Ein paar sonnige Tage Anfang Mai und es werden bereits Überlastungen des Stromnetzes erwartet. Weil Photovoltaikanlagen mehr Energie produzieren, als verbraucht wird, und die nicht gespeichert werden kann. Solarfelder werden trotzdem weiter gebaut – und vertreiben Natur, Mensch und Tier.
Fotos: Privat
Am 1. Mai schien in Deutschland fast überall die Sonne. Die Solarpanele im ganzen Land produzierten viel Strom. Zu viel. Denn es wurde mehr Solarstrom erzeugt, als das Stromnetz aufnehmen konnte, insbesondere in der Mittagszeit. Wegen des Feiertags war die Nachfrage nach Strom geringer als sonst – etwa weil viele Industriebetriebe geschlossen hatten und private Haushalte weniger Energie verbrauchten –, sodass die Börsenstrompreise fielen.
Der Ökonom Justus Haucap wies am Vortag auf X darauf hin, dass um 14 Uhr im Intraday-Handel die Megawattstunde bei minus 855 Euro liegen würde. Solche negativen Preise entstehen, wenn das aktuelle Angebot den aktuellen Strombedarf übersteigt. Haucap forderte dazu auf, so viele Elektrogeräte wie möglich einzuschalten, damit mehr Strom verbraucht wird – weil der verbrauchte Strom in diesem Moment günstiger ist als der, der ungenutzt bleibt. Bitte „alle Haushaltsgeräte anschmeißen – der Strom muss entsorgt werden“, so Haucap. Energieverbrauch pervers.
— Justus Haucap (@haucap) April 30, 2026
Haucap fragt weiter: „Wo sind bloß die noch und nöcher Speicher?“, und spielt damit auf eine Äußerung von DIW-Energieökonomin Claudia Kemfert aus dem Jahr 2022 an, für die sie verspottet wurde. Es gibt sie eben nicht, die Speichermöglichkeiten in den notwendigen Größenordnungen. Deshalb muss überschüssiger Strom aus Deutschland exportiert werden – zu Negativpreisen. Damit andere Länder den Strom abnehmen, muss Deutschland draufzahlen. Denn diese Länder müssen ihrerseits wieder ihre Kraftwerke herunterfahren. Das kostet Geld.
Um das Stromnetz vor Überlastung zu schützen, werden Photovoltaik-Anlagen abgeschaltet. Die Betreiber können viele private Solaranlagen nicht einfach zentral steuern oder kurzfristig vom Netz nehmen. Lion Hirth, ebenfalls Energieökonom, fordert die angeblich 5 Millionen Besitzer von PV-Anlagen, sie abzuschalten, wenn sie „etwas Gutes für die Versorgungssicherheit und die Energiewende (und dem Bundeshaushalt) tun“ wollen: „Einfach aus. Ehrlich gesagt, am besten gleich bis Montag auslassen.“
Die Probleme überlasteter Stromnetze bei zu viel Sonne sind bekannt. So führen Energieexperten wie Fritz Vahrenholt die massiven Stromausfälle in Portugal und Spanien im April 2025 auf die Überproduktion von Solarstrom zurück.
Dennoch werden weiter immer mehr Solarfelder errichtet, wie zum Beispiel derzeit in einem südlichen Stadtteil Kölns, direkt neben einem Wohngebiet, in dem viele Einfamilienhäuser stehen, auf deren Dächern bereits Solaranlagen installiert sind.
Der örtliche Stromversorger, die RheinEnergie, will nun auf einem riesigen Ackerfeld einen Solarpark errichten. Baubeginn ist Mai 2026. Die Arbeiten sollen laut Info-Schreiben des Energiekonzerns an die Anwohner im September des Jahres abgeschlossen sein. Der Solarpark wird eine Fläche von rund zehn Hektar umfassen, die bisher landwirtschaftlich genutzt wurde.
Sicherlich lohnt es sich für den Bauern mehr, sein Feld zu verpachten als es zu bestellen. Düngemittel werden teurer, Auflagen in der Landwirtschaft werden strenger, derzeit kommen hohe Dieselpreise für Traktoren hinzu. Die fruchtbare Ackerfläche wird nun wohl für immer vernichtet.
