Nach Sachsen-Anhalt machen die Staatsparteien mehr weiter wie bisher

Klingbeil legt für Merz den nächsten Schulden-Haushalt vor. In Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin warten die nächsten CDU-Wahlkatastrophen, der Frühherbst setzt ein und ob es in einem richtige Winter genug zu heizen gibt, ist ungewiss.

Gestern Mittag kritisierte CDU-Vormann und Bundeskanzler Merz den CDU-MdB Sepp Müller heftig, am Abend trat der für den CDU-Vorsitz in Sachsen-Anhalt an. Müller hatte am Donnerstag vor der Wahl gesagt: „Sollten die Umfrageergebnisse Wahlergebnisse werden, dann hat Ulrich Siegmund mit der AfD einen Regierungsbildungsauftrag (Politico).“

Bevor die Staatsparteien und die anderen Verdächtigen wie üblich über alles reden und nichts sagen, sollten sie auf die Wirklichkeit schauen.

Einmal Hü und einmal Hott. AfD-Vormann Tino Chrupalla ist optimistisch, Ulrich Siegmund kann Ministerpräsident werden (RTL und ntv): „Ich bin absolut zuversichtlich, dass er das hinbekommt und dass er in einigen Punkten vielleicht sogar kompromissbereit ist. Das ist ja auch Aufgabe der Politik.“ Es gebe „immer Punkte“, bei denen die AfD auf andere zugehen könne. Eine Mehrheit von nur einer Stimme sei dafür ausreichend. Siegmund hatte zuvor gesagt, er könne mit einer Mehrheit von nur einer Stimme „auf gar keinen Fall“ Ministerpräsident werden. Die AfD habe Wahlversprechen gemacht, „die eingehalten werden wollen und auch sollen“. Das sei man den Wählern schuldig. „Nicht um jeden Preis wird es einen Ministerpräsidenten Ulrich Siegmund geben. Da muss die Konstellation stimmen.“ Die AfD wolle „eine starke Regierung, eine verlässliche Regierung“ und keine Verhältnisse wie in Thüringen. – So schnell geht es bei der AfD zu wie bei den anderen Parteien? Schau’n mir mal, dann seh’n mir scho.

Eine „falsche Schlussfolgerung“ des Wahlergebnisses „wäre, dass man die vielfachen Reformen, die wir in Angriff genommen haben, nicht mit einem hohen Tempo weiter fortsetzte“, sagte Unions-Fraktions-Vormann Thorsten Frei, diese Reformen seien „kein Selbstzweck“, sondern sollten Raum für Wirtschaftswachstum schaffen. SPD-Vorfrau Bärbel Bas meint:“Wir haben uns für Reformen entschieden, weil sie notwendig sind, damit unsere sozialen Sicherungssysteme auch in Zukunft bestehen können und die Wirtschaft wieder in Schwung kommt … Aber wir dürfen die Sozialreformen nicht gegen die Menschen machen. Wir wollen gleichzeitig sichere Arbeitsplätze, gute Löhne sowie sinkende und nicht steigende Preise.“ – Merke, nach Sachsen-Anhalt ist wie vorher. Berufspolitiker haben gelernt, sich um andere als sie nicht zu kümmern. 

CDU-Hessen-MP Boris Rhein plädiert für eine Abkehr vom „Brandmauer“-Begriff. Das Sprachbild sei „nicht christdemokratisch“. Viele AfD-Wähler seien verunsichert und hätten Abstiegsängste, die man mit einem zu hohen Reformtempo sogar noch verstärke. Daher müsse man möglicherweise sogar „das Tempo rausnehmen“ und sich zunächst auf die wirklich wichtigsten Reformelemente beschränken( Welt). Der Wahlausgang in Sachsen-Anhalt sei „der letzte Warnschuss gewesen“. Seine feste Überzeugung sei: „Mit allen reden, über alles reden, Brücken in die Mitte bauen, sie nicht hinter Brandmauern stoßen.“ Das sei „der falscheste Weg, den man begehen kann“.

