Messerangriff auf Dorfparty in Egling: Acht Verletzte, Täter weiter flüchtig

Eine Dorfparty in Egling endet in blutiger Gewalt: Ein Unbekannter schlägt einen Gast nieder und verletzt einen 16-Jährigen mit dem Messer schwer. Acht Menschen werden Opfer, der Täter entkommt. Ein weiteres Fest ist damit wohl Geschichte.

picture alliance / dpa | Matthias Balk
Symbolbild

Die „Blauliachd-Party“ im oberbayerischen Egling sollte ein gemütliches Dorffest werden. Am Ende war der Sportplatz ein abgesperrter Tatort, Verletzte mussten notoperiert werden, 700 Gäste wurden von der Polizei kontrolliert. Ein einziger Mann mit einem Messer genügte, um eine Traditionsveranstaltung zu zerstören und ein ganzes Dorf unter Schock zu setzen.

Die brutale Gewalt begann am Samstagabend gegen 23.45 Uhr. Ein 24 Jahre alter Besucher aus Österreich ging gemeinsam mit einem 16-jährigen Begleiter in Richtung Ausgang. Nach Angaben der Polizei wurde der Österreicher unvermittelt gegen den Kopf geschlagen und zu Boden gebracht. Von dort aus sah er, wie derselbe Angreifer ein Messer zog und den Jugendlichen am rechten Unterarm schwer verletzte.

Der Sicherheitsdienst erkannte eine arterielle Schnittverletzung. Der Angreifer setzte seine Attacke anschließend fort. Mindestens einen weiteren Gast griff er mit dem Messer an, weitere Besucher wurden bei den folgenden Gewalttaten verletzt. Insgesamt mussten acht Menschen medizinisch versorgt werden. Sieben von ihnen kamen in Krankenhäuser. Einige Opfer wurden noch in derselben Nacht operiert; bei weiteren Verletzten diagnostizierten die Ärzte Knochenbrüche im Gesicht.

Zu den schwerer Verletzten gehörten nach Angaben des Veranstalters die beiden Gäste aus Österreich. Ihr Zustand sei inzwischen stabil. Sie waren eigens für die Feier nach Egling gekommen. Statt eines unbeschwerten Abends nehmen sie die Erinnerung an einen Messerangriff und eine Nacht im Krankenhaus mit nach Hause.
Als die ersten Polizeikräfte eintrafen, fanden sie eine kaum überschaubare Lage vor. Rund 700 Menschen befanden sich noch auf dem Festgelände. Die Stimmung war nach Darstellung der Polizei aufgeheizt und teilweise aggressiv. Der Sicherheitsdienst hatte die beiden Ausgänge bereits gesperrt, weil zunächst davon ausgegangen wurde, der Angreifer halte sich noch unter den Gästen auf.

Die Feier wurde beendet. Hunderte Besucher mussten das Gelände anschließend einzeln durch die kontrollierten Ausgänge verlassen. Einige Partygäste wurden gefesselt oder vorübergehend in Gewahrsam genommen, weil sie nach Darstellung der Polizei den Ernst der Lage nicht begriffen hatten. Alkohol erschwerte außerdem die Befragung möglicher Zeugen.

Trotz des gewaltigen Polizeiaufgebots konnte der Täter entkommen. Rund 60 Polizeibeamte waren im Einsatz, darunter ein Zug des Unterstützungskommandos. Verstärkung rückte aus benachbarten Dienststellen und aus München an. Auch eine Polizeidrohne wurde eingesetzt. Hinzu kamen fünf Rettungswagen, zwei Notärzte, ein Rettungshubschrauber sowie 15 Kräfte der Feuerwehr Egling.

Dass ein Mann trotz abgesperrten Geländes und kontrollierter Räumung verschwinden konnte, spricht für das Chaos nach der Tat. Nach Einschätzung der Polizei könnte er das Fest bereits verlassen haben, bevor die ersten Beamten eintrafen. Eine abschließende Täterbeschreibung liegt bislang nicht vor. Die Verletzten konnten teilweise noch nicht vernommen werden.

Die Ermittler suchen das Gelände ab und werten Videoaufnahmen der Feier aus. Besucher, die Fotos oder Filme aufgenommen haben, sollen sich bei der Polizeiinspektion Wolfratshausen unter der Telefonnummer 08171/42110 melden. Auch am Sonntag standen noch sieben Mannschaftswagen am Sportplatz, während Beamte im Schlamm nach Spuren suchten.

„Man kann so etwas nie ganz verhindern“

Der Burschenverein hatte nach Angaben seines Vorsitzenden Simon Raß einen Sicherheitsdienst eingesetzt und die Sicherheitsvorgaben von Polizei und Landratsamt erfüllt. Bis zur Attacke sei die Stimmung ausgezeichnet gewesen. Das Fest galt als friedliche Dorfveranstaltung. Niemand habe damit gerechnet, dass ein Besucher ein Messer auf das Gelände schmuggelt und die Feier in eine Blutnacht verwandelt. „Man kann so etwas nie ganz verhindern.“ Wohl wahr, in Deutschland des Jahres 2026 sowieso nicht. Da gehört die Messer- sowie die unvermittelte brutale und mitunter auch tödliche Gewalt gegen Jedermann immer und überall zum Neunormal im Land.

Veranstalter können Sicherheitskonzepte erstellen, für teuer Geld (für die meisten im Umfang unerschwinglich) Ordner beschäftigen und sämtliche Behördenauflagen abarbeiten, die zwar keine Grenzen schützen, aber Volksfeste verunmöglichen können. Sobald ein Gewalttäter bewaffnet unter Hunderten Feiernden steht, bleiben wenige Sekunden, bevor aus einem Fest der nächste Großeinsatz wird. Für die Opfer sind die Folgen physisch wie psychisch. Für die Veranstalter bleibt die Erfahrung, dass jahrelange ehrenamtliche Arbeit innerhalb weniger Minuten vernichtet werden kann.

