Eineinhalb Stunden dauerte die Operation im Universitätsklinikum Agostino Gemelli im römischen Stadtteil Trionfale: Leo XIV. wurde der untere Lappen der rechten Lunge entfernt, der 71-jährige Papst hat Lungenkrebs.
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Die an die Operation anschließende histologische Untersuchung bestätigte ein Lungenadenokarzinom, die häufigste Form von Lungenkrebs. Der Eingriff verlief nach Angaben des Vatikans erfolgreich und ohne Komplikationen.
Der Heilige Vater hatte den Befund am Sonntag während des Angelus-Gebets selbst öffentlich gemacht – ein ungewöhnlich transparenter Schritt für einen Papst. Bei einer Kontrolluntersuchung sei ein Knoten in „sehr frühem Stadium“ und gut lokalisiert entdeckt worden. Auf Anraten der Ärzte entschied er sich zur Operation. Der eigentliche Eingriff dauerte etwa 90 Minuten und wurde videoassistiert durchgeführt, um eine radikale Entfernung des Tumors zu gewährleisten. Insgesamt verbrachte Leo rund drei Stunden im Operationssaal. Er wachte planmäßig auf und befindet sich nun in seinem Zimmer im zehnten Stock des Krankenhauses, wo auch mehrere Vorgänger behandelt wurden. Mit einer Erholungszeit von etwa einer Woche wird gerechnet.
Ein Lungenadenokarzinom entsteht aus Drüsenzellen und wächst häufig in den äußeren Lungenbereichen, weshalb es lange unbemerkt bleiben kann. Wird es früh erkannt und operativ entfernt, sind die Aussichten auf eine Heilung in der Regel günstig. Weitere Untersuchungen des entfernten Gewebes stehen noch aus; über eine mögliche Chemotherapie wurde bislang nicht gesprochen. Leo XIV. galt bisher als sehr fit: Er spielt Tennis, schwimmt und treibt regelmäßig Sport. Mit 71 Jahren ist er vergleichsweise jung für das Amt – bei seiner Wahl im Mai 2025 spekulierten viele über ein langes Pontifikat.
Besondere Gefährdung war bekannt
Die familiäre Krebs-Belastung ist groß: Beide Eltern des Papstes starben an dieser Krankheit. Sein älterer Bruder Louis Prevost, ein in Florida lebender US-Navy-Veteran, liegt derzeit selbst wegen einer Krebserkrankung im Krankenhaus und rief öffentlich zum Gebet für den Pontifex auf.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wünschte Leo XIV. eine baldige und vollständige Genesung. Die Stimme des Papstes zu den Herausforderungen der Zeit sei „über die konfessionellen Grenzen hinaus von besonderer Bedeutung“, erklärte er und erinnerte an ihre persönliche Begegnung im September 2025.
Robert Francis Prevost ist der erste Papst aus den Vereinigten Staaten, der erste Augustiner und Doppelbürger der USA und Perus. Vor seiner Wahl im Mai 2025 hatte er länger als zwei Jahrzehnte als Missionar und Bischof in Peru gewirkt – unter anderem als Bischof von Chiclayo – und von 2001 bis 2013 als Generalprior den weltweiten Augustinerorden geleitet. Als Präfekt des Dikasteriums für die Bischöfe unter Franziskus war er maßgeblich an der Auswahl von Bischöfen weltweit beteiligt.
Sein erstes Pontifikatsjahr war geprägt von Kontinuität und gezielter Eigenständigkeit. Mit der apostolischen Exhortation Dilexi te („Ich habe dich geliebt“) vom Oktober 2025 nahm er ein von Franziskus begonnenes Dokument zur Liebe zu den Armen auf und stellte die Option für die Armen erneut ins Zentrum kirchlichen Handelns. Friedensappelle – „Nie wieder Krieg“ – prägten seine öffentlichen Auftritte ebenso wie ökumenische und interreligiöse Gesten.
Leo hat mehr als 200 Bischofsämter besetzt, ökologische Projekte im Sinne von Laudato si’ vorangetrieben – darunter die Gründung einer Stiftung für einen großen Solarpark – und die vatikanischen Finanzen stabilisiert. Gleichzeitig betonte er die innere Einheit und den Dialog in einer polarisierten Kirche.
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