Innerhalb weniger Tage zündet in Augsburg ein bislang unbekannter Täter eine Handgranate. In Hamburg, Berlin, Duisburg, Seevetal, Essen, Köln, Erftstadt, Bremen, Worms und Scharnebeck schießen Täter auf Menschen, Autos und Häuser. Es gibt Tote und Schwerverletzte. Das alles neben epidemischer Messergewalt.
picture alliance / CHROMORANGE | MICHAEL BIHLMAYER
Der Mittwoch beginnt in Augsburg mit einer Detonation. Gegen 3.15 Uhr explodiert in einem Gebäudedurchgang an der Bahnhofstraße unmittelbar gegenüber dem Hauptbahnhof ein Gegenstand. Fensterscheiben gehen zu Bruch, eine 17-Jährige und ein 18-Jähriger erleiden Knalltraumata. Sprengstoffexperten des Bayerischen Landeskriminalamts rücken an. Nach Medieninformationen soll es sich bei dem Sprengsatz um eine Handgranate gehandelt haben; die Polizei bezeichnet das Explosionsmittel bislang offiziell lediglich als unbekannten Gegenstand.
Während des Einsatzes schlägt ein Sprengstoffhund im Hauptbahnhof bei einem weiteren Gegenstand an. Das Gebäude wird geräumt, der Zugverkehr eingestellt. Der zweite Fund erweist sich später als ungefährlich, der Bahnhof wird wieder freigegeben. Was am frühen Morgen bleibt, sind zwei Verletzte, zerborstene Scheiben und ein Tatort mitten in einer deutschen Großstadt. Die Hintergründe der Explosion sind noch ungeklärt.
Eine solche Nachricht könnte noch vor wenigen Jahren einen Tag beherrschen. Im Deutschland des Spätsommers 2026 konkurriert sie schon am Morgen mit einer ganzen Serie von Schusswaffentaten, die sich innerhalb weniger Tage quer durch das Land gezogen hat. Besonders der Dienstag liest sich wie das Einsatzprotokoll eines Landes, in dem die Schusswaffe ihre Exklusivität für das organisierte Verbrechen endgültig verloren hat.
Am Dienstagabend fallen auf einem Fabrikgelände an der Lagerstraße in Hamburg-St. Pauli Schüsse. Polizisten finden zwei Männer mit schweren Schussverletzungen in einem Gebäude. Einer stirbt noch vor Ort, der andere wenig später im Rettungswagen. Weil zunächst unklar ist, ob sich bewaffnete Täter im Gebäude aufhalten, dürfen Rettungskräfte den Tatort nicht sofort betreten. Mehr als zwei Dutzend Streifenwagen fahnden in der Nacht nach dem oder den Schützen, eine Drohne wird eingesetzt. Mordkommission und Staatsanwaltschaft ermitteln.
Fast zeitgleich wird in Berlin-Schöneberg ein 26-Jähriger niedergeschossen. Gegen 20.20 Uhr hören Anwohner in der Feurigstraße mehrere Schüsse. Nach bisherigen Erkenntnissen werden aus einer Personengruppe heraus mehrfach Schüsse auf den Mann abgegeben. Er erleidet lebensbedrohliche Verletzungen und muss notoperiert werden; am Mittwochmorgen ist er nach Angaben der Polizei außer Lebensgefahr. Die Mordkommission ermittelt.
Auch in Duisburg-Hochfeld fallen am Dienstagabend Schüsse. Rund um die Pauluskirche rückt ein Großaufgebot an, Straßenbahnverkehr und Straßen werden gesperrt. Vorausgegangen ist eine größere Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen, wobei bei allen Meldungen auffällig oft offen gelassen wird, um welchen Personenkreis es sich genau handelt. Mindestens ein Mensch wird hierbei verletzt und vom Rettungsdienst versorgt. Die Ermittlungen zu den Beteiligten und zum genauen Ablauf laufen.
Nur wenige Stunden zuvor wird im niedersächsischen Seevetal-Maschen ein 35 Jahre alter Mann schwer verletzt an der Horster Landstraße gefunden. Die Ermittler gehen von Schussverletzungen aus. Der Mann muss notoperiert werden. Nach bisherigem Stand war er zu Fuß unterwegs, als er auf drei Männer traf. Der Tatort selbst ist zunächst ebenso unklar wie der genaue Ablauf; die Polizei sucht nach den drei mutmaßlichen Tätern und bittet Autofahrer um mögliche Dashcam-Aufnahmen.
