Putins Militärparade – viel Symbolik und die Andeutung einer Verhandlungsstrategie

Wladimir Putin signalisiert zum Jahrestag des Sieges über Hitler-Deutschland neben den bekannt bizarren Rechtfertigungen seines Angriffskrieges eine Art von Bereitschaft zur Deeskalation. Die Befürchtungen im Vorfeld hat er zumindest nicht erfüllt.

IMAGO / SNA
Wladimir Putin bei seiner Rede zum 77. Jahrestag des Sieges über Deutschland, 9. Mai 2022

Am 9. Mai feiert Russland seinen Sieg über das Deutsche Reich, manifestiert mit der extra für die Sowjetarmee inszenierten, zweiten Unterzeichnung der Kapitulationserklärung der Deutschen Wehrmacht am 9. Mai 1945 um 0.16 Uhr in Berlin-Karlshorst. Zu diesem Zeitpunkt waren die Kriegshandlungen in Europa offiziell bereits beendet, denn schon am 7. Mai hatte in Reims der Generaloberst Alfred Jodl auf Anordnung des Militärchefs Karl Dönitz gegenüber dem Oberbefehlshaber der Alliierten, Dwight D. Eisenhower, die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht gegenüber allen alliierten Streitkräften erklärt. Die Waffenruhe sollte am 8. Mai um 23.01 Uhr in Kraft treten – doch an der längst tief ins Reichsland vorgeschobenen Ostfront gingen die Kämpfe noch weiter. Bis dann auf spezielle Anordnung Stalins der deutsche Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel am gegenwärtigen Sitz des Marschall Georgi Schukow in Karlshorst ein weiteres Mal – diese Mal gegenüber der Sowjetunion, die Erklärung unterzeichnete.

Mit dieser Unterzeichnung ruhten auf dem europäischen Kriegsschauplatz im Wesentlichen die Waffen – sieht man von Einzelaktionen verwirrter Hitler-Jünger und Racheaktionen aus den Reihen der zuvor vom Reich besetzten Völker einmal ab.

Russlands großer, sowjetischer Sieg

In der Sowjetunion feierte man diese Kapitulationserklärung als großen Sieg Russlands – und verdrängte darüber, dass dieser Sieg nur möglich geworden war, weil die USA die Kriegsverbündeten massiv mit Waffen und Material unterstützt und Japan entgegen den Wünschen Hitlers im fernen Osten Russlands keine zweite Front eröffnet hatte.

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Im Laufe der Jahre wurde aus dem Sieg über das Deutsche Reich jener Sieg über den „Nazismus“, als welcher die Kapitulation heute gefeiert wird. Dafür gab es mehrere Gründe: Zum einen war der Sowjetunion daran gelegen, mit der Nachkriegs-BRD zu einem behutsamen Ausgleich zu kommen. Da schien es zweckmäßiger, den Diktator und seine Schergen regelmäßig anstelle des deutschen Volkes in Gänze auf die Anklagebank zu setzen. Zum anderen rechtfertigte der ewige Kampf gegen den Nazismus – wahlweise auch Faschismus oder Nationalismus – das brutale Nachkriegs-Vorgehen Stalins gegen Kollaborateure in den vom Reich besetzten Gebieten und die Ersetzung bürgerlicher Regierungen durch linientreue Kommunisten in den künftigen Satellitenstaaten.

Putins unerwartet kurze Rede

Die Siegesfeier am 9. Mai ist seitdem vor allem eine militärische Leistungsschau – auch wenn, wie 2015 beim Vorzeige-Panzer T-14 Armata, dann schon mal was zumindest bei der Generalprobe daneben geht. In diesem Jahr, nachdem Russland mit dem als „Spezialoperation“ camouflierten Überfall auf die Ukraine die Nachkriegsordnung in Europa zerlegt hat, blickten vor allem die westlichen Regierungen gespannt nach Moskau. Viel wurde im Vorfeld spekuliert, was Putin an diesem Tag verkünden könnte und welche konkreten Schritte er möglicherweise einläuten werde. TE berichtete darüber.

Nun hat er sie also gehalten, die mit Spannung erwartete Rede. Rund zehn Minuten dauerte sie – unterbrochen von einer mehr als 60 Sekunden langen Schweigeminute für die „tapferen Soldaten“, die aktuell ihr Leben lassen. Doch von all dem, was im Vorfeld spekuliert worden war, geschah – nichts!

