Bei Alain Finkielkraut ist es wie Hamed Abdel-Samad bei Susanne Schröter feststellt: Linke und muslimische Studenten missverstehen Unis als „safe spaces“ für ihre Gefühle und Ideologien und erhalten dabei von linken Professoren, Journalisten und Politikern Unterstützung.
ERIC FEFERBERG/AFP/Getty Images
Der französische Philosoph Alain Finkielkraut ist sicher kein unbeschriebenes Blatt. Er ist bekannt für seine Thesen über den radikalen Islam, manche sehen ihn als rechtslastig an, weil er sich mit Überfremdung und Identitätsverlust beschäftigt. Finkielkraut gilt als störrisch und brilliant, manche wollen einen gnadenlosen Nationalisten am äußersten rechten Rand in ihm erkennen. In letzter Zeit muss er schwer einstecken: Am 23. April war er von einer euroskeptischen, souveränistischen Studentenorganisation zu einem Vortrag an der renommierten „Science Po“ in Paris eingeladen. Doch wer da einen gelassenen akademischen Austausch zum Thema „Modernität, Erbe und Fortschritt“ erwartet hatte: weit gefehlt.
Die Veranstalter hätten einen renommierten Intellektuellen eingeladen, der hinter seiner Fassade einen „fremdenfeindlichen Diskurs“ betreibe, der die Gelegenheit auch bei dieser Veranstaltung nicht auslasse, „rückfällig“ zu werden. Außerdem bezichtigten sie ihn des „Rassismus“, der „Fremdenfeindlichkeit“ und des „Sexismus“. Die fakultätsübergreifenden Sittenwächter stellten die gesamte Institution Science Po in Frage: Sie habe daran teil, den Nährboden für die extreme Rechte zu bereiten, die „unsere Existenz bedroht“. Worte und Akte seien nicht voneinander zu unterscheiden, man wehre sich dagegen, dass hier „Debatten von Polemikern auf der Basis von Kadavern“ stattfänden.
Schließlich kann sich Finkielkraut mit Hilfe einer Polizei-Eskorte einen Weg durch die Demonstranten bahnen, die Konferenz beginnt – nun doch wieder im Gebäude von Science Po. „Ich kann die Nase nicht mehr herausstrecken“, sagt Finkielkraut. Auch bei den Protesten der „Nuit Debout“, den Protesten gegen das neue Arbeitsrecht 2016, habe man ihn vertreiben wollen. So wie jetzt. Das sei heute aber nicht gelungen. Entnervt meint er: „Der Faschismus, das seid ihr. Die 30er-Jahre, das seid ihr, der Antisemitismus. Das ist alles, was ich antworten kann. Sie sind genau das, was sie anklagen, sie kämpfen gegen die Freiheit des Geistes. Sie wollen verhindern, dass ich spreche, ich hindere Niemandem daran. Ich empfange jede Woche in meiner Radiosendung auf France Inter auch Intellektuelle und Schriftsteller, die ganz anderer Meinung sind als ich.“
Finkielkraut bereits bei den Gelbwesten-Protesten beschimpft
Finkielkreut erstatte gegen ihn keine Anzeige. In einem Interview mit der „Zeit“ sagte Finkielkraut später, der neue Antisemitismus gebe sich als Anti-Rassismus aus. „In manchen Milieus wird der Davidstern inzwischen mit dem Hakenkreuz gleichgesetzt. Also nützt es nichts, sich im Gedenken an den Holocaust zu schämen. Die neuen Antisemiten wollen nämlich, dass wir uns schämen: und zwar für Israel, das ihnen zufolge einen neuen Holocaust an den Palästinensern begeht.“ Wem auch immer man in der Sache folgen mag: Eine Grenze ist wohl eindeutig überschritten, wenn ein Dialog nicht mehr möglich ist.


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“ Diese antidemokratischen Auswüchse müssen abgewürgt werden, bevor…“
Da wird nichts abgewürgt, diese Strukturen werden täglich weiter ausgebaut.
Früher dienten diese Methoden zur Machtergreifung, heute zum Machterhalt.
Nach Änderung der Mehrheitsverhältnisse wird das anders aussehen.
Mittlerweile kommen die linken Sprachideologen selbst irgendwie in die Teufelsküche einer großen Sprachverwirrung, wenn Juden als Nazis beschimpft, Atheisten als religiöse Fanatiker dargestellt werden und der Sozialismus im Nationalsozialismus geleugnet wird. Zum Glück fehlt sowohl linken Ideologen als auch radikalen Muslimen ein jeweils zentrales Sprachorgan wie seinerzeit die Prawda in der Sowjetunion, das zentral vorgibt, wie kollektiv einheitlich zu denken ist und wie Vokabeln linientreu zu benutzen sind. Alles, was gün-linke Ideologen und muslimische Extremisten sprachlich produzieren, mutiert daher möglicherweise immer mehr zu einer realitätsfernen Kurt-Schwitter-haften Kunstsprache (Mir kommt es zumindest immer mehr so vor.): https://www.youtube.com/watch?v=W3ImMSrBAKI
Das Linke oder Radikale über kein geeignetes Sprachrohr verfügen, kann ich so nicht stehen lassen. Ganz im Gegenteil, nie zuvor war ihr Sprachrohr größer, perfider und aufgeblähter als heute… MAINSTREAMMEDIEN !
»Jüdischer Nazi« ist ein Oxymoron, »religiöser Fanatiker« ist es nicht, »fanatischer Atheïst« ebenso wenig [wie die Geschichte weidkich belegt…].
„Zum Glück fehlt sowohl linken Ideologen als auch radikalen Muslimen ein jeweils zentrales Sprachorgan…“ Sie sehen wohl recht selten Bundestagsdebatten?!?
ein muster, das immer wieder sichtbar wird, wenn schüler dem lehrer nicht folgen kann, wird versucht den „unterricht“ zu bremsen, egal wie. das trifft dann herrn finkielkraut in paris oder die susanne schäfer in frankfurt oder herfried münkler in berlin. wir müssen für die seichten funzeln, darkrooms konzipieren, wo die genossen in ihrem sumpf gären könne und alle dauerhaft gleich blöd bleiben.
ja, der neue Faschismus ist international und nicht auf Deutschland beschränkt.
Danke, Sie schreiben die Wahrheit, genau so ist es.
Wer finanziert die Hochschulen? Wer unterstützt mit seinen Zahlungen diese Transformation von Orten der Wissenschaft und der freien Diskussion in Brutstätten der linken Meinungsdiktatur?
Die Linkskader in den Parlamenten haben die Kontrolle über die Budgets. Die sind es, die all das punktgenau wollen und mit unserem Steuergeld mästen.
Folge dem Geld!
Was sich an unseren und ausländischen Universitäten zusammenbraut, ist mit den Ereignissen von 1933 in Deutschland vergleichbar. Was sich jetzt noch als verbal unflätiger Waffengang äußert, wird bald in einem blutige münden. Diese Linksfaschisten als Zukunft Deutschlands, Europas zu sehen ist nicht hinnehmbar. Die sind nicht unsere Zukunft, sondern unser Untergang!Wenn wir diese linken Studentinnen und Studenten noch länger gewähren lassen, und die Regierungen diese Studenten und ihren Hass auf Juden begünstigen, bewusst oder unbewusst, wie scheinbar es geschieht, dann Gnade denen, die diesen Hass begünstigt haben. **