Pharmaconnection: Ethikratvorsitzende Alena Buyx im Verdacht der Befangenheit

Die Vorsitzende des Ethikrates, die Medizinethikerin Alena Buyx, erhielt offenbar Fördermittel von der "Wellcome Trust"-Stiftung. Die hält direkte und indirekte Beteiligungen an Unternehmen aus dem Bereich der Pharmaindustrie und Biotechnologie.

IMAGO/Metodi Popow

Seit 2016 gehört sie dem Ethikrat an, seit 2020 sitzt sie ihm vor: Alena Buyx, Professorin für Ethik der Medizin und Gesundheitstechnologien an der Technischen Universität München. Dass sie in dem Jahr an die Spitze des Ethikrates kam, als die Corona-Krise Deutschland erfasste, hat nicht nur symbolische Bedeutung. Jede Entscheidung, jeden Ratschlag vonseiten des Rates hat sie maßgeblich begleitet. Nach den jüngsten Recherchen der Welt kommt heraus: Sie könnte befangen gewesen sein.

Ehrenretter des Ethikrates
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Denn Buyx hat handfeste Interessenkonflikte. Nicht nur das Bundesministerium für Bildung und Forschung bezuschusst die Hochschullehrerin. Der Wellcome Trust hat ebenfalls Fördermittel an Buyx bezahlt. Die rund 46 Milliarden Dollar schwere Stiftung hat Beteiligungen an nahezu allen namhaften Pharma-Unternehmen, auch solchen, die Covid-19-Impfstoffe und -Medikamente herstellen.

Über Beteiligungen an der Investment-Firma Berkshire Hathaway verfügt der Trust über weitere Beteiligungen an Pharmakonzernen und Unternehmen, die im Bereich Biotechnologie operieren. Zu den Marken, an denen der Wellcome Trust direkte oder indirekte Beteiligungen hat, gehören Roche, Novartis, Abbott, Siemens, Johnson & Johnson, Merck, Abbvie Biogen und Teva.

Angesichts der großen Bedeutung, die der Ethikrat in Kommissionen, Ausschüssen, Anhörungen und als Entscheidungshilfe in der Vergangenheit gespielt hat, gewinnt die Rolle von Buyx an Brisanz. Am 2. Dezember hatte die Bundesregierung den Ethikrat um eine Empfehlung in Sachen allgemeiner Impfpflicht angefragt. Der Ethikrat hatte sich am 22. Dezember mehrheitlich für eine allgemeine Impfpflicht ausgesprochen.

Mit diesen neuen Erkenntnissen ist jedoch fraglich, ob diese Ergebnisse so gewissenhaft und neutral zustande kamen, wie sie dargestellt werden – und ob Buyx das einzige Mitglied ist, das Eigeninteressen verschwiegen haben könnte.

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Kommentare ( 127 )

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baul
2 Monate her

ja, nun macht die „scharfe Buyx“ auch noch fertig. Solche „Geschichtchen“ sind in in der heutigen „BRD“ völlig normal! NORMAL.

WGreuer
2 Monate her

„Interessenkonflikt“?? Das ist freundlich ausgedrückt.
Ich bezeichne das als „legale“ Korruption. Eine Korruption, die mittlerweile systemimmanent scheint. Diese Korruption ist sozusagen „Zugangsvoraussetzung“ für diese Jobs geworden. Das ganze staatliche System im Westen scheint daran erkrankt. Von weit unten bis ganz nach oben. Warum sollte der Ethikrat da eine Ausnahme sein?

Robert Tiel
2 Monate her

Der Deutsche Ethikrat hat einen Vorläufer, den Nationalen Ethikrat. Und der wurde 2001 von rotgrün geschaffen, um Regierungsbeschlüsse besser aussehen zu lassen. Dazu konnte man im Ärzteblatt 2001 lesen:
„Die meisten Mitglieder der Enquete-Kommission „Recht und Ethik der modernen Medizin“ des Deutschen Bundestages stehen der Gründung des Nationalen Ethikrates durch Bundeskanzler Gerhard Schröder verärgert und skeptisch gegenüber. (…)
Der stellvertretende Vorsitzende der Enquete-Kommission, Hubert Hüppe (CDU), bezeichnete es als eine „Anmaßung“ des Kanzlers, ein „handverlesenes Gremium ohne jegliche demokratische Legitimation“ „Nationalen Ethikrat“ zu nennen.“

mediainfo
2 Monate her

Frau Buyx wird sicher keinen Zettel in der Schublade haben auf dem steht, in welche Richtung sie zu wirken hat. Aber trotzdem bedeutet der dargestellte Sachverhalt der Annahme von Geldern, dass sie, ob bewusst oder nicht, auch immer die Perspektive und die Interessen dieser Geldgeber im Hinterkopf gehabt hat. Das gerade meint Befangenheit.

Urbanus
2 Monate her

Alena Buyx in einer Talkshow: „Wir müssen die Lage langsam hocheskalieren“. Das ist der deutsche Ethikrat. Hocheskalieren !

Fieselsteinchen
2 Monate her

Verschiedene Äußerungen von Frau Buyx hatten mit Ethik so wenig zu tun wie Intelligenz bei den Grünen. Ich hatte mehrfach so ein Gefühl, dass da was nicht stimmen kann. Vielen Dank für die Bestätigung!
Und weiter so! Hier stehen wir erst ganz am Anfang der Aufdeckungen. Das geht von ganz oben bis runter zum Provinzbürgermeister und selbstlosem Impfdoktor.

Contra Merkl
2 Monate her

Wenn selbst Kinder geimpft werden, die von der Krankheit kaum betroffen werden, jedoch teilweise tötliche Folgen haben, hat dieser Ethikrat schon alles verloren, was überhaupt noch in der Nähe von Ethik ist.
Wer hat denn geglaubt das da unabhängige Leute sitzen und keine auserwählten Lakaien, die der Regierung nach dem Maul schwätzen ? Mir war das nach den ersten 2 Auftritten dieser Frau schon klar.
Wenn man Kinder impfen muss, um die geimpften Großeltern zu schützen, stinkt es doch gegen den Wind bis nach Sylt. Wer das nicht riecht ist Geruchsblinder.

pbmuenchen
2 Monate her

Die sind doch sowieso nur dazu da, vorgegebene Entscheidungen zu legitimieren. Mit Ethik haben die so wenig zu tun, wie der Gesundheitsminister mit Gesundheit.

Riffelblech
2 Monate her

Wieso ist das nun wieder nicht sehr verwunderlich ?
Hat nicht die „ allerbeste ,höchstgelobte „ Kanzlerin Frau Merkel diese Dame in Amt und Würden gebracht . Und dann nicht gewusst wen sie das installiert ?
Sehr unglaubwürdig.
Die Frau hat nun mal abgeliefert wofür sie bezahlt worden ist .
Und keine Zeitung ,keinFernsehmoderator /in hat sich getraut nachzufragen .
Stellt sich nur die Frage ,wer Deutschland in diesen Zustand versetzt hat ?
Die Antwort steht im Text !

H. Hoffmeister
2 Monate her

Wir müssen davon ausgehen, dass die ach so herzensguten Protagonisten des politmedialen Establishments einschließlich ihrer Claqueure in der „Wissenschaft“ die Interessen der sie finanzierenden Bürger gegenüber ihren eigenen massiv zurückstellen. Warum sollte denn die feine Frau Prof. Buyx auch auf Geldzuwendungen für das „Pack“ verzichten oder der vom Steuerzahler großzügig alimentierte CDU-Abgeordnete gar auf sein Maskendealchen verzichten. Aber leider: Geliefert wie bestellt.