Raß geht deshalb davon aus, dass es die „Blauliachd-Party“ nicht mehr geben wird. Der Name sei fortan untrennbar mit dem Messerangriff verbunden. Eine Veranstaltung, die Menschen zusammenbringen sollte, endet damit vermutlich wegen eines bislang unbekannten Gewalttäters.

Egling erlebt im Kleinen, was sich in Deutschland längst als neue gesellschaftliche Zumutung festgesetzt hat: Selbst Dorffeste müssen heute so geplant werden, als könnte jederzeit ein Bewaffneter auftauchen. Sicherheitspersonal gehört inzwischen zur Grundausstattung, Polizeikonzepte zum Feierbetrieb. Trotzdem reicht ein Messer, um acht Menschen zu verletzen, 700 Gäste festzusetzen und 60 Polizisten zu binden.

Der Täter ist verschwunden. Zurück bleiben Verletzte, Helfer und ein Dorf, das seine Party vermutlich aufgibt. Die Gewalt nimmt damit den nächsten öffentlichen Raum in Besitz, dieses Mal einen Sportplatz in Egling.

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Kommentare ( 31 )

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Deutscher
7 Stunden her

Wäre ich Eglinger, ich würde keinem Regierrungsfuzzi raten, sich hier blicken zu lassen, um Anteilnahme zu heucheln und Phrasen zu dreschen.

Last edited 7 Stunden her by Deutscher
Deutscher
7 Stunden her

„Einige Partygäste wurden gefesselt oder vorübergehend in Gewahrsam genommen, weil sie nach Darstellung der Polizei den Ernst der Lage nicht begriffen hatten.“

Den Wahlergebnissen nach haben in Deutschland 50 oder 60 Millionen Leute den Ernst der Lage nicht begriffen. Für’s Erste würde es aber schon reichen, ein paar 100 im Bundestag zu fesseln und in Gewahrsam zu nehmen, bis sie es kapieren.

Last edited 7 Stunden her by Deutscher
Privat
8 Stunden her

Bayern – Schon wieder ein gefährlicher Messerstecher im Söderland.
Komisch, das gerade im Land des Söder von der CSU so viele Mordversuche mit einem Messer passieren. Fast täglich – Bayern ist für meine Begriffe nicht mehr sicher.
Söder und sein Innenminister Hermann – Die haben nichts mehr im Griff.
Wir werden das Söderland in Zukunft meiden. Es gibt bessere Urlaubsgebiete.

Siggi
8 Stunden her

Die Ratte in Stade hat 6 Menschen ermordet, Merkel 10000.

Verzeihtnix
8 Stunden her

Ob der Attentäter vor 20 oder 30 Jahren das Dorffest leben verlassen hätte, das weiß ich nicht. Aber dass er das Fest vor 80 Jahren nicht leben verlassen hätte, das ist sicher. Und das war auch gut so.

Mausi
9 Stunden her

Was Corona nicht dauerhaft unterbunden hat, das unterbindet jetzt langsam aber sicher die rohe Gewalt. Hauptsache, Ramadan Feiern können ungestört ablaufen. Alles andere wäre ja rassistisch gegenüber der neuen Rasse Namens „Religion“. Ich verstehe überhaupt nicht, welche westlichen Werte wir überhaupt noch in der Ukraine verteidigen. Was gibt es da noch zu verteidigen, was nicht bereits untergegangen ist?

Last edited 9 Stunden her by Mausi
GrafZahl04
9 Stunden her

Keiner konnte den Angreifer näher beschreiben? Vielleicht sollte mal Marcant wieder ein Youtube Video drehen….die Anstalt im ZDF könnte wieder eine tolle Show machen mal dieses Mal über Messer Männer oder Tipps geben, sollte der öffentliche Nahverkehr nicht komplett kostenlos werden, vielleicht erspart das Schwerstverletzte oder Todesopfer!

Anstatt über die Brandmauer so reden, sollten die Inneminister der Länder für die Sicherheit sorgen. Die AfD in Sachen-Anhalt und MeckPomm können ja noch Plakate drucken ….so wie die CDU 2017 in NRW „Ich fühle mich nicht mehr sicher“! Warum tun die da nichts?

imapact
10 Stunden her

Ist morgen bereits vergessen. So, wie sich anscheinend auch niemand erinnern kann, wie der Täter aussah.

merlin999
10 Stunden her

Damit wurde genau das erreicht, was die Befürworter des ungezügelten Zuzuges von kulturfremden Personen in unser Land bewirken soll. Die gelebte Kultur ist böse, die Menschen die solches Leben ebenfalls. Alles was deutsch ist gehört vernichtet, und die Österreicher sind sowieso an allem Schuld. Ihre Herrschaft war schlecht für das Land. Damals an Kaiser desheiligen römischen Reiches deutscher Nationen und vom dem Mann aus Braunau ganz abgesehen.

Endlich Frei
10 Stunden her

Und keiner der vielen Hundert Anwesenden, die dem „Unbekannten“ bei seinem Unwesen immerhin eine Weile zugeschaut haben, konnte eine Täterbeschreibung – dafür aber gründliche Opferbeschreibungen – abliefern ? Und gesprochen, gedroht, etwas geschrien hat der Messerkünstler auch nicht ?

Gibt es einen Grund für die journalistische Zurückweisung ?