Zugbegleiter werden jeden Tag angegriffen, bespuckt, geschlagen, verletzt. Wie im Fall von Serkan Çalar getötet. Weil die Bundesregierung nach Monaten weiter an einem Gesetz arbeitet, stellt die Gewerkschaft EVG ein Ultimatum: Kommt es nicht bis Jahresende zustande, sollen ab Januar die Regionalzüge stehen.
picture alliance / Geisler-Fotopress | Christoph Hardt
Die Gewalt in deutschen Regionalzügen hat einen Punkt erreicht, an dem die Deutsche Bahn ihre Beschäftigten mit stichsicheren Westen ausstatten will. Was für ein Hohn. Im ersten Halbjahr 2026 registrierte DB Regio 989 Übergriffe auf Mitarbeiter. 781 davon wurden als einfache Körperverletzung erfasst, weitere 22 als schwere Körperverletzung. In 185 Fällen blieb es beim Versuch. Hinter diesen Zahlen stehen Zugbegleiter, die bei Fahrkartenkontrollen bespuckt, geschubst oder zusammengeschlagen werden. Ralf Damde, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats von DB Regio, spricht inzwischen von statistisch acht angegriffenen Kollegen pro Tag. Die Beschäftigten wüssten vor ihrer Schicht nicht mehr, ob sie gesund oder überhaupt nochmal nach Hause kämen.
Am 2. Februar wurde aus dieser Gefahr tödlicher Ernst. Der Zugbegleiter Serkan Çalar wurde während einer Fahrkartenkontrolle in einem Regionalexpress brutal angegriffen und erlag später seinen Verletzungen. Der Täter wurde inzwischen wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu zehn Jahren Haft verurteilt. Nach Çalars Tod folgte ein Sicherheitsgipfel, die Politik kündigte Konsequenzen an. Bahnmitarbeiter sollten in einen Gesetzentwurf einbezogen werden, der härtere Strafen für Angriffe auf besonders gefährdete Berufsgruppen vorsieht. Sechs Monate später befindet sich die Regelung nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums noch immer in der regierungsinternen Abstimmung.
Derweil produziert die Realität jeden Tag immer weitere Opfer. Die Zahl der bei DB Regio erfassten Übergriffe ist massiv gestiegen. Die Bahn reagiert inzwischen mit Bodycams und Schutzkleidung. Als ob die im Fall der Fälle helfen. Kontrollen sollen künftig teilweise mit sechs bis acht Beschäftigten durchgeführt werden. Für mobile Unterstützungsgruppen sind Helme vorgesehen. Ab Oktober sollen Bodycams in einem Pilotprojekt zusätzlich Ton aufnehmen. Ein Rechtsstaat, der seine Zugbegleiter für eine Fahrkartenkontrolle mit Stichschutzwesten ausrüsten muss, hat so ein ausgewachsenes immenses Problem, das man auch hier klar von einem Kontrollverlust sprechen kann.
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG hat deshalb am Sonntag ein Ultimatum gestellt. Der angekündigte Gesetzentwurf müsse noch 2026 in den Bundestag eingebracht werden. Geschehe das nicht, sollen die EVG-Betriebsräte bei DB Regio und den nichtbundeseigenen Bahnen ab Januar 2027 den Dienstplänen ihre Zustimmung verweigern. EVG-Chef Martin Burkert formuliert das Ergebnis ziemlich unmissverständlich: Dann werde der Betrieb lahmgelegt.
Burkert wirft der Bundesregierung nach dem Tod Çalars „Arbeitsverweigerung“ vor. Auf den Tod eines Mitarbeiters seien zwar Betroffenheit und Ankündigungen gefolgt, das Gesetz sei aber weiterhin nicht verabschiedet. Die Eisenbahner zahlten dafür nach seiner Darstellung mit ihrer Gesundheit und im schlimmsten Fall mit ihrem Leben. Damit hat die EVG einen berechtigten Anlass gewählt und zugleich ein rechtlich höchst problematisches Instrument hervorgeholt.
Denn Gewerkschaften dürfen in Deutschland für tarifliche Ziele streiken. Ein politischer Streik, der den Gesetzgeber zu einer bestimmten Entscheidung zwingen soll, ist grundsätzlich unzulässig. Genau deshalb ist bemerkenswert, wie die EVG ihre Drohung konstruiert: Offiziell soll gar nicht gestreikt werden. Die Betriebsräte sollen ihre Zustimmung zu den Dienstplänen verweigern.
