Grünen-Politiker nennt Windkraft-Kritiker „Taliban“

Der politische Konflikt um die Bedingungen für den Windkraftausbau nimmt an Schärfe zu. Der grüne Bundestagsabgeordnete Oliver Krischer hat Befürworter des Anwohnerschutzes mit afghanischen radikalen Islamisten verglichen.

imago images / Christian Spicker

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Oliver Krischer vergleicht Windkraft-Kritiker in Deutschland mit den islamistischen Taliban. Krischer wirft Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) vor, mit dem geplanten Mindestabstand von 1.000 Metern zwischen neuen Windrädern und Wohnbauten den Windkraft-Ausbau zu verhindern.

Der grüne Vize-Fraktionsvorsitzende Krischer sagte gestern: „Altmaier muss sich jetzt entscheiden, ob er Politik für die Anti-Windkraft-Taliban in seiner eigenen Partei macht, oder ob er für die Arbeitsplätze in der Windbranche kämpft.“

Die von Branchenvertretern, Lobbyisten auch von öffentlich-rechtlichen Sendern
vertretene Behauptung, der geplante Mindestabstand von 1.000 Metern sei der „Todesstoß“ für den Windkraft-Ausbau, ist allerdings nachweislich falsch. In Wirklichkeit brach der Windkraft-Ausbau schon ab 2017 mit dem Wechsel des Fördersystems ein.

Seitdem gibt es für die Betreiber neuer Anlagen keine pauschale Vergütung mehr, stattdessen kommen nur noch Bewerber mit den geringsten Gestehungskosten zum Zug. Selbst dort liegt die EEG-Vergütung allerdings noch über Marktpreis, allerdings nur noch knapp – was die Margen drastisch verringert hat.

Nach Angaben der Bundesnetzagentur gab es im Oktober 2019 für 70 Prozent der ausgeschriebenen Windkraft-Kapazitäten überhaupt keine Gebote mehr. Es mangelt also nicht an Flächen, sondern an Investoren, die unter den riskanteren Bedingungen einsteigen wollen.

Der windkraftkritische Dachverband „Vernunftkraft“ mit rund 10 000 Mitgliedern weist darauf hin, dass ein Mindestabstand von 1000 Meter zu Wohngebäuden bei der Höhe moderner Anlagen von bis zu 240 Metern ein Minimalabstand sei, um die Gesundheit von Anwohnern zu schützen.

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Kommentare ( 154 )

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154 Kommentare auf "Grünen-Politiker nennt Windkraft-Kritiker „Taliban“"

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Ich habe Krischer bei Friedmann gesehen,da wollte er sich absolut nicht zu den Beschlüssen der Grünen festnageln lassen.
Der Mann ist für mich genau das Gleiche wie seine gesamte Partei nebst Sympathisanten : für die Tonne,aber nicht Bio,**

Die Taliban haben die Religionsbilder der „Anderen“ zumindest gesprengt…

Nun ja. Ich meine mich zu erinnern, dass konservative Publizisten die Linksgrünen durchaus schon mit Taliban bezeichnet hatten, z.B. Moral-Taliban. Von daher: Schwamm drüber.

Man sollte die entsprechenden Vertreter beider Lager zu einer Rosskur ins ländliche Afghanistan schicken.

Impfpflicht unter Zwangsandrohung hui, Gesundheitsschutz für Anwohner durch Mindestabstand pfui!
(Verlogenheit bestimmt eben auch die Politik der Grünen – und hat sie erfolgreich ins Establishment katapultiert: Zuerst gegen Startbahn West (Frankfurt/M.) demonstriert, kaum in Regierungsmitbeteiligung dann den Ausbau befürwortet. Oder: Nach außen Immer schön die Pazifisten gespielt, dann DE in den Jugoslawienkrieg mit verwickelt und heute nach „Festigung der Nato“ verlangen.)

Solche Typen würden auch prima zu Erdogan passen oder Rohani – sie lassen ihre Maske fallen und auf geht’s in die Diktatur! Wer wählt bloß so jemanden?

Der Herr Oliver Krischer sollte mal die Anzahl seine Tassen im Schrank überprüfen da stimmt etwas massiv nicht, die erneuerbare Energie ist für die Stromversorgung der BRD der absolute Supergau mit noch unbekanntem Ausgang, nicht nur das diese Energieform kein einziges Kg. CO2 einspart u. nur unbrauchbaren Zappelstrom liefert, nein es passiert auch noch das genaue Gegenteil die Verbrennung von fossilen Stoffen ist sogar gestiegen unabhängig von den 30000 Windrädern u. den geschätzten Kosten dieser Kugel Eis von ca. 200 Milliarden Euros bisher, das Ganze soll ja auf über 1 Billion Euros ausgebaut werden, von den Kosten für den Strompreis… Mehr

wer hat hier die 0 gewählt oder warum dröhnt das so? Solche Leute fichen mich in keinster Weise an, nehme ich nicht für voll. Was mich aber ärgert sind die Gutmenschen die solche Typen wählen, bei denen muß man wirklich Zweifel konstatieren…

Taliban unterdrücken Frauen, richten Massaker an, treiben Menschenhandel und terrorisieren die Zivilbevölkerung.
Windkraftkritiker unterdrücken….? massakrieren…? terrorisieren….? was jetzt genau???

Eher die Antifa.

Habt ihr das gehört da unten in den Vereinigten Arabischen Emiraten und ihr Wahabiten? Wir sind die German Taliban und bringen den Terror durch die Windräder. Also sind wir Förderungswillig nach Gotteskriegerregeln. Her mit dem Geld.

„Der Name ist der persische Plural des arabischen Wortes talib (arabisch طالب), das „Schüler“ oder „Suchender“ bedeutet.“
Soweit Wikpedia. Meines Wissens bezeichnen sie sich selbst insbesondere als besonders fromme Gläubige. Man darf also vermuten, dass die Wortwahl von Oliver Krischer tief in seinem Inneren von Islamophobie getrieben entstanden ist. Wahrscheinlich ist er auch ein radikaler Verschisst!
Ja, manchmal entfleuchen einem in seiner Blödheit Dinge, die mehr enthüllen, als man will! Nicht wahr, Herr Kischer?