Weder annektierte Putin offiziell den Donbass, noch erklärte er der Ukraine offiziell den Krieg, um so eine Generalmobilmachung zu rechtfertigen. Noch etwa gar drohte er der NATO mit konkreten Angriffen oder malte den Atomkrieg an die Wand. Vielmehr folgte Putin in seiner kurzen Ansprache, in der er sich in sowjetischer Manier immer wieder an die „Genossen“ richtete, im Wesentlichen der Deeskalationsstrategie, die in der vorangegangenen Woche bereits bei seinem Außenminister Sergej Lawrow zu beobachten war.

Gute Russen, böse Amis

Selbstverständlich: Auch wenn die Bezeichnung „Genozid“ nicht mehr fiel, so wurden dennoch im Kreml erdachten Lügenmärchen von einem Vernichtungsfeldzug gegen jene Russen, die durch den Zerfall der Sowjetunion wider Willen auf dem Territorium der Ukraine leben mussten und dort von ukrainischen Nazis geknechtet würden, ebenso wiederholt wie der haltlose Vorwurf, die Ukraine habe sich mit Atombomben gegen Russland aufrüsten wollen.

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Auch die Nato blieb nicht verschont. Sie habe mit „der Aneignung unserer Anliegerstaaten“ die Sicherheit Russlands bedroht, und dennoch habe das flächengrößte Land der Erde seine Friedfertigkeit noch bis kurz vor Toresschluss dadurch unter Beweis gestellt, dass es den USA und deren Verbündeten ein konkretes Verhandlungsangebot über ein Konzept der gegenseitigen Sicherheit vorgelegt habe. Dass dieses „Angebot“ erwartete, die heute demokratischen Staaten des Warschauer Pakts an der ehemaligen Westperipherie der UdSSR wieder zu deren imperialen Einflussbereich zu erklären und die Ukraine widerstandslos an Russland auszuliefern, erwähnte Putin selbstverständlich nicht.

Von der Spezialoperation zum Erstschlag

In all diesen Punkten richtete sich der Aggressor vorrangig an sein eigenes Volk, wiederholte ihm die narrativen Märchenerzählungen von einem fiktiven Vernichtungsschlag, den der russophobe Westen geplant habe, um Russland als unabhängiges, stolzes Land zu vernichten.

Aus dieser Erzählung nun leitete Putin eine neue, andere Legitimation für seinen Überfall ab. War die „militärische Spezialoperation“ bislang gleichsam als polizeilicher Eingriff in ein von Menschenfeinden gekapertes, russisches Land beschrieben worden, so bezeichnete Putin den russischen Überfall nun erstmals als „Erstschlag gegen den Aggressor“. Damit deutet er nun tatsächlich eine neue, veränderte Perspektive der russischen Kriegssicht an.

Ein „Erstschlag“ setzt zwangsläufig einen bereits kurz vor dem Einsatz stehenden Angriff des nun zuerst zu Schlagenden voraus. Demnach habe also ein Angriff gegen Russland unmittelbar bevorgestanden. Wer diesen Angriff geplant haben soll, deutet Putin nur an: Die bösen USA stehen irgendwie hinter allem, was Russland als misslich und gegen seine Interessen gerichtet betrachtet – doch der „Erstschlag“ erfolgte weder gegen die USA noch gegen die NATO, sondern ausschließlich gegen die Ukraine. Weshalb folgerichtig zu unterstellen ist, dass Putin von dort einen Angriff erwartet haben müsste.

Da nun aber dem Leningrader, auf dessen Parade zwar auch wieder Sowjetflaggen zu sehen waren, aber nicht das taktische „Z“ auf den Militärfahrzeugen, selbst bewusst sein muss, wie absurd die Vorstellung ist, dass in Kiew ein Angriffskrieg auf das große und mächtige Nachbarreich geplant gewesen sein könnte, einvernimmt Putin die von russischen Truppen und Kollaborateuren besetzten ukrainischen Staatsgebiete im Donbass und auf der Krim als russisches Territorium – und damit zum Anlass, sein Erstschlagsnarrativ zu belegen. Die ukrainischen Nazis hätten demnach geplant gehabt, „unser historisches Territorium“ anzugreifen und zu erobern – kein Wort davon, dass Russland im bis heute ungekündigten Freundschaftsvertrag mit der Ukraine die besagten Territorien ausdrücklich als ukrainisch anerkannt hatte. Kein Wort auch davon, dass diese „historischen Territorien“ erst im späten 18. Jahrhundert gewaltsam erobert und als „Neu-Russland“ von den Moskauer Zaren annektiert worden waren.