Die EVG beruft sich dabei auf die Mitbestimmungsrechte der Betriebsräte bei besonderen Belastungen der Beschäftigten. Wenn diese Situation kein Rücken an der Wand bedeutet, was muss sonst noch passieren? Die dramatische Sicherheitslage rechtfertige eine Ablehnung der Dienstpläne. Juristisch handele es sich nach Auffassung der Gewerkschaft ausdrücklich um keinen Streik. Dass die Auswirkungen einem Streik verblüffend ähnlich sehen würden, räumt sie selbst ein.


Sie müssenangemeldet sein um einen Kommentar oder eine Antwort schreiben zu können
Bitte loggen Sie sich ein
Einfach mal nachfragen, ob die EVG denn weiter für deren Politik bezüglich der illegalen Migration etc. steht.
P.S. Mord ist heute schon eine Straftat. Man muss keine Gesetze ändern oder erfinden, man muss nur die Täterschutzrichter entfernen
Ich denke mal, ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich vermute, dass mindestens, aber mindestens die Hälfte der Täter keinen deutschen Pass in der Tasche hat. Liebe Zugbegleiter, wie fühlt es sich so an als Kollateral geschädigter?
Ja. Und die andere Häfte hat so gut wie immer einen 2. Pass: Vorname genügte auch, um Klarheit zu gewinnen, denn Vornamen sind aussagekräftig – und bislang hat es die AfD einmal im Jahr 2022 geschafft, solche Liste erstellen zu lassen, denn es stört halt, wenn so was wie in nrw vor Jahren die Öffentlichkeit erreicht. Damals ging es um die Vornamen der Täter in und um die Bahnhofsbereiche dortiger größerer Städte. Die anderen „Parteien“ wollen das alles gar nicht so genau vom Souverän verfolgt sehen, wie ich vermute – zumal die Einreise von welchen in uns ganz unbekannter Anzahl… Mehr
Es ist fraglich wie viel ein solches Gesetz bringt. Es soll körperliche Angriffe auf Zugbegleiter härter bestrafen, sozusagen Zugbegleiter zur besonders beschützten Personengruppe machen. Das wirft schon die Frage auf, ob nicht auch Feuerwehrleute, Ärzte, etc. besonders zu schützen wären, aber auch, warum z.B. der Fahrgast in der Bahn weniger schützenswert ist. Warum werden körperliche Angriffe nicht generell schärfer geahndet? Bei all den Angriffen auf Zugbegleiter wird es, wie auch bei sonstigen Messerstechern, so sein, dass die Täter „polizeibekannt“ waren, ein ums andere Mal auffielen und mit milden Strafen erfuhren, dass sie keine Konsequenzen fürchten müssen. Die Gewalt gegen Zugbegleiter… Mehr
Polizei, Kripo, Gesetze (?) oder Gewerkschaften aller Art sind keine geeigneten Institutionen um einer Invasion und deren Folgen wirksam entgegen treten zu können. Der wirksamste Schutz beginnt an den Außengrenzen – eine Erkenntnis, die eigentlich seit Jahrtausenden bekannt ist.
> Der wirksamste Schutz beginnt an den Außengrenzen
Nein, an den Sozialkassen – wenn man nicht grenzenlose Alimentierung verteilt, spricht es sich schnell rum und man muss die Grenzen gar nicht kontrollieren.
Schuld sind Klimawandel, Putin und die AfD. Sind diese bekämpft, besiegt und verboten, dann wird alles wieder gut.
Dann ist „Durchmarsch“ der MerkelAgenda.
Dann gehts erst rund – und die Eingeborenen haben wie überall, wo sie bislang hinkamen und Land nahmen, gar nichts mehr zu lachen.
So wie hier beschrieben ist, scheint es bereits jetzt für alle Gegenwehr viel zu spät. Merkel und die AgendaMacher haben ganze Arbeit geleistet, alle Errungenschaften des Abendlandes samt der Aufklärung wie des Christentums zunichte zu machen: https://ansage.org/webseite-replacementclock-dokumentiert-fortlaufend-der-bevoelkerungsaustausch-ist-eine-tatsache/
Trump kämpft noch.
Aha, also Politiker brauchen einen besonderen Schutz vor Beleidigungen, weil man den hochmögenden Herrschaften die Gesetze für den ordinären Pöbel nicht zumuten kann.
