Mit Löw ist auch das System Merkel in Wembley gescheitert

Der erneute Untergang von Deutschlands Fußball, diesmal bei der Europameisterschaft, war programmiert. Niederknien statt siegen. Das passiert, wenn Politik statt Sport Stadien, Spiele und Spieler bestimmt.

IMAGO / Sven Simon
Fussballbundestrainer Joachim Löw im Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Grünen-Politikerinnen Sylvia Löhrmann und Claudia Roth, Bundesversammlung zur Wahl des Bundespräsidenten im Reichstagsgebäude am 12.02.2017
Erst landet ein adliger Chirurg und Greenpeace-Extremist illegal im EM-Stadion von München – gefährdet und verletzt bei seinem Gleitschirmabsturz auch noch Menschen für politische Botschaften. Genauso ist dem DFB, seinem Bundestrainer, der Mannschaft und ihrem Kapitän das Tragen von Regenbogen-Binden am Arm oder das Knien vorm Spiel wichtiger als der Fußball. Deutsche Spieler sondern auf Pressekonferenzen politische Botschaften fast schon wie früher Sportler aus dem Ost-Block ab, die angeblich keine sein sollen, weil es um „Toleranz und Weltoffenheit“ geht. Dem sozialistischen Sport ging es mit seinen Botschaften und Leistungen vor über dreißig Jahren vorgeblich auch nur um „Frieden und Völkerverständigung“, was der kapitalistische Westen damals stets als politischen Missbrauch geißelte.

Zu Machenschaften und Verbrechen des türkischen Präsidenten Erdogan gegen Menschenrechte, Homosexuelle und Pressefreiheit, einschließlich Massen-Verhaftungen und Hinrichtungen in einem autoritären Staat, hat die Öffentlichkeit weder Stimmen von deutschen Spielern mit türkischen Wurzeln noch von Löw oder der DFB-Spitze gehört. Auch nicht während der um ein Jahr verschobenen Euro 2020, obwohl die Türkei sogar zum Eröffnungsspiel in Rom gegen Italien antrat. Gegen das eigene Mitgliedsland der Europäischen Union Ungarn war das jedoch im Zeichen des Regenbogens ungehindert in aller Schärfe möglich und gewollt. 

Teile der Auslandspresse lästern bereits über die moralische Überheblichkeit Deutschlands in Sport und Politik. Die NZZ schreibt, „Fussballspieler sollen spielen und nicht knien.“ Oder beantwortet die Frage: „Regenbogennation Deutschland?Warum die Fussball-Kampagne gegen Ungarn kurzsichtig und selbstgerecht ist.“

Mit der verdienten Niederlage im Londoner Wembley-Stadion gegen Erzrivalen England ist nicht nur Joachim „Jogi“ Löw in seinem 198. Länderspiel als Bundestrainer gescheitert, sondern auch das System von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Politisierter Sport – da sind wir, wie zu Zeiten des Eisernen Vorhangs, wohl wieder angekommen. 

Zeit zum Lesen
"Tichys Einblick" - so kommt das gedruckte Magazin zu Ihnen
Die Quittung gibt’s auf’m Platz. Weltmeisterlich ist „Die Mannschaft“ – deutsch und national ist in der Ära von Kanzlerin Angela Merkel abgeschafft worden – nur noch beim „Zeichen setzen“ in Regenbogen-Farben oder beim Niederknien. Die einstige Spitzenmannschaft Deutschland liegt in der Fifa-Weltrangliste im Verlauf der Euro nur noch auf Platz 13 hinter Mexiko und der Schweiz.

Fürs Zeichen setzen darf der noch amtierende Bundesübungsleiter in letzter Zeit ungefährdet von Misserfolg zu Misserfolg eilen. Nach der blamablen England-Niederlage in Wembley stellen ihm Journalisten mitfühlende statt kritische Fragen, auf die er schnell entschuldigend antwortet: Es tue ihm leid, dass mit dem EM-Ausscheiden „auch die Stimmung zu Hause dahin ist“. Er übernehme die „volle Verantwortung“. Das ist leicht daher gesagt, wenn man eh schon weg vom Fenster ist.

