Fachleute aus Medizin, Recht, Ethik, Politik und Medien trafen am 6. März in Berlin zusammen, um kurz vor dem Weltfrauentag ein globales Milliardengeschäft ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken: Das Geschäft mit der Fruchtbarkeit des weiblichen Körpers und dem Kind als Produkt.
ALfA / Norman Gebauer
„Ich hatte Glück“, sagt Olivia Maurel. Die Sprecherin der Casablanca-Deklaration, die sich für die globale Ächtung von Leihmutterschaft einsetzt, ist selbst durch Leihmutterschaft entstanden. Sie klärt darüber auf, was diese Praxis für Betroffene bedeutet.
Sie sei durch „traditionelle“ Leihmutterschaft auf die Welt gekommen: Die Frau, die sie ausgetragen hat, hat auch die Eizelle zur Verfügung gestellt. Das unterscheidet Maurel von den meisten Kindern, die im Zuge von Leihmutterschaft gekauft werden.
Zumeist sind drei Frauen beteiligt: Eine steuert Eizellen bei und wird damit zur genetischen Mutter. Sie bleibt oft anonym. Eine andere bietet ihren Körper zur Austragung des Kindes an, eine dritte bezahlt für das Kind und nicht selten auch dafür, dass die Gebärerin des Kindes aus der Geburtsurkunde getilgt wird.
Vertraglich geformte Identität
Eine gefälschte Identität, von Anfang an. Die Abstammung wird bewusst aufgespalten und verschleiert. Nicht zuletzt, damit das biologische und rechtliche Band zwischen Leihmutter und Kind „leichter“ zertrennt werden kann. Die emotionale Wunde bleibt – bei Mutter und Kind.
Maurels Identität ist „nur“ zwischen zwei Frauen gespalten. Sie konnte ihre genetische Mutter ausfindig machen, ebenso ihren leiblichen Bruder. Darum schätzt sie sich glücklich, trotz der Depressionen, der Suizidversuche, trotz des sie von Kindheit an belastenden Gefühls, verlassen zu sein.
Maurel kommen die Tränen, als sie von ihrer ersten Begegnung mit dem Bruder erzählt: Freude, Zugehörigkeitsgefühl und zugleich tiefe Trauer über die geraubte Verbundenheit, über all das, was sie nicht gemeinsam erleben durften. Sie sei gewollt gewesen. Aber man habe sie bestellt wie ein Objekt, wie man ein Auto bestellt.
Sichtbarkeit für ein marginalisiertes Thema
Die Zuhörer lauschen Maurel wie gebannt und sichtlich berührt. 130 Personen sind gekommen, der Saal in den Räumlichkeiten der Bundespressekonferenz am Spreeufer ist fast voll besetzt. Kinder und Kommerz – Das Geschäft mit Leihmutterschaft und Kinderwunsch heißt die Tagung, die Experten zum Thema Leihmutterschaft versammelt.
Veranstalter ist die Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA). Die größte Lebensrechtsorganisation Deutschlands hat Ort und Zeitpunkt mit Bedacht gewählt: „Wir sind hier nicht nur im Herzen der Hauptstadt, sondern wir sind im Herzen der Öffentlichkeitsarbeit der Hauptstadt“, sagt Cornelia Kaminski, die Bundesvorsitzende der Menschenrechtsorganisation. „Mitten in der Bundespressekonferenz, wo die wichtigsten Entscheidungen für diese Republik verkündet und diskutiert werden. (…) Das Thema Leihmutterschaft darf euch Politikern, die ihr da drüben sitzt, in Laufweite, im Bundestag, im Bundeskanzleramt, nicht egal sein“.
Es ist der 6. März, zwei Tage vor dem Weltfrauentag und einen Tag, bevor in Berlin die Kinderwunschmesse Wish for a baby stattfinden wird. Auf dieser Messe wird Leihmutterschaft ungeniert beworben. Obwohl sie in Deutschland illegal ist, ebenso wie die Werbung dafür. Der richtige Zeitpunkt also, um die Ausbeutung von Frauen und Kindern ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken.
