Entmachtung, allen voran D`s, der selbstgefälligen Art und Weise die am Horizont sichtbaren Zeichen von zukünftigen Abhängigkeiten,meinend westliche Werte würden alles überstehen, dank moralischer Überlegenheit, kommt allmählich und immer deutlicher die Realität/Realitäten zum Tragen. Dazu kommen auch z.B.Technologietransfers an Staaten welche nur lange genug warten konnten, bis der Westen ihnen den selbst gefertigten Strick auslieferten. Das Gesäusel von Unbedarften, welche sich den ersehnten „Ewigen Frieden“ bereits in ihren Gehirnen festgeschrieben sahen, weicht der knallharten Wirklichkeit und läßt ihre von vielen Wählern unterstützen Träume wie ein Kartenhaus zusammenbrechen. Der schmachhafte Abgang aus Afghanistan war das letzte für… Mehr

Lara
1 Monat her

Klare und nachvollziehbare Aussagen.
Man könnte auch sagen der Krieg um die Ukraine besteht aus zwei Teilen:

  1. der Bombenkrieg mit dem Opfer Ukraine
  2. der Wirtschaftskrieg mit dem Opfer Deutschland.

Wobei Deutschland sich auch noch ständig selbst ins Knie schießt mit den völlig unsinnigen Sanktionen, der Abschaltung sowie Zerstörung der eigenen Energieinfrastruktur (Atom und Kohle) und der Weigerung eigene Energieträger zu nutzen.

oHenri
1 Monat her
Antworten an  Lara

Wobei zuerst mal 8 Jahre lang ukrainische Granaten auf den Donbass fielen – soviel Ehrlichkeit zum Beginn des Krieges muss schon sein.
Mit Blick auf Gerechtigkeit macht es zudem durchaus Sinn, nun die ukrainischen Städte ein paar Jahre in Grund und Boden zu schiessen – denn die Rechnung der weit über 10‘000 Artillerietoten im Donbass ist noch längst nicht beglichen.
Und Deutschland? Na, die Deutschen richten sich ja wirtschaftlich schon lange selbst zugrunde, der Ukrainekrieg ist nur Brandbeschleuniger, sodass das Ende schneller näherrückt.