Doch was schützt Löw in seinem Tun bis heute? Hätte er die WM-Blamage von 2018 (siehe unten) überstanden, wenn er CSU-Wahlmann bei der Bundespräsidentenwahl 2017 gewesen wäre? Mit Sicherheit nicht. Schließlich steht er auf der richtigen, der grünen Seite. 2017 war er bei der Bundespräsidentenwahl Wahlmann der baden-württembergischen Grünen. Obendrein zählt Löw zum Merkel-Lager. 

So wie die scheidende Kanzlerin das Land mit ihrer grenzenlosen Migrationspolitik und schier unbegrenzten Schuldenpolitik für EU-Europa gespalten hat, gelang Bundestrainer Joachim „Jogi“ Löw in 15 Jahren seiner Regentschaft eine ähnliche Spaltung der deutschen Fußball-Fangemeinschaft. Und zwar in diejenigen, die kritiklos politischen Botschaften, wie dem Regenbogen, folgen und denjenigen, die einem politikfreien Sport einer deutschen Nationalmannschaft treu bleiben wollen.

Der Mannschaftsgeist führte Deutschland 2014 zum WM-Titel

Sicher hat der Bundesübungsleiter in seiner erfolgreichen Zeit seit 2005/6 (damals Co-Trainer) mit dem Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien seine Verdienste erworben. Doch war nicht in erster Linie Löw Garant des Titelgewinns, sondern der Mannschaftsgeist. Spielertypen und Kämpfer wie Bastian Schweinsteiger, Thomas Müller, Christoph Kramer, Sami Khedira, Jerome Boateng oder Philipp Lahm begeisterten die Nation. Sie opferten sich unter körperlichen Schmerzen auf dem Platz. Im Hintergrund zog der strategische Spiritus-Rektor und Co-Trainer Hansi Flick die Fäden. Er muss als Bundescoach demnächst die am Boden liegende Truppe wieder aufbauen.

Eine Fabel über Deutschland
„Die Mannschaft“ fliegt raus: kein Kampf, nur Haltung, kein Herz, nur Herzchen
Nicht nur auf dem Platz, sondern auch in den Stadien und zu Hause: Denn die deutsche Begeisterung für die Nationalelf hat nicht nur wegen ihrer schlechten Leistungen und DFB-Intrigen in den vergangenen Jahren nachgelassen. Das Märchen von Schwarz-Rot-Gold und elf Freunden auf grünem Rasen, mit Millionen Jubelnden auf Fanmeilen, vor Bildschirmen oder in Stadien, wurde regelrecht kaputt gemacht – von Sport wie Politik.

Während des Spiels Deutschland-England, früher ein Straßenfeger, waren die S- und U-Bahnen Berlins voller Leute. In Pankow, wo sich seit gut 15 Jahren eine deutsche Fußballfan-Gemeinschaft aus drei Generationen zu den Nationalspielen trifft, unterhalten sich die Alten im Verlauf des Englandspiels über die schlimme Politisierung des Sports und die Jugendlichen spielen Tischtennis.

Kaum einer interessiert sich noch fürs Deutschlandspiel, viele schwarz-rot-goldene Fahnen und Accessoires, sonst Tradition im Garten – Fehlanzeige.

Bereits im Jahr 2019 waren zahlreiche Spiele der Nationalelf nicht mehr ausverkauft. Selbst gegen den WM-Finalgegner Argentinien blieben im Dortmunder Fußball-Tempel vor zwei Jahren im Oktober über 20.000 Plätze frei. Und trotz Pandemie-Beschränkungen auf 14.500 Zuschauer war nicht einmal das Deutschlandspiel in München bei der EM ausverkauft. Laut UEFA-Spielbericht waren nur 13.000 Fans anwesend. Ohnehin beweist Deutschland bei der Auslastung der Stadien während der Euro, dass diese Nation ihrem Image der „German Angst“ vollauf gerecht wird. Hierzulande durften die wenigsten Fans ins Stadion, obwohl die Inzidenz-Zahlen mit am niedrigsten in Europa sind.

