Bistum Berlin-Brandenburg verwahrlost unter Markus Dröge

Dass eine schäbige, antisemitische Karikatur ausgerechnet in diesen Kreisen möglich ist, zeigt die heillose Begriffsverwirrung der um political correctness bemühten Wohlfühlprotestanten.

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Der Landesbischof der evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg (EKBO) sah sich gezwungen, Stellung zu beziehen zu einem Skandal, in der von ihm mitherausgegebenen Zeitung „Die Kirche“.

Antisemitismus

In ihrer aktuellen Ausgabe druckte die Zeitung eine Karikatur über das Nationalstaatsgesetz in Israel, die einen Benjamin Netanjahu zeigt, der einen fetten Fisch mit der Aufschrift „Juden“ füttert, während ein kleiner Fisch mit der Aufschrift „Araber“ nichts bekommt. Das Aquarium, in dem sich beide Fische befinden, trägt die Aufschrift „Israel“. Der fette Fisch mit der Aufschrift „Juden“ steht in der Tradition des Antisemitismus. Eine solche Karikatur in einer evangelischen Zeitung zu finden, ist keine Petitesse, sondern ein handfester Skandal.

Um als Herausgeber der Zeitung keine Verantwortung für die von ihm mit verantwortete Postille zu übernehmen, tritt Bischof Dröge die Flucht nach vorn an und lässt seine Redaktion im Regen stehen. Man fühlt sich an Molieres Tartuffe erinnert. Sehr christlich ist das nicht, denkt man jedoch an die Lau-Affäre der ZEIT scheint es ein gängiges Verhaltensmuster unter Linksliberalen zu sein.

Wohlfeil kanzelt der Landesbischof seine Redaktion ab, indem er zurecht die Publikation der Karikatur inakzeptabel nennt. Dass sich die Redaktion, die doch aus gestandenen Journalisten bestehen sollte, sofort Asche auf ihr Haupt streut und das Büßerhemd anzieht oder anders ausgedrückt im sattsam bekannten stalinistischen Ritual Selbstkritik übt, sagt alles über das devote Verhältnis zwischen Herausgeber und Redaktion aus. So bezichtigt sich die Redaktion „zu kurz gedacht“ zu haben, was übrigens im Stalinismus hieß, einen schweren politischen Fehler begangen zu haben. Weiter heißt es, man habe die Herausgeber nicht eingebunden.

Rot-grüne Gesinnung und Antisemitismus

Wozu müssen bei einer alltäglichen redaktionellen Entscheidung über die Druckfreigabe einer simplen Karikatur die Herausgeber eingebunden werden? Müsste es, bräuchte man keine Redaktion. Oder tat man es sogar, weil es Usus ist, dass die Herausgeber die Druckausgabe vor Erscheinen abnicken, dann allerdings wird die Redaktion gerade zum Bauernopfer gemacht, um von eigenem Versagen abzulenken. Man kann es drehen, wie man will, die Publikation der Karikatur belegt doch nur eine letztlich proarabische und antiisraelische Haltung, die sich leider in der evangelischen Kirche findet und die sich aus dem Linksprotestantismus der Kirche herleitet.

Hätten man es mit einem bloßen Fauxpas zu tun, lohnte es sich nicht, darüber zu schreiben. Die Karikatur ist jedoch symptomatisch. In der gleichen Zeitung wird auf unterstem Niveau gegen Gemeindepfarrer, die eben keine Funktionäre sind, sondern sich tagtäglich im Dienst in ihrer Gemeinde aufopfern, gehetzt, nur weil sie nicht die herrschende rot-grüne Gesinnung teilen. So gesehen sind die Karikatur und der Artikel über die angeblich rechten Pfarrer nur zwei Seiten eines Silberlings.

Ökowohlfühlwohlstandsbürgertum
Die Evangelische Akademie zu Berlin betreibt politischen Exorzismus
Immer weniger vermittelt die Kirchenleitung der EKBO die Gewissheit, Kirche anstatt eine Untergliederung der grünen Partei zu sein. Da wird bspw. für viel Geld, Kirchensteuergeld, ein Arbeitsbereich Demokratiekultur in der Evangelischen Akademie zu Berlin installiert, der sich dem Kampf gegen alles widmet, was er für rechtspopulistisch hält. Mit dem Projekt „Netzteufel“ in der selben Akademie wird eine Art informelle innerkirchliche Inquisition errichtet. (TE berichtete darüber). Die Akademie, die einst ihren Namen zu Recht trug, erfüllt längst nicht mehr die Verpflichtung, die der ehrwürdige Name ihr auferlegt.

