Die Bundeswehr hat so viele Soldaten wie schon lange nicht mehr. Doch das Wachstum geht von einem geringen Niveau aus, nachdem die Bundeswehr jahrzehntelang vernachlässigt wurde. Insbesondere die Überrepräsentation von hohen Dienstgraden ist nach wie vor ein Problem.
picture alliance / HMB Media | Uwe Koch
Laut Bundesregierung soll die Zahl der aktiven Bundeswehrsoldaten bis Mitte der 2030er Jahre auf rund 260.000 wachsen. Aktuell (Stand Ende Juli 2026) liegt die Stärke bei 186.705 (Anteil Frauen: 13 Prozent). Dazu kommen 81.048 zivil Beschäftigte (Anteil Frauen: 40 Prozent). Das heißt: Die Bundeswehr hat derzeit einen Personalstand von insgesamt 267.753. Hinzukommen sollen rund 200.000 Reservisten. Mittel- bis langfristig wird ein Gesamtpersonalumfang (Aktiv und Reserve) von etwa 460.000 Kräften angestrebt, um die Verpflichtungen gegenüber der NATO zu erfüllen.
Sind diese Pläne realistisch? Tragen die Werbung um neue Soldaten und das neue Wehrpflichtgesetz Früchte? Ja und nein.
Immerhin ist die Bundeswehr auf die größte Personalstärke seit rund 13 Jahren angewachsen. Aber was heißt das schon, nachdem die Bundeswehr über Jahrzehnte hinweg materiell und personell heruntergewirtschaftet wurde. 1985 hatte die Bundeswehr 495.361 Soldaten, 1990 waren es 458.752. Dann machte man auf Friedensdividende und speckte die Bundeswehr bis 2010 auf 245.823 Soldaten ab. 2011 schließlich wurde die Wehrpflicht von einem Merkel-Kabinett ausgesetzt; 2015 fand sich die Bundeswehr bei 179.633 Soldaten wieder. Liegenschaften wurden verkauft, Kasernen veräußert, zu Flüchtlingsunterkünften umgewandelt oder abgerissen.
Zehn Jahre später, Ende Juli 2025, bestand die aktive Truppe aus rund 183.000 Soldaten. Jetzt sind es 186.705. Im Vergleich zum Juli 2025 ist dies ein Zuwachs von etwas mehr als zwei Prozent oder rund 3.700 Männern und Frauen. Damit liegt die personelle Stärke des militärischen Personals laut Verteidigungsministerium zur Jahresmitte 2026 im Zielkorridor für den personellen Aufwuchs für das Jahr 2026 (186.000 bis 190.000). Die gebackenen Brötchen sind also relativ klein geworden, aber Deutschlands beliebtester Politiker, Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD), rühmt sich damit.
Bei den Bewerbungen und Einstellungen verzeichnet die Bundeswehr ebenfalls neue Höchststände und zweistellige Aufwuchsraten im Vergleich zum Vorjahresmonat. Wohlgemerkt: ausgehend jeweils von niedrigem Niveau. Bis Jahresende 2026 rechnet die Bundeswehr mit weiter steigenden Zahlen. Wenn das mal kein Wunschdenken ist. Denn dass die Bundeswehr vor allem im Juli 2025 gestiegene Bewerberzahlen verzeichnen konnte, hat mit dem zur Jahresmitte endenden Schuljahr und der Entlassung der Schulabsolventen zu tun. Das wiederholt sich in der zweiten Jahreshälfte nicht.
Nach wie vor kopflastige Personalstruktur
Die aktiven Soldaten der Bundeswehr verteilten sich aktuell auf folgende Statusgruppen: Berufssoldaten gibt es 61.552; Soldaten „auf Zeit lang“ (mehr als 24 Monate) 113.103; Soldaten „auf Zeit kurz“ (12 bis 24 Monate) 5.405; Freiwillig Wehrdienstleistende 6.643.