Politisierter Sport für Brot und Spiele

Der Einfluss der Politik auf den Sport hat für Regierende schon immer eine wichtige Rolle gespielt. Mit Brot und Spielen kann man die Bevölkerung schön von den wahren Problemen ablenken. Kein Wunder also, dass Bundesübungsleiter Löw mit seiner Truppe eine Multikulti-Aufgabe unterm Regenbogen zu erfüllen hatte. 

Löw selbst hat sich dem nicht entzogen. Im Gegenteil, er diente gerne der Politik. So setzte er die Idee der Bundeskanzlerin, die deutsche Nationalmannschaft auf „Die Mannschaft“ zu schrumpfen, folgsam mit Manager Oliver Bierhoff um, im Hand umdrehen nach jahrzehntelanger Tradition die Wörter National und deutsch zu streichen. „Vergessen Sie das Wort Nationalmannschaft. Ab sofort heißt unser DFB-Team nur noch ‚Die Mannschaft‘!“, schrieb 2015 Bild.

ARD "Hotel Heidelberg"
Deutschlandfahne: Ab in den Müll
Ein Akt, der sinnbildlich für den geistigen Wandel steht, den Deutschland schon Jahre zuvor unter Kanzlerin Merkel im Zenit ihrer Macht erfasst. Wie eine böse Mutter reißt sie 2013 einem sich freuenden Kind, in Person ihres CDU-Generalsekretärs Hermann Gröhe, auf offener Bühne im Konrad-Adenauer-Haus die Deutschland-Fahne aus der Hand. Was war passiert? Am Bundestagswahlabend feierte Helmut Kohls einstige Deutschland-Partei einen Sieg mit 41,5 Prozent – von dem die Unionstruppe heute nur noch träumen kann. CDU-Chefin Merkel passte jedoch das schwarz-rot-goldene Fähnchen-Schwenken ihres Generals nicht. Was muss im Kopf einer solchen Frau vorgehen?

Begann hier die innerliche Abspaltung der Kanzlerin von einem Großteil der Gesellschaft und ihren Bürgern, die sich noch über das traditionelle Deutschland freuen und es bewahren wollen? Wir werden es wohl nie ehrlich und persönlich von Merkel erfahren. Aber ihre Reaktion im Herbst 2013 ist ein historischer Wendepunkt in der CDU-Politik, der später zur grenzenlosen und unkontrollierten Asyleinwanderung nach Deutschland und Europa führt. Bis zu drei Millionen Asylsuchende sind seit 2014, samt Familiennachzug, ins beste Sozialsystem der Welt eingewandert. Deutschland hat praktisch ein 17. Bundesland aufgenommen.

Merkel fremdelt immer mehr mit ihrer Heimat, wenn sie nicht zum multikulturellen Wandel bereitsteht: „Dann ist das nicht mein Land“.