Das Festhalten an den Sozialreformen fordert Wirtschaftsweise Veronika Grimm. Das Ausbleiben „wirksamer Reformen“ treibe immer mehr politisch erreichbare Wähler zur AfD (RP). Für eine signifikante Gruppe an Wählern entstehe der Eindruck, dass die „demokratische Mitte“ die „notwendigen Reformen“ dauerhaft nicht mehr zustande bringe. Die „größte Gefahr für die politische Mitte“ bestehe nicht darin, „zu viele Reformen zu wagen“, sondern darin, „notwendige Reformen aus Angst vor Stimmenverlusten immer weiter aufzuschieben … Die politisch erreichbaren AfD-Wähler gewinnt man nicht durch Warnungen vor der AfD zurück, sondern nur durch glaubwürdige Problemlösungen.“ Grimm zufolge setzt ein Teil der Wähler nicht auf die AfD, weil er ihrer Wirtschaftspolitik vertraut: „Er setzt auf Disruption, weil er der politischen Mitte keine Reformfähigkeit mehr zutraut. Das ist eine riskante Wette mit offenem Ausgang.“

Die deutsche Autoindustrie sieht keine Wachstumschancen mehr in Europa. „Fakt ist, dass die europäische Industrie unter den schlechten Standortbedingungen nicht mehr wachsen kann“, sagte VDA-Präsidentin Hildegard Müller dem Pro-Newsletter Industrie und Handel von Politico. Die Industrie wandere ab, „um im internationalen Wettbewerb weiter agieren zu können“. Müller fordert eine „Wachstumsagenda“ und einen stärkeren Fokus auf Standortpolitik. Ein Erkenntnisproblem sieht Müller auch in der EU. Wer an Regulierung als Wettbewerbsvorteil glaube, ignoriere Daten und Fakten.“ Dieses Herumdoktern an Symptomen sei „Ausdruck einer Verweigerung, die eigenen Probleme anzugehen“: die fehlende Konkurrenzfähigkeit.

Mecklenburg-Vorpommerns SPD-MP Manuela Schwesig an CDU-Kanzler Friedrich Merz: „Zuallererst muss der Bundeskanzler einen anderen Ton gegenüber den Menschen anschlagen. Seine – teilweise – Beschimpfungen, alle würden zu wenig arbeiten und Vier-Tage-Woche, gehen an der Realität, hier in meinem Bundesland jedenfalls, vorbei. Viele Menschen arbeiten Vollzeit. Viele haben Kinder, um die sie sich kümmern, und gleichzeitig pflegebedürftige Angehörige. Und das ist ein Riesenspagat. Und viele haben dabei nur kleine Einkommen. Und deshalb ist es wichtig, gerade diese arbeitende Mitte zu unterstützen.“ Die Reformpolitik insgesamt müsse auf den Prüfstand. „Der Bundeskanzler und die gesamte Bundesregierung müssen die Konsequenzen aus dieser Wahl ziehen: „Es muss umgedacht werden bei Sozialreformen… Der Sozialstaat muss stabilisiert werden und Arbeitskosten dürfen nicht steigen. Aber es kann nicht sein, dass ausgerechnet die, die am meisten arbeiten, am meisten einzahlen, die sind, die die Hauptlast tragen. Auch das wird von vielen als ungerecht empfunden. Und deshalb ist es wichtig, hier umzusteuern und vor allem auch dafür zu sorgen, dass die Wirtschaft, der Klein- und Mittelstand, wieder vorangebracht wird. Denn die wirtschaftliche Perspektive und soziale Gerechtigkeit, das sind zwei elementare Dinge, damit die demokratische Mitte zeigt, wie ein Land gut in die Zukunft geführt wird.“ Schwesig erneuerte ihre Forderung nach einer Rücknahme der Streichung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren: „Nur eine kleine Härtefallregelung reicht nicht. Es geht darum, dass die Menschen, die am längsten arbeiten und einzahlen, nicht diejenigen sein können, die sozusagen die größte Last tragen.“ Sie finde es „gut, dass der Kanzler und auch Bärbel Bas und Lars Klingbeil sagen, darüber müssen wir noch mal reden“. – Merke: Nach Sachsen-Anhalt ist wie vor den Reformplänen Merz-Klingbeil.

