Zusammenstehen in Europa gegen den Islamismus

Auch in den Zeiten der Corona-Pandemie gibt es Möglichkeiten, unsere Betroffenheit und unsere Anteilnahme auszudrücken. Ich rufe alle freiheitlichen Demokraten auf, ein Kerzenlicht im Fenster zu entzünden.

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Der gestrige Tag war ein schwarzer Tag für Wien, ein schwarzer Tag für ganz Europa. Schon wieder haben Islamisten zugeschlagen: Zahlreiche Menschen wurden in Wien-City getötet und verletzt, der islamistische Terror hinterlässt eine Spur der Angst und Verwüstung. Damit haben wieder IS-Dschihadisten im Herzen Europas zugeschlagen – und wir scheinen noch immer im Winterschlaf zu verharren, bewegungslos und emotionslos, unwillig etwas gegen die permanente und eminente Bedrohung unserer Lebensweise zu unternehmen.

Der Terror hat erneut Einzug in Europa gehalten. IS-Terroristen haben sich über den ganzen Kontinent verteilt und eingenistet. Islamische Extremisten sind längst keine abstrakte Gefahr mehr, die sich fernab unserer westlich-demokratisch-verfassten Gesellschaft ausbreitet. Die Terroristen und Schergen des IS, die Dschihadisten und Salafisten wollen gezielt unsere Lebensweise zerstören. Sie sind in unsere Städte gekommen, sie leben unter uns und lauern auf den richtigen Moment zuzuschlagen.

Die Serie islamistisch motivierter Anschläge in den letzten Tagen und Wochen zeigt einmal mehr, dass meine jahrelangen Warnungen keine abstrusen Theorien sind. Erst vor wenigen Tagen habe ich gefragt: Heute Paris, morgen Berlin? Die Frage gilt weiterhin, nur wird die Kette auf bedrückende Art länger: Erst Paris und Dresden, dann Nizza, gestern Wien – und morgen?

Anschlag auf die Freiheit
Heute Paris, morgen Berlin?
Es ist keineswegs überraschend, dass sich die Anschläge nun häufen und auch, dass zahlreiche Verbindungen bestehen. In Paris wird ein Lehrer auf offener Straße grausam ermordet und enthauptet, in Nizza werden drei Menschen in der Kirche Notre-Dame angegriffen, ein Küster und eine betenden Gläubige werden enthauptet. Gestern in Wien dann ein Angriff mit einer Langfeuerwaffe im Stadtzentrum, in unmittelbarer Nähe zu einer Synagoge und das am letzten „freien“ Abend vor dem Lockdown.

Gezielt greifen die Islamisten dort an, wo eine freie und demokratische Gesellschaft am verwundbarsten ist: Vor einer Schule, in der die Freiheit des Geistes, des Wortes und der Presse gelehrt wird. In einer Kirche, die die Freiheit des Glaubens, die Wurzel des europäischen Selbstverständnisses im christlichen Glauben und den Inbegriff der Toleranz und Nächstenliebe symbolisiert. Und nun in Wien: Mitten im Stadtzentrum, wo die Bürger noch einen letzten, unbeschwerten Abend verbringen wollten, bevor der Corona-Lockdown die Freiheiten zum Wohle der Gesundheit und zum Schutze der Bürger selbst einschränkt.

Wer hier die Zusammenhänge nicht sehen will, muss blind oder vollkommen naiv sein. Es handelt sich um koordinierte Anschläge auf unsere Demokratie, längst nicht mehr nur in Frankreich. Ganz Europa ist betroffen. In Dresden kam es kürzlich zu einer Messerattacke eines islamistischen Gefährders, in Wien der Anschlag am gestrigen Tag, in Utrecht sterben im vergangenen Jahr vier Menschen, als ein Islamist das Feuer in der Stadtbahn eröffnet.

