Wie kommen wir schnellstmöglich aus dem Wohlstand raus?

Wer Wohlstand als Hindernis betrachtet, denkt zwangsläufig über dessen Beseitigung nach. Friedrich Merz liefert den wohl aufschlussreichsten Satz seiner Kanzlerschaft. Den Bürgern wird nun klar, warum diese Regierung so handelt, wie sie handelt.

picture alliance/dpa | Michael Kappeler

Endlich hat Friedrich Merz Deutschlands größtes Problem erkannt, das er nun lösen wird, nämlich Deutschlands Wohlstand. Beim Tag der Familienunternehmen in Berlin am Donnerstag bekannte Merz Farbe: „Ich sage das ohne jede Larmoyanz: Eine wohlhabende Gesellschaft zu verändern, ist viel schwieriger, als ein Land nach Krieg und Zerstörung wieder aufzubauen.“ Diesen fundamentalen Satz des Kanzlers, der mehr ertragen muss als alle Kanzler vor ihm, hat man erstmal für sich stehen zu lassen.

Gegen Friedrich Merz war Konrad Adenauer nur ein Leichtgewicht, der musste sich nicht mit dem Wohlstand abplagen, der hatte doch Ruinen, ein vom Krieg zerstörtes Land, Menschen, die hungerten. Was ist schon Hamburg, Dresden und Berlin im Mai 1945 gegen Hamburg, Dresden und Berlin im Mai 2026? Merz ist wirklich nicht zu beneiden.

Heißt also nach Merz, je zerstörter ein Land ist, umso leichter ist es, das Land zu verändern, weil man es nur wiederaufbauen muss. Ein Kinderspiel. Man möchte bitter spotten: Das konnten sogar Frauen, Trümmerfrauen. Und so richtig war Deutschland auch gar nicht nach dem Krieg zerstört, wie Merzens Außenminister in Damaskus feststellte, denn in Syrien sehe es, so der Apparate-Historiker, derzeit „schlimmer“ aus als in „Deutschland 1945“. Letztlich hatten auch nicht die Deutschen ihr Land wieder aufgebaut, sondern die Türken, so äußerte Wadephul kniefällig der türkischen Zeitung Hürriyet gegenüber: „Es waren ganz entscheidend auch Frauen und Männer aus der Türkei, die mit harter Arbeit unter teils sehr schwierigen Umständen das sogenannte ‚Wirtschaftswunder‘ möglich gemacht haben…“ Das Wirtschaftswunder ist für Wadephul nur „sogenannt“. Mehr Verachtung für die Deutschen zwischen 1950 und 1960 geht kaum.

Außer in Wadephuls Welt fand in der realen Geschichte der Wiederaufbau ab 1945, das Wirtschaftswunder in den fünfziger Jahren statt, das Anwerbeabkommen mit der Türkei datiert jedoch erst vom 30. Oktober 1961. Doch was interessiert Geschichte, wenn man eine Ideologie hat, und zwar eine rotgrüne, eine die die Deutschen verachtet? Was eigentlich ist mit Ostdeutschland, das für Merz und Wadephul nicht existiert, das doofe Ossi-Land, und mit dem Wiederaufbau dieses Teils Deutschlands, das keinen Mashall-Plan hatte, dafür aber Reparationen an die Sowjetunion zahlte?

Zurück zu den Ruinen? Von der Schaffung neuer Ruinen dürfte also Merzens wahrer Regierungsplan künden, und auf diesem kommt er mit beträchtlichem Tempo auch voran. Die Wirtschaft flieht aus dem Land, mit ihr gut ausgebildete jüngere Deutsche. Die Auswanderung von Leistungsträgern und zugleich die Einwanderung und Einbürgerung in die Sozialsysteme von Leuten, die nie einzahlen werden, läuft im Akkord. Fachkräfte für das Wohlfühlen im Sozialsystem, so wie es Göring-Eckardt wünschte.

Merzens Regierung leistet in der Reform im Gesundheitswesen nie Dagewesenes. Früher galten Kinder für Eltern auch als Armutsfalle. Die einzigartige Leistung, die Friedrich Merz und seiner Gesundheitsministerin vollbringen, besteht darin, dass durch die Reform der Pflegeversicherung Eltern schon bald für ihre Kinder als Armutsrisiko gelten werden, während Bas und Klingbeil dafür sorgen, dass Kindergeld nicht einmal mehr beantragt werden muss, sondern einfach überwiesen wird. Als turboeingebürgerte syrische Familie mit 5 Kindern plus Bürgergeld wird man schnell reich, so wie Kinder, deren Eltern, die ihr Leben lang gearbeitet haben, das mühsam ersparte und erarbeitete Einfamilienhäuschen verkaufen müssen, danach zur Finanzierung des Platzes im Pflegeheim herangezogen werden, arm gemacht werden. Das ist wahrscheinlich eine der schändlichsten Ideen des Ruinen-Kanzlers Merz, dass im schönen neuen Regenbogen-Deutschland Eltern zum Armutsrisiko für ihre Kinder werden.