Die Andeutung einer Verhandlungsstrategie

Mit der ausdrücklichen Erwähnung des Donbass und der Krim als „historische, russische Territorien“ machte Putin jedoch deutlich, dass aus seiner Sicht die Einverleibung dieser Gebiete in sein großrussisches Imperium unabdingbar ist. Die Erwähnung der „Helden von Odessa“, jener russisch gesteuerten Terrorgruppe, die 2014 den Versuch unternommen hatte, die ukrainische Schwarzmeermetropole gleich Donezk und der Krim zu russischen „Volksrepubliken“ umzuwandeln, und die dabei im Brand des Gewerkschaftshauses ihr Leben verloren, macht jedoch auch deutlich, dass für den russischen Diktator sein „historisches Territorium“ bis mindestens an die Grenzen Moldawiens, wenn nicht Rumäniens reicht.

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Dennoch buk Putin in gewisser Weise kleinere Brötchen. Davon, die „Faschisten“ in Kiew zu vernichten, war nicht die Rede. Auch hinsichtlich möglicher Pläne, die Ukraine bis an die Grenze Polens zu besetzen, fiel kein Wort. Das bedeutet nicht, dass Putin von diesen Zielen mittlerweile abgerückt wäre – doch es macht deutlich, dass er sie seinen Russen nicht mehr als zwingende Operationsergebnisse präsentiert. Ein russischer Sieg kann demnach auch dann verkündet werden, wenn Donbass und Krim völkerrechtlich als Teil Russlands international anerkannt werden. Und Odessa? Das scheint gegenwärtig Verhandlungsmasse zu sein. Gelingt es der russischen Armee, die Stadt zu besetzen, so wird diese automatisch Bestandteil des „historischen Territoriums“ sein. Scheitert die Eroberung, so könnte sie bei einer Verhandlungslösung zumindest vorerst nicht-russisch bleiben.

Ohnehin scheint Putin in seiner Rede auch Signale an „den Westen“, der für ihn die USA ist, ausgesendet zu haben. Ausdrücklich unterstrich er Russlands „Stolz auf die Heldentaten der amerikanischen Veteranen“, denen jedoch leider verboten worden sei, an der Siegesparade teilzunehmen. Hier also steht die Tür noch einen Spalt offen. Schaut her: Ihr aggressiven Amerikaner seid russophob – wir aber sind nicht amerikafeindlich! Es ist nur eure falsche Politik, die uns stolze Russen unterwerfen will! – Möglich, dass Putin darauf hofft, damit eine Verhandlungslösung in seinem Sinne anschieben zu können.

Die hohen Opferzahlen machen vorsichtig

Hintergrund der unerwarteten Zurückhaltung Putins sowohl in der Definition seiner Militärziele als auch gegenüber der Nato, mit der er offensichtlich keinen Konflikt riskieren will, kann auch die unerwartet hohe Zahl der russischen Opfer beim Überfall auf die Ukraine sein. Zwar nannte Putin erwartungsgemäß keine Zahlen, sprach jedoch vom Heldenmut, den die Männer „unseres Vielvölkerstaats, die Seite an Seite kämpfen“ aufbrächten. Es lässt sich nicht mehr verschweigen, dass manch russischer Sohn nicht mehr lebend in seine Heimat zurückkehren wird, weshalb Putin großzügige Unterstützung für alle Hinterbliebenen ankündigt. Hier scheint es ihm darum zu tun zu sein, einen ersten Unmut in der Bevölkerung abzufedern – wie weit das allein durch patriotische Ehrbezeugung und Finanzhilfe möglich sein wird, wenn die Zahlen der gefallenen Russen, die von manchen Instituten bereits als höher als im gesamten Afghanistan-Feldzug geschätzt werden, weiterhin stetig steigen, muss die Zukunft zeigen.