Wir müssen das Kind endlich beim Namen nennen und dürfen keinen politischen Eiertanz darbieten: Der radikale Islam, Salafismus, der Dschihad, der nur Hass und Gewalt, nur Unterwerfung und Unterdrückung kennt, ist eine direkte Bedrohung unserer Freiheit. Jeder, der sich nicht klar von diesem fundamentalistischen Islamverständnis distanziert, macht sich mitschuldig an den Opfern des islamistischen Terrorismus.

Konsequenz gefragt
Jetzt erst recht: Islamisten bekämpfen, Freiheit verteidigen
Zahlreiche Moscheen und Islamverbände stehen für Frieden, einen unvoreingenommenen und offenen Dialog und treten für ein pro-westliches Koran-Verständnis ein. Von ihnen erhoffe ich mir nun einmal mehr ein klares Zeichen gegen Islamismus, Terrorismus und Gewalt im Namen ihrer Religion. Allein dem klugen und besonnenen Handeln der Bürger ist es zu verdanken, dass beim Anschlag in Wien nicht noch weitaus mehr Tote zu beklagen sind. Derzeit sind vier Todesopfer und siebzehn Verletzte bestätigt. Ein Täter wurde erschossen, es soll sich um einen IS-Sympathisanten handeln, der mit einem Sturmgewehr, einer Pistole und einer Machete bewaffnet war und zudem eine Sprengstoffgürtelattrappe trug. Nach weiteren Tätern wird derzeit gefahndet.

Zahlreiche Bürger hatten sich gestern Abend in Restaurants in der Innenstadt geflüchtet, die Wirte das Licht ausgeschaltet und die Gäste unter Tischen und in Kellern versteckt. Was für den Moment besonnen und richtig war, offenbart zugleich, welche Gefahr der islamistische Terrorismus ist: Er drängt uns zurück, um Platz für Hass, Terror und Gewalt, für die Verachtung des menschlichen Lebens und der demokratischen Freiheiten zu schaffen.

Es liegt nun an uns, ob wir das Licht löschen, den Kampf aufgeben, Europa aufgeben. Das ist für mich keine Option: Europa, die stolze und schöne Wiege von Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit muss gerade jetzt zusammenstehen. Keiner Nation wird es gelingen, den islamistischen Terror allein zu bekämpfen – das kann nur in einem geeinten und starken Europa glücken.

Wir müssen endlich mit voller Entschiedenheit reagieren: Gefährder verurteilen, hart bestrafen und nichtdeutsche Dschihadisten nach Absitzen ihrer Haftstrafe sofort abschieben. Salafistische Stimmungsmache, islamistische Einmischungen und Bestrebungen darf unser Europa nicht zulassen.

Hassprediger müssen von den Kanzeln der Hinterhofmoscheen gezogen, islamische Vereine, Verbände und Moscheen genauestens durchleuchtet und überprüft werden. Es dürfen nicht auch nur die geringsten Zweifel an der Verfassungstreue und Rechtsstaatlichkeit solcher Institutionen bestehen, wenn sie in Deutschland und Europa tätig sein wollen.

Islamistischer Terror in Wien
Johnson, Macron und Trump wollen wie Kurz kämpfen
Ich fordere endlich entschiedenes, abgestimmtes und konsequentes Handeln in ganz Europa. Wie viele Anschläge braucht es noch, wie viele Tote und Opfer müssen noch gezählt werden, bis auch dem Letzten klar ist, dass der islamistische Terror unser gemeinsamer Feind ist? Wir müssen mit aller Kraft und aller Entschlossenheit vorgehen, dürfen harte Gesetze und Maßnahmen keinesfalls scheuen.

Derartig schwere Angriffe auf das Fundament unserer Freiheit müssen mit harten, rechtsstaatlichen Geschützen erwidert werden. Ein Verhätscheln und Verharmlosen wäre ein Verrat an den Opfern dieser grauenhaften Anschläge. Ihnen, ihren Familien und allen Wienerinnen und Wienern gelten in diesen Stunden meine Gedanken.
Wir stehen vereint in der Trauer und vereint im Schmerz. Ihnen schulden wir eine Antwort, ihnen schulden wir ein kompromissloses Vorgehen. Jetzt und hier und heute. Dem Terror dürfen wir keinen Millimeter nachgeben. Wir dürfen uns unsere Freiheiten von diesen Terroristen nicht nehmen lassen.

