Meinungsfreiheit braucht eine vielfältige Presse. Die deutsche Wirklichkeit sieht anders aus. Die Presse ist frei, aber bei den Meinungen herrscht Einfalt. Der Aufstieg des Rechtspopulismus ist eine Trotzreaktion darauf. Nur mehr Meinungsfreiheit könnte ihn aufhalten.
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Die Einschränkung der Meinungsfreiheit hat viele Ursachen. Zentral ist jedoch die Entwicklung auf dem deutschen Zeitungsmarkt. Tatsächlich sind gerade die „großen Namen“ weniger einflussreich als oft vermutet. Nicht einzelne Zeitungen, wie zum Beispiel die Süddeutsche, erreichen die meisten Leser, sondern die vielen kleinen regionalen Tageszeitungen, die in einer Verlagsgruppe zusammengeschlossen sind.
Die drei größten Anbieter sind Funke, Madsack und Neven du Mont, die zusammen den größten Teil der Regionalzeitungen stellen. Diese bespielen nur noch den Lokalteil – nationale und internationale Nachrichten werden von einer Zentralredaktion geliefert. Als Juniorpartner ist Neven du Mont dem Redaktionsnetzwerk Deutschland angeschlossen, das zur Madsack-Gruppe gehört. Die Funke-Mediengruppe verfügt über eine eigene Zentralredaktion.
Wie Befragungen unter Spitzenjournalisten immer wieder ergeben, liegen ihre Sympathien meist bei den Grünen, gefolgt von der SPD. Die übrigen Parteien sind nur in Spurenelementen vertreten – dass keine Sympathien für die AfD bestehen, ist evident.
Die ähnliche Berichterstattung der Medien hängt auch damit zusammen, dass sie alle – egal ob groß oder klein – am Tropf der Nachrichten von der linkslastigen Deutschen Presse-Agentur (dpa) hängen.
Der Linkskurs hat längst die gesamte Medienlandschaft erfasst. Selbst die nominell konservative Frankfurter Allgemeine Zeitung verbreitete die Lüge, die amerikanische Polizei sei rassistisch und erschieße wahllos Afro-Amerikaner. Im Jahr 2002 hatte der Spiegel übrigens noch berichtet, dass Rassismus in den USA keine große Rolle mehr spielt.
Rotfunk
Auch das öffentlich-rechtliche Fernsehen ist nach Kräften bemüht, das Klischee vom „Rotfunk“ zu bestätigen. Tagesschau-„Faktenfinder“ Patrick Gensing gibt zu, in seiner Jugend der Antifa angehört zu haben. Der NDR beschäftigt den Marxisten Sebastian Friedrich, Monitor-Chefredakteur Georg Restle sammelte beim linksalternativen Radio Dreyeckland erste Erfahrungen.
Restle wendet sich dann auch gegen einen „Neutralitätswahn“. Man solle „endlich damit aufhören, nur abbilden zu wollen, ‚was ist’“. In seinem „Plädoyer für einen werteorientierten Journalismus“ sagt er ausdrücklich, dass Journalisten eben nicht objektiv über die AfD berichten, sondern für das „Gute“ eintreten sollen.
Vorwürfe, staatsnah zu berichten, wiegelt das öffentlich-rechtliche Fernsehen stets ab. SWR-Intendant Kai Gniffke bestritt, Weisungen aus dem Kanzleramt zu empfangen. Warum sollte er auch? Schon bei der Vergabe der Posten wird darauf geachtet, linientreue Mitarbeiter einzustellen, die in vorauseilendem Gehorsam die Agenda umsetzen. Auch ein Handwerksmeister würde keinen Angestellten beschäftigen, dem man jeden Handgriff einzeln erklären muss.
Im Kampf gegen Rechts ist alles erlaubt
Im Umgang mit Rechten ist fast alles erlaubt. Die NDR-Redakteurin Jenny Kallenbrunnen twitterte angesichts des jüngsten AfD-Wahlerfolgs: „In Thüringen würde ich ab morgen bedenkenlos jedem fünften Menschen, der mir begegnet, einfach eine reinhauen.“ Radio-Moderator Thorsten Martinsen wollte Männern das Wahlrecht entziehen, denn diese hatten häufiger für die AfD gestimmt als Frauen. Spiegel-Redakteur Hasnain Kazim warb über Twitter dafür, „AfD-Wähler auszugrenzen, zu ächten, sie klein zu halten, ihnen das Leben schwer zu machen.“
SPD-Vize Ralf Stegner meinte man müsse, „Positionen und Personal der Rechtspopulisten attackieren, weil sie gestrig, intolerant, rechtsaußen und gefährlich sind!“ Die Linksjugend [’solid] forderte „AfD Wegholzen!“ und „Klare Kante gegen die AfD“. Im Januar hatte es einen körperlichen Angriff auf Frank Magnitz gegeben, der im Krankenhaus behandelt werden musste. Fälschlicherweise war ein Kantholz als Tatwaffe benannt worden.
Erfahren Linke Gegenwind, können sie sich jederzeit auf die Position zurückziehen, nur gescherzt zu haben – jemand im rechten Spektrum hat diese Option nicht.