Die Referenten des Kongresses sind allesamt Experten ihres Fachs: Juristen, die nationale und internationale rechtliche Implikationen erläutern, Mediziner und Psychologen, die gesundheitliche Risiken und Folgen benennen, aber auch Theologen, die ein ethisches und philosophisches Gerüst anbieten, um die Frage zu beantworten, ob der Mensch zum Objekt gemacht werden darf. Journalisten und politische Akteure ergänzen die Fachvorträge mit Einblicken in ihre Arbeit.
Eine umfassende Darstellung der Problematik also, die im Beitrag Olivia Maurels kulminiert: Zahlen und Fakten, alles, was zuvor und danach theoretisch erläutert wird, wird in ihr und durch sie lebendig und konkret. Da steht ein Mensch, der selbst durchlebt hat, als Handelsware betrachtet zu werden.
Kinder sind keine therapeutische Maßnahme
Olivia Maurel spricht hier, so betont sie, nicht als Aktivistin, sondern als Betroffene. Sie gibt auch anderen eine Stimme, die auf diese Weise bestellt wurden, sich aber nicht trauen, zu sprechen; weil das Trauma noch zu frisch ist, oder auch aus Angst davor, die Beziehung zu den Bestelleltern zu verlieren, bei denen man aufgewachsen ist.
Diese Konsequenz hat Maurel in Kauf genommen, weil sie nicht schweigen will.
Leihmutterschaft werde stets nur aus der Sicht der Bestelleltern betrachtet, während die „existenziellen Folgen für das Kind nicht beachtet“ würden. Leihmutterschaft werde als Ausdruck von Mitleid dargestellt. Aber Mitgefühl mit leidenden Erwachsenen dürfe nicht auf Kosten von Kindern gehen. Als dreifache Mutter habe sie großes Verständnis für den Schmerz, den ungewollte Kinderlosigkeit mit sich bringt. Aber: „Kinder sind kein therapeutisches Mittel gegen das Leid von Erwachsenen.“
Der Unterschied zur Adoption sei, dass Adoption den Verlust der leiblichen Eltern ausgleichen solle, während er bei Leihmutterschaft absichtlich herbeigeführt werde. „Die Trennung war nicht das Ergebnis tragischer Umstände, sondern vertraglich vorgesehen“, so Maurel.
Wie es ihr damit gehe, eine Praxis zu bekämpfen, ohne die sie nicht leben würde, lautet eine zögerliche Rückfrage aus dem Publikum. Die Frage sei ihr schon oft gestellt worden, antwortet Maurel. „Das würden Sie jemanden, der durch Vergewaltigung entstanden ist, auch nicht fragen“. Eine unbequeme, aber einsichtige Parallele: Niemand würde auf die Idee kommen, Vergewaltigung sei zu propagieren, weil es Menschen gibt, die dadurch gezeugt wurden.
Vorgeburtliche Interaktion: Beziehung beginnt nicht mit der Geburt
Maurel will die Struktur zerstören, die ihr Leben geformt und schon vor ihrer Geburt manipuliert hat. Geburt sei „nicht der Beginn einer Beziehung, sondern die Transformation einer Beziehung, die bereits im Mutterleib begonnen hat.“
Das bestätigen die anwesenden Mediziner. Sie beschreiben die vorgeburtliche Interaktion zwischen Mutter und Kind auf zellularer und körperlicher, auf psychischer, emotionaler und kommunikativer Ebene.
Dr. Andreas Weber belegt die erhöhten Gesundheitsrisiken für Mutter und Kind, die nicht erst mit der Trennung nach der Geburt beginnen. Da die Leihmutter zumeist keinerlei genetische Verwandtschaft mit dem Embryo aufweist, das ihr eingesetzt wird, ist zum Beispiel das Risiko, dass ihr Körper das Kind abstößt, hoch. Welche Folgen genau das Einfrieren der Eizellen im Zuge der In-vitro-Fertilisation hat, weiß man nicht einmal, die Datenlage ist dünn: Der Mensch spielt Gott, ohne die Folgen absehen zu können.
