Flüchtlingsrat warnt vor „Sachsen-Anhalt-Effekt“ – Türkenverband: unzumutbar, Asylbewerber dorthin zu schicken

Der Flüchtlingsrat warnt vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern vor einem ähnlichen Ergebnis wie in Sachsen-Anhalt. Die Türkische Gemeinde fordert, Menschen mit Migrationsgeschichte in Sachsen-Anhalt „aktiv vor Rechtsextremisten“ zu schützen und die Residenzpflicht aufzuheben. Man dürfe nicht erst reagieren, „nachdem Menschen getötet wurden“.

picture alliance/dpa/Revierfoto | Revierfoto / Xrx

Der deutsche Flüchtlingsrat ist bekanntlich keine staatliche Behörde, sondern eine unabhängige, zivilgesellschaftliche Organisation, die sich für die Rechte von Geflüchteten und Asylwebern einsetzt. Die Länderorganisationen sind untereinander und mit der Bundesorganisation Pro Asyl vernetzt. Nach dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt meldete sich nun der Flüchtlingsrat Mecklenburg-Vorpommern: Die Gruppierung hat vor einem ähnlichen Ergebnis im Nordosten Deutschlands gewarnt. „Was dort geschehen ist, kann sich auch hier wiederholen“, erklärte das Gremium.

In Mecklenburg-Vorpommern, wo am 20. September der neue Landtag gewählt wird, liegt die AfD in den Umfragen weiterhin vorne, aber deutlich unter der 40-Prozent-Marke. Der aktuelle Infratest-dimap-Trend vom Ende August sieht die Partei bei 35 Prozent, die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig bei 32 Prozent. Die Linke kommt auf 11, die CDU auf 8, die Grünen auf 5 Prozent. Das BSW liegt bei 4 Prozent. Rot-Rot-Grün wäre damit rechnerisch möglich, eine Regierungsbildung aber schwierig.

Der Flüchtlingsrat warnt nun: Das Ergebnis in Sachsen-Anhalt zeige, wohin eine Debatte führe, in der rassistische Positionen normalisiert, Menschen mit Migrationsgeschichte zum Problem erklärt und Abschiebungen als politischer Erfolg verkauft würden. Und die NGO verwendet bei ihrem Statement auch die Aufforderung der Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer: „Seid Menschen!“ Demokratie lebe davon, wie über andere Menschen gesprochen werde und ob Menschenwürde verteidigt werde.

Ähnlich äußerte sich der Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt. Dessen Sprecher Saaeid Saaeid sagte, das Ergebnis löse schon jetzt große Angst aus. Menschen, die seit Jahren im Land leben, fragten sich, ob sie bleiben könnten. Die Forderung an jede demokratische Regierungsbildung: Geflüchtete schützen, Aufenthaltsperspektiven schaffen und Zugänge zur Gesellschaft ermöglichen.

Die Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD) fordert nach der Wahl in Sachsen-Anhalt von der Bundesregierung die Aufhebung der Residenzpflicht in dem Bundesland, wie Bild berichtet. Der TGD-Vorsitzende Gökay Sofuoglu hält es danach für unzumutbar, Asylbewerber nach Sachsen-Anhalt zu schicken. Die Residenzpflicht gestattet einem Asylbewerber während des laufenden Asylverfahrens den Aufenthalt nur im Bezirk der zuständigen Aufnahmeeinrichtung.

Sofuoglu sagte zu dpa, die Politik müsse Menschen mit Migrationsgeschichte in Sachsen-Anhalt fortan „aktiv vor Rechtsextremisten schützen“, Geflüchtete seien besonders gefährdet. Niemand sollte an einem Ort bleiben müssen, an dem er oder sie zur Zielscheibe von Rechtsextremisten werden könne. Sofuoglu warnte: „Wir dürfen nicht erst reagieren, nachdem Menschen getötet wurden.“

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Kommentare ( 111 )

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M. Stoll
1 Monat her

Mecklenburger und Vorpommern, ihr habt es gehört, über 40% für die AfD und eine weitere „Bereicherung“ ist nicht zumutbar.
Wir schaffen das.

Michaelis
1 Monat her

Dieses Gesülze ist doch Jammern auf hohem Niveau. Ein bischen wie die Strategie von weiblichen Angeklagten, die es gewohnt sind in Tränen auszubrechen, um Mitleid bei Schöffen und Richtern zu erheischen.
WER sollte WARUM Angst haben, wenn die AfD Regierungsverantwortung übernähme??? Jedenfalls niemand von denen, die auf legale Weise in Deutschland leben und hier nicht nur nehmen wollen.

Last edited 1 Monat her by Michaelis
Britsch
1 Monat her

Unzumutbar Asylbewerber dort hin zu schicken
Warum? Weil dort dann Ihr Asiylgrund nach Gesetz geprüft wird und wenn er nicht entsprechend dem Gesetz ist kein Bleiberecht gewährt wird?

