Düsseldorf: Kriminalität steigt weiter

80.538 Straftaten, sinkende Aufklärung, mehr Gewalt, mehr Messer, mehr jugendliche Täter. Düsseldorf verzeichnet einen klaren Anstieg bei der Kriminalität. Doch offiziell sei Düsseldorf eine „sehr sichere Stadt“. Ist sie das tatsächlich?

IMAGO / Wirestock

Erstmals seit zehn Jahren wird die Marke von 80,000 Straftaten in Düsseldorf wieder überschritten. 80.538 Fälle, um genau zu sein. Noch im Jahr zuvor waren es “nur” 76.921. Ein Plus von 3.617 Straftaten binnen eines Jahres. Fakten, die – auch wenn genau das versucht wird – schwer weg zureden sind.

Parallel zur steigenden Kriminalität sinkt jedoch die Aufklärungsquote leicht auf 47,65 Prozent. Mehr als die Hälfte aller Fälle bleibt also ungelöst. Gleichzeitig wurden zwar rund 1.000 Tatverdächtige mehr ermittelt, doch das strukturelle Problem bleibt. Die Kriminalität wächst schneller als die Aufklärung.

Mehr Täter, mehr Wiederholungstäter, weniger Kontrolle

28.510 Tatverdächtige wurden erfasst. Nur 42 Prozent davon haben ihren Wohnsitz in Düsseldorf. Die Mehrheit kommt also von außerhalb. Ebenso bemerkenswert ist die Staatsangehörigkeit. 13.092 deutsche Tatverdächtige stehen 15.418 nichtdeutschen gegenüber. Die größten Gruppen stammen aus der Türkei (1935), Syrien (976) und Rumänien (737).

Hinzu kommt ein weiterer Befund, der kaum beruhigen kann: Ein erheblicher Teil der Tatverdächtigen sind Mehrfachtäter.

Jugendkriminalität steigt

Auch bei Kindern und Jugendlichen steigen die Zahlen weiter. Besonders drastisch ist der Anstieg bei Kindern unter 14 Jahren. Ein plus von 14 Prozent auf 932 Delikte. Insgesamt erhöhte sich die Zahl der Straftaten junger Menschen bis 21 Jahre leicht von 2.777 auf 2.799.

Diebstahl und Betrug

Zwei Deliktfelder steigen besonders stark: Diebstahl und Betrug. Bei Diebstählen wurden 34.168 Fälle (2024: 32.982) angezeigt. Der Bereich der Vermögens- und Fälschungsdelikte stieg um mehr als 2.000 Fälle.
Der Tatort verlagert sich zunehmend ins Internet. Fake-Shops, Online-Betrug, Täuschung beim Kauf. Die Polizei räumt ein, dagegen nur begrenzt vorgehen zu können. Das Verhalten der Bürger, so die Beamten, wäre unbedarft und zu risikobereit.

Gewalt: konstant hoch – und brutaler

Mit 1980 Fällen bleibt auch die gefährliche Körperverletzung auf sehr hohem Niveau. Der Großteil dieser Taten geschieht im öffentlichen Raum. Die Polizei spricht selbst von einer „Verrohung der Gesellschaft“. Getreten und geschlagen wird weiter, auch wenn das Opfer bereits am Boden liegt.

Das Messer entwickelt sich dabei zunehmend zum Tatwerkzeug. Bei 907 Raubdelikten kam es in 59 Fällen zum Einsatz. Insgesamt wurden, auch begünstigt durch intensivere Kontrollen in Verbotszonen, 479 Messerdelikte registriert. Jedes Wochenende werden Messer sichergestellt, vor allem bei jungen Männern.

Tötungsdelikte und organisierte Kriminalität

Die Zahl der Tötungsdelikte steigt auf 16 Fälle. Öffentlichkeitswirksam waren insbesondere Schüsse auf Insassen von Taxis, mit späteren Verbindungen zur organisierten Kriminalität. Gleichzeitig betont die Polizei hier eine hohe Aufklärungsquote von rund 93 Prozent.

Wohnungseinbrüche: mehr Fälle, wenig Aufklärung

Auch Wohnungseinbrüche nehmen zu. Von 1.428 auf 1.541 Fälle. Gleichzeitig steigen die gescheiterten Versuche auf 759. Nur etwa jeder zehnte Fall wird aufgeklärt. Die Polizei verweist auf mangelnde Spurenlage und will 2026 verstärkt gegensteuern.

Cannabis-Legalisierung und ihre Folgen

Ein klarer Effekt zeigt sich auch im Drogenbereich: Der unerlaubte Handel mit Marihuana steigt von 86 auf 299 Fälle. Das entspricht fast zwei Dritteln des gesamten Drogenhandels. Die Polizei sieht sich durch die aktuelle Gesetzeslage vor große Herausforderungen gestellt.

Sehr sichere Stadt ?

Und dennoch sprechen die Stadt-Oberen davon, dass Düsseldorf nach wie vor eine „sehr sichere Stadt“ sei.