Gesundheitsrisiken für die beteiligten Frauen
Der Begriff „Eizellspende“ verschleiert den massiven Eingriff in den Hormonhaushalt der Frau, der notwendig ist, um mehrere Eizellen zugleich zur Reifung zu bringen und zu „ernten“, wie es gemäß der englischen Terminologie heißt. Schon dieser Prozess kann mit schweren Komplikationen einhergehen, so Weber. Auch die Leihmutter muss hormonell stimuliert werden, um genügend Gewebe aufzubauen, damit eine Einnistung stattfinden kann. Die Morbiditätsrate und die Gefahr von Komplikationen unter der Geburt sind bei Leihmüttern signifikant erhöht. Es käme zudem zu bis dato unerklärlichem Verlust der Fruchtbarkeit bei Frauen, die sich als Leihmütter zur Verfügung gestellt hätten.
Doch es sind nicht nur körperliche und psychische Folgen, unter denen sowohl Frauen als auch Kinder im Zuge von Leihmutterschaft leiden.
Menschenhandel und Ausbeutung
Immer wieder wird im Laufe der Konferenz deutlich, dass es hier um Menschenhandel und Ausbeutung geht. Weber ist stellvertretender Direktor der europäischen Sektion der DAFOH (Doctors Against Forced Organ Harvesting), einer Menschenrechtsorganisation, die sich gegen illegale Organentnahme und Organhandel einsetzt.
Er spricht eine grausame Realität an: Die Organisierte Kriminalität in Drittweltländern profitiert von Leihmutterschaft. Frauen und Kinder dienen als „Menschenmaterial“. Eizellen, Organe, Stammzellen: Der Körper des Menschen als Ressource, die erzeugt und gewinnbringend ausgeschlachtet wird.
Reem Alsalem, UN-Sonderberichterstatterin für Gewalt gegen Frauen, ist aus Brasilien zugeschaltet. Auch sie betont: Kriminelle Machenschaften, im Zuge derer Leihmutterschaft eingesetzt wird und Kinder Opfer von Menschenhandel und Missbrauch werden, könnten nicht mehr als Verschwörungstheorie gelten.
Sie weist unter anderem darauf hin, dass kaum Daten über die Kunden vorliegen. Es wurden bereits Fälle öffentlich, in denen verurteilte Pädophile sich über Leihmutterschaft ein Kind verschafften.
Eine weitere Gefahr für das Kind sei, dass sich Bestelleltern jederzeit umentscheiden können. Dann werden Kinder abgetrieben, oft gegen den Willen der Leihmütter, oder zurückgelassen.
Als Sonderberichterstatterin veröffentlichte Alsalem im Oktober 2025 einen Bericht über Leihmutterschaft im globalen Kontext. Sie schildert die Situation der beteiligten Frauen. Diesen würden oftmals Verträge aufgezwungen, die sie mangels Bildung oder aufgrund von Sprachbarrieren nur unzureichend verstünden. Mehrfach machten Fälle Schlagzeilen, etwa in Georgien und Griechenland, wo Frauen unter sklavereiartigen Umständen als Leihmütter oder als Eizell“spenderinnen“ gegen ihren Willen in „Eizellfarmen“ gefangen gehalten wurden.
Die Parallelen zur Prostitution seien nicht zu übersehen: Dem Zuhälter entsprechen Agenturen, dem Freier die Kunden. Der Körper und die Fruchtbarkeit der Frau werden ausgenutzt.
Soziales und finanzielles Machtgefälle
Alsalem macht zudem auf das Machtgefälle aufmerksam: Nie würden reiche Frauen für arme Frauen Kinder austragen oder ihre Eizellen zur Verfügung stellen.
Sie beklagt, dass in vielen Ländern Leihmutterschaft befördert werde, trotz einer defizitären Datenlage und ohne die gesamte Problematik ausreichend zu erfassen und äußert sich enttäuscht darüber, dass bezüglich anderer Menschenrechtsverletzungen internationale Abkommen bestünden. Alsalem fordert dementsprechend einen globalen Aktionsplan gegen diese „physische, psychische und ökonomische Gewalt gegen Frauen.“
Ein Milliardengeschäft
Denn, das machen auch der Chirurg Kai Witzel und die Publizistin Brigit Kelle deutlich: Es handelt sich um ein internationales Milliardengeschäft. Leihmütter erhalten nur einen Bruchteil der Summen, die Agenturen und Kliniken mit dem Kinderwunsch finanzstarker Kunden verdienen. Wo nationales Recht die Praxis einschränkt, verlagert sich der Markt in Ländern mit weniger Regulierung.