Wie zu Zeiten des DDR-Regimes scheint sich die Kanzlerin an Begriffen wie „deutsch“ oder „Nation“ zu stören. Deswegen jetzt „Die Mannschaft“. Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 war das noch ganz anders. Da kam Merkel mit dem deutschen Sommermärchen in Schwarz-Rot-Gold als neue Kanzlerin in der Macht ganz oben an. Als Maskottchen der „Deutschen Nationalmannschaft“ bejubelte sie neben Staats- und Regierungschefs anderer Länder die Tore der Nationalelf. Doch das war einmal. Mit deutsch und national hat die Kanzlerin spätestens seit dem Fahnenjubelverbot für ihren CDU-Generalsekretär abgeschlossen. Löw und die willige DFB-Führung, mit dem heutigen Direktor Bierhoff, setzten Merkels Vorgabe zur Namensänderung, wie einst Sportfunktionäre im Ost-Block, widerspruchlos um – allen späteren Protesten aus der deutschen Fußball-Fangemeinde zum Trotz. Die Quittung für diese geistig-moralische Wende waren historische Blamagen wie das WM-Aus 2018 schon in der Vorrunde, DFB-Intrigen, und auch noch ein 0:6 gegen den Rivalen Spanien. Löw hätte längst zurücktreten müssen, war ablösungsreif wie seine Unterstützerin Kanzlerin Merkel. Doch beide kleben an der Macht.

Der Multimillionär Joachim „Jogi“ Löw

Bei Joachim Löw kamen noch die Verlockungen des Geldes und seine speziellen Beziehungen hinzu. Sein geschätztes Vermögen beläuft sich inzwischen laut Presseberichten unter anderem dank zahlreicher Werbeverträge auf gut 20 Millionen Euro.

Es war einer der größten Fehler der DFB-Führung, Löws Edel-Vertrag – obwohl sein Stern schon im Sinken war – leistungslos und unsinnig noch vor der Fußball-WM 2018 in Russland bis zur nächsten WM 2022 in Katar zu verlängern. Also nicht, wie in jedem Unternehmen üblich, erst hinterher nach der Bewertung der sportlichen Ergebnisse. Obendrein noch für sage und schreibe 3,8 Millionen Euro pro Jahr oder insgesamt 15,2 Millionen bis 2022.

Die vorzeitige Vertragsverlängerung für Merkels Lieblingstrainer erfüllte der ein Jahr später geschasste DFB-Präsident Reinhard Grindel. Den früheren CDU-Bundestagsabgeordneten brachte der linksgrüne Mainstream an Stelle von Löw zur Strecke.

Grindels Dienst für das politische wie sportliche Establishment hat ihm somit nichts genützt. Denn er musste auch gehen, weil er als Konservativer für einflussreiche linksgrüne Sport-, Politik- und Medienkreise schlicht unerträglich war. Manche nannten ihn auch „das Grindel“. Andere lästerten hinter den Kulissen gerne über „Grindelwalds Verbrechen“. Dafür streuten sie Einzelheiten über Fehltritte und Vorfälle – siehe hier.

Affären und Skandale gefährden hingegen den Bundes-Jogi und Merkel-Freund nicht. Dabei war Löw für die schlechte Stimmung rund ums Team bei der WM 2018 hauptverantwortlich. Er versagte hier nicht nur sportlich, sondern auch politisch. Im Mai vor der Weltmeisterschaft in Russland posieren Löws Spieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan für Fotos mit „Respekt für meinen Präsidenten“ Recep Tayyip Erdogan. Sie schenken ihm ihre signierten Trikots mit Nummer 8 und 11. Die beiden DFB-Superprofis leisten dem Autokraten vom Bosporus quasi optische Hilfe für seine Wahlen in der Türkei. Die medienerfahrenen Kicker, betreut von ihren Agenturen, wollen danach mit diesen Fotos kein politisches Statement abgegeben haben. Außer der Löw-freundlichen Presse hat das kein Fußballfan geglaubt. Ihnen war schnell klar: Massenhafte Verfolgungen und Inhaftierungen von Bürgern, Missachtung von Menschenrechten durch das Erdogan-Regime, sind für Özil und Gündogan kein Thema. Doch Löw hält die schützende Hand über beide. Warum? Damit hat sich kaum ein Journalist beschäftigt.