Auch in den Zeiten der Corona-Pandemie gibt es Möglichkeiten, unsere Betroffenheit und unsere Anteilnahme auszudrücken. Ich rufe alle freiheitlichen Demokraten auf, ein Kerzenlicht im Fenster zu entzünden, im Gedenken an die Opfer der islamistischen Anschläge dieser Tage. Zeigen wir, dass wir das Licht nicht ausschalten, dass wir uns nicht unterkriegen lassen, dass die Flamme der Freiheit in Europa nicht erlischt und nicht erlöschen wird.

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Kommentare ( 75 )

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ratio substituo habitus
28 Tage her

Ein hartes, konsequentes Vorgehen? Ja, das wäre sicher das Richtige. Aber von einer Bevölkerung, die freudig ihre Freiheiten aufgibt, um sich aus Angst vor einem – von den Todeszahlen her „normalen“ Erkältungs-Virus (vor dem es nun einmal keinen absoluten Schutz gibt) zu verstecken, Kampfgeist zu erwarten, ist ein Wunschtraum. Ebenso absurd, wie der Gedanke, dass Solar und Windenergie ein sichere Energieversorgung darstellen. Deutschland ist derzeit ein Land, indem die Gläubigen blind ihren ideologischen Priester des neuen Ökosozialismus folgen. Als Nebeneffekt wurde ihnen jeder Kampfgeist ausgetrieben (Aus einer großen Menge Gleichgesinnter heraus gegen „Rechts“ oder den Klimawandel zu demonstrieren, erfordert nach… Mehr

Amerikaner
28 Tage her

Man könnte damit anfangen die Staaten, die den Islamismus fördern, wie etwa die Türkei, Saudi-Arabien, Qatar und andere, zu sanktionieren. Gegen diese Sanktionen sollten die sog. Russland-Sanktionen wie ein Kinderspiel wirken. Man sollte Visas verweigern, ihre Wirtschaft sanktionieren, Konten einfrieren, Bürger ausweisen und so weiter.

November Man
28 Tage her

Wir, und alle europäischen Länder sollten es jetzt wie Angola machen.
Moscheen geschlossen 
Angola verbietet den Islam
26.11.2013, 17:14 Uhr | t-online.de, dpa
https://:0/
In Angola ist der Islam regionalen Medien zufolge neben anderen religiösen Gruppen als Religionsgemeinschaft verboten worden.
Die haben jetzt Ruhe.
Mehr unter; https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/id_66700078/angola-verbietet-den-islam-moscheen-geschlossen.html

kuester
28 Tage her
Antworten an  November Man

Es ist zu bezweifeln, ob man in Angola durch diese drastische Maßnahme nun tatsächlich „Ruhe“ findet. Vielmehr ist zu befürchten, dass bei der Militanz zahlreicher Muslime, dieser Schuss nach hinten losgeht. (Eine etwas makabre Metapher, ich weiß!). Ich würde nun erst recht Attentate und Angriffe auf Unschuldige wie in Nigeria durch Boko Haram befürchten…….

Dr No
28 Tage her

Ich gehe einen Schritt weiter:
der Islam muss in Europa verboten werden, Moscheen geschlossen, Isalmunterricht untersagt werden, denn….
….. der Koran an sich ist die Vorlage: Tötet die Ungläubigen!
Dies sind in den Ohren der Muslime die Worte Allahs.
Daran muss sich ein gläubiger Muslim halten, sonst wird er selbst zum Kuffar und wird damit zum potentiellen Mordopfer, genau wie alle andern Ungläubigen, genau wir wir.

bhayes
28 Tage her

Meine Vorschläge sind: Ausweisen aller kriminellen Ausländer, Verwirkung aller europäischen Staatsbürgerschaften, wenn gegen die Freiheitliche Grundordnung agitiert oder vorgegangen wird, weitgehendes Verbot der Finanzierung von (angeblichen) Religionsgemeinschaften aus dem Ausland usw.