Diesem Problem widmen sich auch die anwesenden Juristen: Es bestehe kein Recht auf ein Kind, sagt Felix Böllmann von der juristischen Menschenrechtsorganisation Alliance Defending Freedom (ADF International). Internationales und nationales Recht mache dies deutlich, auch der Europäische Gerichtshof habe Leihmutterschaft bereits verurteilt. Es hapere vor allem an der Durchsetzung bestehenden Rechts.
Leihmutterschaft werde als „Hochglanz“- und Lifestyle-Entscheidung vermarktet. Die dahinterstehenden Menschenrechtsverletzungen würden, auch von vielen Medien, konsequent ausgeblendet. Diese Verschleierung geschieht auch durch die Wortwahl: „Altruistische“ Leihmutterschaft etwa, bei der das Honorar für die Leihmutter lediglich zur „Entschädigung“ umdeklariert werde – ein bequemer Vorwand überdies, um geringere Zahlungen an die Leihmutter zu rechtfertigen –, sei nichts als ein marketingtechnischer Euphemismus.
Die rechtliche Zwickmühle
Böllmann macht jedoch, ebenso wie Reem Alsalem, darauf aufmerksam, dass Staaten durch die Existenz von Leihmutterschaft dazu gezwungen werden, gesetzliche Regelungen zu erlassen, die wie eine Anerkennung durch die Hintertür wirken. Denn auch durch Leihmutterschaft erzeugte Kinder brauchen einen rechtlichen Status und Schutz, etwa vor Staatenlosigkeit. Lässt man zu, dass Bestelleltern die Kinder adoptieren, entsteht der Eindruck, die Praxis würde de facto toleriert.
Regulierung von Leihmutterschaft sei keine Lösung, so Böllmann, da eine solche die Menschenrechtsverletzungen, die Leihmutterschaft hervorruft, nicht verhindern, sondern nur strukturieren.
Einen Versuch, dies auszuhebeln, stellt die italienische Gesetzgebung dar, die Eltern bestraft, die versuchen, ihr anderswo geborenes Kind nach Italien zu bringen. Damit macht sich Italien als Markt für Agenturen und Kliniken uninteressant. Ganz anders als Deutschland: Hier finden regelmäßig Kinderwunschmessen wie die Wish for a baby, oder die Men having babies statt. Letztere Veranstaltung richtet sich gezielt an homosexuelle Männer, die sich Kinder verschaffen wollen.
Unverhoffte Allianzen
Der Verein Frauenheldinnen e.V. wollte die Wish for a baby in Köln verhindern, weil dort nachweislich verbotenerweise Werbung und Vertragsanbahnung betrieben werden. Eva Engelken, die Vorsitzende des Vereins, referiert über den Einsatz des Vereins gegen die Leihmutterschaftsmessen, und über den Versuch, sie über das Verwaltungsrecht verbieten zu lassen. Engelken wirkt entschlossen und unbeirrt angesichts der Auseinandersetzung, die an den Kampf Davids gegen Goliath erinnert: Feministinnen und Lebensrechtler stemmen sich mit geringer finanzieller Ausstattung und ohne breite mediale und politische Unterstützung den Betreibern eines lukrativen Geschäftsmodells entgegen – ein schwieriger Prozess, obwohl sie das Recht klar auf ihrer Seite wissen.
Engelkens Anwesenheit bezeugt die neuartige Allianz, die bereits im Einsatz gegen die Transideologie sichtbar wurde: „Single-issue alliance“, Allianz in einer einzelnen Angelegenheit, nennt Engelken, dass sich hier Menschen unterschiedlicher Anschauungen zusammenschließen. Denn Lebensrechtler und Feministinnen werden gewöhnlich nicht als „natürliche Verbündete“ betrachtet.
