Linke gegen Bildungsarbeit der Bundeswehr

Auf Einladung kommen Jugendoffiziere an Schulen, um über sicherheitspolitische Themen zu informieren. Für die Bundeswehr werben dürfen sie nicht. Den Linken ist die Arbeit der Jugendoffiziere dennoch ein Dorn im Auge.

picture alliance/dpa | Pia Bayer

Alle Jahre wieder polemisiert ein linkes Bündnis aus Politik, Gewerkschaften, NGOs, Medien, Kirchen und dergleichen gegen die Bildungsarbeit von Jugendoffizieren der Bundeswehr an Schulen. Nun hat „Die Linke“ gar eine parlamentarische Initiative gegen das schulische Engagement der Jugendoffiziere gestartet. Ausgerechnet die „Linke“, deren Rechtsvorgängerin SED einen geradezu paramilitärischen Wehrkundeunterricht in der DDR etabliert hatte. Die Fraktion „Die Linke“ im Bundestag raunt, die Jugendoffiziere würden in Zeiten eines neuen Wehrdienstes und des Personalmangels der Bundeswehr junge Leute für die Bundeswehr werben wollen. Die „Linke“ macht sich hier gemein mit der linken Lehrergewerkschaft GEW, die die Arbeit der Jugendoffiziere an den Schulen „zurückdrängen“ will.

Bei Teilen der aktuellen bzw. zukünftigen Jungwählerschaft scheint das zu verfangen, wie man an „Schulstreiks gegen Wehrpflicht“ erkennen kann. Bereits vor einem halben Jahr hatte die „Linke“ einen Antrag mit dem Titel „Keine Kooperation zwischen Bundeswehr und Schulen – Einsatz von Jugendoffizieren beenden – Zivilschutz fördern“ in den Bundestag eingebracht. Dieser Antrag wurde nun am 5. März 2026 erstmals debattiert und nach einer halbstündigen Aussprache an Ausschüsse überwiesen. Federführend ist der Ausschuss für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Die Abgeordneten der „Linken“ verlangen, den Einsatz von Jugendoffizieren an Schulen nicht mehr zu genehmigen und bestehende Kooperationsvereinbarungen mit den Bundesländern aufzukündigen. Anfragen von Schulen zur Unterstützung der politischen Bildung und zur Auseinandersetzung mit Herausforderungen der heutigen Zeit und der Zukunft sollten nur mit zivilen Akteuren oder anderen Organisationen des Zivilschutzes und der Katastrophenhilfe abgedeckt werden, heißt es. Die „Linke“ behauptet in ihrer Anfrage an die Bundesregierung, die Jugendoffiziere würden in den Schulen ein Berufsbild vermitteln, „das auf Subordination und Gehorsam beruht und damit dem schulischen Bildungsauftrag zuwiderläuft.“

Da sollte sich die „Linke“ einmal genauer anschauen, was Jugendoffiziere an den Schulen wirklich dürfen und was sie dort wirklich tun: Die 1958 eingerichtete Institution „Jugendoffizier“ mit ihren derzeit gut neunzig Vertretern im Rang eines Hauptmanns bzw. Kapitänleutnants informieren über Sicherheitspolitik, Auslandseinsätze und die Rolle der NATO, um damit die politische Bildung der Schule zu ergänzen. Sie bieten das Strategiespiel „Polis“ und auf Wunsch Besuche bei der Bundeswehr an. Den sicherheitspolitischen Unterricht gestalten sie überzeugend und in vielen Fällen kundiger und objektiver als mancher Politiklehrer. Die Jugendoffiziere sind auch keineswegs Karriereberater; sie dürfen dezidiert nicht für den Dienst in der Bundeswehr werben. Jugendoffiziere gehen zudem nur dann in die Schulen, wenn die Schulen sie einladen.