November Man
28 Tage her

Paris, Brüssel, Madrid, Nizza, Berlin, Paris, Nizza, Dresden und jetzt Wien.
Die Einschläge kommen näher, wer ist als nächstes dran.
Und was unternimmt Deutschland zur Vorsorge, zum Schutz seiner Bürger – wie immer nichts.
Mehr Integrationsberater und Sozialarbeiter werden jedenfalls nichts nützen, sondern nur Grenzen schließen und massive Abschiebungen.

EndemitdemWahnsinn
28 Tage her
Antworten an  November Man

In Wien bzw. Österreich allgemein hat wohl niemand mit soeinem Anschlag gerechnet. Man muss das ganze an der Wurzel packen. Es bringt wohl kaum etwas, wenn man dort, wie z.B. in Nizza, wo gerade etwas passiert ist, für ein paar Tage oder Wochen ein Polizeiaufgebot einsetzt und alles bewacht. So „dumm“ sind die Täter sicher auch nicht, dass sie kurz hintereinander am selben Ort zuschlagen, wenn alle Aufmerksamkeit darauf fixiert ist. Entweder es kracht ganz woanders, wie z.B. in Wien wo überhaupt niemand damit rechnet oder erst wieder am selben Ort nach Monaten oder Jahren, wie jetzt zum zweiten Mal… Mehr

November Man
28 Tage her

Der Islam ist schon für Andersdenkende sehr gefährlich, aber noch gefährlicher sind die Leute, die ihn in unser Land gelassen haben, ihn verteidigen und die die ihn weiterhin hier her holen. Am gefährlichsten aber, für unsere innere Sicherheit, unsere Demokratie und Verfassung sind die Leute, die Abschiebungen nicht zulassen, nicht anordnen und sogar mit allen Mitteln verhindern. Nach den heutigen Reaktionen von linksgrünen Politikern auf Wien habe ich den Eindruck, dass die weiterhin nicht vorhaben auch nur das Geringste an dem für unser Land und Leute gefährlichen deutschen Multikulturalismus zu ändern und in unserem Land wieder für Recht und Ordnung… Mehr

Gruenauerin
28 Tage her

Also, ich probiere es einfach noch einmal: Zitat: „Zahlreiche Moscheen und Islamverbände stehen für Frieden, einen unvoreingenommenen und offenen Dialog und treten für ein pro-westliches Koran-Verständnis ein. „ Ich frage: Wenn es zahlreiche Moscheen und Islamverbände gibt, die für den Frieden eintreten, dann sollte mir Herr Tipi darlegen, was für ein Frieden gemeint ist. Der Friede des Korans, schließt Ungläubige ausdrücklich aus. Wenn diese zahlreichen Moscheen und Islamverbände für ein prowestliches Islamverständnis eintreten, dann befinden sie sich doch außerhalb des Korans. Sind sie dann noch Muslime? Sie hätten ja den Koran umgeschrieben, was ausdrücklich verboten ist. Wie viele Moscheen und Islamverbände… Mehr

country boy
28 Tage her

Zusammenstehen? Wir könnten unseren Beitrag zum Zusammenstehen leisten, indem unser Innenminister endlich die Gefährder aus dem Land schafft. Aber da kommt nichts außer Sprüchen.

Gerhard Doering
28 Tage her

Die Verfolgung der Bürger klappt immer perfekter,Hilfskräfte sollen mit scharfen Waffen für die Einhaltung willkürlicher Corona Regeln angeheuert werden,während anderswo gefordert wird die Polizei zu entwaffnen. In diesem Klima haben es islamistische Terroristen leicht Bürger abzuschlachten. In Wahrheit lacht dieser Menschenschlag hemmungslos über die Dummheit des Westens und es stellt sich nur noch die Frage wo das nächste Attentat stattfinden wird.