In der Bewertung der Leihmutterschaft besteht jedoch fachübergreifend Einigkeit. Ausnahmslos plädieren die Referenten für ein internationales Verbot.
Einigkeit übrigens, die sich durchaus nicht vor Auseinandersetzung scheuen würde: Man habe auch Vertreter des Vereins zur Förderung der Legalisierung der Leihmutterschaft in Deutschland eingeladen, an einem Podiumsgespräch teilzunehmen, betont Cornelia Kaminski. Doch die Befürworter der Leihmutterschaft sagten ab.







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Zitat:“Es handelt sich um ein internationales Milliardengeschäft. Leihmütter erhalten nur einen Bruchteil der Summen, die Agenturen und Kliniken mit dem Kinderwunsch finanzstarker Kunden verdienen.“ Da liegt das Problem. Eigentlich sollte eine Leihmutterschaft ein direkter Vertrag zwischen Leihmutter und den Empfängereltern sein, in dem alles zwischen den beiden Parteien geregelt wird und dritte „Vermittler“ weder die Leihmutter noch die Empfängereltern über den Leisten ziehen können. Das birgt natürlich ein gewisses Risiko dort, wo die Leihmutter ihr Kind vielleicht wieder direkt zurückhaben will oder die Empfängereltern das Kind wieder abgeben wollen, weil man des Kindes überdrüssig wurde, und das dann auch öfters… Mehr
Wie viel von dem, was Sie im Zusammenhang mit Leihmutterschaft und Adoption insinnuieren, kann nicht ebensogut in konventionellen Familien vorkommen?
Eigentlich kann alles vorkommen einschließlich Überdrüssigkeit, der nicht abgeholfen werden kann, die in Verwahrlosung oder sogar Tötung des Kindes mündet. Immer wieder einmal gibt es dazu Gerichtsprozesse.
Zum Beispiel finden auch die mit Abstand meisten sexuellen Übergriffe in den eigenen Familien statt.
Es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen Leihmutterschaft und natürlicher Elternschaft: Im letztgenannten Fall sind Ursache und Wirkung sofort erkennbar, weil die „Besitzverhältnisse“ bzw. die Verantwortlichen klar rechtlich definierbar sind. Was dann wohl auch erklärt, warum es bei Kindesmisshandlungen innerhalb der biologisch üblichen Familienverhältnisse des öfteren mal Gerichtsprozesse gibt. Man weiß sofort wer es war und muss nur noch beweisen, dass da was war. Im Falle einer (eventuell sogar internationalen) Leihmutterschaft, bei der das Kind vielleicht sogar im Ausland verschwindet, ist das alles nicht mehr direkt sichtbar und vielleicht auch nicht mehr so leicht verhandelbar, weil keiner mehr weiß, wer das… Mehr
Die Starrheit besteht in der emotionalisierten Diskreditierung als Geschäftsmodell. Was wäre, wenn Leihmutterschaft „ehrenamtlich“ angeboten würde? Mann kann alles Beliebige moralisch abwerten, wenn man nur laut genug brüllt. Beim Klimaschutz geschieht dies auch. Die rechtliche Seite ist auch kein Problem, wenn man seitens Gesetzgeber und Kritiker Starrheiten aufgibt. Gesetze lassen sich passend machen. Das passiert sogar, wenn ein Vater per Gerichtsbeschluss als Zahlemann herhalten muss, obwohl er nicht der leibliche Vater ist, sondern nur eine der Episoden der Frau, die den richtigen Vater nicht kennt. Geschäftsmodell. Jetzt werden Sie erfahren, was Sie zum Teil schon wussten. Der Staat verzichtet einerseits… Mehr
Hier geht es nicht nur ums Geld. Hier geht es auch um potentiellen Missbrauch. Lesen Sie meine Kommentare vielleicht noch mal. Das Wohl des Kindes muss im Mittelpunkt stehen. So wie es jetzt läuft, hat das Kind ja kein Mitspracherecht, wo es denn landet und was mit ihm passiert, obwohl es selbst am massivsten von dem Handel betroffen ist. Die Leihmutter und auch die Adoptiveltern müssen sich derweil darauf verlassen können, dass die Agenturen redlich arbeiten und das von allen Seiten im Vorfeld abgesprochene Wunschkind auch bei den Wunscheltern landet und das Kind, soweit es sich schon dazu äußern kann,… Mehr
Worin soll denn der Missbrauch wider das Wohl des Kindes bestehen, wenn man nicht etwas an den Haaren herbeizieht, das nicht dem allgemein Erwartbaren entspricht? Sie müssten meinen Text gelesen haben. Ist doch alles schon besprochen einschließlich des Vergleichs mit „normal“ entstandenen Familien, wo es genauso schlimm ist, wenn und wo es denn schlimm ist.
