Über die Legende vom liberalen Islam der Lamya Kaddor

Lamya Kaddor, deren Kenntnisse des Korans offensichtlich nur oberflächlich sind, benötigt den Konflikt zwischen „den Muslimen“ und „den Deutschen“, um die Mogelpackung von ihrem liberalen Islam verkaufen zu können. Ihr Geschäftsmodell lebt davon, dass Deutsche „islamfeindlich“ und Muslime „radikal-fundamentalistisch“ sind.

Screenshot: phoenix/phoenix Runde

In einer funktionierenden Marktwirtschaft gilt eine feste Regel. Sie lautet: Tut sich irgendwo eine Marktlücke auf, wird sich ein findiger Mensch finden, der sie füllt. Und der alles daran setzen wird, sie so lange wie irgend möglich für sich und sein lukratives Produkt monopolartig zu besetzen und zu verteidigen.

Die gescheiterte wissenschaftliche Karriere der Lamya Kaddor

Lamya Kaddor ist solch ein findiger Mensch. Nachdem es 2008 mit ihrer Hoffnung auf eine wissenschaftliche Karriere mit den sicheren Bezügen einer Universitätsanstellung jäh zu Ende ging, suchte sie nach einem neuen Betätigungsfeld, das ihrem ausgeprägten Ego ebenso gut täte wie ihrem Geldbeutel. Das war auch deshalb dringend nötig, weil Kaddor sich seit diesem Jahr in einem ominösem Rechtsstreit befand, der sie am Ende ohne Gerichts- und Anwaltskosten 7.500 € kosten sollte, die sie an eine „karitative Einrichtung“ zu zahlen bereit war.

Ominös war der Rechtsstreit insofern, weil ihn ihr früherer Arbeitsgeber, die Universität Münster, gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft angestrengt hatte. Ominös war der Rechtsstreit auch, weil es um die Veruntreuung von Geld ging – von Geld, das der damals noch fest im Sattel sitzende libysche Diktator Gadafi in bar ausgerechnet dem Münsteraner „Centrum für religiöse Studien“ hatte übergeben lassen – vorgeblich für die Ausrichtung einer Tagung. Diese allerdings hatte die Universität aus eigenen Mitteln finanziert, während die 20.000 € – so Kaddor – bei ihr im privaten Schließfach lagen und sich niemand um deren Verbleib zu kümmern schien. Bis sich die Universität dann plötzlich doch dafür interessierte und eine Klage wegen Veruntreuung einreichte, während die Beklagte zum Gegenangriff überging und ihren früheren Chef und ersten Inhaber des Lehrstuhls für die Ausbildung Islamischer Religionslehrer, den seinerzeit zum Islam konvertierten „Muhammad“ Sven Kalisch, der Diskriminierung und sexuellen Belästigung bezichtigte.

Wie die Münstersche Zeitung zu berichten wusste, sollen jene 20.000 Euro bereits im März 2008 mit der Zweckbestimmung „Rückzahlung aus Projektmitteln“ von der Universität auf ein Konto der WestLB eingezahlt worden sein. Vorgeblich hatte Kaddor ihr Schließfach geplündert und die Spende an den rechtmäßigen Empfänger überreicht – doch das Verfahren war damit nicht beendet. Die Universität verlangte ein Urteil – und erklärte sich am Ende doch mit jener 7.500-Euro-Spende einverstanden. Was wiederum den das Verfahren nun einstellenden Richter in seinem Schlusswort zu der Feststellung veranlasste, weder habe sich Kaddor bereichern wollen, noch sei der Universität ein Schaden entstanden. Womit sowohl die Frage unbeantwortet blieb, was Kaddor 2011 bewogen haben mag, die Zahlung jener karikativen Spende anzubieten, wie auch den unbekannten Ausgang von Diskriminierungs- und Belästigungsklage nicht mehr nachvollziehbar werden lässt.

Ein Verein bringt Rettung

Wie dem auch sei – nachdem die Erziehungswissenschaftlerin mit den nebenfachlichen Einblicken in Arabistik und Islamkunde sowie Komparatistik (Vergleichende Literaturwissenschaft) die Universität als wissenschaftliche Mitarbeiterin verlassen hatte – oder verlassen musste – weist der Lebenslauf ihrer privaten Homepage keine weitere Beschäftigung mit regelmäßigen Einkünften aus. Da nun die Entlohnungen für wissenschaftliche Hilfskräfte an Universitäten nicht in die Rubrik der Großverdiener zu denken sind und die von Kaddor 2008 und 2009 als Ko-Autorin publizierten, zwei bebilderten Bücher mit ausgesuchten Koranversen kaum große Reichtümer generiert haben werden, galt, es, kreativ zu sein.

