Der Wahlsieger, gesichert clan-extremistisch

Mit Extremisten mit Kontakten zur Halb- und Unterwelt, mit diesem politischen Arm der mordenden Hamas tatsächlich in Berlin koalieren? Wollen CDU, Grüne oder SPD sich die mutmaßlich noch vielen weiteren verdeckten Skandale der SED-PDS-Die Linke antun? Sie hat nach dem Wahlsieg ein Problem.

picture alliance / Daniel Lakomski | Daniel Lakomski
20.09.2026, Politik, v.l. Ferat Kocak, Wahlparty der Berliner Linken im Festsaal Kreuzberg. Die Parteivorsitzende der Linken, Ines Schwerdtner, verfolgt den Wahlabend, Wahlparty der Berliner Linken im Festsaal Kreuzberg. Die Landesvorsitzende der Berliner Linken, Kerstin Wolter, verfolgt den Wahlabend und Elif Eralp (Die Linke), Spitzenkandidatin und stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion freuen sich ueber den Wahlsieg.

Binnen weniger Stunden überrollten gleich drei bedenkliche Skandal-Fälle die noch zu lauter kurdischer Musik freudentaumelnden Funktionäre der Linken in Berlin: Das Bild des Clan-Bosses Isso Remmo auf der Wahlparty der Linken wurde wohl hunderttausende Mal auf Twitter und auf anderen Social-Media-Plattformen meist klar negativ kommentiert. Dass einer der Männer, die dort neben Remmo zu sehen waren, nach Angaben des gemeinnützigen Vereins democ der Anti-Israel-Aktivist Ibrahim Ibrahim war, machte die Situation sicher nicht besser.

Dann führten auch noch allzu freundschaftlich formulierte Instagram-Postings aus dem Remmo-Clan zum Rückzug des Berliner Bundestagsabgeordneten Ferat Koçak – auch aus der eigenen Partei setzte es Kritik am offensichtlichen Naheverhältnis des 47-jährigen Politikers zu jener Familie, die in einem der größten Kunstraub-Prozesse Berlins die Hauptrollen besetzte.

Und die politische Großwetterlage für die sich selbst noch feiernde Linke verschlechterte sich nur wenige Stunden nach Auffliegen des Flirts mit dem Remmo-Clan noch dramatischer: In tichyseinblick.de deckte Rechtsanwalt Dirk Schmitz M.A. auf, dass in Lichtenberg am vergangenen Sonntag der Anwalt Konstantin Stern für Die Linke in die Bezirksverordnetenversammlung gewählt worden ist – Stern ist Berliner Fachanwalt für Strafrecht, und er war Verteidiger in einem der spektakulärsten Clan-Prozesse der vergangenen Jahre.

Beim Prozess um den Juwelendiebstahl aus dem Grünen Gewölbe in Dresden habe Stern einen der Angeklagten verteidigt, einen Angehörigen der Berliner Remmo-Familie. Fünf Männer aus diesem Clan-Verband wurden wegen des Einbruchs verurteilt. Der Bezirkspolitiker hatte also durchaus engen Kontakt zu einem oder vielleicht sogar mehreren Mitgliedern des berühmt-berüchtigten Clans. „Ihm deshalb eine eigene politische Haltung zu Remmo oder gar eine Mitgliedschaft im Clan zu unterstellen, ist rechtlich nicht erlaubt“, betont dazu Rechtsanwalt Schmitz.

Die Linken werden nun versuchen, ihren Clash of Clans auszusitzen oder zumindest zu verharmlosen. So meinte die Linken-Spitzenkandidatin und Wahlsiegerin Elif Eralp (45) im ZDF: „Mit organisierter Kriminalität haben wir nichts zu tun, die bekämpfen wir.“

Dabei erinnern sich wohl einige Berliner an die Clan-freundlichen Punkte im Wahlprogramm der Links-Partei: „Solidarität mit Gewalttätern“, „Polizeiarbeit soll durch Sozialarbeit ersetzt werden“ oder auch „Gefängnis soll die absolute Ausnahme werden“. Dass da eins zum andern passt, darf vermutlich auch nicht aus medienrechtlichen Gründen in den Raum gestellt werden.

Hier dazu nochmals die wichtigste Frage, die Rechtsanwalt Dirk Schmitz M.A. stellt: Warum verhilft eine Partei, die jede Nähe zur organisierten Kriminalität bestreitet, ausgerechnet dem Verteidiger eines Mitglieds des Remmo-Clans zu einem sicheren Listenplatz? Und der Anwalt will von den anderen Parteichefs wissen: „Wollen SPD und Grüne tatsächlich ein formelles Bündnis an diesem politisch-kriminellen Abgrund eingehen?“

Eine Antwort auf diese Fragen gibt der bekannte Terror- und Sicherheitsexperte Peter Neumann auf Twitter: „Meine Meinung: Keine Partei, die schmusige Beziehungen zur organisierten Kriminalität unterhält, sollte in Deutschland koalitionsfähig sein. Der Rechtsstaat ist eine rote Linie.“

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