Insgesamt darf festgestellt werden, dass Putins Rede weitaus weniger martialisch ausgefallen ist, als von den meisten Beobachtern zuvor erwartet. Streicht man die unvermeidbare Propaganda für die russische Volksseele weg, so könnte sich sogar der Wunsch nach einer Verhandlungslösung ohne allzu große weitere Opfer andeuten. Dazu allerdings müsste die Ukraine bereit sein, nicht nur auf die bislang russisch besetzten Gebiete verbindlich zu verzichten, sondern auch die Annexion der Regionen Mariupol und Cherson durch Russland zu akzeptieren. Bislang ist Kiew dazu aus nachvollziehbaren Gründen nicht bereit. Vielleicht auch deshalb hat Putin Odessa, den wichtigsten Hafen der Ukraine, in die Verhandlungsmasse eingebracht.

Offensichtlich ist, dass Putin zwar pflichtgemäß weiter gegen den Westen poltert, aber keinerlei Interesse an einem direkten Konflikt mit der Nato hat. Die Ermüdung der konventionellen russischen Kräfte scheint mittlerweile zu groß zu sein, als dass er sich dabei irgendwelche Chancen ausrechnet. 

Und jener wiederholt als Menetekel an die Wand gemalte, große Atomkrieg? Den hatte vergangene Woche bereits Lawrow eingesammelt. Bei Putin, der ihn anfänglich gehypt hatte, wurde er nun nicht einmal mehr angedeutet.

Das kann bedeuten, dass dem russischen Präsidenten ein wenig die Luft ausgeht, weil sie seinen „Spezialkräften“ ausgeht. Einen „echten“ Krieg will er gegenwärtig nicht riskieren – nicht einmal gegen die Ukraine. Und das vielleicht auch deshalb, weil dadurch völkerrechtliche Konsequenzen auf Russland zukämen, die Putin mit seiner Legende von der „Spezialoperation“ immer noch hofft, vom Tisch wischen zu können und am Ende zumindest noch ein wenig seines Diebesguts einheimsen zu können.

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Kommentare ( 62 )

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Goldfuchs
8 Tage her

„…neben den bekannt bizarren Rechtfertigungen…“
Bizarr finde ich es, wenn ein jüdischer Präsident den (ehemaligen?) Anführer einer militärischen oder Polizeieinheit, die mit „Schwarzer Sonne“, „Wolfsangeln“ und bisweilen auch Symbolen, die hierzulande, aus guten Gründen, verboten sind, auftritt, zum Mitglied seiner Regierung macht.

Mohrenkopf
7 Tage her
Antworten an  Goldfuchs

Was hat das mit dem Artikel zu tun? Typischer Whataboutism. Sie können vom Massenmörder Putin nicht ablenken.

Gunter Zimmermann
7 Tage her

Wie immer ist der Kontrast zwischen der ausgezeichneten Analyse Thomas Spahns und den „problematischen“, die russische Propaganda gedankenlos nachbetenden Kommentaren auffällig und bemerkenswert. Leute, seht es endlich ein: Putin-Russland hat diesen Krieg längst verloren und es gilt nur noch, die Scherben zusammenzulesen. Die bizarren Rechtfertigungen des Präsidenten und die sinnlose Suche nach „Nazis“ in der Ukraine ändern an diesem Ergebnis nichts!

bl2
7 Tage her

Schaut man sich das russische Narrativ an (das leider – oder bezeichnenderweise! – in der EU geblockt wird, obwohl jeder, der ein bisschen Erfahrung mit Diktaturen und Zensur hat, trotzdem leicht Zugang finden wird), so ist an Putins Rede eigentlich nichts „überraschend“. Die Frage ist wie man Begriffe wie „Entnazifizierung“ interpretieren muss. In der russischen Propaganda ist die Sache eigentlich ganz einfach: Die Ukraine wurde gegen Russland aufgerüstet, der Donbass ist russische Erde, und wenn Putin jetzt nicht handelt, hätte es eine ukrainische Offensive und „Wiedereingliederung“ des Donbass gegeben. Und vielleicht auch einen Nato-Beitritt und einen atomare Wiederbewaffnung der Ukraine.… Mehr

Ante
7 Tage her

In seinem Umfeld scheint Putin kein Problem mit Nazis zu haben. Sein „Koch“ Jewgeni Prigoschin finanziert die Nazitruppe Wagner. Deren Begründer Dimitry Utkin trägt SS-Ruhnen auf beiden Schultern. Jeder kann sich im Internet die Fotos ansehen. Einfach nur googeln. Ferner finanziert der Kreml eine Nazitruppe namens „Russkiy Sich“, deren Kämpfer Hakenkreuze offen zur Schau tragen. Auch das kann jeder googeln. Und dann zeigt Putin mit dem Finger auf andere, angebliche Nazis in der Ukraine. Wie verlogen ist das denn?