Ein hervorragender Theologe und großartiger Pfarrer wird in Potsdam in unwürdiger und unchristlicher Weise aus der Superintendentur gedrängt, um Platz zu schaffen, für eine, wie es den Anschein hat, Schwester nicht in Christo, sondern in rot-grüner Ideologie. Andererseits scheint Markus Dröge kein Problem damit zu haben, dass die Integrationsbeauftragte für den Kirchenkreis Jüterbog, Mechthild Falk, laut Märkische Allgemeine in der Kritik steht, „Gesetzbrüche“ von Flüchtlingen „unter den Teppich“ zu kehren, weil sie befürchtet, „dass die Angst zunimmt, es wären scharenweise Kriminelle in unsere Stadt gekommen“. Denn: „Es braucht ein Vertrauensverhältnis für sensible Gespräche“, selbst wenn ein sexuell übergriffiges Verhalten erkannt werde. Sie selbst habe erfahren, dass ein Flüchtling ohne Führerschein und Versicherung Auto gefahren sei – und hat die Ordnungswidrigkeit nicht zur Anzeige gebracht. Dass eine Integrationsbeauftragte seines Bistums sich über Recht und Gesetz stellt, Gesetzesverstöße nicht zur Anzeige bringt, wenn es nur der vermeintlich guten Sache dient, ist eigentlich ein Skandal, aber anscheinend durch die Kirchenleitung befürwortetes Verhalten.

Entweder – oder!?
Die Welt in schlechte und gute „Narrative“ unterteilt
Das alles sind nur einige Beispiele dafür, die sich allerdings unschwer ergänzen ließen, welch unchristlicher Geist in Dröges Bistum herrscht. Dennoch leisten auch hier Gemeindepfarrer vorbildliches. Wenn der Landesbischof seiner christlichen Verantwortung gerecht werden will und weiteren Schaden vom Bistum Berlin-Brandenburg abwenden möchte, steht ihm nur ein Weg offen, als Bischof zurückzutreten und in christlicher Demut als Pfarrer in einer Gemeinde Gott und den Menschen zu dienen. Er ist es den Christen seines Bistums schuldig.

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Kommentare ( 53 )

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Wer Wert auf eine Kirchenzugehörigkeit legt, kann ich nur die unabhängigen Freikirchen empfehlen. Wo man das Christentum noch ernst nimmt. Denn unsere beiden Amtskirchen inklusive deren Repräsentanten sind dermaßen verkommen, dass man sich mit seiner Mitgliedschaft mitschuldig macht. Daher: Weg von diesen falschen Hirte. Pfui Deiwel!

Schon Erich Fromm hat zwischen „Propheten“ und „Priestern“ unterschieden, und Priester sind in diesem Sinn die Verwalter und Nutznießer der Religionen. Worum es eigentlich geht, haben diese bürokratischen Profiteure des Apparats Kirche noch nie verstanden. Im Gegenteil, sie dreschen mit der Masse auf die ein, die die Wahrheit erkennen und zu leben versuchen.
Nach Wilhelm Reich findet dadurch der „Christusmord“ immer wieder statt, – mit Unterstützung dieser „Priester“.

Kleine Wortkunde: Es heißt Schweinshaxe, nicht Schweinehaxe. Es sollte daher stets Schweinsbraten heißen, niemals Schweinebraten. Und man spricht von Schweinepriestern, auf keinen Fall von Schweinspriestern. Denn „Schweins..“ ist Genitiv, also des Schweins, vulgo vom Schwein. Und „Schweine … .“ ist Dativ, also dem Schwein, vulgo für’s Schwein. Aber: Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod. Was ist der älteste Beruf der Welt? Für die, die das noch nicht wissen: Es sind beileibe nicht die Hürchen, sondern die Schamanen, Druiden, Brahmanen, Rebbes, Priester, Pfarrer, Imame. Denn die haben sehr früh erkannt: Alle haben Angst vor Ritter, Tod und Teufel – sie… Mehr
Danke für den Einblick in eine Staatssekte. Ja – Sekte! Ohne das Staatskirchenrecht mit seiner pekuniären Vollabsicherung wären Dröge, Bedford-Strom, Käsmann et tutti quanti ignoranti längs in einer randständigen Bedeutungslosigkeit verschwunden. Können Sie einen protestantischen Theologen nennen, der wie Barth, Bultmann, Tillich, Pannenberg heute Einwürfe und Beiträge liefert, die auch im breiten, nichtprotestantischen Publikum Diskussionen auslöst. Niente! Die protestantische Staatskirche ist intellektuell und moralisch eine Wüste. Leider nehmen viele – auch Kirchensteuerchristen – diese Institution als Muster für „Religion an sich“ und hoffen, dass ein Phänomen wie der Islam sich im Laufe der Zeit in eine ähnlich schlaff-belanglose Religionsattrappe wie… Mehr