Also gründete sie am 27. Mai 2010 gemeinsam mit einigen Freunden einen Verein. Dort ließ sie sich umgehend zur ersten Vorsitzenden wählen – womit ihre Bedeutung auf die richtige Höhe gebracht war. Ihr Verein sollte treffsicher eine Thematik besetzen, die nicht nur öffentliches Interesse zu schaffen in der Lage wäre, sondern dem Verein – und damit selbstverständlich deren Vorsitzenden – auch spannende Aufgaben und vielleicht auch lukrative Aufträge sichern konnte.

Es war das Jahr, in dem der später scheiternde Bundespräsident Christian Wulff mit dem Zitat „Der Islam gehört zu Deutschland“ eine Debatte auslöste, die seitdem mehr und mehr die Öffentlichkeit bestimmt und Islamkritiker pauschal als Rassisten diffamiert. Und die gleichzeitig Kaddor mit ihrem Verein zu einer gefragten „Expertin“ in den aus Zwangsabgaben finanzierten Plauderrunden des öffentlich-rechtlichen Fernsehens machte.

Die allwissende Islamexpertin

Kaddor gab die Islamwissenschaftlerin, die zu jeder Frage, gleich ob theologischer, politischer oder gesellschaftlicher Natur, Wegweisendes beizutragen wusste. Sie galt als Exotin und Vertreterin eines neuen, vorgeblich aufgeklärten Islam gleichermaßen, denn da die Position traditioneller Muslime bereits durch „Zentralrat“ und andere besetzt war, hatte sie mit ausgeprägtem Gespür für Marketing jene Lücke gefunden, auf die die vereinsmeiernde Konkurrenz aus Gründen der ihr innewohnenden Unlogik niemals gekommen wäre. Kaddor nannte ihren Verein „Liberal-islamischer Bund“ und machte sich so zur einzigartigen Vertreterin eines Oxymorons. Denn wie stellte schon der die Zeit zurückdrehende türkische Präsident Erdogan fest: „Man kann nicht gleichzeitig Muslim und Laizist sein.“ Da nun aber der Laizismus ein Kernelement liberaler Positionen ist, repräsentierte Kaddor fortan etwas Unmögliches – und mutierte gemäß dem Selbstverständnis ihres Vereins zur „Repräsentantin muslimischer Bürgerinnen und Bürger in der Verantwortung, die mehrheitlich liberalen Positionen des in Europa vorherrschenden Islamverständnisses zu vertreten.“

Welche „mehrheitlich liberalen“ Bürger islamischen Bekenntnisses sie dabei tatsächlich vertrat und welche vorgebliche Mehrheit sie zur Mitgliedschaft in ihrem Verein bewegen konnte – darüber herrscht beredtes Schweigen.

Consulter in Sachen Islam

Das allerdings stand auch nicht im Mittelpunkt der Selbstdarstellung von Kaddor und Verein. Denn tatsächlich ging es um etwas anderes. Wie der als LIB abgekürzte Verein in seiner Gründungserklärung schrieb, wollte er „Ansprechpartner und Ratgebender für Vertreter aus öffentlichen Institutionen bzw. Verbänden, theologischen Gemeinden, politischen Gremien und Verwaltungen auf kommunaler, Landes- und Bundesebene, schulischen, universitären und anderen Bildungseinrichtungen und der Wirtschaft“ sein. Kurz: Der LIB wollte sich als Consulter überall dort platzieren, wo Steuer- und andere Mittel in Sachen Muslime Geld zu verteilen hatten. Welche fachliche und wissenschaftliche Qualifikation hinter diesem Anspruch stand, blieb offen. Entscheidend war: Kaddor bediente den gutmenschelnden Traum von einem liberalen, säkularen und modernen Islam, der dann tatsächlich im Sinne von Bundespräsident und Bundeskanzler zu Deutschland gehören sollte, während die deutsche Mehrheitsgesellschaft mit dem traditionellen Islam nach wie vor mehr als fremdelte.