Joachim Löw und sein ARP-Manager Harun Arslan

Lediglich wenige Medien wie Tichys Einblick, Stuttgarter-Zeitung und Ex-Focus-Chef Helmut Markwort beschäftigen sich mit der Türkei-Connection von Joachim Löw. Markwort kritisiert in seinem Tagebuch einen höchst merkwürdigen Familienbetrieb. Löw und Gündogan seien auf sehr eigene Art verbunden. Denn: „Sie werden von denselben Firmen betreut und beraten. Die Unternehmen heißen ARP Sportmarketing und Family & Football. Zu deren Klienten gehört neben Jogi Löw und Ilkay Gündogan auch der Spieler Mesut Özil.“ Mehr noch: Betreiber der Unternehmen seien der Spielerberater Harun Arslan und der Rechtsanwalt Erkut Sögüt. „Den Begriff „Family“ im Firmennamen nehmen sie auf türkische Weise ernst. Zum Beraterclan gehören auch Ilkay Gündogan, der Onkel des Spielers Ilkay, und Mutlu Özil, der Bruder des Spielers Mesut.“

Intrigenstadel
DFB: „Grindelwalds Verbrechen“
Im Geld verdienen hatte Löw also nie große Skrupel. Noch heute wirbt der Bundestrainer für Harun Arslans ARP Sportmarketing auf dessen Startseite mit WM-Pokal. Früher sogar im O-Ton via Internet: „Wenn sich im Fußball zwei Spieler blind verstehen, dann wissen sie genau, was der andere macht, wie er läuft und wie er reagiert. Und so ist es bei mir und dem ARP-Team genauso. Seit fast 20 Jahren arbeite ich jetzt mit dem Harun Arslan zusammen. Genauso professionell und vertrauensvoll. Ich schätze es einfach sehr, wenn ich mich auf jemanden zu 100 Prozent verlassen kann.“ 

Das erklärt in der Erdogan-Foto-Affäre von Gündogan und Özil vieles, vor allem warum die Nationalspieler nicht gefeuert wurden. Ein Bundespolitiker hätte dieses Family-Business politisch nicht überlebt. Selbst Ilkay Gündogan darf als Nationalspieler, nach kurzer Erklärung zum Autokraten-Bild mit Erdogan, weiter für den DFB auflaufen: War ja angeblich nicht so gemeint mit der Verehrung. Wie zum Beweis für solch politische Lügen lud Löws einstiger Lieblingsspieler Mesut Özil im Juni 2019 dann noch seinen „verehrten Präsidenten“ Erdogan sogar als Trauzeugen zu seiner Hochzeitsfeier ein, bei der Özil in Istanbul seiner Verlobten Amine Gülşe (25) das Ja-Wort gab.

Stellen wir uns nur vor, der deutsche Nationalspieler Thomas Müller hätte auf dem Münchner Flughafen zufällig ein Foto mit AfD-Fraktionschefin Alice Weidel gemacht. Er wäre sicher auf Hinweise der Kanzlerin – „so etwas ist nicht akzeptabel“ – umgehend aus der Mannschaft geworfen worden.

Das gilt natürlich alles nicht für die Türkei-Connection des Bundestrainers und die damit verbundenen Spieler.

Löws historische WM-Blamage 2018 in Russland

Trotz solcher Affären darf selbst der sportliche Versager Löw, anders als Ex-DFB-Boss Grindel, bleiben. Dabei verantwortet er 2018 als Bundestrainer mit dem blamablen WM-Aus das schlechteste Abschneiden einer deutschen Nationalmannschaft in der Fußball-Geschichte. Kraftlos und ehrlos schied Löws „Mannschaft“ schon in der Vorrunde als Tabellenletzter hinter Südkorea, Mexiko und Schweden aus.

Weil das noch nicht schlecht genug war, stieg gleich danach die deutsche Nationalmannschaft unter Löws Regie noch aus der neuen Nations League ab. Die einstige A-Elf spielte in der B-Liga. Jeder Klubtrainer hätte für so eine negative Bilanz sofort seinen Job verloren.