Konservativer2
7 Tage her
Antworten an  Ante

Mich wundert es ein wenig, dass das Thema der „Nazis“ auf so großer Flamme gekocht wird. Da geben sich die Ukraine und Russland nämlich nicht viel. Es wird geflissentlich vergessen, dass beide Länder sich soziokulturell nur wenig unterscheiden, auch wenn wir es gerne so hätten. In der Ukraine werden sie schöngeredet, in Russland sind sie auch vorhanden. Natürlich ist die Ukraine kein „Nazi-Staat“ (dabei ist es mir völlig schnuppe, welcher Religion Selenskyj angehört), dennoch werden dort fleißig „Bandera-Smoothies“ von Zivilisten abgefüllt (https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/id_91757930/darum-fuellen-die-ukrainer-ihre-molotowcocktails-mit-styropor.html). Umgekehrt haben russische Kämpfer offenbar wenig Berührungsängste mit einem Kult um – von ihnen offensichtlich respektierten – Kämpfern.… Mehr

Last edited 7 Tage her by Konservativer2
Weiss
7 Tage her

Putin sprach gestern eher von einem preemptiven Selbstverteidigungsschlag, da ein unmittelbarer Angriff auf das Donbass und die Krim durch die Ukraine gedroht haben soll. Preemptive Selbstverteidigungsschläge sind m.E. völkerrechtlich zulässig. Würde die Hisbollah einen Angriff auf Israel planen, dürfte Israel hier gegen den Libanon ebenfalls preemptiv zuschlagen. Das gilt auch für iranische Waffenlieferungen an die Hisbollah oder iranische Atommeiler. Deshalb darf Israel in Syrien auch iranische Ziele preemptiv bekämpfen oder Atommeiler im Iran zerstören… Das Donbass hat Rußland um Hilfe gerufen, weil es sich von der Ukraine bedroht fühlte. Rußland hat dann Beistand geleistet. So ist jedenfalls die russische Sichtweise.… Mehr

Ante
7 Tage her
Antworten an  Weiss

Nee, das passt so nicht zusammen. 2014 hat Russland den Donbass und die Krim erobert und in Volksrepubliken überführt. Diese haben sogar eigene Flaggen. Eine Bedrohung dieser Gebiete besteht immer, solange die Ukraine diese Gebiete als eigenes Territorium ansieht. Geraubtes Land rechtfertigt keine präventive Verteidigung. Annexion von Krim und Donbass waren nicht konform mit Völkerrecht. Das nur am Rande, denn Russland erkennt Völkerrecht ohnehin nicht an. Putins Argumentation passt nicht, denn der Angriff auf die gesamte Ukraine steht in keinerlei Kontext mit Krim und Donbass. Zwischen Lemberg und Krim liegen 1200 km Entfernung. Wieso bedroht Lemberg die Krim?

d.rahtlos
8 Tage her

Ginge es Putin tatsächlich darum, „Faschisten“ aufzuspüren und zu eliminieren, könnte er in seiner eigenen Einflußsphäre, einschließlich Belarus mit weitaus geringeren Verlusten zum Ziel kommen.

Ante
7 Tage her
Antworten an  d.rahtlos

Putins Russland ist voll mit Nazis, voll bis unters Dach. Dagegen sind AfDler linksliberal. Das Geschwätz von den ukrainischen Nazis ist geschichtsloses lächerliches Zeug, dümmste Propaganda. Ukrainische Nationalisten gab es immer und gibt es auch heute. Ihr Markenzeichen war und ist der Kampf gegen den Bolschewismus sowjetischer Prägung. Es war und ist höchst ehrenhaft, gegen Bolschewisten zu kämpfen. Der Stalinismus war und ist die größte Gefahr für die freie Welt. Viele ukrainische Nationalisten sind in Hitlers KZ umgekommen. Auch das gehört zur historischen Wahrheit. Kein Ukrainer muss sich dafür schämen, im Gegenteil, die ukrainische Nationalbewegung ist bis heute gut und… Mehr

