Mehrere Stunden lang sollten am Freitag im Volksbad Berlin ausdrücklich nur "schwarze, afrikanische und afrodiasporische" Menschen Zutritt bekommen. Nach heftiger Kritik wurde die Veranstaltung abgesagt – und das Bad im vorgesehenen Zeitraum geschlossen.
picture alliance/dpa | Christophe Gateau
Am Freitag wollte die NGO Each One Teach One (EOTO) das Berliner „Volksbad“ für sechs Stunden mieten. Brisant: Mit dieser Aktion sollte ein „Safe space“ für Dunkelhäutige im Berliner „Volksbad“ entstehen, nur schwarze, afrikanische und afrikanischstämmige Menschen sollten Zutritt erhalten.
Nach öffentlicher Berichterstattung und viel Kritik im Netz wurde die Veranstaltung nun abgesagt. Als Grund nennt EOTO rassistische Äußerungen und Gewaltandrohungen, die nach Darstellung der NGO infolge der „bundesweiten und zumeist polemischen Berichterstattung“ aufgekommen seien. Der Verein beklagt „rassistische Droh-E-Mails sowie Gewaltandrohungen und diskriminierende Kommentare auf Social-Media“ erhalten zu haben und sieht ein „akutes Sicherheitsrisiko für alle angemeldeten Personen – vor allem aber für Kinder und Jugendliche.“
Stattdessen habe man gemeinsam mit der Volksbühne beschlossen, das Volksbad in dem geplanten Zeitraum zu schließen. Kein Zugang nur für Schwarze? Dann geschlossen für alle. „Aus Solidarität mit der Schwarzen Community.“ Mitarbeiter der Volksbühne brachten vor dem Theater ein großes Transparent mit der Aufschrift „Fickt euch!“ an. Die Solidarität mit der „schwarzen Community“ scheint sich also vor allem in Aggression gegen die Gesamtbevölkerung auszudrücken.
300.000 Euro Steuergeld – ein Swimming Pool für alle?
Geplant war alles ganz anders. Das 25 Meter lange Planschbecken feierte seine Eröffnung am 7. August 2026. Mit 300.000 Euro Steuergeld sollte das „Volksbad“ ein Statement gegen marode Infrastruktur und kommerzialisierte Räume sein. So sagt es zumindest Volksbühnen-Intendant Matthias Lilienthal. Der Eintritt ist gratis, Ausweiskontrollen gibt es nicht.
Wer an diesem Freitag mit „Volk“ gemeint gewesen wäre und an einem heißen Sommertag Zutritt zur Abkühlung gehabt hätte, wollte nun also die NGO entscheiden. Womit sich die Frage stellen würde, ab wann zum Beispiel ein Afrodeutscher als dunkel genug gilt, um als „afrodiasporisch“ durchzugehen. Und wären weiße Südafrikaner erlaubt, weil sie „afrikanisch“ sind, oder hätten sie draußen bleiben müssen, weil sie nicht „schwarz“ sind?
Laut Pressestatement von EOTO habe die Berliner Volksbühne die Kinder- und Jugendabteilung von Each One Teach One eingeladen, um das „Volksbad“ für eine geschlossene Veranstaltung zu nutzen.
Die Begründung hat es in sich: „Schwarze, afrikanische und afrodiasporische Menschen sind in Deutschland in zahlreichen Lebensbereichen von einer umfassenden gesellschaftlichen Teilhabe ausgeschlossen. Dem wollten wir mit diesem Angebot punktuell entgegentreten und einen Raum schaffen, in dem Schwarze Kinder und Jugendliche ein paar schöne Stunden im Volksbad erleben können.“
Wie äußert sich der hier behauptete Ausschluss von „umfassender gesellschaftlicher Teilhabe“ in „zahlreichen Lebensbereichen“? Dürfen schwarze Menschen nicht in die Schule, nicht an die Universität, nicht ins Kino, oder nun eben – nicht ins Schwimmbad?
Hier zeigt sich, dass der Verein von völlig illusorischen Voraussetzungen ausgeht, und ein Opfernarrativ spinnt, das es in dieser Form schlicht nicht gibt. Dass Schwarze Anfeindungen und Rassismus ausgesetzt sind, ist Fakt. Daraus aber eine allgemeine systemische oder strukturelle Diskriminierung abzuleiten und zu behaupten, ist absurd.
Zumal: Selbst wenn dies der Fall wäre, könnte man gesellschaftlichen Ausschluss wohl kaum mit gesellschaftlichem Ausschluss bekämpfen.
Die steuerfinanzierte Nichtregierungsorganisation scheint weißen Menschen pauschal Rassismus zu unterstellen und Rassentrennung unter umgekehrten Vorzeichen zu propagieren. Frei nach dem Motto: Wir wollen weiße Menschen und jene, die nicht „schwarz, afrikanisch und afrodiasporisch“ sind, spüren lassen, was wir fühlen, wenn wir diskriminiert werden.
Nach dieser Logik darf man pauschal weiße und andere nichtschwarze Berliner ihrerseits ausschließen, auch wenn diese an rassistischer Diskriminierung gar keinen Anteil haben.
Doch Diskriminierung aufgrund der Hautfarbe wird nicht dadurch richtig, dass sie die vermeintlich richtige Gruppe trifft. Rassentrennung, wie sie jahrzehntelang in den USA und Südafrika praktiziert wurde, war ein schweres Unrecht. Es ist grotesk, dass nun dieselbe Logik von Menschen dunkler Hautfarbe als legitim betrachtet wird.