Die Tendenz, der AfD alles anzukreiden, verkörpert wohl niemand so gut wie Dirk Kurbjuweit. Dieser warf ihr allen Ernstes vor, sich für Tierschutz einzusetzen: „Seinen Horror entfaltet [dieser Programmpunkt] durch die Tatsache, dass man ein Wort nicht austauschen könnte. Es stimmte nicht, würde die Partei schreiben: ‚Die AfD setzt sich für eine mitfühlende und würdevolle Behandlung aller Menschen ein.’“ Selbst eine Passage, an der nichts, aber auch wirklich gar nichts auszusetzen ist, gilt schon als Beleg für die Boshaftigkeit der Partei.
Feindbild Trump
Ähnlich nutzt man beim Spiegel wirklich jede Gelegenheit, um US-Präsident Donald Trump in schlechtes Licht zu rücken. Georg Diez bezeichnete dessen Wahlsieg als „Bürgerkrieg des Weißen Mannes“. Marc Pitzke warf Trump Antisemitismus vor, ohne Beweise zu liefern. Dabei ist dessen Tochter Jüdin und die US-Regierung erkannte im vergangenen Jahr Jerusalem als Hauptstadt Israels an. Trumps Politik spreche angeblich gezielt Wähler an, die einen weißen Nationalstaat wünschen – unplausibel, denn diese machen nur einen Bruchteil aller Wähler aus. Auch der Amoklauf in einer Zeitungsredaktion sei auf die scharfe Rhetorik des US-Präsidenten gegenüber Journalisten zurückzuführen. In Wirklichkeit war der Täter jedoch ein Stalker.
Auch Berater Steve Bannon wurde als Antisemit bezeichnet, obwohl er überzeugter Zionist ist. Auf Bannons Website wurde Irving Kristol als „abtrünniger Jude“ beschimpft – der jüdische Autor David Horowitz hatte ihm jedoch lediglich vorgeworfen, Israel zu schwächen. Trump-Unterstützer Milo Yiannopolous ist in den Augen des Spiegel ein Rassist. Tatsächlich hatte er eine schwarze Schauspielerin als „heißen, schwarzen Kerl“ bezeichnet – ihr also die Weiblichkeit abgesprochen. Privat ist Yiannopolous übrigens mit einem „heißen, schwarzen Kerl“ verheiratet.
Ein besonders peinliches Beispiel: Erst kürzlich amüsierte sich der Spiegel darüber, dass Trump in einem Tweet den Namen seines Verteidigungsministers nicht mit Esper, sondern mit Esperanto angegeben hatte. Klar, „Schrecklicher Verdacht: Besitzt Trumps Handy eine Autokorrekturfunktion?“, wäre eine weniger spektakuläre Schlagzeile gewesen.
Kontaktschuld
Der ehemalige Spiegel-Redakteur Matthias Matussek feierte im März seinen Geburtstag. Viele frühere Kollegen und weitere Medienvertreter waren eingeladen, allerdings auch Mario Müller. Der IB-Aktivist ist wegen Körperverletzung vorbestraft und wird dem rechtsextremen Spektrum zugeordnet. Comedian Jan Böhmermann stellte medienwirksam die Anfrage an den Spiegel, ob dieser von den Umtrieben seiner Mitarbeiter wisse und wie er die Teilnahme an der Geburtstagsfeier bewerte. Das ist McCarthyismus in Reinform. Nicht mehr eigene Verfehlungen, sondern die Bekanntschaft mit den „falschen“ Freunden wird als Anklage hervorgebracht. Stichwort: Kontaktschuld. Müller ist jedoch nur einem äußerst kleinen Publikum bekannt. Den meisten Geburtstagsgästen dürfte nicht klar gewesen sein, mit wem sie da feierten. Und selbst wenn: Das wäre noch lange kein Beweis dafür, dass sie Gewalt gutheißen.
Gegen diese Vorgehensweise ist die AfD immun. Die Medien bleiben in ihrer Berichterstattung bei der Wahrheit. Allerdings entscheiden sie sehr genau, welchen Teil der Wahrheit sie ihrem Publikum präsentieren. Aus einer ohnehin rechtslastigen Partei werden die besonders exponierten Beispiele herausgepickt, so dass der gemäßigte Teil in den Hintergrund rückt. Und ohne Zweifel lügen die Medien über Themenfelder, die von der AfD bevorzugt in Angriff genommen werden. Sehr wohl kam es durch die Flüchtlingskrise zu einem Anstieg bei Gewalttaten, und ihre Integration in den Arbeitsmarkt verläuft mehr als schleppend. Und hatte es vor dem Anschlag auf dem Breitscheidplatz nicht überall geheißen, die Syrer seien keine Terroristen, sondern flüchteten vor dem Terrorismus?
Nur ein Beispiel, dass die Wahrheit beim Spiegel optional ist: Im Sommer wurde über sexuelle Übergriffe durch Deutsche auf Mallorca berichtet. Da jedoch auf das Zeigen von Bildern oder die Nennung von Namen verzichtet wurden, blieb dem Leser die kurdische Herkunft der Täter verborgen.




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