Walter Eiden
7 Tage her
Antworten an  Ante

Putin hat ja zugegeben dass es auch in Russland Nazis, Faschisten und dergleichen gibt. Er betonte aber auch gleichzeitig den Unterschied zur Ukraine dass diese weder in der Regierung noch in der Armee mit eigenem, großen und einflussreichen Batalion anzutrffen sind. Und auf der anderen Seite hat Selenskij unlängst zugegeben dass die Asovleute Nazis und/oder Faschisten sind, was aber OK wäre weil sie doch für`s urkainische Vaterland kämpfen und man in der Ukraine die Begriffe Nazis und Faschisten ohnehin ganz anders interpretiert als im Westen. Das ist nun mal alles gegenwärtige und daher gut zu prüfende Wahrheit im Gegnsatz zu… Mehr

Ante
7 Tage her
Antworten an  Walter Eiden

Nee, hat er nicht. Russische Nazis sind oftmals Nationalbolschewisten. In der Ukraine hat es keine Nazis. Nazis sind Anhänger der NSDAP. Niemand in der Ukraine will nationalen Sozialismus. Sozialismus will dort niemand, egal ob national oder international. Im Azov Regiment hat es viele ukrainische Nationalisten. Nationalisten hat es auch in der AfD und dagegen spricht auch nichts. Volk und Nation sind für diese Menschen nicht verhandelbar. Die Ukraine ist eben nichts Russland und Ukrainer sind auch keine Russen. Darum geht es doch im Kern. Für Putin ist die Ukraine eine russische Provinz, so wie Sibirien. Und für Ukrainer ist die… Mehr

Weiss
7 Tage her
Antworten an  Walter Eiden

Selbst in Israel weiß man um die Nazis in der Ukraine. Was soll da der gute Herr Zelensky auch groß noch verheimlichen ? Ich habe das schon 2014 gewußt. Der CIA soll diese Naziverbände auch ausgebildet haben. Insider wissen darüber schon länger Bescheid. Ich habe auch US-Quellen damit gefüttert: CIA trains Ukrainian nazis how ‘to kill Russians’ – The Duran Der CIA soll über Jahrzehnte die Nazis in der Ukraine aufgebaut haben: Partnering with neo-Nazis in Ukraine: an inconvenient history – The Grayzone Es gibt sogar Fotos, auf denen man Asow-Nazis mit ranghohen US-Militärs sehen kann: ‚Gods of War‘: How… Mehr

Konservativer2
7 Tage her
Antworten an  Ante

Und noch mal was zum ukrainischen Nationalismus, diesmal aus der SZ (man wird zu erstaunlich vielen Themen auch in den Qualitätsmedien fündig): „Landessprache hat Vorrang 16. Januar 2022, 18:58 Uhr In der Ukraine müssen Printmedien künftig in ukrainischer Sprache erscheinen. Um das Russische zurückzudrängen, ist in der Ukraine ein Zwang zur Verwendung der Landessprache in nationalen Printmedien in Kraft getreten. Seit Sonntag müssen alle überregionalen Zeitungen und Zeitschriften in ukrainischer Sprache erscheinen. Russische Ausgaben sind nicht verboten, aber parallel dazu muss eine ukrainische Variante in gleicher Auflage und gleichem Umfang gedruckt werden. Wirtschaftlich gilt das für die Verlage als unrentabel.… Mehr

Last edited 7 Tage her by Konservativer2
Ante
7 Tage her
Antworten an  Konservativer2

Was ist schlimm daran, die ukrainische Sprache zu fördern? Nur zur information: Im Azov-Regiment dienen viele russischsprachige Ukrainer aus den Regionen Charkiv, Odessa, Donbass. Azov-Regiment hat seine Wurzeln nicht in der Westukraine sondern in Charkiv. Seine Gründer sind russischsprachige Ukrainer aus den Reihen der Ultras vom Fußballklub Metalist Charkiv. Azov-Regiment hat also russischsprachigen Ursprung. Das alles sind Argumente, die Putins Lügen als Propagandalügen entlarven.

