Wenn die Regierung Selbstverletzung forciert

Die „Selbstbestimmung“ ist oft der erste Schritt zu unumkehrbaren Eingriffen in die Körperlichkeit, in der Hoffnung, damit die Lösung aller Probleme zu finden. Was aber, wenn deren Ursprung ganz woanders liegt? Immer mehr junge Menschen, die chemische Eingriffe oder geschlechtsangleichende Operationen bitter bereuen, suchen den Weg in die Öffentlichkeit und verklagen „Ärzte“ und Kliniken.

IMAGO / Christian Ohde

Eigentlich sollte das sogenannte Selbstbestimmungsgesetz längst vom Kabinett beschlossen sein, wonach jeder durch einen bloßen Sprechakt sein Geschlecht wechseln kann – von Mann zu Frau, von Frau zu Mann oder zu divers oder geschlechtslos. Könnte es sein, dass es dem einen oder der anderen dort langsam dämmert, welches Chaos man sich mit dem Abschied von der Biologie einhandelt? Und dass man es sich mit einer Gruppe verderben wird, die weit größer und einflussreicher ist als die schrillen Transaktivisten, meistens Männer, die sich als Frauen fühlen?

Von denen aber wird die Debatte dominiert, von Männern, die ihre Strafe als Vergewaltiger gern im Frauengefängnis absitzen möchten oder einfach nur den Frauenparkplatz in der Tiefgarage bevorzugen. Die sich mehr oder weniger geschickt schminken wie „Corinna-Maria“ oder Stöckelschuhe anziehen. Die sich eine Perücke überstülpen und behaupten ein Penis sei kein per se männliches Geschlechtsorgan.

Lesben, die nun einmal Frauen lieben, dürfen sich Beschimpfungen gefallen lassen, sie seien „transphob“ und „Nazis“, wenn sie kein Interesse an einer sexuellen Begegnung mit jemandem mit „Lady Dick“ haben. Auch heterosexuelle Frauen wehren sich gegen die neue Beliebigkeit – und dagegen, dass normal ausgestattete Männer in ihre Refugien vordringen dürfen, sofern sie nur behaupten, eine Frau zu sein. Überdies fürchten viele, als Frauen zum Verschwinden gebracht zu werden, wenn es bereits als transphob gilt, auch nur von Frau oder von Mutter zu sprechen. Wer das anspricht, wie Jens-Peter Paul in einem Artikel, darf sich einer Rüge des Presserats erfreuen.

Transsexuelle wie Frank Gommert von der Vereinigung transsexueller Menschen sind ebenfalls gegen das neue Gesetz: Es setze Menschen, die sich in ihrem Empfinden dem anderen Geschlecht zugehörig fühlen, aber keine körperliche Angleichung wünschen, gleich mit Transsexuellen, die die oft erhebliche Qual einer körperlichen Angleichung vollzogen haben.

Tatsächlich sind die schrillen Personen darunter nicht nur in dieser Hinsicht eine Minderheit. Der Wunsch, ein anderes Geschlecht zu haben als das bei der Geburt festgestellte, ist besonders bei Frauen verbreitet, nein: bei Mädchen, und das oft in einem Alter, in der Pubertät nämlich, in dem man auf der Suche nach der eigenen Identität ist. Ausgerechnet bereits im Alter von 14 Jahren sollen Jugendliche sich dem Gesetzentwurf zufolge nun für einen „Geschlechtswechsel“ entscheiden dürfen – ohne dass sie dabei die Zustimmung der Eltern benötigen, was diese ihrer Schutzfunktion beraubt. In New York City wurde auf einem „DragMarch“ bezeichnenderweise gesungen: „We’re here. We’re queer. We’re coming for your children.“

Die „Selbstbestimmung“ ist oft der erste Schritt zu unumkehrbaren Eingriffen in die Körperlichkeit, in der Hoffnung, damit die Lösung aller Probleme zu finden. Was aber, wenn deren Ursprung ganz woanders liegt? Homosexualität? Depressionen? Autismus?

Von den Gefahren der Transition aber soll nun nicht mehr die Rede sein, dabei liegt der Verdacht nahe, dass es sich um eine Mode handelt, alle Konflikte auf eine einzige Ursache zurückzuführen, mit dem falschen Versprechen, sie seien lösbar. Die Zahl der angeblich an Dysphorie Leidenden explodierte in den letzten Jahren. Vor 30 Jahren gab es 3.000 Transsexuelle in Deutschland, heute sind es geschätzt 24.000. Die Zahl der geschlechtsumwandelnden Operationen stieg von 883 im Jahre 2012 auf 2598 im Jahr 2021. Immer mehr Frauen fliehen in das andere Geschlecht – und doch versuchen manche, auch wieder zurückzufliehen. Die Berichte von „Transmännern“, die ihre Transition bitter bereuen, sind mittlerweile Legion, wie man etwa in der Emma lesen kann.