Wie ihr männliches Pendant Ajman Mazyek vom Verein „Zentralrat der Muslime in Deutschland“  fehlinterpretiert Kaddor das Individualrecht des Grundgesetzes auf Religionsfreiheit konsequent als Gruppenanspruch. Die Freiheit des Einzelnen, seiner Religion unbeeinträchtigt zu frönen, bedeutet für diese Herrschaften nicht, VOR dem Staat geschützt, sondern DURCH den Staat geschützt zu werden. So sind sich Mazyek und Kaddor selbst dann, wenn sie um die gleichen Töpfe rangeln, immerhin in einem einig: Islamkritik verstößt gegen das Grundgesetz, ist deshalb rechtsradikal und damit zwangsläufig rassistisch. Beide Vereinsmeier möchten gern für sich einen quasi rechtsfreien Raum organisieren, der vor Angriffen und Kritik durch Mitbürger vom Staat mit allen denkbaren Mitteln zu schützen ist.

Dahinter nun steht aber weder Liberalismus noch deutsches Säkularitätsverständnis, sondern fundamental-islamischer Unfehlbarkeitsanspruch, dem selbst sämtliche staatlichen Organe zu dienen und sich zu unterwerfen haben. Das Muster ist immer dasselbe: Muslime dürfen tun und lassen, was sie wollen; müssen sich an keinerlei Anstandsregeln und Rechtsgebote halten. Die Nichtmuslime haben das über sich ergehen zu lassen und den Mund zu halten – denn andernfalls sind sie als Islamfeinde Rassisten.

Kaddors Alleinvertretungsanspruch

Bei all dem ist nun die Frage erlaubt: Geht es Kaddor tatsächlich darum, einen „europäischen Islam“ zu schaffen, von dem sich ein früher Vertreter dieser Vorstellung, ihr Landsmann Bassam Tibi, längst verabschiedet hat? Oder geht es ihr nur um geschickte Selbstvermarktung und öffentliche Gelder und Anerkennung? Geht es ihr vielleicht sogar – wie Kritiker argwöhnen – darum, den Islam durch die Hintertür zur künftigen Staatsreligion Deutschlands zu machen und sich dieses von den dummen Deutschen finanzieren zu lassen?

Kaddor weist letzteres scheinbar energisch von sich und erzählt in ständig neuen Varianten etwas von ihrem „liberalen Islam“. Eifersüchtig beißt sie um sich, wenn andere Muslime auf die Idee kommen, dieses marketingwirksame Prädikat zu übernehmen. Die „Freiburger Erklärung“, mit der jüngst tatsächlich säkular denkende Muslime den mühsamen Weg gehen wollten, das unreformierbare Imperialismuskonzept aus dem frühen Mittelalter im Sinne sufistischer, christlicher und aufklärerischer Vorstellungen zu modifizieren, rief umgehend Kaddors Widerstand hervor. Denn ihr Anspruch, den sie auch in den Pressemitteilungen ihres Vereins erhebt, ist der einer Alleinvertretung. Konkurrenz wird nicht geduldet. Sie lebt davon, das einzige Gesicht eines „liberalen Islam“ zu sein – auch wenn niemand weiß, was das sein soll und wen sie tatsächlich vertritt.

Kaddors Geschichtslosigkeit

Kaddor hat weder eine theologische Ausbildung noch die Befähigung zum Lehramt. Sie ist auch nicht geisteswissenschaftlich-analytisch geprägt. Dennoch hat sie keinerlei Bedenken, ihre private Koranauslegung zum Maß aller Dinge zu machen. Wie ihr männlicher Konterpart Mazyek agiert sie dabei mit gezielt ausgesuchten Koranversen, oftmals aus dem Zusammenhang gerissen und eigenwillig übersetzt. Ihre Geschichtskenntnisse wirken rudimentär. So blendet sie völlig aus, dass die arabische Halbinsel zur Zeit Mohameds im Süden und Norden christlich war. In Zafar im heutigen Yemen hatte sich, ausgehend von Abessinien, ein prosperierendes, christliches Reich etabliert, dessen Vertreter als „Leute der Elefanten“ mit Sure 105 sogar in den Koran Einzug gehalten haben. Die arabischen Stämme der Halbinsel waren zu einem nicht unbedeutenden Teil jüdischer Religion. Als „Israeliten“ wird der angebliche Gott des Mohamed nicht müde, sie im Koran zu beschimpfen, zu maßregeln und der Häresie zu beschuldigen. Mohamed selbst rühmt sich damit, die Männer eines bedeutenden jüdischen Stammes vollständig ausgerottet zu haben – Frauen und Kinder gingen in die Sklaverei. Die anderen Stämme hingen traditionellen Glaubensrichtungen wie dem Alat-Kult an – eine oberste Göttin in der Stammeslinie der frühsemitischen Ishtar und Asherah. Für Mohamed sind diese Ungläubigen „ohne Buch“ (also ohne schriftliches Glaubenswerk in abrahamitischer Tradition) erbarmungslos zu vernichtende Untermenschen.