Theophil
8 Tage her

Fragen eines lesenden Rentners: Stets liest man von der hohen Zahl getöteter russischer Soldaten, dagegen sterben auf ukrainischer Seite ausschließlich Zivilisten, wenngleich weniger als in Deutschland Zivilisten an oder mit Covid sterben. Wie ist das zu erklären? Stets lese ich von der Brutalität der russischen Kriegsführung, die dem Anschein nach fast ausschließlich Krankenhäuser und Schulen ins Visier nimmt. Jetzt lese ich in der Welt, der englische Geheimdienst fürchte (!), dass Russland die Präzisionswaffen ausgehen könnten, sodass in der Folge mehr zivile Schäden zu erwarten seien. Ist diese Furcht ernst gemeint oder denkt man gar daran Präzisionswaffen an Russland zu liefern?… Mehr

Querdenker73
7 Tage her
Antworten an  Theophil

Antwort eines Rentners: Lesen Sie nicht so viel deutsche Zeitungen! Sehen Sie nicht so viel Staatsfernsehen! Die bringen Sie genau auf Linie! War schon in der DDR so! Ihre Fragen enthalten schon viele Antworten!

Jatoh
8 Tage her

Stalin hat den Krieg nicht gewonnen und Hitler hat ihn nicht verloren.
Beide haben ihre Bevölkerung für ihre Ideologien und ihre Machtgelüste erbarmungslos verheizt.
Denn gekämpft an vorderster Front, für die jeweils propagandistisch hochgelobte Sache ihr Blut geopfert, haben vor allem die einfachen Leute.
Den Ausschlag gegeben hat letztendlich die schiere Masse der Überlegenen.
Man muss sich darüber im klaren sein, mit wem man sich anlegt.
Für den einfachen Mann lohnt sich kein Krieg.
Weder gestern, noch heute, noch morgen.

Albert Pflueger
7 Tage her
Antworten an  Jatoh

Mein Vater war dabei, in Frankreich und in Russland. Er hat seine Schulkameraden sterben sehen. Er hat hunderte, wenn nicht mehr, russische junge Männer erschossen, die von der Militärführung ins Sperrfeuer gezwungen wurden, reines Kanonenfutter, vorgeschickt in der Hoffnung, dem Gegner werde die Munition ausgehen. Er hat die russischen Befehlshaber verachtet für ihre Taktik. Menschenleben interessieren nicht im Krieg.

Ante
7 Tage her
Antworten an  Albert Pflueger

Die Stalin-Russen haben ihre Soldaten grauenhaft verheizt. Offizielle russische Zahlen sind Beleg genug. Hiernach hat die sowjetische „Rote Armee“ etwa 4,6 mal so hohe Verluste gehabt wie die Wehrmacht. Etwa 23 Millionen Russen sind gefallen sowie etwa 5 Millionen Deutsche. Der Tag des Sieges am 9. Mai ist in Wahrheit ein Tag der Schande. Stalins dumme und falsche Strategie von Beginn an hat die eigenen Soldaten bis zum Anschlag verheizt. Russland war und ist nie Vorbild gewesen. Die propagandalüge vom gloreichen vaterländischen Krieg ist eine menschenverachtende systemimmanente Lüge. Sie wird bis zum heutigen Tag fortgesetzt. Ehrliche Russen, es gibt leider… Mehr

Inana
8 Tage her

Tja. Selbst wenn Putin jetzt wirklich deeskalieren will, dann wird er jetzt das Problem haben, dass die USA/NATO nicht mehr deeskalieren wollen und vermutlich auch die ukrainische Regierung nicht. Denn der Krieg entwickelt sich ja für immer mehr Leute – v.a. im Westen – zu einem geopolitischen Jackpot. Für Putin natürlich eher nicht. Trotzdem wird er auch gar nicht mehr rauskönnen.

Nun ja
7 Tage her
Antworten an  Inana

ich würde den Blick etwas weiten und den Faktor Zeit ganz anders gewichten. Die Ukraine will in die EU wie aktuell Selenskij in gewohnt charmanter Art anmahnte. Ein Land das praktisch alle oppositionellen Parteien verboten hat, deren Repräsentanten teilweise sogar einsperrt, die Medien schon vor dem Krieg von allzu abweichenden Gedanken per einzelne Verboten abgehalten hat und nun kriegsbedingt gänzlich gleichgeschaltet hat, ist sicher ein sehr guter EU-Kandidat.  Aus Sicht der Russen. Gut, um diese zu zügig zu paralysieren und dann zu zerstören. Fast könnte man glauben, dass das der perfideste aller Pläne Putins ist. Lass die EU an der… Mehr