Neunzig Jugendoffiziere (darunter rund ein Achtel Offizierinnen) für 25.000 weiterführende Schulen in Deutschland: Da kann beim besten Willen nicht von einer Invasion der Bundeswehr in die Schulen gesprochen werden. Rechnerisch sind das fast dreihundert Schulen pro Jugendoffizier. Gleichwohl gab es in den letzten vier Jahren eine Verdopplung der Besuche von Jugendoffizieren in Schulen: 2.558 waren es im Jahr 2021, zuletzt 5.527 im Jahr 2025. Einen besonders starken Zuwachs verzeichnete Niedersachsen; waren es hier 2021 noch 145 Besuche, wurden 2025 daraus 776. In Sachsen stieg die Zahl der Besuche von 115 auf 334, in Berlin von 26 auf 135. Einen starken Rückgang verzeichnete der Stadtstaat Bremen. Klar, dort sitzt die „Linke“ ja im rot-grün-roten Senat. In Bremen kam die Bundeswehr 2021 57-mal in Schulen, 2025 28-mal.

Rückblick

Ein Rückblick auf die nun fast siebzig Jahre der 1958 installierten Jugendoffiziere belegt, wie selbstverständlich, aber auch wie brisant deren schulische Tätigkeit sogar in Zeiten des Kalten Krieges war. Bundeskanzler Willy Brandt (SPD) hatte die Schulminister der deutschen Länder 1970 aufgefordert, bei jungen Menschen „Verständnis zu wecken für die Notwendigkeit einer ausreichenden Verteidigung als Voraussetzung jeder Entspannungspolitik“. Dann kam der NATO-Doppelbeschluss vom 12. Dezember 1979 als Reaktion auf die sowjetische SS-20-Aufrüstung. Kanzler zu diesem Zeitpunkt war der vormalige Verteidigungsminister Helmut Schmidt (SPD).

In der Folge schlugen CDU/CSU die Einbindung sicherheitspolitischer Fragen in den schulischen Unterricht vor: Das CDU/CSU-Papier hatte den Titel: „Bundeswehr und Friedenssicherung im Unterricht“. Die SPD freilich, die Partei Brandts, Schmidts und Apels, sah das anders. Mit ihrem Gegenpapier „Friedenserziehung in der Schule“ von 1982 setzte sie andere Akzente. Eine Förderung der Verteidigungsbereitschaft qua Schule lehnte sie ab. Zu einer Entscheidung kam es nicht, denn die damals elf deutschen Länder konnten sich innerhalb der Kultusministerkonferenz auf keinen Beschluss einigen.

Nach der Jahrtausendwende gelang es schließlich, in einigen deutschen Ländern ganz offiziell Jugendoffiziere in den Unterricht einzubinden. Den Anfang machte 2008 Nordrhein-Westfalen, es folgten Baden-Württemberg und das Saarland, 2010 Sachsen, Rheinland-Pfalz, Bayern, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern. Stets wurde dabei streng auf die Trennung zwischen Jugendoffizieren und Karriereberatern geachtet.

 

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Kommentare ( 23 )

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Metric
26 Tage her

Wenn Herrn Josef Kraus die „Sicherheitspolitik“ so wichtig ist, soll er doch selbst den Hintern hochkriegen und an der „NATO-Ostflanke“ sterben. Ne, will er nicht? Dann ist er wohl noch zu wenig „informiert“ worden.

RauerMan
26 Tage her
Antworten an  Metric

: Und werinformiert Sie ?

Metric
25 Tage her
Antworten an  RauerMan

Gewiss nicht das Militär.

Kraichgau
26 Tage her

ich kann nur für mich reden,aber mich hat der „Informationsoffizier“ der BW,der in den 1980ern bei uns in der Klasse das damalige NATO-Konzept der „flexible Response“ erklärt hat, nicht überzeugt…warum? die komplette nukleare „flexible Response“ wäre auf deutschem Territorium,ost UND west,ausgefochten worden und unsere besten „Freunde“ wären sicher hinter dem Atlantik geblieben….
nee,für fremde Interessen sollten deutsche Soldaten nicht kämpfen müssen!