Nun brauchen Bahnmitarbeiter besondere Gesetze, weil Gewalt gegen Zugbegleiter offenbar deutlich schlimmer ist, als Gewalt gegen Kellner, Fahrradfahrer oder Rentner.
Ein Staat, in dem Gewerkschaften, Politiker und Medien soetwas ernsthaft diskutieren, hat auf weit mehr als einer Ebene die Kontrolle verloren.
Bei den Polizisten wie bei allen in Uniform wird es ähnlich blutig zugehen – halt noch weniger öffentlich als bei der Bahn.
Denn von Menschen gemachte Gesetze und Vorschriften gelten bei denen, die kommen, nicht wirklich – und deshalb greifen sie die, die diese durchzusetzen haben, vermehrt an.
Weshalb sie allerdings auch Ärzte und Schwestern angreifen, das ist mir ein Rätsel.
Zitat: „Im ersten Halbjahr 2026 registrierte DB Regio 989 Übergriffe auf Mitarbeiter. 781 davon wurden als einfache Körperverletzung erfasst, weitere 22 als schwere Körperverletzung. In 185 Fällen blieb es beim Versuch. Hinter diesen Zahlen stehen Zugbegleiter, die bei Fahrkartenkontrollen bespuckt, geschubst oder zusammengeschlagen werden“ > Na, bei solch Zahlen, sollten wir dann doch unsere Grenzen weiterhin geöffnet und noch mehr „Fachkräfte“ins Land fluten lassen.(Iro/Zynism off) – – – Doch auch mal ernsthaft: Es mag vielleicht nur teils helfen. Aber mit Blick auf unsere seit wenigen Jahren teils massiv überfüllten, verdreckten und unsicher gewordenen Regio-Züg mal den Gedanke: WARIUM wird es… Mehr
Und was soll im Gesetz stehen? Messer und Stichwaffen sollen in Zügen verboten werden? Schlagen und Anspucken auch? Solange man die Täter nicht per Sondergesetz noch am gleichen Tag der Tat wegsperrt, Illegale in Abschiebhaft bringt und tatsächlich rauswirft aus Deutschland wird sich nichts ändern. Da können die Eisenbahner noch so klagen. Es gibt keine Extrawurst!
> Kontrollen sollen künftig teilweise mit sechs bis acht Beschäftigten durchgeführt werden. Für mobile Unterstützungsgruppen sind Helme vorgesehen. Wenn man schon welche aus Afghanistan geholt hat, sollten die doch wenigstens im Allahs Namen Tickets kontrollieren – bewaffnet mit Messern und Macheten, bärtig und grimmig schauend. Wetten, dass 2-3 reichen und keiner wagt, Kontrolleure anzugreifen? Rechtliche Grundlage laut Google-KI: > „… Schwarzfahren ist nach der Scharia (dem islamischen Recht) streng verboten (Haram). … Im islamischen Recht fällt die Nutzung von Transportmitteln ohne gültiges Ticket unter die Kategorien Betrug, Vertragsbruch und unrechtmäßige Aneignung fremden Eigentums …“ Ob das Schwarzfahren gleich strikt nach… Mehr
Alternativ kann man in den Zügen Broschüren verteilen mit Piktogrammen, die erklären, dass Schwarzfahren verboten ist. Bei Gelegenheit vielleicht noch, dass man nicht umsonst auf dem Dach fahren kann, wie in manchen Ländern Afrikas. Vielleicht hilft es?
Darauf können auch nur Sie kommen, den Bock zum Gärtner zu machen.
Das Töten von Ungläubigen allerdings fällt nicht unter „haram“ – sondern wird gut geheißen – und ist vom Allergrößten im Voraus verziehen.
Gut. Hier traf es einen Glaubensbruder – was ewige Verdammnis zu bedeuten hat.
„Als ob die im Fall der Fälle helfen.“
Die helfen genau soviel, nämlich gar nicht, wie ein Gesetz. Als ob Einmann, wenn er sich mit der Aufforderung zur Vorlage seines Tickets in seiner Ehre verletzt fühlt, vor der „Bestrafung“ des unbotmäßigen Kontrolleurs erst einen Blick ins Gesetzbuch würfe.
Kleinste Kritik an jedwedem Verhalten bringt sie mehr als auf.
Weisen Sie doch einmal so einen in gesicherter Situation darauf hin, wenn er seinen Abfall einfach fallen lässt, wo er geht und steht –
und warten Sie auf das Gezeter, das folgt.
Manchmal genügt auch nur, solchen Herrn im Weg stehen zu bleiben.