Nach Attacke auf AfD-Politiker in Hamburg brannte nun das Auto eines Kandidaten in Berlin

Bei einer Wahlkampfveranstaltung der Hamburger AfD kam es am Sonnabend zu einem gewaltsamen Zusammenstoß mit linken Demonstranten. Die Hamburger Polizei ließ die Antifa zunächst gewähren. In Berlin-Mahlsdorf brannte das Auto eines Direktkandidaten der Partei.

imago Images(Alexander Pohl
Symbolbild

In der Nacht auf Dienstag haben Unbekannte das Auto von Vadim Derksen angezündet, der dort AfD-Direktkandidat bei den Wahlen zum Deutschen Bundestag ist. Gegen 1.20 Uhr wurde der weit fortgeschrittene Brand bemerkt, die Feuerwehr kam rasch, konnte aber nur noch das ausgebrannte Skelett des Wagens löschen. Auch das davor geparkte Auto einer Nachbarin wurde stark beschädigt. Von Brandstiftung wird ausgegangen. Der polizeiliche Staatsschutz prüft, ob eine politische Motivation vorliegt.

Lokale Beobachter haben da kaum noch Zweifel. Die Serie von Brandanschlägen auf die Autos verschiedener Politiker ist lang und wohlbekannt. Letztes Jahr wurde der Neuköllner CDU-Stadtrat Falko Liecke zum Opfer eines ähnlichen Anschlags. Der derzeitige Mahlsdorfer Wahlkreisabgeordnete Mario Czaja drückte Vadim Derksen seine Solidarität via Facebook aus, wie die B.Z. berichtet: »Ich bin fassungslos über diesen Anschlag und in Gedanken bei der Familie. Bei allen Meinungsverschiedenheiten darf es nie zu Gewalt kommen. Ich bin schockiert und hoffe, dass die Täter bald gefasst werden.« Czaja berichtet dann auch von einem persönlichen Gespräch mit Derksen und schließt mit den Worten: Solche Angriffe dürften »in einer Demokratie nie geduldet werden«.

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Wenige Tage zuvor war es in Hamburg erneut zu einer übergriffigen Belagerung der AfD bei ihrem Hamburger Wahlkampf gekommen. Da die AfD des öfteren Schwierigkeiten hat, Veranstaltungsorte zu finden, fand das Sommerfest der Partei im Wilhelmsburger Privathaus von Nicole Jordan statt, die selbst auf Platz drei der Landesliste bei den Bundestagswahlen steht. Anwesend war auch der Europa-Abgeordnete Nicolaus Fest. Das Haus der Jordans war schon Mitte August von einer linksextremen Protest-Gruppe angegriffen worden, als dort eine Wahlkampfveranstaltung stattfand (TE berichtete). 

In Hamburg zieht sich die AfD also notgedrungen auf das Wohnhaus einer Kandidatin zurück, um für sich zu werben. Doch dieser private Raum des eigenen Hauses und sein Umkreis wurde von linken Demonstranten und Aktivisten nicht respektiert, und vom Staat offenbar auch nicht wirksam geschützt. Olga Petersen, Abgeordnete in der Bürgerschaft und Direktkandidatin der AfD für den Bundestag, kam etwas später am Veranstaltungsort an. Laut ihrer Schilderung hielten sich zu diesem Zeitpunkt bereits rund 40 Demonstranten vor dem Wohnhaus der Jordans auf. Die Polizei habe aber nichts getan, um die Demonstranten einzugrenzen oder den normalen Autoverkehr auf der Straße sicherzustellen. Das zuständige Polizeikommissariat spricht TE gegenüber von 15 Demonstranten direkt vor dem Haus. Allerdings sei ihre Zahl im weiteren Umfeld dreistellig gewesen.