Man kann hier in etlichen Kommentaren bereits die Auswirkungen einer Ideologie erkennen, die in den letzten Jahrzehnten verbreitet wurde. Einerseits hochmoralisierend, wenn es um bestimmte Themen geht (Klima, Umwelt, Genderideologie), aber andererseits vollkommen ohne eigene moralische Grundlage, wenn es um grundlegende Fragen des Menschseins geht.
Wenn man dazu dann noch über eine „Bildung“ verfügt, die dem heutigen Niveau der Schulabgänger, sowie den Auswürfen des Internets/“sozialen“ Medien entspricht, kommt genau das heraus, was hier teilweise geäußert wird.
@Edwin Rosenstiel:
Wie Sie hier Zusammenhänge über verschiedenste Themen hinweg konstruieren, ist schon für sich allein abenteuerlich. Als ob Menschen nicht unabhängig von Parteien und Politik individuelle Wünsche haben und Entscheidungen treffen könnten. Da verrät jemand wohl mehr über sich selbst und seine eigene Gefangenschaft als über andere.
Verehrter umgedrehter Wolkenspalter, bellt da ein getroffener Hund? Ich weiß nicht, was Sie hier antreibt, ihre Agenda zu verbreiten, aber die hat eindeutig einen schalen Beigeschmack. Man fragt sich, was für eine Gesellschaft, und was für ein verqueres Menschenbild Sie im Kopf haben. Und nebenbei: nur Wörter verwenden, die man auch schreiben kann: insinnuieren hat nichts mit Sinn zu tun, daher nur ein „N“. Ich hatte Ihnen gestern bereits auf ihre Entgegnung weiter unten geantwortet: Sie wissen offenbar nicht, dass die wesentlichsten und später kaum zu ändernden Teile der Prägung eines Kindes in den allerersten Lebensjahren entstehen, wo der Wille… Mehr
« Verehrter umgedrehter Wolkenspalter, bellt da ein getroffener Hund? »
Wer bellt denn hier gerade?
Sie können sich sicher denken, dass die Beurteilung des Menschenbilds vice-versa gilt.
Apropos: Ich habe in keinem meiner Beitrage über mich oder meine Situation gesprochen. Falls Sie mir das unterstellen wollten, wonach es gebellt aussieht.
Ihnen ist aber klar, daß mit Ihrer Argumentation jeder Triebverbrecher, Lustmörder, Kannibale, Kinderschänder oder sonstige Perverse sein Tun rechtfertigen kann „Ist mein Lebensentwurf, geht euch nichts an, lasst mich einfach in Ruhe!“
Über TIKTOK kann man heute bereits Leute zum Selbstmord bringen, da dürfte es kein Problem sein, auch noch die Zustimmung des jeweils Beteiligten zu gewinnen („Menschen die sich völlig miteinander einig sind schließen einen Vertrag …“), es gibt ja schon eine Show (auf RTL?) mit dem Titel „Für Geld tu‘ ich allles!“
Viel Spaß in einer solchen Gesellschaft, wo bestimmt alle glücklich sind, ganz ohne dumme Verbote.