„Linksliberal“?????
Entschuldigung, mir ist unter den derzeitigen Apologeten der Linken nicht einer bekannt, den ich als liberal bezeichnen könnte. Alles nur noch Demagogen und Ideologen, die – wie das beschriebene Beispiel zeigt – inzwischen auf ihrer eigenen Schleimspur ausrutschen!
Wer von Kirchens, und zwar beiden, noch etwas positives erwarten wollte, müsste dort fast das gesamte Personal, vor allem das leitende, austauschen!

Die Karikatur ist nicht diskriminierend (folglich auch nicht antisemitisch).

Aber sie zeigt eine.

Was „eine“? Eine bestimmte Gesinnung oder was? Bisschen wolkig, oder soll ich sagen Woelki?

…eine Diskriminierung natürlich, Grufti.

Danke, Lichtgestalt.

Nur by the way: Israel ist das einzige Land, wo Juden und Araber tatsächlich gedeihlich miteinander leben. Um so blöder ist diese Karikatur. Und noch mal by the way: Es gibt keine „Palästinenser“, genauso wenig wie es einen palästinensischen Staat gibt. Es sind schlicht muslimische Araber beim üblichen Weg der Landnahme – über Opferrolle und Empörungsmaschinerie (und Kinderkriegen natürlich).

Und was lehrt uns das? Ist doch egal, wie sich die Landnehmer und demografischen Eroberer nennen, oder?

„Selbstverständlich gibt es in Redaktion und Verlag keinen Antisemitismus“ Was für Heuchelei ist es. Es ist zweifelsohne ein. Dabei geht es nicht nur um den Karikaturist und Bischof selbst. Die Situation widerspiegelt die Denkweise in der Kirche und ihrer Zeitungsredaktion. Für die alle war es ein ausgezeichneter Anlass, die verdeckten Gefühle raus zu lassen. Andere Tatsachen spielten keine Rolle. Zeitung von dieser Kirche wird nicht in diesem Artikel schreiben, dass im neuen Gesetz betont wurde, dass sich an den bisherigen Rechten von Araber nichts ändert. Selbstverständlich schrieb diese Zeitung auch nie darüber, dass die Führung von palästinensischen Arabern als eine… Mehr

Irgend jemand muss ja die Tradition der EKD im Tausendjährigen Reich aufrecht erhalten. Nur gelebte Tradition macht unverwechselbar.

Der einzige Weg beide Kirchen zur Raison zu bringen besteht im Austritt, gerne begründet. Anstatt sich aufzuregen, einfach die Mittel für die linksgrüne Propaganda entziehen. Ich habe es vor Jahren getan und es war eine der besten Entscheidungen meines Lebens.

Mit Verlaub, auf die paar ‚Pimperlinge‘ , die die vom Staat eingetriebene Kirchensteuer den Himmelskomikern einbringt, kann diese NGO Kirche hierzulande gut und gerne verzichten. Die fette Alimentierung erfolgt durch den Staat mittelbar und direkt selbst. Der übernimmt u.a. die Vergütungen der Oberchargen beider Vereine. Der Katholik Kardinal Marx (nomen est omen) bezieht beispielsweise monatlich ein Salär von 11.000 Euronenaus der Staatskasse. Na, dazu fällt einem doch nur ein: Wes‘ Brot ich ess‘ – des‘ Lied ich sing. Übrigens haben die Kirchen in diesem Lande die staatliche Eintreibung der Kirchensteuer ausgerechnet den von ihnen auch heute noch allerorten gesichteten und… Mehr

Links-liberal gibt es nicht. Das ist ein Widerspruch in sich. Man kann es nicht oft genug wiederholen.

In der Tat bedeutet „links“ immer kollektivistisches Vorgehen. Der grosse und gute Staat soll alles regeln und nur was der grosse Staat explizit zulaesst sollte erlaubt sein. Das ist das genaue Gegenteil von „liberal“.

„Links-liberal“ vielleicht nicht mehr, liebe/r Winni, aber es gab das mal, in den Siebzigerjahren. Da gab es eine FDP der „Freiburger Thesen“ und eine SPD vor H-IV (eine Virusinfektion ähnlichen Namens gab es auch noch nicht). Die Zeiten haben sich in der Tat geändert – und nicht hin zum Besseren.

Doch, es gibt links-ultraliberal -:)