Zudem zeichnet sich Löw wie Merkel durch Starrsinn aus. Beim Spielerpersonal grenzte der Bundestrainer talentierte Torjäger wie Max Kruse, Stefan Kießling oder Kevin Volland regelmäßig aus. Philipp Lahm, Thomas Müller und Joshua Kimmich setzte er – entgegen kollegialer Empfehlungen – immer wieder auf falschen Positionen ein.

Schon 2018 hatte Löws DFB-Elf erstmals seit 33 Jahren ein Länderspiel-Jahr mit einer negativen Bilanz abgeschlossen. Von 13 Spielen gewann Löws „Mannschaft“ lediglich vier, verlor sechs und schoss nur 14 Tore. 2017 schoss man noch 43 Tore in 15 Spielen.

Insgesamt hat der am Ende erfolglose Bundestrainer seit 2018 mit seiner dürftigen Bilanz von 40 Spielen mehr verloren (11) oder unentschieden (11) gespielt als gewonnen (18). 

Zwar hieß es danach im Kicker: „Nach diesem Fiasko muss alles auf den Prüfstand – auch Löw.“ Doch weit gefehlt. Löw durfte dank seines rund Vier-Millionen-Euro-Gehaltes und vor allem im Schein der Regenbogen-Farben bis Wembley 2021 weitermerkeln.

Österreich - Deutschland 2:1
Özil und Gündogan ausgepfiffen
Der im Augenblick, nach internen Intrigen und Rücktritten an der Spitze, derzeit fast führungslose wie desolate DFB scheute sich 2018 vor den Schlagzeilen über Löw-Abfindungen in zweistelliger Millionenhöhe. Die wären fällig gewesen, wenn der Verband den versagenden Trainer gleich nach der vorzeitigen Vertragsverlängerung 2018 gefeuert hätte. Nur so konnte Bundestrainer Löw die Nationalelf weiteren Blamagen, wie das 0:6 gegen Spanien im November 2020 oder die peinliche Niederlage gegen Fußballzwerg Nordmazedonien mit 1:2 im März diesen Jahres, entgegenführen. Tiefpunkt ist jetzt das erneut blamable Aus bereits im EM-Achtelfinale mit 0:2 im „deutschen Wohnzimmer“ von Wembley, gegen den Erz-Rivalen aus England. Es ist seit März 1975 (2:0 für England im 400. Spiel der DFB-Elf), also nach 46 Jahren, dort die erste deutsche Niederlage. Eigentlich hätte die Löw-Elf für ihre mageren Leistungen schon in der Vorrunde gegen das tapfer kämpfende Ungarn verdient ausscheiden müssen, anstatt durch ein glückliches 2:2 gerade so weiterzukommen.

Löw hat den deutschen Fußball, nach dem herausragenden Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien, in allen Belangen – angefangen beim Team-Spirit – taktisch und strategisch zu Tal gefahren. Im Prinzip muss er sofort zurücktreten und nicht erst auf die Amtsübergabe an seinen Nachfolger Hansi Flick warten. Auch DFB-Direktor Oliver Bierhoff als Mitverantwortlicher gehört umgehend abgelöst. Weltmeister Lukas Podolski jedenfalls zieht laut Bild-Zeitung über das heutige EM-Auftreten von Löw und seiner Truppe eine knallharte Bilanz: „Kein Ehrgeiz! Kein Wille! Kein Kampfgeist!“

Inzwischen fällt selbst jahrelangen Schönrednern der Löw-Misere im öffentlichen-rechtlichen Staatsfunk, wie den ARD-Tagesthemen, auf: Der Bundestrainer habe seinen Abgang vor sieben Jahren verpasst. Er sei verantwortlich für „Stagnation und sportlichen Rückschritt“ im deutschen Fußball genauso wie für „fehlende Selbstkritik“. Soso.

Was vor allem fehlt seit Jahren: scharfe und konsequente Presse-Kritik am Weiterwursteln von Bundestrainer Joachim „Jogi“ Löw zum Schaden des deutschen Fußballs.