@Dirk Plotz: Wie kommen Sie auf die Idee, ich wolle etwas anderes als Sie? Irrtum! Mit ihren Bezügen auf Corona hören Sie sich doch ganz vernünftig an, aber ich denke, Sie haben sich verrannt. Mit ihrem Einstehen für die totale „Selbstentfaltung“, wie Sie glauben, landen Sie am Ende vielleicht ganz woanders. Und ich hoffe, daß Ihr Satz: Sie wollen die Leben anderer Menschen kontrollieren, weil Sie meinen Sie hätten einen Anspruch auf eine bestimmte Art von Gesellschaft. Das haben Sie nicht. sich nicht in absehbarer Zeit gegen Sie wendet. Und vielleicht wünschen Sie sich dann auch eine andere Gesellschaft, oder… Mehr
Leser @humerd erwähnt vollkommen richtig hier die Ukraine, (die uns ja gerade rettet, sowie Freiheit und Demokratie für uns verteidigt, wie es heißt), wo es zu Beginn des Krieges gegen Russland zu „Absatzproblemen“ mit solcherart gezüchteten Kindern kam.
Hier war Leihmutterschaft eine verbreitete Praxis, aber anscheinend will man davon nichts mehr wissen/berichten?
Es kam eigentlich nur durch die Auswirkungen des Krieges ans Licht, wie das so oft ganz nebenbei bei fragwürdigen bis kriminellen Praktiken der Fall ist, die bis dahin „unter dem Radar“ verliefen.
Leihmutterschaft ist ein Produkt unserer Zeit, die dadurch gekennzeichnet ist, dass viele nicht mehr bereit sind, das eigene Schicksal zu akzeptieren. Wer unfruchtbar ist, kann eben keine Kinder bekommen und wenn der Wunsch dennoch so groß ist, dem steht bei Vorliegen der Voraussetzungen die Adoption zur Verfügung. „Ich will aber trotzdem…“, ist die trotzige Reaktion von Pubertierenden, nicht von Erwachsenen.
Wenn man krank ist, darf man dann auch nicht „trotzig“ zum Arzt, weil man sein Schicksal akzeptieren muss?
Ich sehe bei diesem Thema vor allem eine Neigung, Menschen durch psychischen Druck mithilfe von konstruierten, emotionalen Argumenten überflüssige Verbote auferlegen zu wollen, damit sie ihr Leben weniger genießen können.
Interessant auch, wie etliche Kommentatoren gleich auf den Zug der Verurteilung aufspringen, wenn man ihnen nur eine Vorlage hinhält. Manche Leute haben solche giftigen Vorlieben.
Man könnte natürlich auch fragen, was es Außstehende überhaupt angeht.
Und dann noch weltweite Ächtung von „Kinderehen“? Kinderheirat – Wikipedia und UNICEF prangert Kinderehen an – DW – 07.06.2019 und Kinderehen weltweit: Die wichtigsten Fragen und Antworten und Frauenrechte in Indien – Sex in indischen Kinderehen gilt nun als Vergewaltigung – News – SRF. In Indien scheint man da schon weiter zu sein. Denn der Raub der Kindheit bei minderjährigen Mädchen durch Schwängerung, zumeist muslimischen, ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Das betrifft laut unicef ca. 650 Millionen(!) Mädchen und Frauen weltweit, jährlich kommen ca. 12 Millionen hinzu, Dunkelziffer unbekannt. Täglich sterben 800 minderjährige Mädchen bei der Geburt ihres Kindes,… Mehr
Die Organisierte Kriminalität in Drittweltländern profitiert von Leihmutterschaft.
Wieso denn in die Ferne schauen? Die Ukraine ist viel näher und wohl bald in der EU:
In Deutschland ist es ja weiterhin illegal. Trotzdem werden Frauen und Männer dann in andere Länder gehen z.B. USA, Afrika und Teile Asiens wo es komplett legal ist gegen Geld.
Einzig eine Kriminalisierung wäre die Lösung. Wer sein Kind über Leihmutterschaft aus dem Ausland holt geht automatisch 10 Jahre wegen Menschenhandels ins Gefängnis. Alternativ dürfen diese Kinder nicht nach Deutschland kommen und niemals einen deutschen Pass bekommen. Das würde das Problem praktisch eliminieren wegen Abschreckung.