Merz, der Kanzler, der aushalten muss, was noch nie ein Kanzler vor ihm aushalten musste, der so viele Anzeigen gegen Bürger stellte, wie noch nie ein Oppositionsführer der CDU und ein Kanzler der CDU vor ihm, insinuiert ohne Larmoyanz, dass für seinen Machterhalt denen genommen werden muss, die noch haben, die nicht in einer NGO, nicht im tiefen Staat der Roten und Grünen arbeiten.

 

Merz, der Kanzler, der aushalten muss, was noch nie ein Kanzler vor ihm aushalten musste, unterstellt ohne Larmoyanz, dass die Deutschen zu faul, zu träge sind, dass sie noch zu viel besitzen, dass sie es sich leisten können, Essen zu gehen und Urlaub zu machen, anstatt noch viel mehr für Selenskyj und von der Leyen zu geben.

Die Zustände in Deutschland werden unter der Kanzlerschaft von Friedrich Merz noch ruinöser. Brücken dürfen nicht mehr befahren werden, weil sie baufällig sind, Züge verspäten sich, weil Gleise fehlen, Schulden, die für die Werterhaltung aufgenommen werden, stopfen Haushaltslöcher, damit wir Syrien wieder aufbauen können. Früher galt die Episode als Witz, heute ist sie Realität. Fragt der Fahrgast den Schaffner: Haben Sie ein Wlan-Netz? Antwortet der Schaffner: Seien Sie froh, wenn wir ein Gleisnetz haben.

Bundeskanzler Merz, der stets so heftig Missverstandene, denn kein Kanzler vor ihm wurde so sehr missverstanden wie er, hat vielleicht sogar recht. Vielleicht wird er wirklich missverstanden. Merz hatte vor der Wahl gefordert, dass der Staat endlich mal mit dem Geld auskommen müsse, kaum an der Regierung hat er logischerweise die größte Verschuldung in der Geschichte der Bundesrepublik verursacht. Wenn der Staat mit seinem Geld auskommen muss, muss er eben so viel Geld haben, dass er damit auskommt.

Merz versprach den Bürokratieabbau und schuf eigens dafür ein Ministerium für Bürokratieabbau, eine zusätzliche Bürokratie, um Bürokratie abzubauen. Eigentlich logisch, denn wer soll denn Bürokratie abbauen, wenn nicht die Bürokratie? Entsteht nicht Bürokratie, wenn Bürokratie behindert wird, beispielsweise durch die Rechte der Bürger. Die Gleichung ist einfach: weniger Freiheit, weniger Rechte, weniger Bürokratie, die sich damit aufhalten muss, was die Bürger so alles wollen und nicht wollen, zum Beispiel kein Windrad im Vorgarten und keine Wärmepumpe vor dem Haus.

Die Nationalhymne der DDR begann mit dem Vers: „Auferstanden aus Ruinen und der Zukunft zugewandt“, in der Nationalhymne der Bundesrepublik heißt es: „Einigkeit und Recht und Freiheit“, in Merzens Regenbogenhymne wird es heißen: „Zwietracht, Unrecht, Zwang“ und „Ruinen schaffen ohne Waffen und dem Chaos zugewandt“.

Oder wie Friedrich Merz sagt: „Ich sage das ohne jede Larmoyanz: Eine wohlhabende Gesellschaft zu verändern, ist viel schwieriger, als ein Land nach Krieg und Zerstörung wieder aufzubauen.“ Merz hätte nur statt Larmoyanz Mitleid sagen sollen, ansonsten wahrlich goldene Worte des Kanzlers des Niederganges.

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Kommentare ( 40 )

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Siggi
39 Minuten her

Ein Gescheiteter, der in die Falle der Merkel gegangen ist, ohne es zu merken. Die Merkelianer haben es ihm gezeigt. Mit Hilfe der SPD, wurde ihm die Allmacht Merkels gezeigt. Nun steht er da, mit nichts außer seinem Komplettversagen in der Hand. Wie oft er sich wohl beim Einschlafen gewünscht hat, dieser Versuchung nicht widerstanden zu haben. Nun ist er ein Trottel, ein Wahlbetrüger, ein Lügenbold, ein Nichts, der bewiesen hat, dass er nicht einmal die eigenen Leute im Griff hat.

Merz, Du taugst genau nichts. Ein Scharlatan, ein Gaukler. Solche Figuren sind im Mittelalter zur Unterhaltung aufgetreten.