Die 186.710 Soldaten verteilen sich auf folgende Dienstgradgruppen:
Generale/Admirale 220
Stabsoffiziere 15.680
Offiziere 23.900
Unteroffiziere mit Portepee 62.610
Unteroffiziere ohne Portepee 28.960
Mannschaften 55.340
Mit anderen Worten: Die seit der Wiedervereinigung mehr als halbierte Bundeswehr von heute hat fast so viele Generale/Admirale wie die von 1989 mit nahezu 500.000 Mann. Damals waren es 223. Entfielen damals über 2.200 Mann auf einen General/Admiral, sind es heute noch rund 850. Die Generals-/Admiralsdichte hat sich also nahezu verdreifacht. Dazu kommt die relative Vermehrung von Generalstablern ab Major i. G. aufwärts. Sie dürfte sich relativ zum Personalumfang ebenfalls verdreifacht haben.
Diese Verwerfungen bekommt aktuell die Panzerbrigade 45 in Litauen zu spüren. Dort fehlen vor allem Mannschaftsdienstgrade. Bis Ende 2027 soll der Kampfverband an der NATO-Ostflanke mit rund 4.800 Soldaten einsatzfähig sein, doch die Lücken im unteren Dienstgradbereich sowie in Funktionsfeldern wie Logistik und Instandsetzung sind groß.
Fragebogenaktion: Durchwachsen erfolgreich
Seit Anfang des Jahres 2026 werden alle 18-Jährigen angeschrieben, ob sie mindestens sechs Monate dienen wollen. Männer müssen den Fragebogen beantworten, Frauen können es. Die Rücklaufquote bei den Frauen beträgt vier Prozent, bei den Männern sind es 96 Prozent.
Zum Stichtag 31. Juli 2026 waren insgesamt rund 378.000 Anschreiben für den Fragebogen zur Wehrerfassung versendet worden, davon rund 194.000 an männliche Personen und rund 184.000 an Frauen sowie Personen anderen Geschlechts. Die Interessenbekundung bei den Rückläufern liegt bei beiden Personengruppen bei rund „5“ (auf einer Skala von 1 bis 10). Na ja!
Von allen Interessierten haben bis Ende Juli rund 2.630 Personen ein Assessment durchlaufen. Dies ist eine Steigerung von rund 35 Prozent gegenüber dem Vormonat. Nach erfolgreichem Assessment konnten insgesamt 865 Bewerberinnen und Bewerber für eine Verwendung in der Bundeswehr, verteilt auf alle Laufbahnen, eingeplant werden, wovon 824 Einplanungen auf das Jahr 2026 entfallen, 41 Einplanungen erfolgten bereits für das Jahr 2027. Dies ist eine Steigerung von rund 33 Prozent gegenüber dem Vormonat.
Ausblick
Woran es noch hapert: Die Musterungsorganisation ist noch nicht hinreichend ausgebaut. Vor allem aber: Es fehlt an Unterkünften, sprich: Kasernen. Für die Errichtung von mehr als 270 neuen Kasernen und Unterkünften veranschlagt das Verteidigungsministerium rund 3,5 Milliarden Euro. Diese neuen Gebäude sollen bis 2031 entstehen, um Platz für bis zu 40.000 zusätzliche Soldaten zu schaffen.
Mit anderen Worten: Es gibt noch endlos viel zu tun. Im Rüstungsbereich ohnehin. Aber eben auch im personellen Bereich. Am Geld sollte es nach all den „Sondervermögen“ nicht mangeln.


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Ohne Wehrpflicht ist die Anzahl von Soldaten reine Lotterie.
„Aufwuchs“, ein Begriff aus der Gärtnersprache soll den Begriff Aufrüstung verschleiern. Grünlinke Ideologie hat sich überall eingezeckt und wird von Journalisten kritiklos übernommen.
Husch Husch Husch
Zum Hindukusch!
Und wieviele derzeitige Angehöriger der Bundeswweht sind im Ernstfall bereit tatsächlich „ins Feld“ zu ziehen weo es darum geht ich erschieße Dich oder icgh werde erschossen, oder sind nach der ersten realen Erfahrung wie es tatsächlich ist eigentlich nicht mehr bereit weiter zu machen?