Ich verstehe, dass bei „gekaufter“ Leihmutterschaft eine Assoziation zu Menschenhandel in der Luft liegen kann. Nur, der Vergleich hinkt in einem entscheidenden Punkt. Während einem Menschen im Falle des Menschenhandels (=Sklaverei) das Recht auf Selbstbestimmung genommen wird, ist dies bei einem neu geborenen Kind gänzlich anders. Es kann vor der Geburt noch kein Recht auf Selbstbestimmung haben. Es hat, ob Leihmutterschaft oder nicht, nicht das geringste Mitspracherecht, in welchem Land, in welchem Milieu, bei welchen Eltern und ob es überhaupt auf die Welt kommen will. Über das Kind wird in jedem Fall schlichtweg verfügt. Ja, sämtliche Eltern tun dies. Das… Mehr
Um Ihren Gedanken zu Ende zu führen: Wenn ein irgendwo auf der Welt geborenes Kind den Eindruck hat, im falschen Land geboren zu sein, weil es ja von seinen Eltern ungefragt gezeugt wurde, kann es ja immerhin jederzeit nach Deutschland fahren und wird hier mit offenen Armen aufgenommen, oder? Damit ist dann alles wieder gut, wir bezahlen alles. Und die Welt ist gerettet Um es auf den Punkt zu bringen: Ihr Gedanke ist zwar hochmoralisierend aber leider vollkommen abwegig. Danach dürfte niemand mehr, nirgendwo, ein Kind zeugen. Es könnte ja anderer Meinung sein. Elternschaft a priori als Verbrechen an der… Mehr
Abgesehen, dass sich im Kindesalter noch niemand zur Auswanderung entschließt, und auch das Milieu, vom dem man als Kind fürs Leben geprägt wird, nachträglich kaum angestreift werden kann, steht die Sache im Vergleich von konventioneller mit Leihmutterschaft, wo die Leihmutter das Kind eben nicht prägt, sowie der Aussicht, dass bei Eltern, die sich ein Kind ausdrücklich wünschen (auch wen es von einer gut ausgewählten Leihmutter ausgetragen wird), von der Bereitschaft auszugehen ist, dass sie sich wohlwollend um das Kind kümmern, das sich im Endeffekt für das Kind nicht von dem unterscheidet, als wenn es ein selbst ausgetragenes Kind wäre. Die… Mehr
Sorry, Kollege Wolkenspalter, aber bereits im ersten Satz nicht zutreffend. Sonst hätten wir kein Problem mit MUFLs, die teuer betreut werden müssen. (Minderjährige unbegleitete Flüchtlinge), und zum Thema Kindesalter gibt es ja inzwischen auch zahlreiche Transkinder, die sich bereits früh „entschließen“, im falschen Körper zu leben. Auch diesen sprechen wir natürlich nach Ihrer Argumentationsline ganz permissiv die freie Entscheidung ohne äußere Einflüsse zu, oder? Ich glaube, eher prallen Sie an der normalen Realität ab. Und die Frage nach der Partei können Sie sich selbst beantworten. Es geht hier weder um Klonschafe, noch um geklonte Hunde, sondern um MENSCHEN, und da… Mehr
Sie wissen offenbar nicht, dass die wesentlichsten und später kaum zu ändernden Teile der Prägung eines Kindes in den allerersten Lebensjahren entstehen, wo der Wille des Kindes mangels Lebenserfahrung noch unentwickelt ist.
Die Erziehung eines Kindes kommt genau so schicksalhaft ohne seine Mitbestimmung über es wie seine Geburt selbst.
Wird hier ein neues, moralbeladenes Thema mit potentieller Grupppendynamik aufgemacht – als ob es nicht schon genug davon gäbe – dem vor allem eine nüchterne, objektive Betrachtung bzgl. der Schädlichkeit fehlt, wo zu eventuellen Korrelationen erwiesene Kausalität gehört. Gibt es überhaupt statistisch belastbare Korrelationen und wenn ja, welche Schäden sollen es sein, wo keine Körperverletzung, keine Vergewaltigung und keine Prostitution vorliegt und auch sonst keine Böswilligkeit? Gerade bei Depressionen, deren Ursache jemand typischerweise selber nicht kennt, lassen sich allerlei Verschwörungstheorien spinnen, für die schnell ein Grund, möglichst dazu ein Schuldiger gefunden ist. Schönen Gruß von #MeToo. Daran, dass jemand kaum… Mehr