Grüner Heimat-Nebel – „Also müssen wir uns mal was Neues ausdenken.“

Die Grünen haben ein neues Thema entdeckt, das sie „Heimat“ nennen. Damit wollen sie Jamaika zusammenkitten. Was sie darunter verstehen, bleibt vage.

© John MacDougall/AFP/Getty Images

„Heimat“ überall bei den Grünen. Merkwürdig eigentlich für eine Partei mit so ausgeprägt antideutschen Reflexen. Für Leute, deren Lieblingsspruch stets hieß: „Ausländer, lasst uns nicht mit diesen Deutschen allein“. Die jeden Flüchtling für ein Geschenk hielten und sofort zur Stelle sind, wenn es gilt, gegen die Abschiebung von Schwerkriminellen zu demonstrieren. Und die es gar nicht abwarten können, noch mehr deutsche Steuergelder nach Italien und Griechenland zu transferieren, damit die nicht mehr „sparen“ müssen.

„Heimat Jamaika“

Worum geht es? Die Grünen wollen an die Macht. Unbedingt. Die Gegensätze im Programm und in den Meinungen der Wählerschaft zu CSU und FDP sind so groß, dass das Projekt „Jamaika“ wie eine Totgeburt wirkt. Da müsse, so die Grünen, ein „neues Projekt“ her. Der Heimatbegriff, schreibt der aktuelle SPIEGEL, solle zur „Klammer“ für eine Jamaikakoalition werden. Das sei der „große Plan“ der „Realos“ bei den Grünen. Der Vorteil: Unter dem Begriff kann sich jeder vorstellen, was er möchte. DER SPIEGEL: „Heimat so meinen sie, klinge doch friedfertig, gemütlich, gerecht, nach Bergen oder Meer, je nachdem wo man eben herkomme; nach Klima- und Naturschutz sowie Gesellschaftspolitik für die Grünen, Wirtschaftskraft, Digitalisierung und Bildung für die FDP, Vaterlandsliebe und Sicherheit für die Union.“

Nichts als Wortschaum

Auch die FAZ greift am Samstag das Thema auf – fast die gesamte zweite Seite ist einem Interview mit dem Fast-Spitzenkandidaten der Grünen und Umweltminister von Schleswig-Holstein, Robert Habeck, gewidmet. Überschrift: „Wir müssen uns trauen, über Heimat zu reden.“ Klüger, was damit gemeint sein soll, ist man nach dem Interview nicht. Habecks Antwort auf die Frage, was er unter Heimat verstehe:

  • „der Ort, den wir mit unseren Geschichten füllen“. (Aha, mit Geschichten füllen.)
  • „der Ort, den wir als Gesellschaft definieren“. (Ach so, Heimat ist Gesellschaft.)
  • „Verbundenheit zu den Menschen, auch und gerade wenn sie aus Schrot und Korn sind“. (Hm, ich bin nicht aus Schrot und Korn, also vermutlich nicht gemeint. Aber immerhin, Mensch bin ich, aber verbunden sein mit den Grünen möchte ich dann doch lieber nicht.)
  • „die Landschaft am Meer und ihre Freiheit“. (Klingt wie aus einem Reisekatalog.)
  • „Solidarität und Sehnsucht“. (Klingt für mich wie die Mischung aus SPD-Parteiprogramm und Liebesroman.)

Schlauer nun? Ich nenne so was Wortschaum. Habecks Begründung, warum man über „Heimat“ sprechen solle: Der Erfolg der AfD. „Also“, meint er schlau, „müssen wir uns mal was Neues ausdenken“. So wörtlich im FAZ-Interview.

https://twitter.com/FAZ_NET/status/916551521847906304

Multikulti neu verpackt

Aber natürlich wird die Sache bei den Grünen diskutiert. „Dürfen Grüne Heimat sagen?“, fragt der SPIEGEL. Die Grüne Jugend protestierte bereits: „Heimat ist ein ausgrenzender Begriff.“ Heimat, so meint auch Habeck, sei „ein belasteter Begriff… verhunzt durch Nationalismus und Rassismus“. Die Grünen müssten Begriffe wie Deutschland und Heimat „mit unseren Geschichten füllen“. Und dann wird Habeck im Interview ganz konkret: „Wir dürfen also nicht nur klug reden, sondern müssen auch kluge Politik entwerfen.“ Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: „Wir dürfen also nicht nur klug reden, sondern müssen auch kluge Politik entwerfen.“

Alles alter Wein in neuen Schläuchen, denn im Kern bleibt es bei Multikulti, auch wenn die Grünen sich nicht mehr trauen, den diskreditierten Begriff in den Mund zu nehmen. Habeck formuliert das heute anders. Seine „Antwort auf die Flüchtlingskrise“ laute: „Wenn es nämlich konkret wird, leben Menschen unterschiedlicher Herkunft auch gut zusammen.“ So einfach war das bei den Grünen schon immer. Alles Multikulti – oder alles Heimat.