Dieser Aussage stehen mehr Straftaten, eine sinkende Aufklärungsquote, wachsende Gewalt, zunehmender Messergebrauch, mehr Einbrüche, mehr Betrug, mehr jugendliche Täter und ein deutlich gestiegener Anteil nicht ortsansässiger Tatverdächtiger gegenüber.

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Kommentare ( 12 )

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12 Comments
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Manfred_Hbg
6 Tage her

Zitat: „13.092 deutsche Tatverdächtige stehen 15.418 nichtdeutschen gegenüber. Die größten Gruppen stammen aus der Türkei (1935), Syrien (976) und Rumänien (737).“ > Nun ja, mit Blick auf auch diese Zahlen sage ich mal: Kene Sorge, in vermutlich 1-2 Generationen weiter, dann werden in diesen Statistiken bei jung und alt wieder die Deutschen führend sein. Denn für jeden halbwegs realistisch denkend Menschen dürfte doch wohl klar sein, dass sich an diesen ins Land gefluteten asozialen Verhaltensweisen dann auch die -ansonsten zumeist gut und brav erzogenen- Deutschen anpassen werden(müssen) und somit in 1-2 Generationen dann auch verstärkt in diesen Statistiken (PKS) auftauchen… Mehr

peter sponsel
6 Tage her

Wo ist das Problem ?
Düsseldorf hat jetzt sicher mehr Bewohner als vorher – also muss doch auch die Kriminalität steigen, oder ?

Vinzent
5 Tage her
Antworten an  peter sponsel

Sie haben aber schon gelesen, dass 58% der Täter von außerhalb kommen?

Kassandra
6 Tage her

Welche Erkenntnisse bekäme man denn, wenn man bei der Düsseldorfer Kriminalstatistik die Straftaten ab z. B. dem Jahr 2000 bis 2025 vergliche? . Hier eine Gegenüberstellung von angezeigten Vergewaltigungen aus den Jahren 2000 und 2023 in England und Wales, Deutschland, Frankreich und Polen: https://x.com/WallStreetMav/status/2026962191593685351 Nur die Polen haben weniger Delikte als damals, die Zahlen haben sich quasi halbiert – in GB, F und D vervielfältigen sich die Zahlen! Bei uns von 8133 im Jahr 2000 angezeigten Delikten auf 39.029 im Jahr 2023. Dafür aber: Poland has now passed Spain in GDP per capita in PPP The latest figures from the… Mehr

Judith Panther
6 Tage her

Düsseldorf verzeichnet einen klaren Anstieg bei der Kriminalität. Doch offiziell sei Düsseldorf eine „sehr sichere Stadt“.“
Ab wann muß man eigentlich die Psychiatrie einschalten?

hansgunther
6 Tage her
Antworten an  Judith Panther

Bei jedem Sonnenaufgang im Abendland!

Ohanse
6 Tage her

Wen oder was wählt man denn so in Düsseldorf?

hansgunther
6 Tage her
Antworten an  Ohanse

Das Übliche! Sieht man doch am Ergebnis der Statistik.

hansgunther
6 Tage her

„Aktuelles aus dem Bundestag. Kurzmeldung aus dem Bundestag: 02.03.2026 Inneres — Antrag — hib 144/2026 Grüne wollen Förderung von „vielfältigem muslimischen Leben“ Berlin: (hib/STO) „Vielfältiges muslimisches Leben in Deutschland fördern“ lautet der Titel eines Antrags der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (21/4291). Darin fordert die Fraktion die Bundesregierung auf, eine Experten-Kommission einzusetzen, die einen „nationalen Aktionsplan für die staatlich-religiöse Zusammenarbeit mit muslimischen Gemeinden erarbeitet“.Auch soll die Bundesregierung nach dem Willen der Fraktion die Deutsche Islamkonferenz finanziell ausreichend und langfristig ausstatten, eine aktualisierte Studie zu „Muslimischem Leben in Deutschland“ in Auftrag geben und weitere Forschung auch zu Islamfeindlichkeit fördern. Zudem wird die… Mehr

Kassandra
6 Tage her
Antworten an  hansgunther

Von grün ist aus 1989 von einem Parteitag schon beschrieben, dass sich die Fischer-Partei für Asyl ohne Kontrolle und ohne Limit einsetzt: https://www.spiegel.de/politik/die-gruenen-verklaeren-die-asylbewerber-a-c492bb5a-0002-0001-0000-000013496169
Schily – erst grün dann spd – ließ auch Fischer übers Außenamt Massen an „Ukrainern“ schon um das Jahr 2000 einschleusen: https://www.spiegel.de/politik/der-schleuser-skandal-a-29e03baf-0002-0001-0000-000039268907
Und Schily installierte die Süssmuth-Kommission, die Deutschland zum Einwanderungsland erklärte: https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Schily

OJ
6 Tage her

Das wissen wir doch alle auch ohne all diese Berichte da die Politik handlungsunfähig ist❗

Cethegus
5 Tage her
Antworten an  OJ

Es gibt schon einen kleinen Unterschied zwischen handlungsunfähig und handlungsunwillig!