Damit bringt allein der Dienstag binnen weniger Stunden zwei Tote in Hamburg und zwei weitere schwer verletzte Männer in Berlin und Niedersachsen hervor. In Duisburg wird ein weiterer Mensch bei einer Auseinandersetzung verletzt, bei der ebenfalls Schüsse fallen. Die Tatorte liegen Hunderte Kilometer auseinander. Die Waffe ist dieselbe Kategorie.
Mordkommissionen zwischen Essen und Köln
Der Montag hatte die Richtung bereits vorgegeben. Gegen ein Uhr nachts sitzt ein 38-Jähriger in Essen in einem Mietwagen, als nach seinen Angaben ein maskierter Mann mehrfach auf das Fahrzeug schießt. Die Polizei findet mehrere Einschusslöcher. Der Fahrer hat Glück und wird nur durch Glassplitter leicht verletzt. Eine Mordkommission übernimmt die Ermittlungen; selbst der genaue Tatort ist zunächst unbekannt.
Nur wenige Stunden später fallen in der Kölner Südstadt erneut Schüsse. Ein Mann feuert gegen 7.40 Uhr mehrfach auf ein türkisches Café an der Bonner Straße. Vier Projektile durchschlagen nach ersten Erkenntnissen die Fensterfront. Zum Zeitpunkt des Angriffs befindet sich niemand in dem Lokal. Der Schütze flieht. Die Kriminalpolizei prüft ausdrücklich Zusammenhänge mit zurückliegenden Schussabgaben.
Schon am frühen Sonntagmorgen waren zwei Männer in Erftstadt-Köttingen zu einem Einfamilienhaus gekommen und hatten darauf geschossen. Die Bewohner hören gegen 4.45 Uhr die Schüsse und alarmieren die Polizei. Mehrere Projektile treffen das Haus, außerdem werden ein davor abgestelltes Auto und ein Nachbarhaus getroffen. Die Staatsanwaltschaft wertet den Angriff als versuchtes Tötungsdelikt, eine Mordkommission wird eingerichtet. Die beiden Schützen entkommen trotz Fahndung mit Polizeihubschrauber.
Am selben Sonntag wird in Bremen-Huckelriede gegen Mittag ein 42-Jähriger mit einer Schussverletzung im Bein gefunden. Zuvor hatten mehrere Menschen Schüsse gemeldet. Zwischenzeitlich besteht Lebensgefahr. Zeugen berichten von einem bewaffneten Mann; die Ermittler gehen davon aus, dass Täter und Opfer einander kannten. Rund um den Tatort kommt es wegen aufgebrachter Angehöriger des Verletzten zu einem größeren Polizeieinsatz.
Noch erheblich größer fällt wenige Stunden später der Einsatz in Hessisch Oldendorf aus. Mindestens sieben Menschen werden bei einer Gewalttat teilweise schwer verletzt. Die ersten Meldungen sprechen von Stich- und Schussverletzungen; mehrere Menschen sollen außerdem mit einem Auto angefahren worden sein. Zwei Tatverdächtige werden im Nahbereich festgenommen. Die Polizei errichtet eine umfangreiche Ermittlungsstruktur, die Hintergründe der Auseinandersetzung bleiben zunächst offen.
In Berlin-Schöneberg finden Polizisten am Sonntagmorgen bereits den nächsten Tatort. Anwohner der Steinmetz- und Bülowstraße hören kurz vor fünf Uhr Schüsse, anschließend rast ein Kleinwagen davon. Die Beamten sichern mehrere Patronenhülsen scharfer Munition. Je ein Projektil schlägt in die Fensterscheiben zweier Wohnungen ein. Verletzt wird diesmal niemand. Zwei Tage später wird nur wenige Straßen entfernt der 26-Jährige in der Feurigstraße lebensgefährlich angeschossen.
