Neu an der Spitze der Brüsseler Bürokratie: Ursula von der Leyen

Am Beginn der Amtszeit von Frau von der Leyen stehen mehr Fragen als beim Amtsantritt aller ihrer Vorgänger. Ihr Einfluss wird kleiner sein als der aller davor.

FREDERICK FLORIN/AFP/Getty Images

Ihre Sprachprüfung bestand Frau von der Leyen mit ihrer Bewerbungsrede in Französisch, Englisch und Deutsch zweifelsohne mit Bravour. Im Verlaufe des Tages danach zeichnete sich ab, dass aus den Fraktionen der Sozialdemokraten und von Renew (Liberalen), die sich vorher beide bedeckt gehalten hatten, wohl genügend Stimmen kommen dürften, um zusammen mit denen der EVP die nötige Mehrheit von 374 Stimmen zu übertreffen. Versprechen in praktisch alle Richtungen enthielt ihre Rede dafür ausreichend viele. Das ist risikolos, denn nach der Wahl lassen sich immer andere Schuldige finden, wenn sich Versprechen nicht einlösen lassen. Zumal sie nur prozedural wirken kann (was durchaus nicht zu unterschätzen ist), während wirklich wichtige Entscheidungen der Rat, die Versammlung der Regierungschefs der Mitgliedsländer trifft.

Um 19:34 Uhr das Ergebnis: 383 Stimmen für Frau von der Leyen.

Es ist unschwer vorherzusagen, dass die deutschen Medien heute Abend und Morgen früh voll der Vorschusslorbeeren sein werden: Ebenso wie nur wenige Pressestimmen auf die Tatsache eingehen werden, dass die EU in den nächsten fünf Jahren noch weniger bewegen können wird als in den letzten fünf.

Was Brüssel bevorsteht, wird in einer zunehmenden Zahl von Hauptstädten der Mitgliedsländer in Opposition zum bisherigen Weiter-so entschieden. Die so genannten Gipfel werden noch öfter ohne Ergebnisse auseinander gehen, weil es oft nicht einmal mehr zu Formelkompromissen reichen wird. Der Graben zwischen den Zentralisten und den Dezentralisten ist größer geworden, das haben gerade auch die 28 nationalen Wahlen zum Parlament der EU deutlich ergeben. Von der viel und oft beschworenen Rolle der EU zwischen den tatsächlichen Global Playern USA, China und Russland ist sie weiter weg denn je. Die Karten werden neu gemischt – innerhalb Europas und in der Welt.

Am Beginn der Amtszeit von Frau von der Leyen stehen mehr Fragen als beim Amtsantritt aller ihrer Vorgänger. Ihr Einfluss wird kleiner sein als der aller davor.

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Kommentare ( 123 )

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spindoctor
1 Jahr her

Anschwellendes Gackern im Hühnerhof der Staatsmedien wg. des Austausches zweier Charaktermasken.

albert
1 Jahr her

Nach der „Schicksalswahl“ ereilt uns nun ein Schicksal, der Uschi-EUXIT voll der Leyden. Jenes vielbeschworene ‚Europa‘., und eben nicht ihre EU, war wirklich einst eine „insel reich an zimmt und öl“, aber so nun „verscheidend in gedämpften schmerzeslauten“. Den Zitadellen liberaler Rechtsstaatlichkeit und Freiheiten samt aller ihrer Kulturgrundlagen bis an die letzten Wurzeln gehend. Und all das angeblich , weil man es doch vollends vollenden wolle, jenes Hohe, jenes „Europa“, „Die ganze teure stätte zu beschaun“ wie ihr EU-Dingens so singt und lallt , verbreite man jetzt halt die ganz „großen Schwingen“ und erklimmt das Ultimo , das Hosiana, den… Mehr

GUMBACH
1 Jahr her
Antworten an  albert

Ich habe den Beitrag dreimal gelesen, aber nicht wirklich verstanden, was Sie uns damit sagen wollen. George mag ich sehr, bezweifle aber, dass er uns viel in diesen irrsinnigen Zeiten helfen kann.

dherr
1 Jahr her

Eine Merkel/Macron-Marionette, gewählt mit paar gekauften Stimmen, nicht zu viele, damit’s nicht zu teuer wurde…

dherr
1 Jahr her

Warum die Karten neu mischen? Es sind eh nur Luschen im Spiel.

Graeferin
1 Jahr her

Drogen! Bei dem hohen Drogenkonsum in Berlin bleiben immer Rückstände im Wasser und finden zurück in den Kreislauf.

Graeferin
1 Jahr her

Frau vdL hat sich wie kaum eine andere um Europa und vor allem die EU verdient gemacht. Immerhin hat sie die Wehrfähigkeit Deutschlands pulverisiert und somit dazu einen wichtigen Beitrag geleistet Deutschland zu schwächen. Angeblich wurde ja die EU gegründet, um genau dies zu erzielen. Und zu allem anderen wird Röschen auch leicht zu begeistern sein. Deutschland wird abgewickelt. Gute Nacht

Herold Hansen
1 Jahr her

Sie ragt aus allen Vorgängern hervor, denn: Sie hat die Haare schön.

Lena M.
1 Jahr her
Antworten an  Herold Hansen

… das ist auch alles, was an ihr herausragend ist …

Magowitz
1 Jahr her
Antworten an  Herold Hansen

Ansonsten hat sie sich eigentlich nur durch das qualifiziert, was auch unsere Kulturbereicherer auszeichnet: Vermehrung

olive
1 Jahr her

Es ist gut so, wie es ist, denn:
„Ein Scheitern hätte zur Krise geführt“ meint Bastian Brauns bei „Cicero“.

Eco
1 Jahr her

Ich bin von den Sprachen nicht so beeindruckt, schliesslich ist die EU mehr als Frankreich und Deutschland und wenn eine Rede nur in Herrschaftssprachen gehalten wird, dann sagt es eben auch etwas darüber aus, wer etwas zu sagen hat und wer nicht. Norden, Osten und Süden gehören auch zu Europa, aber eben nicht wirklich zur EU.

paulrabe
1 Jahr her

Interessant ist, daß nicht nur die deutsche Presse sondern auch der überwiegende Teil der nicht-deutschen Kommentare sowohl in Europa als auch im Rest der Welt sehr wohlwollend waren.
Ihre Biografie, Mutter von 7 Kindern und promovierte Ärztin, spricht perfekt 3 Sprachen, erste Frau im Verteidigungsministerium wird weltweit mit Respekt bewundert.

friedrich - wilhelm
1 Jahr her
Antworten an  paulrabe

……bullshit!

Brettenbacher
1 Jahr her
Antworten an  paulrabe

kann man auch respektlos bewundern ?