Wie Viele haben keine reale Vorstellung von echtem Krigsgeschehen, Kampf?
Man schaue auf den ersten Auslandseinsatz der Bundeswehr, den Jugoslawienkrieg. Zig Berufssoldaten des Bundeswehr wurden damals zu Kriegsdienstverweigerern weil sie dachten, ihr Aufgabe läge in Friedenssicherung durch reine Anwesenheit in der Kaserne.
Wer keinen National stolz hat, sich mit dem Land wie es ist nicht verbunden fühlt, wird nie für es kämpfen,
besonders Solche die schjreien Deutschland verrecke
Aber solche die kämpfen würden, werden ja als „Nazis“ bezeichnet und aus, von derr Bunderswehr ausgeschlossen
Wozu Kasernen für Mannschaften? Gleich raus auf’s Schlachtfeld, dann reicht der Platz.
Wer läßt sich denn für Sozialisten ohne vorliegende Kriegserklärung gerne an der Ostfront abschlachten, nur weil sie wie immer Blödsinn in der Birne haben und zuerst mal den eingewanderten Feind intern besiegen sollten, bevor sie sich an Größeres wagen, dem sie ehedem im Ernstfall nicht gewachsen sind. Die haben doch nicht mehr alle Latten am Zaun, wenn man sich durch andere Interessen vor den Karren spannen läßt und Bomber-Donald allen auf der Welt die totale Zerstörung ankündigt, was sich wie auf dem Pausenhof von Penälern anhört und nun wahrlich nicht mehr ernst zu nehmen ist und sein Buddy ist nun… Mehr
> Mit anderen Worten: Es gibt noch endlos viel zu tun. Im Rüstungsbereich ohnehin.
Es gab schon mal TE-Artikel, laut den die Aufrüstung keinen echten Wachstum schafft. Auch hier – die Erkenntnis bereits vergessen?
Endlose Aufrüstung – wie soll diese bezahlt werden?
Stimmt, Putin macht mit seinem Ligth- Krieg einen strategischen Fehler, obwohl eigentlich beide Boxer inklusive Nato-Staaten wirtschaftlich und finanziell ausgelaugt in den Seilen hängen.
„Endlose Aufrüstung – wie soll diese bezahlt werden?“
Hm, gute Frage. Wie machen’s denn die Russen?
Die Stärke von aktuell ~186.000 Mann ist mehrfach lächerlich.
– drei Jahre nach dem Überfall auf die Ukraine sind nur mickrige ~3.000 dazu gekommen
– Polen, mit der Hälfte der Bevölkerung kommt auf 220.000
Laut Zensus identifizieren sich dort Rund 95 % bis 97 % der Bevölkerung als ethnische Polen.
In Deutschland kann man aus „historischen“ Gründen nur erfahren, dass es etwa 73% Mitbürger ohne Migrationshintergrund gibt.
Und auch, wenn ich mich zu diesen 73% zugehörig finde, würde ich dieses Land nicht freiwillig verteidigen wollen…
Dann sollten Sie dieses Land verlassen – und auch nicht zurückkommen, wenn es wieder eine vernünftige Politik hat.
Wie reden Sie denn mit mir? Haben Sie überhaupt gedient? Vor zwei Tagen wollten Sie uns doch noch an die Italiener verscherbeln… Sie sollten wirklich dringend an Ihren Argumentationsketten arbeiten.
Na da können wir bald wieder in den Krieg ziehen!
Zum Vergleich war der Personalstand der Wehrmacht bei Kriegsbeginn mit ca. 4,7 Millionen rund 25 mal so hoch.
Im Klartext: ca. 55.000 Soldaren haben ca.135.000 Vorgesetzte m/w/d und zusätzlich noch zigtausende Verwaltungsangestellte. Merkt da keiner was? Wäre das nicht die Schlagzeile, statt 3000 Soldaten mehr als letztes Jahr? Mit der Gurkentruppe wird ein Krieg gegen Russland geplant? Na dann mal viel Glück.