„Es sind doch nur sechs Stunden“
In den sozialen Medien wurden auch Kommentare laut, die darauf hinwiesen, dass es sich doch nur um sechs Stunden handle. Tatsächlich: Sechs Stunden sind insgesamt nicht viel – nicht einmal ein ganzer Tag. Doch dahinter steht die Haltung, man müsse doch Schwarzen gönnen, wenigstens ein paar Stunden lang „ungestört“ zu baden.
Diese Haltung ist zutiefst rassistisch. Nicht die Dauer ist das Problem, sondern das Prinzip: Würde man den Zutritt zu einem öffentlichen Freibad einer anderen ethnischen Gruppe, wie beispielsweise Juden, Chinesen oder Arabern verweigern, wäre die Empörung vermutlich groß – und das zu Recht.
Ein öffentlicher Raum sollte für jedermann zugänglich sein – unabhängig von seiner Hautfarbe, Religion, von seinem Aussehen oder Bildungsgrad. Ein Ausschluss wird gerechtfertigt aufgrund des Verhaltens: Wer andere belästigt, bedroht oder gegen die Regeln verstößt.
Natürlich können eigene Angebote für bestimmte Gruppen sinnvoll sein. Es gibt Kinder- und Seniorenschwimmen; auch Frauenschwimmen ist ein traditionelles Angebot mancher Schwimmbäder. Doch bedürfnisorientierte Angebote haben nicht zuerst diskriminierenden Charakter: Man will einer Gruppe gerecht werden, der Ausschluss anderer ist ein Nebeneffekt. Wer hingegen das Bedürfnis hat, nur unter Schwarzen zu sein, kann dafür nicht einen öffentlichen und mit Steuergeld finanzierten Raum beanspruchen.
Rassismus existiert. Ihn durch Rassismus bekämpfen zu wollen, ihm durch Rassentrennung Paroli bieten zu wollen, ist jedoch wohl kaum eine Lösung.
Rassentrennung im Jahr 2026?
Man stelle sich einen Verein vor, der in einem öffentlichen Freibad einen Slot ausschließlich für Weiße mietet. Die Empörung wäre gewaltig. Die Antifa mit ihren Hämmern wäre sofort zur Stelle. Warum sollte das Prinzip plötzlich ein anderes sein, wenn man die Gruppen vertauscht?
Hier wird also mit zweierlei Maß gemessen. Grüne und Linke stehen politisch immer für Inklusion und Diversität. Wie die praktische Umsetzung dann in der Realität aussieht, wollte EOTO zeigen: Menschen in immer kleinere Herkunfts- und Identitätsgruppen aufzuteilen.
Millionen für EOTO – aber bitte als Spende
EOTO betreibt das im Mai eröffnete Black Communities Center in Berlin, dessen Bau rund 10,5 Millionen Euro kostete – knapp neun Millionen davon kamen aus öffentlichen beziehungsweise öffentlich getragenen Mitteln.
Das soll jedoch nicht genügen. Nach der Absage der Veranstaltung fordert der „Aktivist“ Suraj Mailitafi vom Bündnis Widersetzen auf Instagram eine Spende von 131.200 Euro für EOTO.
Zudem will er „Klare Maßnahmen gegen Racial und anti-Schwarzen Rassismus bei der Berliner Polizei“ und verpflichtende monatliche „Antirassismus-Workshops“ für CDU-Politiker.
Befremdliches Opfergebaren ausgerechnet von Mailitafi, der sich nach gewaltsamen Angriffen auf Reporter von Apollo News beim AfD-Parteitag in Erfurt nicht ausdrücklich von der Gewalt distanzierte.
Kulturkampf der anderen Art
Der Comedian Aurel Mertz beklagt auf Instagram sinngemäß, der „Black Community“ werde wegen eines „Kulturkampfs“ ein Safe Space genommen. Doch genau der Begriff „Safe Space“ führt zum eigentlichen Problem: Warum soll ein Schwimmbad für Schwarze Menschen erst dann sicher sein, wenn Weiße draußen bleiben?
Die Hautfarbe begründet weder per se ein Schutzbedürfnis noch einen Opferstatus – noch macht sie einen Menschen zur Gefahr für andere.
Ist es nicht genau dieses Denken, welches Linke und Grüne der AfD und allen Nichtlinken vorwerfen? Der weiße Besucher des „Volksbades“, der sich einen schönen Tag machen wollte, ist ebenso wenig ein Rassist, nur weil andere Weiße rassistisch handeln, wie ein Syrer zum Gewalttäter wird, nur weil Menschen seiner Herkunft in Kriminalstatistiken überproportional repräsentiert sind.
Social Media als Ausdruck der Meinungsfreiheit
Es ist bedauerlich, dass der Verein im Zuge der Ankündigung der Aktion auch Ziel von Droh-E-Mails und Beleidigungen wurde. Allerdings muss man sauber unterscheiden: Gewaltandrohungen sind keine berechtigte Kritik und durch nichts zu entschuldigen. Kritik an einer Veranstaltung, die sich im öffentlichen Raum abspielt, ist hingegen Ausdruck der Meinungsfreiheit.
EOTO sollte die Kritik zum Anlass nehmen, eigene rassistische Denkmuster zu hinterfragen.


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Ich werde das ungute Gefühl nicht los, dass wir auf einen Bürgerkrieg zusteuern.
Die patriotischen, autochthonen Menschen in Deutschland haben es einfach satt, sich von rot-grünen Terroristen auf der Nase herumtanzen zu lassen.