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Kommentare ( 29 )

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„Also müssen wir uns mal was Neues ausdenken.“

Das beschreibt sehr gut die grün gefärbte Politik der letzen Jahrzehnte. Irgendwelche bestens durch den arbeitenden Bürger finanzierten Studienabbrecher DENKEN SICH ETWAS AUS und erwarten tatsächlich, dass 80 Millionen Bürger ihre weltfremden Kopfgeburten umsetzen und übernehmen.
Das ist respektloses Herrscherdenken

Was für eine Hybris.

Unsere Heimat muss immer grösser werden – bis sie nicht mehr die unsrige ist.

Alexa, spiele „Heimweh“ von Freddy Quinn.

Kurz zusammengefasst: Heimat = Multikulti

Also keinerlei Konzession für Jamaika von Seiten der Grünen. Man labelt einfach die alte, bisher abgelehnte Politik (immerhin 91,1 % der Wähler waren dagegen) neu als „Heimat“.
Klasse. Wenn Lindner (und die FDP die ggw. auf Bewährung ist) und die CSU darauf einsteigen, sind sie ebenfalls tot.

Was hat man diesen Menschen nur als Kind angetan, dass sie ihre Wurzeln so sehr ablehnen?
Heimat – ist doch das, was die Grünen ökologisch mal erhalten wollten …
Heimat ist das Land – nicht die Menschen darin.
Heimat sind in der Ecke, in der ich geboren wurde, die Hecken zwischen den Äckern. Haselnuss, Schlehen, Vogelbeeren gehören immer dazu. In anderen Gegenden stehen statt dessen Mauern aus Steinen, oder Gräben, oder, oder, oder …

Das ist Heimat

Wenn Heimat ausgrenzend ist, dann ist auch Familie, Deutschland, Bausparer, Politiker und fast jedes andere Wort der menschlichen Sprache ausgrenzend. Herrgott Sakra. Wenn ich Heimat sage dann meine ich nun mal nicht Afghanistan. Denn Sprachen zeichnen sich durch ihre Differnzierungsfähigkeit aus. Je höher entwickelt die Gesellschaft um so differenzierter ist die Sprache, nicht andersherum. Am liebsten möchten die Grünen jede sprachliche Eindeutigkeit verwischen, wie z.B. das aktuelle Ersetzen vom allem was mit Deutsch zu tun hat mit dem Wort Menschen. Alle Eindeutigkeit eliminieren bis nur noch ein profilloser Einheitsbrei übrigbleibt. Das erspart das Nachdenken über Unterschiede oder den besseren Weg… Mehr

Es tut richtig weh, wenn man den Grünen zuhören muss, sie haben die wenigsten Stimmen bekommen und aus Not der Madam, sollen sie an der Regierug beteijigt werden und benehmen sich schon so, als wenn sie die Wahlen gewonnen hätten und sind so ekelhaft gierig auf ihre neue Pöstchen und das Umerziehen der Deutschen.

Heimat ein belasteter Begriff durch Nationalsozialismus ? Ja liebe Grünen*Innen, da fallen mir noch mehr belastete Begriffe ein, wie Mütter (unter Adolf besonders geschützt) oder Autobahnen ( von Adolf gebaut). Was sollen wir denn nun stattdessen sagen, Erzeugerinnen oder Straßen zum Schnellfahren ?

Mit Verlaub, ihr habt doch eine ganz große Meise.

Wortschaum zur Umdefinition des alten Begriffes Heimat. Man will über Heimat reden, meint aber ganz etwas anderes. In der Hoffnung, dass es die meisten nicht merken. Es ist sehr gefährich, dieser Partei mit diesen „ausgeprägten antideutschen Reflexen“ Regierungsverantwortung zu übertragen. Das tut ja nicht der Wähler, das ist nur Merkels Idee. Zur Sicherung ihrer Machtansprüche. Aber alle Parteien die noch zu diesem Land stehen müssten sich eigentlich dagegen verwehren!

Geklaut wurde der Begriff „Heimat“ als politischer Begriff, was er nebenbei nicht ist und auch nicht sein sollte, von wem wohl? Natürlich von der AfD oder besser von einem bestimmten „Flügel“ innerhalb der AfD nämlich von Herrn Höcke, der seine Partei in Thüringen als „AfD, die Heimatpartei“ vorstellte und definierte. Also ganz klar, die Grünen auf den Spuren von Götz Kubischek und Björn Höcke. Wenn sie Heimat mit ihrer Sicht von Geschichte und „Geschichten“ füllen wollen, warum sagen sie dann nicht „Narrativ“? Ach ja, das“Narrativ“ ist eine solzialdemokratische Geschichtenerzählerei, da will man sich in einer neuen Koalition offenbar etwas von… Mehr