Petersen konnte laut eigener Schilderung nicht bis zum Haus vorfahren und parkte daher in einiger Entfernung. Mit einigen Freunden näherte sie sich dem Haus. Zuvor hatte sie Nicole Jordan angerufen und sie gebeten, Polizei zu ihrem Schutz zu schicken. Es kam ein Beamter. Auch das könnte Fragen aufwerfen angesichts der zahlreichen AfD-Gegner vor dem Wohnhaus der Jordans.

Als kurz darauf ein junger Mann, mit erkennbar aggressiver Absicht, auf Petersen zustürmte, konnte der anwesende Polizist ihn mit Mühe aufhalten. Zuvor hatte eine Frau aus der Gruppe der Protestler, laut schreiend, auf Olga Petersen aufmerksam gemacht und ihr »Nazipropaganda« unterstellt, die sie nach den Bundestagswahlen auch in Berlin verbreiten wolle. Petersen ist in Hamburg allgemein bekannt und hat sich vor allem mit familien- und sozialpolitischen Themen beschäftigt.

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Nachdem der erste Angriff des jungen Mannes, ausgelöst durch den Ausruf der Frau, abgewehrt war, schlossen die Freunde Petersens und einige hinzukommende Polizisten einen Ring um die Bürgerschaftsabgeordnete. Laut Petersen entstand nun ein erheblicher Tumult, bei dem etwa 15 Antifa-Demonstranten versuchten, zu der Kandidatin vorzustoßen. Zugleich kamen andere Parteimitglieder vom Grundstück hinzu, die ihrerseits versuchten, einen Korridor zum Wohnhaus zu bilden, darunter auch Nicole Jordan. Die versammelten Demonstranten bedrängten weiterhin sowohl den Ring um Petersen als auch die anderen Parteimitglieder.

Der offizielle Polizeibericht beginnt anscheinend erst mit dieser Lage. Die beiden Gruppen standen sich demnach gegenüber. Zeugen bestätigen, dass die linken Protestierenden – wie schon im August – lautstark Parolen in Richtung der Teilnehmer skandierten. Doch dann kam es auch zu einer tätlichen Auseinandersetzung. Dabei wurde Norbert Jordan am Kopf verletzt, ging zu Boden und musste ins Krankenhaus eingeliefert werden. Dort wurde eine Gehirnerschütterung diagnostiziert.

Erst zu diesem Zeitpunkt forderten die anwesenden Polizisten weitere Kräfte an. Es kamen die besser ausgerüsteten Bereitschaftspolizisten. Laut Polizei mussten Zwangsmittel eingesetzt werden, um die beiden »rivalisierenden Gruppen« zu trennen. In diesem Zusammenhang gab es eine vorläufige Festnahme. Später versammelten sich laut Polizei etwa 75 AfD-Gegner am Ernst-August-Stieg, nachdem sie dort spontan eine Versammlung angemeldet hatten. Sie blieben dort bis etwa 18 Uhr, bis es zu regnen begann. Wieviele Beamte im Einsatz waren, wollte der Polizeisprecher TE gegenüber nicht sagen. Laut Teilnehmern der AfD-Veranstaltung waren am Ende 60 bis 70 Polizisten vor Ort.

Dass der Sprecher der Hamburger Polizei gegenüber TE von »rivalisierenden Gruppen« sprach, ist erstaunlich, da es eigentlich die Aufgabe des Staates gewesen wäre, die eine Gruppe vor der anderen zu schützen. Sonst wäre es vermutlich gar nicht zu der Verletzung von Norbert Jordan gekommen. Denn nur das hatte er versucht: seine Frau vor einem Angriff zu schützen. Jordan konnte das Krankenhaus noch am Abend verlassen. Danach entschieden die AfD-Politiker, die Veranstaltung trotzdem stattfinden zu lassen.

Olga Petersen erwartet nach eigener Aussage nicht, dass die linksradikalen Antifa-Gruppen mehr als eine halbstrenge Ermahnung von der Hamburger Polizei zu erwarten haben. Sie warnt davor, das Problem zu verharmlosen. Die Polizei müsse durchgreifen. Den Aggressoren müsse klar gemacht werden, dass ihr Verhalten rechtswidrig ist. Ansonsten sinke die Hemmschwelle noch weiter ab. Parteifreunde hatten Petersen nach dem Vorfall freigestellt, sich aus der Politik zurückzuziehen, sagt sie, um ihre Gesundheit und ihr Leben zu schützen. Das will Petersen nicht tun. Die Strategie der Einschüchterung werde bei ihr nicht funktionieren.