Kaddors Frauenislam

Kaddor verbreitet ohne jeglichen historischen Beleg die These, der Islam habe der unterdrückten Frau erstmals in der Geschichte eine eigene rechtliche Stellung eingeräumt. Widerlegt ist dieses längst. Bereits das Rechtssystem der von den arabischen Terroristen vernichteten Kultur der persischen Sasaniden war in Sachen Frauenrecht weiter als der Islam. Doch selbst der Blick in den Koran sollte jedem verdeutlichen, wohin Mohameds Reise ging. Wenn der Koran Frauen vorwirft, sich zu freizügig zu kleiden, dann belegt allein schon dieses, dass ihm die selbstbewussten Damen der vor-islamischen Zeit ein Dorn im Auge waren. Folgerichtig hat die koranische Frau in Sachen Sex keinerlei Selbstbestimmungsrecht. In Sure 2.223 wird den Männern, an die ausschließlich sich der Koran richtet, der Freibrief gegeben: „Eure Frauen sind euch ein Saatfeld. So kommt zu eurem Saatfeld, wann und wie ihr wollt.

Der Koran hat kein Problem damit hat, die Frauen der besiegten und ermordeten Ungläubigen zu Sexsklavinnen zu machen. Ganz im Gegenteil. Er scheut nicht einmal davor zurück, selbst „gläubige“ – also muslimische – Frauen zu versklaven. In Sure 2.221 steht geschrieben: „Und heiratet Götzendienerinnen nicht, bevor sie glauben. Und eine gläubige Sklavin ist fürwahr besser als eine Götzendienerin, auch wenn diese euch gefallen sollte. Und verheiratet nicht mit Götzendienern, bevor sie glauben. Und ein gläubiger Sklave ist fürwahr besser als ein Götzendiener, auch wenn dieser euch gefallen sollte. Jene laden zum Feuer ein. Allah aber lädt zum Garten und zur Vergebung ein, mit Seiner Erlaubnis, und macht den Menschen Seine Zeichen klar, auf daß sie bedenken mögen.“

Wenn schon die Frau nur dem Sex dient und gern auch Sklavin sein darf, dann findet dieses seine Entsprechung naturgemäß in der rechtlichen Wertschätzung. In Sure 2.282 wird dargelegt, dass das Zeugnis eines Mannes so viel Wert ist wie das zweier Frauen. Nicht nur aus dieser Passage leiten die islamischen Rechtsgelehrten eine natürliche Minderwertigkeit der Frau her – manifestiert nicht zuletzt in der Verteufelung der früh-arabischen Göttinnen, die der als bösartiger Patriarch auftretende, strafende und zornige Allah aus dem Pantheon warf und ihnen nicht einmal gestattete, als „Engel“ oder „Djin“ (islamisches Geistwesen) weiter zu existieren.

Kaddors Privatreligion

Kaddor ficht das nicht an. Sie baut sich eine Privatreligion jenseits des Korans und verkauft diese den dummem Ungläubigen als die Vision einer von einer breiten Masse der Muslime getragenen, „liberalen“ Bewegung. Ihr pseudo-religiöses Privatkonzept wird so zu einer Fiktion, die sich in der politischen Führung der Bundesrepublik ebenso als Wunschdenken verfestigt wie jene seit eh unverantwortliche Fiktion, welche die der Muslimbruderschaft nahestehende türkische AKP zu einer islamischen CDU denken wollte. Mit „dem Islam“ hat all das, was Kaddor erzählt, tatsächlich nichts zu tun. Weder theologisch noch politikwissenschaftlich. Was ihr selbst jedoch nur begrenzt vorzuhalten ist – ist sie eben doch nur magistrierte Erziehungswissenschaftlerin mit ausgeprägtem Selbstdarstellungsbedürfnis.

Da aber Kaddor nicht „genuin dumm“ ist, wie Henryk Broder meinte, weiß sie um ihre Wissenslücken. Deshalb verbreitet sie wider besseres Wissen beharrlich die These, „den einen Islam“ gäbe es nicht. Weshalb dann Kaddors Privatislam zwangsläufig auch irgendeine Form von Islam ist. Das mag zwar insofern zutreffend sein, als Kaddor nicht die einzige ist, der das archaische Konzept der arabischen Terroristen des siebten Jahrhunderts nicht so recht in ihre Welt zu passen scheint. Doch die höchsten islamischen Instanzen, gleich ob in Mekka oder Kairo, bleiben hart. Das geschriebene Gotteswort des Koran ist nicht verhandelbar und nicht zur Disposition zu stellen. Und schon gar nicht von einer Erziehungswissenschaftlerin aus dem deutschen Ahlen.