Die Wege zwischen den Feldern wurden bislang von vielen Spaziergängern, Hundebesitzern und Joggern genutzt. Damit wird demnächst auch Schluss sein. TE-Autor Frank Hennig analysiert, welche Hitze ein Solarpark erzeugen kann. Durch die hohen Temperaturen heizt sich auch die Umgebung stark auf. Da macht das Laufen keine Spaß mehr. Mal abgesehen von der zerstörten Schönheit der Natur.
Die RheinEnergie informiert: „Nach Inbetriebnahme kann der Solarpark rechnerisch etwa 3.300 Haushalte jährlich mit erneuerbarem Strom versorgen – ein wichtiger Baustein unserer Klimaschutzstrategie.“ Bei so viel Klimaschutz kann man auch mal darüber hinwegsehen, wenn die Natur darunter leidet. Nicht nur die Natur, sondern auch der Tierschutz scheint nicht mehr wichtig. Derzeit laufen sogenannte Vergrämungsmaßnahmen, wodurch Vögel vom Nisten abgehalten werden sollen.
„Als erste sichtbare Aktivität auf der Fläche beginnen ab Mitte März 2026 sogenannte Vergrämungsmaßnahmen. Sie dienen dazu, die Ansiedlung bodenbrütender Vogelarten auf der Fläche zu verhindern, damit während der Bauarbeiten keine Nester beeinträchtigt werden. Dazu werden zunächst Holzpflöcke gesetzt und anschließend Flatterbänder angebracht, die durch Bewegung und Geräusche Vögel vom Brüten abhalten.“
Statt Vogelscheuchen nun also Flatterbänder, statt Zuckerrüben demnächst Solarpanele. Die Energiewende zerstört zunehmend den Lebensraum von Mensch und Tier – für welchen Nutzen?








Sie müssenangemeldet sein um einen Kommentar oder eine Antwort schreiben zu können
Bitte loggen Sie sich ein
Die Solaranlage abschalten! Sagte mir am 1. Mai meine Frau. Hätte sie gerade gelesen. In irgendwelchen sozialen Medien. Da haben wir es wieder! Zum Glück konnte ich sie überzeugen, dass wir nicht auf derlei rechte Parolen reinfallen dürfen. Anruf bei Bekannten in Jänschwalde – das teilkastrierte Kohlekraftwerk war noch an! Solar reichte als nicht mal. Natürlich blieb Solar daraufhin am Netz! „Haucap forderte dazu auf, so viele Elektrogeräte wie möglich einzuschalten, damit mehr Strom verbraucht wird“ – mein Nachbar hat es geglaubt! Selber schuld, irgendwelchen Verschwörungen anzuhängen! Er: Vier Kochplatten, Wasserkocher, Waschmaschine u.a. pausenlos an. Geht auch mit sauberer Wäsche.… Mehr
Immer stärker werden ganze Landstriche verspargelt und verspiegelt: Damit hoch subventionierter Wind- und Solarstrom an den Tagen, wo er bei Wind und Sonne produziert werden kann, nicht nur verschenkt, sondern teuer entsorgt werden muss.
Das ist der reinste Wahnsinn.
„… rechnerisch etwa 3.300 Haushalte jährlich …“, d.h, tatsächlich vielleicht 15.000 – aber nur im Sommer, bei Sonnenschein und in den Mittagsstunden! Ohne Speichermöglichkeit sind Sonnen- und Windstrom ein minderwertiger Strom und häufig so wertlos wie der Sand in der Wüste.
Heute zu lesen im „Schildaer Boten“: neben dem Auszug aus dem Gesetz Blatt XY bezüglich der Verpflichtung bei allen Neubauten PV Anlagen verpflichtend. auf den Dächern zu installieren, stand im Lokalteil die Bitte aus dem Rathaus, man möge doch über das Mai-Wochenende alle privaten PV Anlagen abschalten, weil sonst wegen Überlast das Netz nicht mehr „stabil“ gehalten werden könne.