Immerhin regt sich langsam Widerstand gegen den Trend – nur offenbar nicht in der deutschen Regierung.

Die Tavistock-Klinik in Großbritannien wurde geschlossen, weil man dort Kinder und Jugendliche, die mit ihrem biologischen Geschlecht hadern, viel zu schnell und ohne gründliche Untersuchung mit Pubertätsblockern und Hormonen behandelt habe. Es sei versäumt worden, nach anderen Ursachen für die „Geschlechtsdysphorie“ der jungen Patientinnen zu forschen. Das Klinikpersonal habe sich „unter Druck gefühlt, einen nicht zu hinterfragenden, affirmativen Ansatz anzuwenden“.

Soll dieser Druck nun auch in Deutschland die Selbstschädigung junger Frauen (und Männer) vorantreiben? Oder haben wir es gar mit der Verschwörung des Patriarchats zu tun, das, statt Frauen zu unterdrücken, sie einfach ersetzen will?

Verrückte Welt. Verwirrte Politiker. Unnötige Opfer.

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Kommentare ( 23 )

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Demokratius
11 Monate her

Die selbsternannten Eliten möchten die Weltbevölkerung auf humanem Weg reduzieren. Die ersten Maßnahmen waren die Entwicklung der Antibabypille und die Legalisierung der Abtreibung. Jetzt geht es weiter mit der frühzeitigen Aufklärung der Kinder und Jugendlichen über „fruchtlose Sexpraktiken“ bis hin zur vermehrten Schaffung fortpflanzungsunfähiger Individuen.

Demokratius
11 Monate her

Wenn Mädchen in der Pupertät lieber Männer werden möchten, liegt das an der Menarche, die mit unangenehmen Gefühlen, dem Geruch von Blut und Menstruationsartikeln zusammenhängen. Natürlich entsteht dadurch die Möglichkeit, durch Hormongaben und Schnipseleien diejenigen zur Unfruchtbarkeit zu verurteilen, die sich der lebenslangen Folgen und der Unumkehrbarkeit nicht bewusst sind. Damit kann man die Weltbevölkerung minimieren.

Mausi
11 Monate her

Je weniger „Grenzen“ der Einzelne hat, weil er „tolerant“ ist, umso besser lässt er sich lenken. „Man“ kann dem „Entgrenzten“ alles verkaufen. Und es schürt m. E. Zorn und ev. auch Haß. Wenn der Betroffene nämlich feststellt, daß ihm die „Entgrenzung“ geschadet hat. Wenn er feststellt, daß ihm als Minderjährigem böse mitgespielt wurde.
Diejenigen, die uns diese Beliebigkeit als Toleranz und Regenbogen-Weltverbesserung verkaufen, sind m. E. in Wahrheit ohne Mitleid. Sie sind m. E. grausam.
Mit echter wohlwollender Toleranz und dem Schutz des eigenen psychischen „Gartenzauns“ hat das m. E. nichts zu tun.

Last edited 11 Monate her by Mausi
Transformation
11 Monate her

Ich kenne leider keinen Transsexuellen persönlich. Somit kann ich meine Meinung nur aus dem bilden, was ich durch Medien mitbekomme. Ausnahmslos alle Transsexuellen, die ich in Reality Formaten oder Let`s dance oder GNTM gesehen habe, sind auch nach kompletter oder teilweise erfolgter Operation zutiefst seelisch gestört und haben große Probleme. Das liegt aber überhaupt nicht an fehlender Akzeptanz durch ihre Mitmenschen, sondern je nach Person, an ganz individuellen, persönlichen Problemen. Die meisten täuschen ein Selbstbewusstsein nach Operation/Umstellung vor, was aber gar nicht vorhanden ist. Das zeigt sich deutlich an dem, was sie sagen und über sich berichten. Sie sind alle… Mehr

Last edited 11 Monate her by Transformation
G
11 Monate her
Antworten an  Transformation

Bei uns im Verein war ein Mann mit Bart in Frauenkleidern. Der hatte auch eine Freundin. Er ist wohl ein Narzisst, der immer seinen Willen durchsetzen will. Anfänglich habe ich ihn bemitleidet. Aber er wurde immer antisozialer, je mehr man auf seine Wünsche einging. Irgendwann hat es mir gereicht, dann wurde er richtig ausfällig. Nebenbei, eine verkrachte Existenz.

