Seit mehr als sieben Wochen stehen in Bonn 60 Stadtbahnen wegen gravierender Sicherheitsmängel still. Nun verlieren selbst die Aufsichtsräte die Geduld: Sie verlangen einen verbindlichen Rettungsplan, personelle Konsequenzen sind nicht ausgeschlossen.
picture alliance/dpa | Thomas Banneyer
In Bonn geht das Schreckensschauspiel um die Stadtbahn weiter. Mehr als sieben Wochen nach der Stilllegung der 60 B-Wagen ist deren Rückkehr in den regulären Betrieb bislang nicht öffentlich bestätigt. Für die Fahrgäste bleiben erhebliche Ausfälle und Ersatzverkehr.
Auslöser der Stilllegung waren Sicherheitsprobleme, die bei einer technischen Bestandsaufnahme auffielen. Nach Angaben der Stadtwerke steckten in einigen Wagen aus den achtziger Jahren noch Radsatzwellen aus den siebziger Jahren – ihre geplante Einsatzdauer war überschritten. Hinzu kamen Dokumentationslücken bei wichtigen Bauteilverbindungen, nicht originale Getriebeteile und hoher Verschleiß an Bremseinheiten.
Deshalb wurden vorsorglich alle 60 betroffenen Stadtbahnwagen aus dem Verkehr genommen. Vor ihrer Rückkehr muss der sichere Betrieb durch zusätzliche Prüfungen nachgewiesen werden.
Inzwischen verlieren auch die Aufsichtsräte die Geduld. Sie verlangen von Geschäftsführerin Anja Wenmakers binnen zwei Wochen einen belastbaren Plan: mit konkreten Schritten, klaren Zuständigkeiten und einem verbindlichen Zeitplan. Aufsichtsratschef David Lutz erklärt: „Unsere Geduld ist weitgehend aufgebraucht.“
Eine externe Untersuchung soll zudem klären, wer wann welche Verantwortung getragen hat. Sollten sich gravierende Versäumnisse oder Pflichtverletzungen bestätigen, sind ausdrücklich auch personelle Konsequenzen möglich.
Nach fast zwei Monaten Stadtbahnkrise wird damit zunächst ein verlässlicher Plan für die Rückkehr verlangt. Die Fahrgäste warten weiter auf die Fahrzeuge.


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