Vadim Derksen ist nicht mit dem Schrecken davon gekommen. Er zeigte sich am Dienstag »geschockt« und sprachlos: »Ich will mir nicht ausmalen, was hätte alles passieren können.« Auf seiner Instagram-Seite schrieb Derksen, dass er gegen den Schaden nicht versichert sei, ebenso die ebenfalls betroffene Nachbarin. Er schätzt den Schaden auf 10.000 Euro und bat im Freundeskreis um Spenden.

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Kommentare ( 88 )

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bhayes
2 Monate her

Auch hier bei TE werden ärgerlicherweise ständig falsche Begriffe verwendet, z.B. „die linken Protestierenden“ statt „die linksfaschistischen Verbrecher“. Denn genau das sind sie und genau so muss man sie bezeichnen.

November Man
2 Monate her

Die Antifa ist eine staatlich finanzierte Terroristenorganisation die sich eine linksorientierte Regierung hält, damit sie im Auftrag und unter dem Schutz der politischen Kartellbande vielseitige Straftaten begeht, die man dann regelmäßig durch die Lügenpresse den sogenannten, aber nicht mal real existierenden, imaginären angeblich Rechtsradikalen, so wie allen Oppositionellen und Andersdenkenden öffentlichkeitswirksam unterschiebt. Alles was recht ist, ist bei den extremen Linksradikalen gleich Rechtsradikal um vom Schaffen des bösartigen, radikalen Krebsgeschwür, dem Linksextremismus abzulenken. Nazi heißt übrigens Nationalsozialist, egal ob schwarz, rot, dunkelrot, braun oder gar Grün, das sind alle nationale Sozialisten und die sind bekanntlich Links. Und nationale Sozialisten wird… Mehr

Juergen P. Schneider
2 Monate her

Die oft heimlich grinsenden CDU-Granden werden bald selber Zielscheibe der linken Gewalttäter sein. Die Entwicklung im öffentlich-rechtlichen Linkspropagandafunk müsste ihnen eigentlich klar machen, wohin die Reise geht. Wenn die übergeschnappte Dorfkommunistin aus der Uckermark endgültig weg ist, werden in Bezug auf die Union alle Hemmungen bei der links-grünen Gesinnungsblase fallen. Dann werden Figuren wie Laschet und Konsorten die neuen Nazis, Rassisten und Klimaleugner sein. Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man sich auf die dummen Gesichter bei der CDU/CSU richtig freuen.

Scherer
2 Monate her

Wer EINE dieser linken Parteien wählt, ist mitverantwortlich für Gewalt, Enteignung und sonstigen Terror. Unsere Regierung, ab GROKO, ist seit Jahren auf dem linken Auge blind und spaltet unser Volk. Auch bei diesen Brandanschlägen wird unser Staat wegsehen und die Geschädigten allein lassen. Mitglieder von R/G/R sollten privat den Schaden ersetzen und zumindest die Taten der Antifa öffentlich verurteilen. Wenn die vaterlandslosen Gesellen mit den Sektierern und den SED/STASI Nachfolgern gewinnen sollten, werden solchen Vorgänge an der Tagesordnung sein.

Schwabenwilli
2 Monate her

Von der herrschenden Politik nicht nur grinsend zur Kenntnis genommen sondern klammheimlich gefördert.

Die Zauberlehrlinge werden bald ganz dumm aus der Wäsche schauen wenn ihre Zöglinge zu Aufständen übergehen.

zweisteinke
1 Monat her
Antworten an  Schwabenwilli

Dann wird es sehr schwer mit “ . . . In die Ecke Besen, Besen, sei’s gewesen . . . !