Anzeige

Unterstützung
oder

Kommentare ( 125 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

125 Comments
neuste
älteste beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare ansehen
Proll27
22 Tage her

Natürlich hatten die Ostblock Sportler primär eine politische Botschaft. Aber der Unterschied zu „Jogis“ hohler Kniefall-Truppe war, dass dahinter tatsächlich eine sportliche Leistung stand, mit welchen Mitteln auch immer generiert.

Nibelung
22 Tage her

Man kann sich nur wundern über die Fehleinschätzung vieler Zeitgenossen, das betrifft Sportfunktionäre ebenso wie Politiker und Industriebosse, die man gewähren ließ, weil es vermeintlich nicht selbst berührte und dennoch Auswirkungen hatte auf das Land und seine Bürger und ist man im Leben oftmals überkritisch, dann scheint das weder Wähler, Betriebsräte, Aufsichtsräte oder andere Kontrollinstanzen zu stören, obwohl bei deren Versagen viel Porzellan verdeppert werden kann und diese Auswirkungen fließend in die Gesellschaft eingehen und erst bemerkt werden, wenn das Wasser bis zum Hals steht und dann wird nach dem Retter gerufen weil man das eigene Versagen zu spüren bekommt..

karel
24 Tage her

Sorry,
mit Löw ist das System GRÜN gescheitert.
Es wirkt schon fast mystisch, einfach mal den Fakten zu folgen. Fakten, die zwar offenliegen, aber nicht für den Abschreib-Journalismus.
Die WM in Brasilien war ein Erfolg eines Mannes, der zu dieser Zeit eine Haftstrafe absitzen mußte.
Sich mit fremden Federn zu schmücken, war und ist schon immer die eigentliche Kernkompetenz der Linksgrünen. Nicht nur im Sport.

Gabriele Kremmel
24 Tage her

Deutschland wird in allen Bereichen sukzessive beschädigt, marginalisiert, abgewickelt. Warum sollte der Fußball da eine Ausnahme bilden?

freiwild
24 Tage her

Schon 2014 ging mir der eigentliche Zweitligatrainer … mit seinen Entscheidungen bei der WM total auf die Nerven. Nur die Revolte der Mannschaft/Co-Trainer und die Umstellung von Lahm auf seine Standardposition hat ein Ausscheiden der goldenen Generation verhindert. Dann wurde dem DFB von der Großen Staatsratsvorsitzenden Wokeness verordnet. Es kam zum gleichen Niedergang wie in Deutschland. Ein Spiegelbild. Und es kam zum Ende meiner „Fankarriere“. 2018 habe ich mich über jedes Gegentor und jede Niederlage der „Mannschaft“ mehr gefreut als beim WM-Sieg 1974, 1990 und 2014. Heimlich, es gab ja noch Public Viewing in der alten Normalität. Im Normalfall hätte… Mehr

karel
24 Tage her
Antworten an  freiwild

2014 war die erste WM, der ich mich total verweigerte.
Warum? mit Löw stand ein politisch Grüner als Chef der Deutschen Nationalmannschaft vor. Grün und Leistungsbereitschaft.. einfach ein Unding. Eher die Kernkompetenz „abstauben. Die WM 2014 wäre ohne die Kaderschmiede Bayern München überhaupt nicht möglich gewesen.
Ansonsten..
volle Zustimmung zu Ihrem Beitrag bis auf die Anmerkung „Staatsrats-vorsitzende“. Dieses Land wurde politisch, kulturell und ökonomisch seit 1998 auf die „Schotterpiste“ umgeleitet, was den Mainstream-Medien offenbar total entgangen sein muß mit weitreichenden Folgen für die deutsche Zukunft.
Dafür steht auch die sogenannte Agenda 2010, ein grandioses Blendwerk.