Islamische Kritik an Kaddors Privatreligion

In islamischen Foren wie „Qantara“ ist Kaddor nicht nur deshalb höchst umstritten. Traditionelle Muslime werfen ihr vor, den Islam zum Selbstmarketing zu missbrauchen.

Eren Güvercin, ein türkisch-deutscher Muslim, der die Entpolitisierung des Islam anstrebt und den Blog „grenzgängerbeatz“ [https://erenguevercin.wordpress.com/] betreibt, stellt fest: „Am Kern oder den Grundwahrheiten einer Religion festzuhalten, hat nichts mit konservativ zu tun. Liberal ist heute ein genauso substanzloser Begriff wie konservativ. Der Unterschied ist allein: liberal wird positiv aufgefasst und konservativ negativ.“ Er hält Kaddors Vorgehen für ausschließlich politisch. Sie verfehle und verzerre die religiöse Dimension, gehe an den religiösen Bedürfnissen der Gläubigen vorbei. Die deutschen Muslime müssten „die ewige Dialektik zwischen einem ‚liberalen‘ und ‚konservativen‘ Islam überwinden und eine Debattenkultur etablieren, um die relevanten Fragen unserer Zeit auch kontrovers zu diskutieren. Statt nur in der Öffentlichkeit übereinander zu sprechen und dabei durch die Verwendung von Labels wie ‚liberal‘ oder ‚konservativ‘ die Dialektik zu vertiefen, muss mehr miteinander debattiert werden.“ Für Güvercin steht fest: „Liberale [Muslime] folgen demselben Denkmuster wie ihre Gegner, beispielsweise jene, die sich Salafisten nennen.“

Kaddor hält dagegen: „Zwischen Fundamentalismus und Liberal-Gläubigen fehlt ihnen ein klares Profil. Auch sie rennen letztlich der Illusion hinterher, dass es nur einen Islam geben könnte.“

Nun – wer den Koran gelesen hat und nicht nur wie Kaddor Rosinenpickerei genehmer Passagen betreibt, der weiß zumindest, dass Mohamed tatsächlich davon ausgegangen ist, dass es „nur einen Islam“ – seinen Islam – geben kann. Mohamed ist das Siegel der Propheten. Der Koran ist das manifeste Wort seines Gottes. Wer immer daran deuteln möchte, versündigt sich gegen Mohamed und den Islam. Kaddor tut es und wird so zur Häretikerin.

Kaddor fördert die Radikalisierung der Muslime

Der renommierte Islamwissenschaftler Rainer Brunner von der Universität Freiburg stellt fest: „Man will hier einen aufgeklärten Islam europäischen Zuschnitts etablieren, ohne dass es dafür im Augenblick sichtbar irgendwelche strukturellen und personellen Voraussetzungen gibt. An deutschen Universitäten sollen zukünftig nicht nur Imame ausgebildet werden, sondern gleichzeitig auch Kompetenzen in Sozial- und Integrationsarbeit den zukünftigen Imamen vermittelt werden. Dadurch betreibt man eine weitgehend entsäkularisierte Islamisierung der Integrationsdebatte.“ Mit anderen Worten: Personen wie Kaddor organisieren mit ihrem unwissenschaftlichen Tun jenseits jeglicher theologischen Basis am Ende genau jene Radikalisierung der deutschen Muslime, die sie vorgeblich verhindern wollen.

Islamreform
Gemeinsame Erklärung der Reformmuslime in Deutschland, Österreich und der Schweiz
Geht es Brunner darum, Muslime in die deutsche Gesellschaft zu integrieren, kann Kaddor daran überhaupt kein Interesse haben. Die Dame ohne Befähigung zum Lehramt geht einen konsequenten Weg der Selbstvermarktung. Sie, deren Kenntnisse des Koran offensichtlich nur oberflächlich sind, benötigt den Konflikt zwischen „den Muslimen“ und „den Deutschen“, um ihre Mogelpackung eines „liberalen Islam“ verkaufen zu können. Ihr Geschäftsmodell lebt davon, dass Deutsche „islamfeindlich“ und Muslime „radikal-fundamentalistisch“ sind. Sie benötigt den angeblichen „Rassismus“ der Deutschen und die Gewaltbereitschaft fundamentalistischer Muslime, um daraus ihren Saft zu ziehen. Deshalb propagiert sie ständig angebliche Muslimfeindlichkeit bereits dann, wenn eine wissenschaftliche Islamkritik den wörtlichen Gehalt des Koran und die aggressive Vorgehensweise der Zwangsislamisierung in der Geschichte problematisiert.