A rose is a rose...
11 Monate her

Mädchen haben nachweislich schon sehr lange Probleme gehabt, sich mit ihrem fraulich veränderten Körper anzufreunden. Zum Teil mag dies damit zusammenhängen, dass bei Mädchen die Pubertät, und damit die körperliche Entwicklung, wesentlich schneller abgeschlossen ist, als bei Jungen. Es liegt auf der Hand, dass es deshalb bei Mädchen auch zu einer wesentlich größeren Inkongruenz zwischen körperlicher und seelischer Entwicklung kommt. In diesem Zusammenhang sind sicherlich auch die gehäuft auftretenden psychischen Erkrankungen von Mädchen dieser Altersgruppe zu sehen. In der Vergangenheit hat sich dies u.a. durch Magersucht gezeigt, eine Erkrankung, bei der gestörte Körperwahrnehmung, massive Identitätsprobleme und der Eindruck von Kontrollverlust,… Mehr

Axel Fachtan
11 Monate her

Schneid dir den Penis ab, wenn du ein Mann bist. Wenn du dich als Frau fühlst, hast du noch viel bessere Gründe dafür. Lass dir ein Besamungsorgan wachsen, wenn du eine Frau bist. Wenn du dich als Mann fühlen willst, hast du noch viel bessere Gründe dafür. Das wird jetzt alles gesetzlich angeordnet. Die skurile Minderheit, die Mann ist und sich so fühlt und bleiben will und die absurde Minderheit, die Frau ist und sich so fühlt und bleiben will, ist gesamtgesellschaftlich ohne jedwede Bedeutung. Die haben keine Zukunft. Mit diesen rückwärtsgewandten Binären wird Deutschland im globalen Wettbewerb der Ideen… Mehr

H. Priess
11 Monate her

Ich bin immer wieder erstaunt mit welcher Cuzpe behauptet wird alle handeln zum Wohl des Kindes. Das tun sie nicht! Daß das ein künstlich hergestellter Hype ist sieht man an den explodierenden Zahlen unter Kindern und Jugendlichen die offen da für sind an ihrer Sexualität herumdoktorn zu lassen. Hier wird wenigstens noch diskutiert ob das Sinnvoll ist oder nicht, ob die Pubertätsblocker wirklich nötig sind, ob eine Geschlechtsangleichung bei Jugendlichen überhaupt nötig ist! In anderen Ländern ist man schon sehr viel weiter. Auf Tiktok, ja ich weiß China blablabla, kann man erschütternde Berichte sehen. Eine Mutter in den USA berichtete,… Mehr

JuergenR
11 Monate her

Genau genommen werden Menschen, die als Transsexuelle ihr Geschlecht angeblich „durch eine Operation angleichen“ können, erst durch die Entfernung der Keimdrüsen krank gemacht. Denn jetzt brauchen Sie lebenslang Hormone (Östrogen oder Testosteron), um eine sonst drohende Osteoporose und weitere gesundheitliche Probleme zu verhindern. Daß vor allem Pharmafirmen wie Pfizer diesen Irrsinn fördern, verwundert aus diesem Grund nicht.

elly
11 Monate her

Als eines meiner Kinder in der Pubertät dem Hype „Tattoos und Piercing“ folgen wollte, konnte ich das noch verhindern, da noch nicht volljährig. Heute ist mein Kind froh, dass ich Tattoos & Piercing nicht zugelassen habe. Jetzt soll Eltern per Gesetz verboten werden, sich schützend vor ihre Kinder zu stellen, wenn diese eine Phase in der Pubertät durchleben, von Medien, der LGBQT Bewegung manipuliert wurden..

UHUvogel
11 Monate her
Antworten an  elly

Tattoos und Piercing erst ab 18, finde ich völlig richtig. Aber ein Tattoo ist ein Bild auf der Haut, das man – zwar mit einigem Aufwand – zur Not auch wieder wegmachen kann, ohne körperliche Schäden zu hinterlassen. Ein Piercing nimmt man raus und gut ist. Da bleibt vielleicht ne kleine Narbe. Nicht weiter tragisch. Aber die Langzeitfolgen von dem Queer-Mist (Hormone, OPs, psychische Schäden, etc.) sind schon ein anderes Kaliber und m.E. nicht mit Tattoos und Piercings zu vergleichen. Bin selber tätowiert und gepierct bei verantwortungsvollen Künstlern, die ausschließlich Kunden erst ab 18 Jahren akzeptieren. Bisher habe ich noch… Mehr

Nibelung
11 Monate her

Selbstverstümmelung ja, ab 18 Jahren und eigenem Risiko bis hin zur Kostenlast zu Lebzeiten die dabei im Schadensfall entstehen, denn jeder kann machen was er will, solange er andere dabei nicht beschädigt. Wer Minderjährige dazu ermuntert oder gar anstiftet, gehört hart bestraft, denn die sind unreif und können die Tragweite noch nicht einschätzen und das gilt für Elternteile oder andere ebenso, wenn sie damit eine Gefahrenlage heraufbeschwören, die schlicht und einfach verantwortungslos ist. Das solche Vorgänge auch noch von Regierungsseite toleriert werden ist die Ausgeburt von teuflischen Gedanken und hat mit Hilfestellung nichts mehr zu tun, denn auch hier liegen… Mehr