Nibelung
2 Monate her

Das alles ist nur eine Frage der Zeit bis die Retourkutsche kommt, denn in den zwanziger Jahren hat sich auch alles zwischen unterschiedlichen Interessensgruppen bis zur tätlichen Gewalt hochgeschauckelt und damals waren es auch die Sozis, die tatenlos zugesehen haben oder sogar manches heimlich gebilligt haben und da stehen wir nun erneut, bis dann tatsächlich wieder ein Erlöser kommt. Alle Verwerfungen und Absichten der Regierenden sprechen für so eine Entwicklung, denn wer von der Annahme ausgeht, die Gegenseite läßt sich auf ewig knechten, verkennt die brandgefährliche Situation, die nur den geeigneten Auslöser braucht und die offene Konfrontation ist da, weil… Mehr

Magdalena
2 Monate her

Die Antifa terrorisiert Andersdenkende und die Merkelregierung lässt sie gewähren. Folglich goutieren unsere „Eliten“ diese terrorisierende Bande, deren Mitglieder mit dem Segen der linken Ideologen ihr Unwesen treiben.

Oliver Koenig
2 Monate her

Die CDU’ler haben noch immer nicht kapiert, dass sie nach der Afd die nächsten sein werden, die gleichermaßen bekämpft werden.

zweisteinke
1 Monat her
Antworten an  Oliver Koenig

Die Truppe braucht keiner mehr bekämpfen! Seht Euch das sog. Spitzenpersonal an, der Haufen ist schon in Grund und Boden „bekämpft“ von der eigenen GröKaZ.

Frank v Broeckel
2 Monate her

Sie übersehen den absolut entscheidenden Punkt in dieser Angelegenheit! Seit dem Jahr 1975 ff steht bereits fest, das wir Deutschen in den Jahren 2014 bis 2034 ein demographisches Populationsdefizit von ca 9 bis 11 Millionen junge Menschen allein der Alterskohorte 0 bis 20 Jahre haben werden! Bevölkerungstabelle 12411-006 Stand 31.12.2014 FEHL 9,960 Millionen! Seit dem Jahr 1991 ff steht bereits fest, das eine Abwanderung zumeist junger Ost und Südosteuropäer zum Ausgleich des deutschen demographischen Populationsdefizites ab dem Jahre 2015 ff, OHNE entsprechende Gegenmaßnahmen zu einem mittelfristig drohenden faktisch vollständigen demographischen einhergehenden gesellschaftlichen Zusammenbruch aller ost- und südosteuropaischen EU Staaten in… Mehr

Jo Walter
2 Monate her

Liest die Polizei auf indymedia.org nicht mit? Da wird in aller Deutlichkeit zu Anschlägen aufgefordert, kürzlich war eine sehr lange Liste mit Adressen von AFD-Politikern veröffentlicht mit kaum misszuverstehenden Aufforderungen. Wahrscheinlich kann die Polizei nur deshalb nichts machen, weil es dort kein Impressum gibt…..

bhayes
2 Monate her
Antworten an  Jo Walter

Es ist voller Vorsatz, dass die Linksfaschisten nicht verfolgt und zu langjährigen Haftstrafen und hohen Geldstrafen verurteilt werden. Denn so unfähig kann man als Partei und Justiz gar nicht sein.

zweisteinke
1 Monat her
Antworten an  bhayes

Doch, das geht bei grünrot . Bei denen ist Unfähigkeit offensichtlich ein Aufnahmekriterium.
Dumm geboren – die Hälfte vergessen – Mitglied bei grünrot – nach oben geschleimt oder gleich den Frauenfahrstuhl genommen – „Kanzlerkandidat“! So geht das.

zweisteinke
1 Monat her
Antworten an  Jo Walter

Warum sollen denn die Büttel was machen? Es geht doch nur gegen „NAZIS“, da -MUSS- doch jedes Mittel Recht sein. Fragen beantwortet gerne die „Bundestagsvizepräsidentin“ !!!