Dabei verkehrt sich ihr vorgeblicher Liberalismus selbst in eine besondere Form des Rassismus, der sich vor allem gegen jene Deutschen vorrangig in den Ländern der ehemaligen DDR kehrt, die ihre Befürchtungen und Ängste überwiegend moderat, manchmal jedoch auch plakativ und lärmend zu Gehör zu bringen suchen.

Der antideutsche Rassismus der Muselmanin

Für ihren Rassismus prägt die in Sachen Selbstmarketing hochbegabte Kaddor nun ein neues Wort, welches sie seit geraumer Zeit ständig im Munde führt und mit dem sie ihre Kritiker in eine rechtsideologische Ecke stellen möchte, in der sie geächtet ihrer unbeachteten Existenz fristen mögen: „Deutschomanen“.

„Deutschoman“ – das ist für Kaddor eine verabscheuenswürdige Form des Untermenschen. „Deutschomanen“, das sind für Kaddor Ungläubige, die sich in einer irrigen Definition ihrer selbst für Deutsche halten, und die sie, die wahre deutsche Muslima eines künftigen, islamischen Deutschlands, kritisch betrachten oder ihr gar ablehnend gegenüber stehen.

„Deutschomanen“ sind, wenn wir ein wenig tiefer einsteigen, auch noch etwas anderes. Denn Deutschomanen sind in Wortaufbau und Kontext das konkrete Gegenstück zu den „Muselmanen“.

Der Muselman wiederum, der sich aus der persischen Bezeichnung der Muslime als „musliman“ ableitete und tatsächlich nichts anderes heißt als eben „die Muslime“, gilt in Deutschland mittlerweile vielen als herabwürdigendes Schimpfwort für die Anhänger des arabischen Eroberers – obgleich das Amtsgericht Hagen 2015 eine rassistische oder sonst welche Beleidigung nicht erkennen konnte und befand, dass dieser Begriff „bei ruhiger und sachlicher Betrachtungsweise im Rahmen des Artikels 5 des Grundgesetzes nicht zu beanstanden“ sei.

Kaddor als Muselmanin im Sinne des Hagener Amtsgerichts allerdings wird es eher so sehen wie das Amtsgericht Fürstenfeldbruck, welches 2009 den „Muselmann“ durchaus als Beleidigung ansah, weil es dem damaligen Verwender eine beleidigende Absicht unterstellte. Und so wird die kaddoristisch-rassistische Absicht der Wortschöpfung des „Deutschomanen“ unverkennbar: Sie soll herabwürdigen und beleidigen –es wird von ihrer Schöpferin genau so gemeint sein.

Kaddor hat diesen von ihr entlarvten Deutschomanen des Kampf angesagt. Als selbsternannte liberale Muselmanin tingelt sie durch Talkshows und staatlich organisierte Foren, immer bereit, mit ausgesuchten Koranauszügen und ihren privaten Islaminterpretationen die Wohltaten dieses faschistoiden Herrschaftskonzepts zu preisen.

Gute Muslime – böse Kreuzritter

Wie Kaddor tatsächlich tickt wird deutlich, wenn man Ihre Texte anschaut. In ihrem aktuellen Buch schreibt die syrische Nationalistin beispielsweise: „In Syrien kann man auf der Geschichte des Christentums wandeln. Saulus von Tarsus wird in Damaskus zum Christentum bekehrt und wandelt sich zum Paulus und wird zu einem der bedeutendsten Apostel. Natürlich kamen dann auch die Araber, die Muslime und prägten das Land. Aleppo wurde zu einem Ausgangspunkt der Seidenstraße. Vor gut tausend Jahren fielen die Kreuzritter auch in Syrien ein.“

Es sind die Feinheiten, in denen Kaddor ihre Weltsicht offenbart. Syrien war ein christliches Land. Stimmt. Und dann „kamen natürlich auch die Araber, die Muslime“. Was aber ist daran „natürlich“? Die „Araber, die Muslime“ kamen über die Länder zwischen Yemen und Byzanz so wie jüngst der „Islamische Staat“ über den Irak und Syrien kam. Eine Bande von fanatisierten Terroristen, die alles, was sich ihnen nicht in vorauseilendem Gehorsam bedingungslos unterwarf, mit Feuer und Schwert vernichtete. Und die das Land tatsächlich prägten: Mit Mord, Gewalt und Unterdrückung. Der Koran selbst berichtet davon, wie Allah widerstehende Städte zu Trümmerfeldern machen lässt. Was aber ist daran „natürlich“?