Die nächsten Wahlen. Nach dem Debakel der Union in Sachsen-Anhalt verlangt der niedersächsische CDU-Vormann Sebastian Lechner Konsequenzen. Die Botschaft der Wähler in Sachsen-Anhalt sei aber klar: Es müsse sich etwas ändern. Für die CDU Niedersachsen richte sich der Blick nun auf die Kommunalwahlen: „Wir wollen wieder stärkste politische Kraft in Niedersachsen werden.“  – Die Briefwahl der Kommunalwahlen in Niedersachsen laufen seit Mitte August, Urnenwahl und Zähltag sind am Sonntag, 13. September 2026. Wo bei Direktwahlen (z. B. Bürgermeister oder Landräte) niemand die erforderliche Mehrheit erreicht, finden Stichwahlen am 27. September 2026 statt. Gewählt werden u. a. Stadt-, Gemeinde- und Samtgemeinderäte, Kreistage, die Regionsversammlung der Region Hannover sowie vielerorts (Ober-)Bürgermeister und Landräte. – In Mecklenburg-Vorpommern und Berlin läuft die Briefwahl für ihre Landtage längst. Urnenwahl und Zähltag sind am Sonntag, 20. September. – Also wird TE die nächsten Wahlwetten starten. Die Wett-Ergebnisse für Sachsen-Anhalt waren treffsicherer als die der ÖRR-Institute.

Die Bundesregierung will die EU-Verpackungsverordnung ändern (HB). Konkret sollen Kleinhersteller, die jährlich weniger als zehn Tonnen Verpackungsmaterial produzieren, davon ausgenommen werden, einen Bevollmächtigten zu ernennen. Ein zentrales Register soll die bisher 27 nationalen ersetzen. Hersteller könnten dann eine europaweite Registrierung vornehmen. Die Verpackungsverordnung ist seit Sommer in Kraft und soll den Verpackungsmüll in der EU reduzieren. Zugleich beklagten Unternehmen bürokratische Hürden. Kleine Unternehmen hatten deshalb gewarnt, dass sie den Versand ins Ausland unter den neuen Bedingungen einstellen müssten. – Brüssel: Erst mal vorschreiben und Mist ersetzen durch neuen Mist. 

Putin sagt, der Ukraine-Krieg kann bald enden, Trump meint das auch und zugleich für den Iran-Krieg. Mal schau’n, ob die zwei schneller zu Potte kommen als Merz.

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Kommentare ( 11 )

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Haba Orwell
1 Stunde her

> Mecklenburg-Vorpommerns SPD-MP Manuela Schwesig an CDU-Kanzler Friedrich Merz

Goldene Klos in Kiew, Rüstung, exzessive Migration und Klimahysterie erwähnt sie dabei gar nicht – die kosten aber am meisten.

Haba Orwell
1 Stunde her

> Urnenwahl und Zähltag sind am Sonntag, 13. September 2026.

Hier weniger aussagekräftig – die Diktatur hat viele AfD-Kandidaten ausgeschlossen.

Danton
1 Stunde her

Die Politiker der letzten 3 Regierungen, also jene die das Land mit voller Wucht an die Wand gefahren haben, die aus Deutschland ein Barbarenland gemacht haben in dem Mord und Totschlag, in dem Korruption und das arabische Clanwesen die einzige Konjunktur versprechen, diese Leute wollen das Land Reformieren. Das ist das Schlimmste was diese Leute dem Land antuen können. Das diese Bande von Idioten das ganze angerichtete Elend noch mit ‚Reformen‘ betonieren. Ich bleibe dabei, Deutschland ist eine offene Psychiatrie in dem gesunder Menschenverstand kein Bestand hat.