pcn
8 Tage her

Bei einer diplomatischen Lösung müssten beide Parteien zu Kompromissen bereit sein. Aber das verhindern NATO unter Federführung der USA. Daher bleibt es ein Wunschtraum, dass sich so ein „Verhandlungsfrieden“ wird realisieren lassen. Selenskyj bildet sich ein, besser, er bekommt den Floh ins Ohr gesetzt, er könne den Krieg gegen Russland gewinnen. Schwere Waffen suggerieren diesem Traumtänzer etwas von Macht über eine Supermacht. Solange Falken aus USA und der NATO am Werke sind, wird noch nicht einmal ein Waffenstillstand zustande kommen. Und solange wir solche völlig durchgeknallten Politiker und unreife Gören in Berlin am wursteln haben, die ebenso der utopischen Vorstellung… Mehr

Friedensreich
7 Tage her
Antworten an  pcn

Ich bin immer wieder verblüfft, was für Meinungen hier aufgetischt werden. Doch nicht die USA sind in Russland einmarschiert und die Ukraine auch nicht.
Putin kann morgen einen Frieden haben, wenn er heute seine Truppen zurückruft und die Ukraine künftig in Frieden lässt.

Konservativer2
8 Tage her

„Die bösen USA stehen irgendwie hinter allem, was Russland als misslich und gegen seine Interessen gerichtet betrachtet“

Das würde ich mal nicht so ins Lächerliche ziehen. Schließlich hat die RAND-Corporation 2019 detailliert dargelegt, welche Maßnahmen ergriffen werden sollten, um Russland zu schwächen („Extending Russia – Competing from Advantageous Ground“ – als PDF abrufbar). Zwar wurden seinerzeit einige Maßnahmen als risikobehaftet eingestuft, da der Krieg zwischenzeitlich jedoch begonnen hat, kann diese Risikoeinschätzung mittlerweile getrost als überholt eingestuft werden. Die Embargomaßnahmen, die hierzulande laut propagiert werden, sind in diesem Papier beispielsweise bereits beschrieben.

Last edited 8 Tage her by Konservativer2
Ante
7 Tage her
Antworten an  Konservativer2

Kein einziger Natopanzer steht auf russischem Gebiet, auch kein ukrainischer Panzer. In Russland gab und gibt es keinen Krieg. Russland führt Krieg auf dem Boden der Ukraine. Fakten verdrehen fällt nicht unter Meinungsfreiheit.

Konservativer2
7 Tage her
Antworten an  Ante

Lesen Sie die von mir erwähnten Papiere. Dort steht sinngemäß, dass einige Maßnahmen eine gewalttätige Reaktion Russlands auslösen könnten. Da jetzt Krieg herrscht, ist das beschriebene Risiko bereits eingetreten. Kein Mensch hat von Natopanzern auf russischem Gebiet gesprochen. Was hat das mit verdrehten Fakten zu tun? Tatsächlich wird das in diesem Strategiepapier erwähnte Maßnahmenpaket nun verstärkt umgesetzt. Ich zitiere: Imposing deeper trade and financial sanctions would also likely degrade the Russian economy, especially if such sanctions are comprehensive and multilateral. Thus, their effectiveness will depend on the willingness of other countries to join in such a process. But sanctions come… Mehr

Last edited 7 Tage her by Konservativer2
Ante
7 Tage her
Antworten an  Konservativer2

Nee, Russland greift seit 2014 die Ukraine an, nicht umgekehrt. Russland entscheidet wie und wann es eskalieren will. Mit dem Westen hat das nichts zu tun. Egal was der Westen tut, Russland kann und wird eskalieren. Deshalb ist es richtig, den Eskalationspreis hochzutreiben. Und das passiert jetzt.

cmh ungefragt
7 Tage her
Antworten an  Ante

Wieviele amerikanische Biolabore stehen in der Ukraine?
Hierzulande bilden sich die Blinden ja massig viel ein, wenn sie einen Blitz gesehen haben und die Tauben sind ganz aus dem Häuschen, wenn sie einen Knall ghört haben. Und Friede ist, wenn amerikanische Soldaten den Kindern Kaugummi schenken.
Krieg halt, wie ihn sich die kleine Anna-Lena vorstellt in ihrem warmen Büro.