Schüsse auf offener Straße
Am Samstagnachmittag eskaliert in Worms-Herrnsheim eine Auseinandersetzung auf offener Straße. Ein Mann und eine Frau werden durch Schüsse schwer verletzt. Die Polizei leitet eine großangelegte Fahndung ein und sucht später öffentlich nach einem Tatverdächtigen wegen versuchten Totschlags. Lebensgefahr besteht bei den beiden Opfern nach bisherigen Angaben nicht.
In Scharnebeck bei Lüneburg meldet sich wenige Stunden zuvor ein 23-Jähriger bei der Polizei: Auf ihn sei geschossen worden, als er in der Nacht sein Auto verlassen habe und ins Haus gegangen sei. Der Mann bleibt unverletzt. Die Ermittler finden mehrere Einschüsse in seinem Wagen und am Wohnhaus. Sie prüfen ein mögliches versuchtes Tötungsdelikt.
Am Bahnhof Leinfelden-Echterdingen kommt es am Samstagnachmittag zunächst zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen einem 19-Jährigen und einem bislang unbekannten Mann. Anschließend feuert der 19-Jährige nach Angaben der Bundespolizei drei Schüsse aus einer Schreckschusswaffe ab und flieht. Polizisten nehmen ihn kurze Zeit später fest. Auch der weniger tödliche Ableger der bewaffneten Konfliktlösung gehört inzwischen zum Polizeibericht eines gewöhnlichen Wochenendes.
Die Serie reicht noch weiter zurück. Am Donnerstagabend, dem 27. August, hören Anwohner im Hamburger Stadtteil Lohbrügge einen Knall und anschließend die Schreie eines Mannes. Polizisten finden einen 36-Jährigen, der durch einen Schuss verletzt worden ist. Er kommt unter Notarztbegleitung ins Krankenhaus. Die zuständige Mordkommission ermittelt wegen eines versuchten Tötungsdelikts; der Schütze bleibt zunächst unbekannt.
Innerhalb von nicht einmal einer Woche werden damit Wohnhäuser beschossen, auf Menschen in Autos gefeuert und Männer auf offener Straße getroffen. In Berlin reagiert die Polizei auf die zunehmende Schusswaffengewalt inzwischen mit einer eigenen Besonderen Aufbauorganisation. Die BAO „Ferrum“ führte innerhalb von rund neun Monaten mehr als 600 Ermittlungsverfahren, kontrollierte etwa 3.800 Fahrzeuge sowie 866 Lokale und Geschäfte und nahm rund 280 Menschen fest. Die Gewerkschaft der Polizei beobachtet insbesondere im Umfeld der organisierten Kriminalität eine Verschiebung: Konflikte würden zunehmend mit Schusswaffen statt mit Messern ausgetragen.
Diese Liste stellt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Das sind die neunormalen Einzelfalltage im Deutschland des Jahres 2026.


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Es ist die Politik die dies als „Normale Einzelfälle“ deklariert. Und die Verantwortlichen sind geschützt, weil die Staatsanwaltschaften politisch motiviert gegen diese (z.B. die Kölner Ausländerbehörde) wegen Beihilfe nicht ermitteln dürfen, oder wollen.
Der Klimawandel wars. Tschuldigung das sagen sie immer wenn es zu viel regnet oder zu wenig, wenn die Sonne scheint oder nicht, wenn es stürmt, aber auch wenn es schneit oder nicht.
lasst mich raten. die regierend*_Innen sind in ihrem elfenbeinturm mit nabelschau beschäftigt oder beleidigt in der schmollecke und können sich um das, was hier im land los ist, nicht auch noch kümmern. und generell gilt: putin ist schuld.
Na dann hoffe ich doch mal, dass all die Schusswaffenbenutzer ihre Waffen auch ja in einem Sicherheitsschrank getrennt von der Munition aufbewahren.. und das dies auch REGELMÄSSIG vom Staate kontrolliert wird…
Und untadelige Autochthone werden von diesem Irrsinn drangsaliert bis zum geht nicht mehr und AfD-Mitglieder werden die Waffen abgenommen… Ich kann gar nicht so viel essen wie ich k… will in diesem Dr…land!
Möchte noch jemand behaupten, ein „kriegstüchtiges“ Land mit tagtäglicher Gewalt-Belobhudelung könnte im Inneren friedlich bleiben?
Der Wähler wollte die Tatort-Machwerke endlich mal in der Realität umgesetzt sehen.