In seiner ersten Pressekonferenz im neuen Jahr hat Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán die aktuelle Führung in Brüssel als chaotisch und handlungsunfähig kritisiert: Orbán beschrieb 2025 als ein Jahr grundlegender politischer Umwälzungen.
picture alliance/dpa/- | Marton Monus
Orbán begann seine Ausführungen bei dem aktuellen Medientermin in Budapest mit einer Bewertung des globalen Machtgefüges: „2025 war ein sehr ereignisreiches Jahr und es war jedem klar, dass eine Ära in der internationalen Politik zu Ende gegangen ist. Mit dem Amtsantritt von Donald Trump hat die alte Ära ihren Gnadenstoß erhalten.“ Für Orbán markiere dies das Ende der „liberalen Weltordnung“, die sich nunmehr in einer neuen Phase, der „Ära der Nationen“, befinde. Der 62-jährige Regierungschef sieht sich selbst seit 2010 als Vorbote dieser Epoche, in der nationale Interessen wieder im Vordergrund stünden.
Ein zentraler Punkt seiner Kritik richtete sich gegen die Energiepolitik der EU: Orbán betonte, dass die Fähigkeit eines Landes, sich selbst mit Strom und Treibstoff zu versorgen, entscheidend sei für dessen Souveränität. „Dann ist die Sicherheit gewährleistet. Aber das Ziel Brüssels ist es, Ungarn von den russischen Öl- und Gaslieferungen abzuschneiden“, sagte er und betonte, Ungarn werde juristisch gegen entsprechende EU-Verordnungen vorgehen.
In einem früheren Posting auf Facebook hatte Orbán die Energiepolitik der EU bereits als „absurd“ kritisiert und gewarnt, dass die Sanktionen auf Kosten der europäischen Verbraucher gingen. „Es ist klar, dass die Energiebedrohung aus der Ukraine auf ein höheres Niveau geschaltet wurde“, schrieb er und unterstrich die Bedeutung günstiger Energiepreise für Haushalte und Unternehmen.
Orbán: „Wir geben unser Geld nicht der Ukraine“
Orbán argumentierte aktuell zudem, dass Ungarn seine wirtschaftlichen Entwicklungsziele nicht aufgeben könne und verwies darauf, finanzielle Mittel nicht an die Ukraine weiterzugeben: „Ungarn darf seine wirtschaftlichen Ziele nicht aufgeben. Dafür brauchen wir Geld, und wir haben Geld, wenn wir es nicht an andere geben, also geben wir unser Geld nicht an die Ukraine, damit wir Geld haben“, sagte er. Er bekräftigte zudem: „Wir geben ihnen auch kein Darlehen, denn jeder weiß, dass die Ukrainer es nicht zurückzahlen werden.“ Damit steht Orbán weiterhin im Widerspruch zu anderen Politikern in der EU, die auf eine Fortsetung der Unterstützung für Kiew argumentieren.
In der Frage der Migration weiderholte Orbán seine ablehnende Haltung und will sich dem EU-Migrationspakt weiter widersetzen, in dessen Rahmen Mitgliedstaaten verpflichtet werden sollten, bestimmte Kontingente von Antragstellern aufzunehmen. „Ungarn wird nicht akzeptieren, dass Brüssel uns vorschreibt, mit wem wir zusammenleben sollen. Wir werden nicht akzeptieren, dass Brüssel uns vorschreibt, mit wem wir nicht zusammenleben dürfen“, sagte er. Dass die EU-Spitze für diese Entscheidung seines Landes, keine Migranten aufzunehmen, mit Strafen drohe, sei „absurd“.
Tiefgreifende Reformen der EU fehlen, es herrsche ein Führungschaos
Auf die Frage nach einem möglichen EU-Austritt, ähnlich dem Brexit, antwortete Orbán, dass Ungarn weder Atomwaffen noch die Größe habe, um sinnvoll aus der EU auszutreten. Vielmehr sei die Union dazu verurteilt, selbst auseinanderzufallen, weil sie strukturell nicht reformfähig sei: Die EU stehe vor einer „Art Desintegration“ und zeige ein Führungschaos, das auf mangelnde Umstrukturierung und interne Probleme zurückzuführen sei. Diese Sicht deckt sich mit anderen internationalen Einschätzungen, wonach die EU ohne tiefgreifende Reformen an Einfluss verlieren könnte, da sie selten gemeinsame politische Antworten auf Migration, Energie und geopolitische Herausforderungen findet.
Orbán betonte ebenso, dass die Mitgliedschaft in der EU trotz aller Kritik eine „wichtige Chance“ bleibe, und plädierte für möglichst breite internationale Beziehungen – nicht nur zu Europa, sondern auch zu den USA, Russland, China, der arabischen und türkischen Welt. „Als EU-Mitglied kann man in Brüssel nur dann eine vernünftige Politik machen, wenn man souverän ist“, sagte er und stellte die Souveränität ungarischer Außen- und Wirtschaftspolitik als Voraussetzung für effektives Agieren innerhalb der Union dar.
In seiner Rede nahm der Ministerpräsident auch Bezug auf internationale Entwicklungen: Die jüngste US-Militäroperation in Venezuela bezeichnete er als Manifestation der neuen geopolitischen Realität, in der die USA zusammen mit Venezuela einen erheblichen Anteil der weltweiten Ölreserven kontrollieren könnten. Dies könne seiner Ansicht nach zu günstigeren Energiepreisen führen, was für Ungarn von Vorteil sei – ein Standpunkt, der auch von jüngsten Berichten über die Zustimmung Orbáns zu den US-Vorgehen in Venezuela bestätigt wird.
