Merz und Macron: Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der Unbeliebteste im ganzen Land?

Merz und Macron liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Titel des unbeliebtesten Regierungschefs. Macron liegt mit sage und schreibe 13 Prozent Zustimmung noch vorn. Doch Merz holt auf.

picture alliance/dpa | Oliver Berg
Merz und Macron auf dem Weg nach unten.

Noch ganze achtzehn Prozent der Deutschen sind mit Kanzler Friedrich Merz zufrieden. Mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron sind es nur noch dreizehn Prozent. Beide stürzen in den Umfragen auf historische Tiefstände. Während Merz und seine Regierung immer mehr Rückhalt verlieren, ist Macron inzwischen sogar unbeliebter als sein Vorgänger François Hollande. Ein Kunststück besonderer Güte.

Nach der neuesten INSA-Umfrage sind inzwischen 82 Prozent der Deutschen mit der Darstellung von Merz in seiner Rolle als Bundeskanzler unzufrieden. Im Januar 2026 waren es noch 67 Prozent. Innerhalb von zehn Monaten ist die Unzufriedenheit damit um 15 Prozentpunkte gestiegen. Ein Absturz, der auch die gesamte schwarz-rote Bundesregierung erfasst hat: Mit ihr sind ebenfalls 82 Prozent der Befragten unzufrieden.

Noch verheerender fällt das Urteil über die persönlichen Lebensverhältnisse aus. 60 Prozent der Befragten erklären, dass sich ihre Situation unter der Regierung Merz verschlechtert habe. Für 29 Prozent ist alles beim Alten geblieben. Gerade einmal sechs Prozent berichten von einer Verbesserung.

Macron unterbietet sogar François Hollandes Negativrekord

Doch Merz ist mit seinem Absturz nicht allein. Auf der anderen Seite des Rheins erlebt Emmanuel Macron ein vergleichbares Debakel historischen Ausmaßes. Nach einer Umfrage des Instituts Elabe für die Wirtschaftszeitung „Les Échos“ vertrauen dem französischen Staatspräsidenten gerade einmal noch dreizehn Prozent der Franzosen.

Damit unterbietet Macron sogar den bisherigen Negativrekord seines sozialistischen Vorgängers François Hollande. Der hatte am Schluss seiner Amtszeit aber immerhin noch einen Vertrauenswert von vierzehn Prozent erreicht. Das war auch Macrons bisheriger Tiefstand. Jetzt gelangen ihm dreizehn Prozent. Das ist der niedrigste Wert, den das Institut Elabe jemals in seinem Meinungsbarometer für einen Präsidenten gemessen hat.

Innerhalb eines einzigen Monats verlor Macron vier Prozentpunkte, seit August sogar elf. Besonders bitter für den Präsidenten: Selbst unter seinen eigenen Wählern schwindet das Vertrauen. Zweiundachtzig Prozent der Befragten misstrauen Macron inzwischen. Auch hier gelingt Macron ein historischer Tiefststand. Von Merz und Macron wenden sich die Wähler in überwältigender Mehrheit ab.

Auch Frankreichs Premierminister stürzt ab

Macrons Vertrauenskrise erfasst auch seine Regierung. Premierminister Sébastien Lecornu erreicht in dem angespannten politischen und gesellschaftlichen Klima ebenfalls einen persönlichen Tiefststand. Nur noch siebzehn Prozent der Franzosen vertrauen ihm.

Während die politische Führung Frankreichs immer weiter an Zustimmung verliert, behauptet sich ausgerechnet Marine Le Pen an der Spitze der Rangliste der beliebtesten politischen Persönlichkeiten. Die Politikerin des Rassemblement National erreicht 35 Prozent positive Bewertungen, obwohl auch sie zwei Prozentpunkte verliert.

Aber ist es ungerecht, Merz un d Macron zu kritisieren? Vielleicht geben ja beide bereits ihr Maximum. Quasi hundert Prozent.

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