Montagsspaziergänge: Kretschmer spricht bei Maßnahmengegnern von geringer Impfwirkung

Trotz Wind und Wetter halten die Proteste gegen die Corona-Zwangsmaßnahmen an. Michael Kretschmer muss gegenüber Maßnahmengegnern einräumen, dass die Impfung „nicht den (erwünschten) Schutz bringt“. Auch bezüglich der Impfpflicht habe er seine Position geändert. Von Jonas Aston

Die Maskenpflicht in Deutschland wurde abgeschafft und die Quarantäne-Pflicht für Infizierte soll ab dem 1. Mai fallen. Durch die Hotspot-Regelung lässt man sich jedoch eine Hintertür offen. Auch die Einführung des allgemeinen Impfzwangs ist erst einmal vom Tisch. Doch die Politik arbeitet an einem faulen „Kompromiss“ und propagiert nun die Impfpflicht ab 50. Die Corona-Demonstranten ließen sich von diesen „Lockerungen“ nicht beeindrucken. Auch diesen Montag zogen – trotz schlechtem Wetter – wieder (mindestens) Zehntausende durch die Straßen.

Der teilnehmerstärkste Protest fand erneut in Nürnberg statt. 4.400 Personen konnten nach Angabe der Initiative „Team Menschenrechte Nürnberg“ mobilisiert werden. Damit ist gegenüber der Vorwoche sogar ein leichter Anstieg zu verzeichnen. An der Spitze des Aufzugs war ein Plakat mit der Aufschrift „Wir sind die rote Linie“ zu erkennen. Die Demonstranten forderten „Freiheit, Menschenrechte, Selbstbestimmung“. Eine Teilnehmerin schrieb auf ein Schild: „Körperliche Unversehrtheit kennt kein Alter“. Die Teilnehmer: Zu sehen waren Deutschland- und Türkei-Flaggen, andere zeigten sich mit Regenbogenfahnen und auch die „Freie Linke“ war wieder vor Ort.

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Bereits am Sonntag versammelten sich im nordrhein-westfälischen Herne 1.000 Bürger unter dem Motto: „Für Frieden, Freiheit, Selbstbestimmung“. Der Gegenprotest hielt ein interreligiöses Friedensgebet ab. Bei dem Protestzug zeigte auch hier die „Freie Linke“ Präsenz. Es waren viele Kanada-, Regenbogen- und Friedensflaggen zu erkennen. Teilnehmer forderten das Ende des digitalen Impfausweises: „Wir Menschen sind keine Codes“, so ein Bürger.

Eine Demonstrantin meinte: „Die Maßnahmen sind das Virus“, und eine andere äußerte sich auf einem Schild zu ihrem Motiv an der Demo teilzunehmen. Sie schrieb: „Auf Veränderungen zu hoffen, ohne selbst etwas dafür zu tun, ist wie am Bahnhof zu stehen und auf ein Schiff zu warten“. Die Versammlung wurde als „rhythmische und musikalische Meinungskundgebung“ angemeldet. Folglich waren auch viele Lieder und Trommeln zu hören.

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Ein langer Protestzug bewegte sich durch Köln. Behördliche Angaben wurden nicht veröffentlicht, mindestens mehrere Hunderte dürften jedoch teilgenommen haben. Die Teilnehmer waren auch hier mit Regenbogenfahnen ausgestattet. Darüber hinaus wurden Slogans wie „’n scheiss‘ muss ich“ oder „wir sind die rote Linie“ plakatiert.

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Nach dem zur Tradition gewordenen Eröffnungsfeuerwerk dürften sich im thüringischen Gera wieder über 1.000 Bürger in Bewegung gesetzt haben. Hinter dem Slogan „Miteinanderstadt Gera“ versammelten sich die Demonstranten. Einige Teilnehmer trugen Deutschland-Fahnen mit sich, andere hielten Flaggen der Organisation „freies Thüringen“ in den Händen. In Altenburg dürften sich knapp 1.000 Personen versammelt haben. Durch Pfeifen und Klatschen brachten die Bürger ihren Unmut zum Ausdruck. In der Kleinstadt Pößneck fand diesen Montag zum 100. Mal der Spaziergang statt. In Halle forderten die Demonstranten „runter mit den Masken“. Die Bürger traten „gemeinsam in Frieden für den Wandel“ ein.

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In Freiberg sollen sich nach Teilnehmerangaben über 2.000 Personen versammelt haben. Auch in Bautzen dürften weit über 1.000 Demonstranten zusammengekommen sein. Behördliche Angaben liegen noch nicht vor. In Freiberg forderten die Bürger, das Grundgesetz zu verteidigen und zogen mit Deutschland-Fahnen durch die Stadt. Im ostsächsischen Bautzen versammelten sich die Bürger hinter einem Plakat mit dem Schriftzug: „selbstbestimmt und frei“. „Menschen weigert euch Feinde zu sein“ stand auf einem Schild und viele Teilnehmer hielten gebastelte Herzen in den Händen.

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Michael Kretschmer eröffnete am Sonntag einen Markt in Kamenz. Zahlreiche Maßnahmengegner ergriffen die Gelegenheit und konfrontierten den sächsischen Ministerpräsidenten vor Ort mit seiner Corona-Politik. Dabei wurde er auch auf den Impfzwang angesprochen. Kretschmer stand lange Zeit an der Spitze all jener, die eine allgemeine Impfpflicht forderten. In seinen letzten öffentlichen Äußerungen forderte er noch die Ampel-Regierung auf, schnellstmöglich einen Gesetzesentwurf in den Bundestag einzubringen.

Nun vollzieht er offenbar die Kehrtwende. Im Gespräch mit den Bürgern räumt er ein, dass der Impfstoff gegen die Omikron-Variante nicht den erhofften Nutzen habe. Kretschmer wörtlich: „Man muss leider sagen, dass die Omikron-Variante so anders ist, dass dieser Impfstoff jetzt nicht den [erwünschten Anm. d. Red.] Schutz bringt“. Bezüglich der Impfpflicht „habe ich mich ein Stück weit in meiner Position geändert“, führt Kretschmer weiter aus. Dann unterbrach er das Gespräch plötzlich, so als wolle er nun bloß nichts Falsches sagen.

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