Last edited 26 Tage her by Kraichgau
Michael Theren
26 Tage her

Jugendoffiziere in die „Produktion“ – es ist kaum die Aufgabe von Soldaten Schüler über die Regierungspolitik zu informieren…

Ohanse
26 Tage her
Antworten an  Michael Theren

Da haben Sie einen validen Punkt. Den Altparteien darf diese Möglichkeit nicht gegeben werden.

Ohanse
26 Tage her

Der Zug ist abgefahren. Solange Deutschland seinen linksgrünen Ballast nicht loswird, kann es nicht freier und besser werden.

ralf12
26 Tage her

wenn „Jugendoffiziere an Schulen, um über sicherheitspolitische Themen zu informieren“, dann ist das Werbung für die Bundeswehr. Schule hat „neutral“ zu sein (ist sie aber nicht). Die Bundeswehr kann ja gerne Werbung machen, Flyer verteilen oder sonst was. Aber nicht an den Schulen und schon gar nicht als Pflichtveranstaltung. Diese Gurkentruppe verteidigt nicht unser Land sondern ausländische (US- Interessen).

Michael Theren
26 Tage her
Antworten an  ralf12

US Interessen – waren es wohl nie, eher die Interessen der „Finanzeliten“ – ab 1861 bis heute….meistens zum Nachteil der US Bürger

AlNamrood
26 Tage her

Gerne mehr. Ich will sehen, wie eine Bundeswehrer:in einer Klasse von Rechtsgläubig:innen erklärt warum sie für Deutschland und den großen Satan sterben sollen.

Waldschrat
26 Tage her

Ich weiß nicht, ob man das allein im linken Lager verorten kann. Wer die DDR erlebt hat, der wird hellhörig, wenn die Armee schon wieder in den Schulen Propagandaveranstaltungen durchführt. In der DDR gab es die GST (Gesellschaft für Sport und Technik nannte man das), weiter nichts, als vormilitärische Ausbildung. Wenn man Abi machen wollte, musste man sich möglichst für 3 Jahre Dienst in der NVA verpflichten, ansonsten wurde abgewunken. Später bis hin zum Studium ging das weiter. Nein, nein Herr Kraus, das muss man nicht haben, da muss man kein Linker sein. Ich persönlich bin von diesen linken Truppen… Mehr

Ralf Poehling
26 Tage her

Die Bundeswehr hat ein Imageproblem. Warum? Weil Sie in der NATO festhängt. Die Bundeswehr ist damit noch immer die Bohrmaschine der Amerikaner. Wir sollten aber selbst darüber entscheiden, wo und wie tief unsere Bohrmaschine die Löcher bohrt und nicht andere. Also auch nicht die Russen. Insofern haben die Linken hier schon einen Punkt, den ich ja auch seit Jahren fordere: Wir brauchen einen bewaffneten Zivilschutz, der einzig UNSER Land verteidigt und niemals von fremden Interessen für fremde Ziele irgendwo anders auf diesem Planeten verheizt werden kann, es sei denn deren Ziele und unseres Ziele sind wirklich die selben und wir… Mehr

albert deutsch
26 Tage her

Der Offizier erscheint in Uniform ,zeigt seinen „Lohnzettel“, Problem erledigt .Und wer es nicht begriffen hat :Doppelt willkommen !