Solaranlagen auf Freiflächen halte ich für unökologisch, erst recht in einem so dicht besiedelten Land wie Deutschland. Ausnahme: Ungenützte Freiflächen neben Autobahnen, Bahntrassen oder zwischen Autobahnkreuzen (Kleeblätter). PVAs auf Dächern ergeben sehr viel mehr Sinn, in mehrfacher Hinsicht. Die sollten zum einen eine Batterie im Keller als Speicher mit installieren, damit sie weiterhin gefördert werden (was sich in den meisten Fällen eh nur noch auf die erlassene Mehrwertsteuer der Anlage beschränkt) plus sie müssen vom Netzbetreiber zentral abgeschaltet werden können falls erforderlich. Wir haben so eine Anlage. Seit Anfang März sind wir quasi stromautark. Wird bis Ende Oktober so bleiben.… Mehr
Welch Erkenntnis! Wir machen das seit 2016 schon so. Mit dem Unterschied, dass mir kein Netzbetreiber irgendwas abschaltet. Weder die PV-Anlage, noch den Batteriespeicher. Wobei eine Abschaltung des Batteriespeichers keinerlei Sinn macht. Maximal die Begrenzung der Einspeisung ins öffentliche Stromnetz.
Bei uns auch. Wenn dann nur Abschaltung der Einspeisung. Bisher noch nie passiert.
Das nenne ich mal einen Ratschlag, alle elektrischen Geräte anzuwerfen. Nun, mit einem Vertrag nützt einen das gar nichts, wenn mal an einem Tag soviel Strom zur Verfügung steht. Wer legt denn das Geld an der Börse drauf, wenn keine Gewinne generiert werden können? Letztendlich doch der Steuerzahler, wenn ich mich nicht täusche. Der Steuerzahler bezahlt seine Abschläge bei seinem Stromanbieter, egal, wie gerade am 1. Mai 12:00 gehandelt wird.
Dass die Masse der Deutschen offensichtlich so dumm sind, den Quatsch der Grün-Politiker mit ihren Lügen-Narrativen glauben, und wenn nicht, sich ducken, nachdem sie ein bisschen gemosert haben! Weder in Italien noch in Frankreich, nicht einmal in UK können die Politiker so mit den Bürgern umspringen, s. Gelbwesten oder auch Italiener, die, wie ich selbst beobachtet habe, einen anmaßenden Politiker vom Strand mit Steinwürfen verjagten.
Siehe auch Umfragewerte der „CDU“, 24% seit Wochen kaum grottenschlecher zB „Gesundheitsreform“ oder auch des dumm-arroganten Fritz-Geschwätzes. Das Problem ist das deutsche Wesen, dessen Spiegelbild diese Regierung ist.
Liebe Frau Furjan, bei all Ihrer berechtigten Kritik am Unfug und den Zerstörungen die mit der deutschen Energietransformation einhergehen, so wäre es zunächst dienlich dies dem Leser dies auch mit korrekter Physik zu übermitteln. Hier einige Ihre falschen „kindlichen“ Begrifflichkeiten: „Solarpaneele produzierten Strom“, „Strom erzeugen/verbrauche/ableiten“, „Strom ins Netz aufnehmen“, „Stromnachfrage“. Es geht doch ausschließlich um Energiebereitstellung, – Umwandlung und – Nachfrage – großer physikalischer Unterschied. Man muss die Komplexität des Energienetzes nicht komplett verstehen, um den unkontrollierten subventionierten Ausbau der Regenerativen zu kritisieren, aber ein klein wenig schon, warum? Weil die „kindliche Sprache“ die physikalische Unmöglichkeit verschleiert, ein Industrieland allein… Mehr
Ihr Beitrag hat wenig zum allgemeinen Verständnis der Problematik beigetragen.
Wenn man die Vögel vorsätzlich nicht brüten lässt, gibt es auch keinen Nachwuchs und die Vögel werden weniger. Und anschließend schieben sie die verursachte Vogelreduktion auf den angeblich menschenverursachten Klimawandel. Laut Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) § 39 ist es verboten, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis 30. September radikal abzuschneiden, auf den Stock zu setzen oder zu beseitigen. Der 28. Februar (bzw. 1. März) markiert den Beginn der Hauptbrutzeit für viele heimische Vogelarten in Deutschland, weshalb ab diesem Zeitpunkt der Schutz von Nistplätzen gesetzlich verankert ist.
Die RheinEnergie informiert: „Nach Inbetriebnahme kann der Solarpark rechnerisch etwa 3.300 Haushalte jährlich mit erneuerbarem Strom versorgen – ein wichtiger Baustein unserer Klimaschutzstrategie.“
Informiert die RheinEnergie auch, wo der Strom dann tatsächlich am 17. November 2026 um 17:42 Uhr herkommen wird? Von dem Solarpark wird dann nämlich genau Null kommen
Solarpaneele haben hier in D rund 1000 Volllaststunden im Jahr. Das Jahr hat 8800 Stunden…