Peter Ge.
24 Tage her

Das Positive an dieser EM aus deutscher Nichtgutmenschensicht : Die Regenbogen-Johnnys haben frühzeitig die Koffer packen müssen mit samt den vielen Zeichen, die sie noch setzen wollten und der Yoga-Meister hat sich endlich einen schmachvollen Abgang eingehandelt, als erbärmlicher Looser, nachdem er einen zeitigen und einigermaßen ehrenvollen arrogant und selbstherrlich verworfen hat. Entsprechend wird er nun in die Annalen der Fußballgeschichte eingehen, es sei denn Orwellsche Visionen werden zur Wirklichkeit, was sich schon anzubahnen scheint. Das Gleiche gilt auch für die verhärmte Alte im Kanzleramt.

Juergen P. Schneider
24 Tage her

Inzwischen fällt selbst jahrelangen Schönrednern der Löw-Misere im öffentlichen-rechtlichen Staatsfunk, wie den ARD-Tagesthemen, auf: Der Bundestrainer habe seinen Abgang vor sieben Jahren verpasst. Er sei verantwortlich für „Stagnation und sportlichen Rückschritt“ im deutschen Fußball genauso wie für „fehlende Selbstkritik“. Vielleicht dauert es noch ein paar Jahre bis der Regierungsfunk beginnt, in ähnlicher Weise die Desaster der Merkel-Ära zu würdigen. Natürlich wird dies nur erfolgen, wenn man sich damit an die dann Regierenden anwanzen kann. Gleichzeitig werden die heutigen Merkel-Speichellecker behaupten, sie hätten damals schon kritisch über Merkel berichtet. Die Mehrheit der naiven deutschen Schlafmichel wird es bestimmt gerne glauben.

HavemannmitMerkelBesuch
24 Tage her

https://www.welt.de/politik/article232223469/Messerattacke-in-Wuerzburg-Behoerden-lehnten-Betreuung-ab.html und wieder hinterher die totale Betroffenheit über das seit Jahren erkennbare und immer wieder benannte Regierungs- und Staatsversagen – liebe Redaktion, lassen nicht auch Sie so schnell und offensichtlich wieder das Vergessen über die notorischen Staatsversagen die echte Menschenleben kosten, über die Würzburger Geschehnisse breiten! Täglich sollten Sie eine Sonderveröffentlichung machen, zu allen bisherigen islamischen Morden – ob Ehren- Frauenmorde oder einfach pauschaler Dschihad – es muß ins Bewußtsein der Bevölkerung gehämmert werden, was hier unter Merkels Größenwahnpolitik zu tausenden unter uns herum läuft und wir es auch noch täglich erabeiten dürfen bald bis zum 80. Lebensjahr, damit die… Mehr

Sandra L
24 Tage her

Angela Merkel selbst ist das größte Integrationsproblem, das Deutschland hat. Mental hat sich diese Frau nie in den freiheitlich-demokratischen Rechts- und Verfassungsstaat integriert.
Und eine Fahne mit Hammer und Zirkel hätte sie gewiss nicht verächtlich weggeworfen.

Peter Pascht
24 Tage her

„Begann hier die innerliche Abspaltung der Kanzlerin von einem Großteil der Gesellschaft und ihren Bürgern, die sich noch über das traditionelle Deutschland freuen und es bewahren wollen?“ Nein, denn da gab es nichts abzuspalten. Merkel hat die DDR geistig nie verlassen, weil diese Frau eine verbohrte SED Rechthaberin ist. In der FDJ war man nicht freiwillig, aber zu einer politischen Funktion wie „Sekretärin für Indoktrination und Propaganda“ wurde niemand gezwungen. Politische Funktion, die Merkel und Göring-Eckardt inne hatten, wie dies Göring-Eckardt in einem Interview mit der „Thüringer Algemeinen“ bestätigte. Merkel war gegen die Wiedervereinigung und für „eine sozialistische Fortsetzung der… Mehr