DuMeineGuete
26 Tage her
Antworten an  albert deutsch

Damals in den 80er-Jahren war ich auch kurz davor, mich in der Schule als „ROA“ (Reserve Offizier Anwärter) für 2 Jahre anwerben zu lassen – da wäre ich dann als Leutnant ausgeschieden und hätte von Anfang an wesentlich mehr als wie als einfacher „W15“ (Wehrdienstleistender auf 15 Monate) verdient. Gott sei Dank hörte ich auf einen Schulkameraden, der ein Jahr vor mir Abitur machte und die Bundeswehr als einfacher „W15“ „live erleben“ durfte, mir den Laden doch erst mal anzuschauen und mich dann vor Ort immer noch zu entscheiden und das war auch gut so – ich bin dann als… Mehr

Klaus D
26 Tage her

Den Linken ist die Arbeit der Jugendoffiziere dennoch ein Dorn im Auge….ansich ja „witzig“ wenn man überlegt das die „Die Linke“ genau das will was in der BRD (damaliges westdeutschland) von den meisten parteien an der DDR kritisiert wurde – bezogen auf das thema siehe NVA offiziere an DDR schulen. Wenn diese zeit als „die gute alte zeit“ bezeichnet wird bezogen gerade auf konservative werte usw dann wäre es doch ansich richtig/gut was die DieLinke da will oder nicht. In Westdeutschland wurde die Präsenz von NVA-Offizieren und die damit verbundene „Wehrerziehung“ an DDR-Schulen von fast allen relevanten politischen Parteien kritisiert,… Mehr

Monostatos
26 Tage her

Solange diese Regierung und insbesondere der Bundeskanzler und der Verteidigungsminister fordern, Deutschland „kriegstüchtig“ werden soll. Mann diese so genannten „Jugendoffiziere“ nichts in der Schule zu suchen. Wer als Schüler an solchen Indoktrinationsveranstaltungen teilnehmen möchte, da dafür unter keinen Umständen sanktioniert werden.
Das ist allerdings reichlich bizarr wenn sich die SED, die sich jetzt „Die Linke“ nennt, dagegen ausspricht. In der DDR war diese Werbung für die nationale Volksarmee und den Kampf gegen den „Klassenfeind“ gängige Praxis, wenn ich richtig informiert bin.

RauerMan
26 Tage her
Antworten an  Monostatos

„Kriegstüchtig“, wer es als Aufforderung zum Angriff ansieht, sollte überlegen ob das von unserer Seite so gemeint ist,
„Kriegstüchtig“ ist ein für die Notwendigkeit zur Verteidigungsfähigkeit notwendiger aufrüttelnder Aufruf.

AmitO
26 Tage her

Rekruteure von Kindersoldaten haben in Deutschland und an deutschen Schulen insbesondere nichts zu suchen. Auch ist davon auszugehen, dass hier nur 1a NATO-Propaganda betrieben wird, obwohl eigentlich seit dem Überfall auf den Iran jeder sehen sollte, dass der Overlord USA keine Hemmungen hat, jeden seiner Vasallen zu verheizen. Informieren die tollen Jugendoffiziere darüber denn auch wie spaßig das Sterben gerade an der Ostfront ist? Zeigen sie Videos von den Drohnenattacken und von den zerfetzten Leibern? Als Lehrer darf man das ja leider nicht, weil könnte die Blagen ja traumatisieren. Vielleicht haben da Merzens und Pissis´ Schergen andere Befugnisse… Herr Kraus… Mehr

Last edited 26 Tage her by AmitO
hansgunther
26 Tage her

Die LINKEN versauen diesen unseren Staat komplett. Alles, was der Abbruchhammer hergibt, kommt seit Jahren aus der linken Schmuddelecke der immerwährenden Weltverbesserer. Die nie einen Erfolg haben, der positiv zu bewerten wäre, sondern die immer das Bewährte samt Staat in den Dreck fahren! Destruktion und Niedergang sind der einzige „Erfolg“ dieser roten Träumer, Schutt und Asche die sichtbaren Zeichen!

RauerMan
26 Tage her
Antworten an  hansgunther

Die Linken sind eine Gefahr für die Welt.
Die alten Genossen und ihre ewigen Verbündeten lassen es sich bei uns gutgehen, bis sich ihnen die Chance zum Umsturz unserer Demokratie ergibt.