Rheinland-Pfalz: Alter Landtag will neuem Untersuchungsausschüsse wegnehmen

SPD-Kanzler Willy Brandt wollte 1969 „mehr Demokratie wagen“. DDR-Walter Ulbricht hatte verordnet: „Es muss demokratisch aussehen, aber wir müssen alles in der Hand haben.“ Für „UnsereDemokraten“ muss es nicht einmal mehr „demokratisch aussehen“. 

picture alliance / dts-Agentur | -

Die Fraktionen von CDU, SPD und Grünen im rheinland-pfälzischen Landtag wollen im ALTEN Landtag das Quorum zur Einsetzung von Untersuchungsausschüssen erhöhen, damit die AfD im NEUEN Landtag keine Ausschüsse durchsetzen kann. So haben „UnsereDemkraten“ auch mit dem ALTEN Bundestag die Schuldenbremse ausgebremst, damit sie im NEUEN Bundestag daran von der größer gewordenen AfD nicht gehindert werden konnten.

Bisheriges Recht (Artikel 91 der rheinland-pfälzischen Verfassung): Ein Fünftel (20 Prozent) der Abgeordneten reicht, um einen Untersuchungsausschuss einzusetzen. Der Landtag muss dem dann folgen. Im neuen Landtag (105 Sitze nach der Wahl am 22. März 2026) hat die AfD 24 Mandate (knapp 23 Prozent). Das wären mehr als die nötigen 21 Stimmen (1/5), sodass sie allein Ausschüsse durchsetzen könnte – wie zum Beispiel zur Corona-Politik der früheren Ampel-Regierung unter Malu Dreyer (SPD), wie die AfD bereits angekündigt hatte.

Das Quorum soll auf ein Viertel (25 Prozent) angehoben werden. Bei 105 Abgeordneten wären dann rechnerisch mindestens 27 Stimmen nötig (26,25 aufgerundet). Die AfD mit 24 Sitzen wäre darauf angewiesen, Stimmen anderer Fraktionen zu bekommen – die aber nach der Brandmauer-Doktrin mit der AfD nicht dürfen.

Die Änderung soll noch mit der alten Mehrheit (vor der konstituierenden Sitzung des neuen Landtags am 18. Mai 2026) durchgezogen werden, indem der alte Landtag zu Sondersitzungen einberufen wird. CDU, SPD und Grüne begründen das mit der Gefahr eines „Missbrauchs“ des Instruments durch die AfD. Die AfD nennt das einen „Frontalangriff auf die Opposition“, um demokratische Kontrollrechte der Minderheit zu beschneiden. Untersuchungsausschüsse sind eines der stärksten Parlaments-Kontrollinstrumente: Sie können Zeugen vorladen, Akten anfordern und haben gerichtsähnliche Befugnisse.

Der Verweis auf alle anderen Bundesländer und den Bundestag mit dem Quorum bei 25 Prozent ist ebenso wahr wie verlogen. Laut der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags aus dem Jahr 2014 (WD 3-237/13) galt das 1/5-Quorum einst in neun Ländern: Bayern • Brandenburg • Hessen • Niedersachsen • Nordrhein-Westfalen • Rheinland-Pfalz • Sachsen • Schleswig-Holstein • Thüringen. Rheinland-Pfalz war bei dem Quorum von einem Fünftel geblieben, bis die AfD es erreichte.

SPD-Kanzler Willy Brandt sagte in seiner Regierungserklärung von 1969 „mehr Demokratie wagen“. DDR-Walter Ulbricht hatte verordnet: „Es muss demokratisch aussehen, aber wir müssen alles in der Hand haben.“ Für „UnsereDemokraten“ und ihre Medien braucht es nicht einmal mehr „demokratisch aussehen“.

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Kommentare ( 15 )

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Thorsten
50 Minuten her

Das übliche Machtgeschachere der „Unsere Demokratie“-Parteien.
Könnte man es aushebeln, wenn zB die Altparteien nicht alle Parlamentarier in der Sitzung haben, aber die AfD alle da sind?
Also wenn weniger als 96 anwesend sind – aber alle von der AfD.

Klaus Kabel
54 Minuten her

Diese Politbande ist absolut schamlos. Ich hoffe nur, dass das Pendel mit voller Kraft zurück schlägt.

HansKarl70
1 Stunde her

Wenn der Wähler aus seiner Lethargie erwachen würde, wäre das Problem nicht mehr vorhanden.

spindoctor
1 Stunde her

Die selbsternannten Ewigkeitsparteien erneuern das Spielfeld.

OJ
1 Stunde her

Hört endlich auf, die politischen Versager durchzufüttern!
Der Länderfinanzausgleich ist kein Ausgleich, er ist die Überweisung von Steuergeldern an unfähige Landesregierungen, die ohne diesen Tropf längst pleite wären.
Seit Kriegsende sitzen die gleichen Schmarotzerländer am Trog, verfettet, reformfaul, unverschämt.
Der Zahler ist der fleißige Süden, der Empfänger der faule Norden und Osten. Diese Zwangsabgabe für politisches Nichtstun ist eine Beleidigung für jede klare Kante. Abschaffen. Sofort.
Und wer dann pleite geht, geht eben pleite ❗

Last edited 1 Stunde her by OJ
Zebra
1 Stunde her

Die Demokratiefestspiele haben begonnen. Hier in Niedersachsen aber wahrscheinlich überall, veranstaltet die grün-rot-schwarze Einheitspartei schon mal Demokratiewochen (Weyhe bei Bremen) vor der Kommunalwahl zur Ausgrenzung der AfD.

Supersilent
1 Stunde her

Wer immer noch nicht begriffen hat, dass dieser Staat von linken Faschisten regiert wird dem ist nicht mehr zu helfen. Was treibt nur jene Wähler dazu diese Mafia immer wieder in der Wahlkabine zu bestätigen?

Aber so langsam scheint sich doch etwas zu tun und immer mehr begreifen was hier abgeht. Die neuste Umfrage von YouGov zeigt die AfD mittlerweile bei 27%, dahinter die CDU mit 23%. Genau so muss das weitergehen.

https://dawum.de/

Last edited 1 Stunde her by Supersilent
Sohn
1 Stunde her

„Mancher Fürst ist arm an Verstand, aber reich an Erpressung. Wer Ausbeutung hasst, bleibt lange im Amt.“

Sprüche 28,16 (Altes Testament)

Kraichgau
1 Stunde her

das Schöne an der Sache,wenn der Wind sich mal wirklich dreht,darf sich kein „unseredemokratie-vertreter“ über genau diese genutzten Instrumente beschweren,die Fallbeispiele liefern Sie selbst

maps
2 Stunden her

Es ist ein reiner Mafia-Staat! Die Alt-Politiker und Juristen drehen sich alles immer so hin, dass es passt.