Haba Orwell
1 Stunde her

> Trump meint das auch und zugleich für den Iran-Krieg.

Der hat bereits oft erzählt, den Krieg gewonnen und Irans Öl erobert zu haben.

littlepaullittle
1 Stunde her

Wie stellt man sich die endlosen Debatten im Konrad-Adenauer-Haus vor?
M: „Was sollen wir jetzt machen?“
A: „Benzinpreis <1,80E, Strompreis <20C/hWh, KV/PV-Beitraege reduzieren, Soli weg, alle Illegalen und Kriminellen Fremden sofort raus, NGOs beenden, Subventionen kuerzen, Atomkraftwerke bauen, kein Geld ins Ausland, Schulden runter, Entwicklungshilfe nur fuer Deutschland, Propaganda-TV neutralisieren.“
M: „Das wollen wir aber nicht.“
A: „Aber alles, was wir sagen und tun, hilft der AfD.“
M: „Nein.“
A: „Doch.“
M: „Ooooh. Was gibt’s denn heute vom Catering ?“

littlepaullittle
1 Stunde her

Gelegenheit macht ……… Opportunisten:
Der israelische Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir empfahl Natanjahu die Anerkennung der Inseln Las Malvinas (brit. Falklandinseln) als argentinisches Territorium.
Das klingt wie die Melodie, die Trump bereits gesungen (England war s.M.n. nicht sehr hilfreich in der Strasse von Hormus): Man will den Englaendern eventuell keine Unterstuetzung mehr bei der Auseinandersetzung um diese Inseln geben.
Milei freut das sehr und verklagt britische Firmen, die dort nach Oel suchen.
Und jeder, der in Argentinien war, sieht an jeder Strassenecke, dass die Malvinas irgendwann wieder eingemeindet werden.

littlepaullittle
1 Stunde her

Und die EU schlaegt wieder zu:
Der „Draft Affordable Housing Act“ liegt auf dem Tisch. 
Mit anderen Worten: Wiederum massiver Sozialismus trifft auf den Immobilienmarkt.

littlepaullittle
1 Stunde her

Und noch eine „Tu-Du-Liste“
Musk hat die Top-Liste der Personen veroeffentlicht, die die Sozialisten (Democrats) in den USA finanzieren: 
Wer die Sozialisten nicht weiter unterstuetzen will (in absteigender Reihenfolge), darf kein Bloomberg mehr sehen/lesen, Apple und Microsoft kaufen, Facebook oder LinkedIn nutzen, im Hyatt uebernachten, Netflix schauen, Filme von Spielberg oder Lucas sehen, ……

littlepaullittle
1 Stunde her

Nicht jeder, der da hoch besoldet, 
hat seine Zeit mit Geist vergoldet.
Der litauische Praesident Nauseda hat etwas falsch verstanden.
Er sagte: „Der deutsche Bundeskanzler Merz hat die Ukraine unterstuetzt, aber es war nicht genug, um die Wahl (S-A) zu gewinnen.“
1: Die Wahl wurde gewonnen ! 
2: Die Wahl wurde u.a. auch gewonnen, WEIL Herr Kanzler die Milllarden ins ukrainische Feuerwerk geschmissen hat. Und nicht einmal hat er ein Gespraech mit Russland gesucht.
Im Ausland traut man immerhin der Regierung Klingbeil/Merz zu, zur Ablenkung von Sachsen-Anhalt, einen Krieg mit Russland zu beginnen. (So der slovakische Praesident Fico.)

littlepaullittle
1 Stunde her

Kleine Anfrage an unsere Lordschaft, Lord Fauntleroy:
Wenn jetzt schon so viele Flaechen mit Solarpanelen zersiedelt sind, wenn so viele Menschen mit Blockkraftwerken und PV-Anlagen Strom liefern, wenn so viele Voegel im Namen der GRUENEN geschreddert werden und Flora und Faune mit PFAS verseucht, ….
Wieso ist der Strompreis dann immer noch so hoch ?