Diogenes
1 Monat her

„Man dürfe nicht erst reagieren, „nachdem Menschen getötet wurden“.

Ja, aber davor hättet ihr schon vor 15 Jahren warnen müssen. Jetzt sind die Wölfe und Schafe so unentwirrbar und „erfolgreich“ durchmischt, daß der friedliche Mensch keine Chance mehr hat sich vor den allzeit bereiten Mördern zu schützen. Es kommt einem so vor, als hätten wir mehr Wölfe untergemischt als es einer Schafsherde zum Überleben ausreicht.

Last edited 1 Monat her by Diogenes
Kassandra
1 Monat her
Antworten an  Diogenes

Nix gehört von denen, als welche mit Messern, Äxten und Autos Indigene ins Jenseits schickten.
Aber jetzt?

Manfred_Hbg
1 Monat her

Zitat: „Die Türkische Gemeinde fordert, Menschen mit Migrationsgeschichte in Sachsen-Anhalt „aktiv vor Rechtsextremisten“ zu schützen und die Residenzpflicht aufzuheben. Man dürfe nicht erst reagieren, „nachdem Menschen getötet wurden“. “
> EWIG das gleiche aus dieser „Bereicherungs-Ecke“ kommende Geplärre. – Anstatt solch Bullshit zu verbreiten, sollten sich die durch staatliche Steuergelder gemästete Türkische Gemeinde und der NGO-Flüchtlingsrat besser mal um die „Erdolf-Türkei“ und die dortigen Menschenrechte kümmern und sorgen.

Dieter Rose
20 Tage her
Antworten an  Manfred_Hbg

Wer schützt uns vor den Psychopathen?

na sowas
1 Monat her

Warum wandern dann die, ach so gefährdeten Türken nicht in ihre eigene Heimat aus und machen endlich Platz, für die „schon länger hier Lebenden“?

Britsch
1 Monat her

Der Türkenverband soll doch in die Türikei gehen und der Flüchtlingsrat soll mit seinen Flüchtlingen dort hin gehen wo die Flüchtlinge her kommen.
Hier sind beides nur „Gäste“ gäste können Fordern aber die Entscheidung liegt bei den Hausherren. Wem ers nicht paßt darf gerne gehen
Wir sind in Deutschland, hier ist Deutschland und da haben die Deutschen normalerweise das sagen. Ob dies wohl veröffentlicht wird?

Anna
1 Monat her

Sofuoglu warnte: „Wir dürfen nicht erst reagieren, nachdem Menschen getötet wurden.“
Kann mir mal jemand aushelfen? Mir ist nicht bekannt, das von diesen Leuten schon einmal gewarnt wurde, vor “ Flüchtlingen“ die hier schon länger lebende , in großer Anzahl töten.

Kassandra
1 Monat her
Antworten an  Anna

Zumal sich solche auch untereinander unters Messer nehmen – da war bislang meines Wissens noch gar kein Deutscher dabei! Und der in Hanau war psychisch krank.
Der, nach dem die AAA Stiftung benannt ist, muss deshalb auch immer wieder in Erinnerung gerufen werden.

Dieter Rose
20 Tage her
Antworten an  Anna

Welche Menschen wurden getötet?

Nibelung
1 Monat her

Wenn Türken sich hierzulande im Flüchtlingsrat zusammenfinden ist in ihrem Heimatland was falsch gelaufen und als Natomitglied dürfte man sowas am wenigsten erwarten und der Rest der illegal Eingewanderten, die auch noch einen Interessensverbund gegen uns gegründet haben ist die Perversion als solche sichtbar und wer das hinnimmt kann nicht normal sein, denn in keinem Land der Welt wird eine ungeprüfte Grenzüberschreitung hingenommen und das kann man nur bei Idioten oder Kollaborateuren gegen eigene Interessen machen.

Kassandra
1 Monat her
Antworten an  Nibelung

Und hier bei uns dann ansagen – aber dort dem Erdogan nicht den Marsch pfeifen können?
Ich hoffe, dass der Wind schwer dreht und Sturm voraus die Ordnung wieder herstellt!

Siggi
1 Monat her

Da haben die Recht. Die Asylanten sollte man gleich wieder in die Heimat schicken, anstatt hier die Kriminalitätsstatistik zu erhöhen.

Ich frage mich ernsthaft, was haben die für Dreck am Stecken, dass die sich so gegen die Wahrheit stellen.

Die Straftaten müssen so gewaltig sein, dass sogar die Justiz mitmacht. Mithin 8st die mit in die Schweinereien gegen das eigene Volk verwickelt.

Wir brauchen die AfD, um endlich die Wahrheit über die Politik seit mindestens 2010 zu erfahren. Dass auch die Mehrheit das will, zeigen die Umfragen.

Kassandra
1 Monat her
Antworten an  Siggi

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