Und dann? Dann „fielen die Kreuzritter auch in Syrien ein“. Aha. Deren Mission, ihre von den Muslimen gewaltsam eroberten Heiligtümer zurück zu gewinnen und die wenigen überlebenden Christen aus deren Gewalt zu befreien, war weder „natürlich“ noch ein derart friedvolles „Vorbeikommen“ netter Gäste wie jene islamische Eroberung. Es war ein Einfall, eine Invasion. Und die ist bekanntlich immer gewalttätig und feindselig.

Selbstverständlich: Keiner der Überfälle auf die ehedem christlichen und jüdischen und später dann auf die zwangsmuslimisierten Städte war friedlich. Immer floss Blut – im Zweifel in Strömen. Wer aber die Invasion der Islamterroristen sprachlich schönfärbt und die Invasion der christlichen Kreuzritter sprachlich verdammt, der zeigt bereits damit, wes Geistes Kind er ist.

Der Hass auf die „Kreuzritter“

Wie sehr Kaddor die islamische Legende der guten Muslime und der teuflischen Franken lebt, wie sehr sie in ihrem tiefsten Inneren den christlichen Westen verachtet und ihn für eine reife, dem Islam gewaltlos in den Schoß fallende Frucht hält, wird auch deutlich, wenn sie in einer „Schlussbetrachtung“ schreibt: „Dieser Satz des Bundespräsidenten kann auch umgedreht werden. Deutschland gehört jetzt auch zum Islam.“

Das ist genau jenes Denkmuster, das die Da’Wa, Mohameds imperialistischer Auftrag die Welt zu übernehmen und zu beherrschen, kennzeichnet. Dort, wo der Islam einmal seinen Fuß hingesetzt hat, ist islamisches Territorium. Die dort noch lebenden, nicht-islamischen Menschen sind Ungläubige, denen man laut Koran noch etwas Zeit einräumt, sich zu Mohamed zu bekennen. Dauert dieses zu lange, dann darf der Muslim auch energisch werden, wenn er mächtig genug dazu ist – und den Ungläubigen vertreiben, ermorden oder versklaven und sich ihr Eigentum als Beute aneignen.

Wenn Kaddor den Satz des unglückseligen Christian Wulff umkehrt, dann hat sie mental das ehemals christliche Deutschland bereits erobert. Und das aus ihrer Sicht mit vollem Recht. Denn wie sehr sie nicht nur den islamischen Weltherrschaftsanspruch verinnerlicht hat, sondern auch den in islamischen Kreisen weit verbreiteten Hass auf „den Westen“, die „Kolonialisten“, die „Kreuzritter“ teilt, das machte sie bereits 2010 in ihrem privaten Blog deutlich.

Die Projektion in den Westergaard-Attentäter

Damals beschäftigte sie sich mit dem Attentäter, der den dänischen „Mohamed-Schänder“ Kurt Westergaard umbringen wollte. Kaddor stellte sich die Frage, was „den jungen Mann“ wohl zu seinem Mordversuch angetrieben haben könne. Dann folgt das, was Carl Gustav Jung dereinst als „Projektion“ beschrieb. Es ist eine Situation, in der jemand unbewusst sein eigenes Denken, sein inneres Wollen auf einen fremden Sachverhalt oder eine andere Person projiziert. Es ist quasi ein Spiegel, in dem sich der Akteur offenbart, ohne sich bewusst zu werden, dass er dieses tut.

Kaddor tut es. Sie beschreibt sich selbst:

„Vielleicht war der 28-Jährige aber auch frustriert, trachtete nach Achtung und heischte nach Schulterklopfern in seiner Umgebung. 

Vielleicht sucht er Anerkennung, die ihm seine Familie, seine Freunde, seine Bekannten bis dato verwehrt hatten. Vielleicht war er ein bloß ein Weichei, dass sich beweisen wollte?

Möglichweise trieb ihn auch der Hass auf ‚den Westen‘ an? Der Hass auf eine Umgebung, die ihn als dunkelhäutigen Muslim nicht haben wollte.

Vielleicht war es die Handlung eines Mannes, der auf dänischen Ämtern beleidigt, auf der Suche nach Arbeit gedemütigt wurde und wegen seiner Herkunft keine Diskotheken betreten durfte?