Orbáns aktuelle Aussagen gegen Brüssel und sein Plädoyer für nationale Souveränität könnten die ohnehin starken Spannungen zwischen Ungarn und der EU weiter verschärfen – im beginnenden ungarischen Wahlkampf wird die Positionierung dem Ministerpräsidenten aber wohl helfen.

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Ungarn ist seit 2004 EU-Mitglied und hat in mehr als 20 Jahren auch ganz wesentlich davon profitiert. Ob die ungarische Politik aus den wirtschaftlichen Möglichkeiten wirklich das Beste gemacht hat ist eine andere Analyse. Ungarn hat aber noch nie in den 20 Jahren einen wahrnehmbaren Beitrag dafür geleistet, um die Verträge, Institutionen und Verfahren der EU nachhaltig zu verbessern und den Ausbau des Brüssel-Monsters wenn nicht zu verhindern, dann zumindest erheblich zu reduzieren. Die Ungarn hätten sich zu Reformen sowohl mit anderen Neu-Mitgliedern, mit kleineren Ländern, und sogar mit Großbritannien vor dem Brexit zusammentun können, um auch in Berlin und… Mehr
DONALD JOHN TRUMP und Orbán sollte man auf den Olymp erheben, direkt neben den Göttern Zeus (Göttervater), Poseidon (Meeresgott), Athene (Göttin der Weisheit), Apollon (Gott des Lichts/Künste) und (Göttin der Jagd)❗
Man kann die Politik Orbans nur unterstützen und unterstreichen. Dennoch sehe ich in seinen Äußerungen einen Widerspruch, wenn er sagt, dass ein EU-Austritt nicht in Frage kommt, weil Ungarn „weder Atomwaffen noch die Größe habe, um sinnvoll aus der EU auszutreten“. Das ist unschlüssig. Wieso braucht man Atomwaffen oder Größe? Innerhalb der EU kann sich Ungarn nicht entwickeln, so ähnlich betont er das, der Widerstand gegen die EU bindet Kräfte. Andererseits plädiert er für möglichst breite internationale Beziehungen „auch zu den USA, Russland, China, der arabischen und türkischen Welt“. Wieso braucht er dazu die EU? Das bekommt er auch alleine… Mehr
So gut wie alle Probleme, die die Welt heute hat, gehen von den USA aus, und innerhalb der USA von den Besitzern der Privatwährung Dollar. Der wird rigoros und skrupellos geschützt, weil er das wichtigste Instrument für die Erreichung einer weitreichenden bis allumfassenden Hegemonie ist. Regimechanges, Farbenrevolutionen, Protestbewegungen werden mit Dollars finanziert, Kriege geführt nur mit dem Ziel der Destabilisierung und Zerstörung mit anschließenden Dollarkrediten und Wiederaufbau. Irak, Libyen, Rußland, alle Länder, die bereit sind, Öl nicht mehr nur in Dollar zu handeln werden angegriffen und zerstört, Abnehmer russischen Öls mit Sanktionen belegt. Der Ölhandel soll unter US-Kuratel stehen oder… Mehr
Vollkommen richtig und die lögische Konsequenz kann doch nur der Rückzug ins Private und eisernes Sparen sein um zum frühestmöglichen Zeitpunkt die BRD zu verlassen.
Orban lässt sich nicht von den Brüssel Faschisten lenken. Er hat mittlerweile ganz andere, starke Verbündete. Das ungarische Volk ist zufrieden, den jungen Familien wird geholfen, die wollen auch Frieden mit Russland. Jeder Versuch, die Wahlen von außen zu beeinflussen wird scheitern. Der ungarische Weg ist der Richtige !! und wer sich über Ungarn aufklatscht, der sollte erstmal vor seiner eigenen Haustüre kehren, bzw. die große Kehrmaschine holen, weil diese Mistberge bekommt man mit einem Besen nicht mehr weg
Der Mann ist zuversichtlicher als ich! Ich glaube nicht daran, dass sich die herrschende Clique in Brüssel das Zepter aus der Hand nehmen lässt – jedenfalls nicht freiwillig!
In Brüssel sitzen die Feinde der Freiheit.
Das Ende der EU kommt sehr schnell, wenn ein großer Einzahler wegfällt. Ich wüßte einen.
> In einem früheren Posting auf Facebook hatte Orbán die Energiepolitik der EU bereits als „absurd“ kritisiert und gewarnt, dass die Sanktionen auf Kosten der europäischen Verbraucher gingen. Mittlerweile bastelt die EUdSSR am Verbot jeglicher Energiepolitik-Kritik: „EU plant Ausweitung der Zensur auf Klima- und Energiewissenschaft – Kritik soll als „Demokratiebedrohung“ gelten – uncut-news.ch“ > „… Ein kürzlich (indirekt von der EU finanzierter) Bericht, der Anfang dieses Jahres veröffentlicht wurde, zeigt, wie die EU plant, die Zensur auf die Themen Klima- und Energiewissenschaft auszuweiten. … Im „Harmful Environmental Agendas and Tactics” (HEAT) untersuchen die Autoren, wie klimabezogene Fehlinformationen, Desinformationen und Malinformationen (MDM)… Mehr
Wie gut, das die EU keine eigene Truppe hat, Frau vdL. wäre schon längst in Ungarn einmarschiert.
Fiese Tanten belegen Geldbußen für dies und das, verweigert man sich.