Wilhelm Rommel
39 Minuten her

„Wer Wohlstand als Hindernis betrachtet, denkt zwangsläufig über dessen Beseitigung nach“ – Wahre und beunruhigende Worte, die aber bestens passen zu dem Gefasel des ‚Langen Elends‘ von den 2,8 Billionen, die angeblich nutzlos auf deutschen Sparkonten liegen und ihrer ‚Aktivierung‘ zugunsten der ‚Üblichen Verdächtigen‘ harren!
Warum um alles in der Welt stehen nicht die Anwesenden angesichts solcher Sprüche einfach auf und verlassen geschlossen den Ort des Geschehens – es fehlt ganz offenkundig an ‚cojones‘ in diesem Land der ‚Edlen Dulder’…

Der Michel
40 Minuten her

Mir ist Merz etwa so sympathisch wie ein … nein, das schreibe ich hier besser nicht; aber mit dieser Aussage liegt er meiner Ansicht nach tatsächlich nicht ganz falsch: Dieses Land benötigt tiefgreifende Reformen, und ich sehe nicht, wie das angesichts der multiplen Krisen, in der wir stecken gehen sollte ohne dass den Bürgern was weggenommen wird. Nun ist aber der deutsche Michel der größte Neidhammel, den die Evolution je hervor gebracht hat – alle sind also für Reformen, aber natürlich (nur) bei den anderen, wenn’s ans Sparen geht. Ich nehme mich selbst dabei gar nicht aus: Bevor ich freiwillig… Mehr

verblichene Rose
45 Minuten her

Man spricht ja oft von der Beleidigung der Intelligenz. Hier jedoch schafft Herr Merz das ganz alleine. Und das ist dann beinahe schon ein historischer Moment, denn sein Ego hat mit diesem Spruch sein Gehirn gedemütigt und beide haben verloren. Tja, das kann schonmal passieren, wenn man sich versehentlich selbst outsmartet, indem man sich eigenhändig intellektuell unterwandert!

Franz Schroeder
45 Minuten her

Alle wissen, dass er und seine Vorgänger den Auftrag haben, Deutschland klein zu halten und den erwirtschafteten Wohlstand zu vernichten. Das Problem ist, es will niemand glauben.
Am wenigsten glauben es die jenigen, die am meisten dabei verlieren werden.
Die BESITZENDEN.

Denn die arme Bevölkerung, denen kann man außer dem Leben selbst, nix wegnehmen.

Else Schrammen
1 Stunde her

Man wusste es zwar schon seit über einem Jahr, aber wenn uns das ganze Elend schwarz auf weiß, zusammengefasst in EINEM kurzen Artikel, derart drastisch vor Augengeführt wird! Mir wird schlecht.

maps
1 Stunde her

Die CDU/CSU (federführend) hat zusammen mit der SPD in den letzten Jahrzehnten dieses Land zerstört und raubt uns tagtäglich aus. Das sind die Täter von gestern und von heute. Solange die dumme und irre Mehrheit der Deutschen das so will und genau so weiter wählt, werden sie den Niedergang weiter geliefert bekommen. Die BW Wahl war nun wirklich das beste Beispiel. Mit diesen Deutschen ist kein Staat zumachen, niemals.

Zebra
1 Stunde her

Werde an der nächsten Demonstration gegen Merz und diese Politik teilnehmen!

Siggi
38 Minuten her
Antworten an  Zebra

Wir auch, und wir sind schon ziemlich viele.

NurEinPhilosoph
1 Stunde her

Herr Mai, ich bitte Sie. Das Verrottenlassen der Infrastruktur ist gelebter Klimaschutz, mit dem Deutschland dauerhaft eine Führungsrolle in der Welt einnehmen wird. Das „Einwandern ohne Anmelden“ spart Milliarden an Verwaltungskosten und ermöglicht papierlosen Fachkräften, sofort mit der Arbeit zu beginnen, ohne Belästigung durch staatliche Bürokratie. Es dient der Hebung Arbeitseffizienz. Das „Armmachen der Bürger“ dient der Finanzierung staatlicher Exzellenzcluster, um den Rückstand bei KI aufzuholen, weitere Schecks in alle Welt zu verteilen und soll die Bürger dazu anleiten, sparsamer und vernünftiger mit dem eigenen Geld umzugehen, so, wie es der deutsche Staat schon lange tut. Es braucht nur noch… Mehr

mikesch
1 Stunde her

die CIA prognostizierte um 2010 herum bürgerkiegsähnliche Unruhen zu Beginn der20-er in D / F / NL / B und GB
OK, jetzt haben wir Mitte der 20-er.
Wer diese Warung ernst genommen hat konnte sich vorbereiten. Wer das als CIA-Schwachsinn abgetan hat, dürfte nun reichlich Probleme bekommen.
Wir haben das ernst genommen und entsprechende Weichen gestellt.