Vielleicht fragte er sich bei jeder einzelnen ausländerfeindlichen und islamfeindlichen Parole verzweifelt, warum? Warum hetzen die gegen meine Hautfarbe, gegen meinen Glauben? …

Vielleicht konnte er die vielen Toten in Afghanistan, in Pakistan, im Irak, die dort en detail gezeigt werden, nicht mehr verkraften?

Vielleicht ärgerte ihn der von der deutschen Bundeswehr angeforderte Beschuss zweier Tankwagen in Kunduz vor einigen Monaten, der bis zu 140 Todesopfer gefordert haben soll, darunter zahlreiche Zivilisten?

Vielleicht machte es ihn rasend, dass dieser Vorfall im Westen vor allem zu technokratischen Diskussionen über einen Militäreinsatz geführt hat, statt sich dem Schicksal der betroffenen Familien zu widmen? 

Vielleicht war es auch einer der anderen unzähligen Vorfälle, von denen wir im Westen in der Regel nichts mitbekommen, die im Land seiner Eltern, Somalia, und anderenorts aber an der Tagesordnung stehen.

Vielleicht machte er ‚den Westen‘ dafür genauso pauschal verantwortlich, wie manche hier ‚den Islam‘ per se für alle Gräueltaten verantwortlich machen?“

Kaddors private Emanzipation

Kaddor wollte kein „Weichei“ mehr sein. Deshalb liebt sie es, sich mit energischem Gesichtsausdruck und vor der Brust verschränkten Armen abbilden zu lassen. Sie will dominieren – und keine weiteren Verletzungen an sich heran lassen. Deshalb verlagert sie in ihrer Westergaard-Tirade gegen „den Westen“ zum Abschluss, um die Sache rund zu machen, dann noch nach klassisch-islamischem Muster die eigentliche Schuld an dem Attentat auf das Opfer, indem sie die rhetorische Frage stellt: „Hat sich Kurt Westergaard über solche Fragen Gedanken gemacht, als er seine Karikatur veröffentlichen ließ?“

Selbstverständlich steht die Antwort für die Erziehungswissenschaftlerin fest. Sie muss diese nicht mehr niederschreiben. Sie lautet schlicht: „Nein!“ Selbstverständlich – das ist für Kaddor unabdingbar – hat sich der dänische Ungläubige, der im islamischen Verständnis als Atheist kaum noch ein Mensch ist und von sa’udischen Vertretern deshalb pauschal in die Kathegorie „Terrorist“ sortiert wird, über all diese Fragen keine Gedanken gemacht. Und deshalb hat er es nicht besser verdient. Wäre das Attentat erfolgreich gewesen – Kaddor hätte vermutlich innerlich gejubelt. So wie sie auch gejubelt haben dürfte, als Muslime die Redaktion des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ für ihre Beleidigungen des angeblichen Propheten bestraften. Da scheint nun auch verständlich, warum fünf ihrer Schüler, denen sie doch angeblich einen liberalen Islam vermitteln wollte, 2009 als Islamterroristen in den syrischen Krieg zogen. Was wird sie diesen jungen Männern, die doch zu ihr gekommen waren, um einen modernen, einen europäischen Islam zu leben, in die Köpfe gepflanzt haben?

Wenn sie, die das Wohlwollen des Bundeskanzlers und dessen Islameinflüsterers Ruprecht Polenz genießt, weil sie Merkel etwas von einem friedvollen, liberalen und deutschen Islam erzählt, demnächst wieder in einer Talk-Show den dummen Deutschomanen ihre private, selbstgestrickte islamische Welt erklärt und ihre Märchen von einem friedvollen, frauenfreundlichen Islam erzählt, wird sie einmal mehr ihre freundlich-energische Maske vor dem Gesicht haben. Und als selbsternannte Islam-Expertin und liberale Muselmanin den Idioten des dekadenten, bösen Westens Sand in die Augen streuen, um klammheimlich weiter vom Endsieg des großislamischen Reichs zu träumen.

*

Anmerkung: Die Benennung Kaddors als Erziehungswissenschaftlerin erfolgt auf Basis des aktuellen Kenntnisstandes der Redaktion. Die schriftlich an sie persönlich übermittelte Anfrage, welches das Thema ihrer unveröffentlichten Magisterarbeit gewesen ist, blieb ebenso unbeantwortet wie die nach dem Thema ihrer Dissertation, die sie, die nach eigener Selbstdarstellung seit geraumer Zeit an ihrer Promotion arbeitet, vorzulegen hat. Sollte sich nach Fertigstellung des vorliegenden Textes durch verspätet eingehende Konkretisierungen etwas an der Darstellung ändern, werden wir dieses selbstverständlich hier vermelden.

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