INSA-Umfrage: Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU und AfD in Sachsen-Anhalt

Wahl in Sachsen-Anhalt: Meinungsforscher Hermann Binkert sieht ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU und AfD. Die Erhebung für Tichys Einblick zeigt: Viele AfD-Anhänger votieren nicht mehr aus Trotz – sie trauen ihrer Partei das Mitregieren zu. Die Koalitionsfrage wird spannend

MAGO / Christian Schroedter

Magdeburg. Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. Juni erwartet das Meinungsforschungsinstitut INSA-Consulere ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU und AfD. „In Sachsen-Anhalt könnte es wie schon bei den Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg zu einer starken Polarisierung der Lager kommen – auf der einen Seite die Partei des Ministerpräsidenten, auf der anderen Seite die AfD“, so INSA-Chef Hermann Binkert im Monatsmagazin Tichys Einblick. Allerdings glaubt Binkert nicht, dass es der CDU gelingt, mit ihrem Kurs Wähler der AfD zurückzuholen, sondern eher von den anderen im Landtag vertretenen Parteien.

Dabei ist die CDU die einzige Partei in Sachsen-Anhalt, der eine relative Mehrheit der Wähler die Führung der nächsten Landesregierung wünscht. In der Umfrage exklusiv für Tichys Einblick sprachen sich 26,6 % der Befragten dafür aus, dass die CDU die Regierung führt, 21 % wünschen sich eine Regierungsbeteiligung der CDU. Auch die SPD kann sich über eine hohe Unterstützung freuen. 32,1 % der Befragten wünschen sich die SPD in der Regierung, aber nur 8,2 % hoffen, dass die SPD auch die Regierung führt. Auch die Grünen wünschen sich mit 24,3 % viele Wähler in die Regierung, aber nur 5,9 % als führende Kraft. Die Linke als Regierungspartei wünschen sich 22,2 %, aber nur 5,3 % als Partei des Ministerpräsidenten. Auch die FDP kann sich mit 22 % auf eine große Zahl von Wählern stützen, die sie in der Regierung sehen wollen. Dass die AfD den Ministerpräsidenten stellen könnten, können sich 10,9 % der Sachsen-Anhaltiner vorstellen, 12 % wollen die Partei wenigstens in der Regierung sehen.

Fazit von INSA-Chef Binkert: „Die Anhänger aller Parteien wollen überwiegend, dass ihre Partei mitregiert – auch die der AfD. Die Unterstellung, die AfD würde überwiegend aus Protest gewählt, trifft hier nicht zu.“ Da in dem Stimmungsbild nur die CDU von einer relativen Mehrheit als Ministerpräsidentenpartei gewünscht wird, sieht Binkert einen Vorteil für Haseloff. Gleichzeitig schätzt er den Block der AfD-Wähler als sehr stabil ein.


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