In Ceuta geben plötzlich 70 Prozent der marokkanischen Migranten Homosexualität als Asylgrund an. Derweil kaufen sich Türken echte Strafverfahren in ihrem Land, um in Deutschland Verfolgung zu belegen. Das Asylsystem bleibt ein Einladungsschreiben an kreative Betrüger.
picture alliance / ZUMAPRESS.com | Juan Carlos Lucas
In Ceuta und auf deutschen Ämtern zeigt sich noch immer das reibungslose Abschnurren der Asylmasche. Sie ribbelt davon nicht auf, es gibt unendlichen Stoff, unendlich viele Tricks und Kniffe, damit unberechtigte Anträge durchkommen und die Antragsteller künftige Ansprüche aufbauen.
In Ceuta heißt der neue Kniff Homosexualität. 70 Prozent der Invasoren, die sich seit dem Sturm von Ende Juli noch immer in der spanischen Exklave aufhalten, geben mittlerweile an, homosexuell zu sein, berichtet die spanische Zeitung ABC. Da die Gesamtzahl auf 10.000 Personen geschätzt wird, müssten sich also 7000 Schwule (und Lesben?) nach Ceuta begeben haben.
Früher waren sie ehrlicher gewesen, hatten wirtschaftliche Gründe als „Fluchtgrund“ genannt: Arbeitslosigkeit oder der Wunsch, in Spanien ein besseres Leben zu führen. Offenbar spricht sich in den Lagern der Stadt herum, dass der Kniff mit der sexuellen Orientierung, gegen die es in Marokko noch strafbewehrte Gesetze gibt, ziehen könnte. Auch NGOs könnten hier wieder mal ihre Finger im Spiel haben.
Die spanische Polizeigewerkschaft, das Sindicato Unificado de Policía, ist besorgt und schätzt, dass der Anteil letztlich die 90 Prozent erreichen könnte. Sie geht von einer „stillen Post“ in den Lagern aus. „Zunächst waren sie nicht informiert und wussten nicht, was sie sagen sollten. Doch dann sprach es sich herum“, erklärt der Polizeigewerkschaftssprecher Raúl Piera gegenüber der Lokalzeitung El Pueblo de Ceuta. Das beweise zwar nicht, dass es weit verbreiteten Betrug gibt, mache aber besonders gründliche Überprüfungen erforderlich, erklärten Quellen der Gewerkschaft gegenüber ABC.
Wirklich schwul? Fachleute prüfen die Anträge
95 Prozent der Anträge stammen von Marokkanern. Die bisherige Erfolgsquote der Marokkaner liegt laut polizeiinterner Einschätzung bei etwa einem Prozent. Bisher wurde die sexuelle Orientierung in nur fünf Fällen als Asylgrund anerkannt.
Erreicht wird das auch, weil die spanischen Behörden tatsächlich prüfen, ob eine reale Verfolgung wegen der sexuellen Orientierung vorliegt. Artikel 489 des marokkanischen Strafgesetzbuches sieht zwar Haftstrafen von sechs Monaten bis zu drei Jahren für sexuelle Beziehungen zwischen Personen desselben Geschlechte vor, das bedeutet aber nicht, dass jede homosexuelle Person verfolgt wird. Die Polizei prüft jeden Einzelfall gründlich und legt dabei umfangreiche Einzelakten von bis zu 15 Seiten an. Das Ganze dann 10.000 Mal.
Es folgt die Prüfung durch das Amt für Asyl und Flucht. Angeblich kommen dabei auch spezielle „Fachleute“ zum Einsatz, die in der Lage sind, einen begründeten von einem unbegründeten Antrag zu unterscheiden. Die Spanier scheinen hier über Superkräfte der Unterscheidung zu verfügen, die das Mirakulöse streifen – das BAMF sollte sofort um Amtshilfe ersuchen.
Abgelehnte Marokkaner tauchen unter
Insgesamt liegt die Anerkennungsquote in Ceuta bisher bei 19 Fällen. Das ist keine hohe Quote bei bislang 700 entschiedenen Asylanträgen. Insgesamt wurden in Ceuta 1200 Schutzanträge formalisiert, schreibt der Hungarian Conservative. Bei Ablehnung schlagen, laut Einschätzung der Polizei, nur 0,1 Prozent der Marokkaner den Rechtsweg ein. Das größere Problem ist, dass die Marokkaner untertauchen, sobald sie von der Ablehnung erfahren. Einige mögen in ihr Land zurückkehren, viele gehen in die nahgelegenen Berge, in Wohnhäuser der Stadt oder kehren in die neuen Slums von Ceuta zurück.
Und aus diesem Grund bleiben Abschiebungen laut Polizeiquellen schwierig. Die Umsiedlung in das offizielle Lager hat eben nur bedingt den Drang der illegalen Invasoren gestoppt, unterzutauchen und wiederum in felsige Bereiche oder ihre improvisierten Hütten am Strand zu fliehen.
Am Ende ist durchaus damit zu rechnen, dass Pedro Sánchez die „sehr jungen“ Migranten aus Ceuta wieder nach Algeciras einschiffen wird und sie so doch im Schengenraum – und letztlich in Deutschland – als dringend gesuchte „Fachkräfte“, „Schutzbefohlene“ und Familiengründer zur Verfügung stehen.
Neuer Trick aus der Türkei: Tätige Hilfe vom Staatsanwalt
Apropos Amtshilfe: Das BAMF scheitert offenbar zunehmend an einem neuen türkischen Trick zur Schutzerlangung im dönergesegneten Almanya. Über 5.200 neue Asylanträge von türkischen Staatsbürgern nahm das BAMF bis Ende September d. J. entgegen. Die Türken liegen damit wie im Vorjahr auf Platz drei der Asyl-Top-Ten. In den letzten fünf Jahren gab es 140.000 Asylanträge von türkischen Bürgern.
Ihre Gesamtschutzquote stieg dieses Jahr auf 11,8 Prozent. 2025 waren es nur 8,1 Prozent bei rund 12.000 Erstanträgen türkischer Staatsbürger. Das wirkt unplausibel und merkwürdig. Denn auch in der Türkei ist im historischen Verlauf keine sich verschärfende Verfolgung festzustellen – ebensowenig wie im westlich orientierten Marokko. Aber selbst im erdoganistischen Anatolien dürfte es meist um wirtschaftliche Gründe oder auch die „Wahrung des Familienverbands“ (vulgo: die Braut aus Diyarbakir) gehen, wenn sich Türken auf die Reise nach Deutschland machen.
Worin besteht nun der Trick? Laut einem Bericht der ZEIT („Geschmeidig beleidigt“, hinter Bezahlschranke) kaufen sich manche von ihnen in der Heimat echte Strafanzeigen. Der Weg dahin ist einfach: Der interessierte auswanderungswillige Türke veröffentlicht einen erdogankritischen Beitrag in einem sozialen Netzwerk. Ein vorab geschmierter Staatsanwalt findet den Post und leitet ein Verfahren wegen Beleidigung des Staatsoberhaupts ein, was in der Türkei strafbar ist. Dieses Verfahren findet so Eingang in der staatlichen Justizdatenbank Uyap.
Eine Einladung, die zum Betrug ermuntert
Danach geht der Asylbetrüger auf eine Reise und stellt in Deutschland Antrag auf Asyl. Beim BAMF kann er seine Strafakte aus der Türkei auf seinem Handy vorzeigen. Früher lief der Uyap-Betrug laut ZEIT mit gefälschten Websites, die der offiziellen ähnlich sahen. Heute werden echte Strafverfahren genutzt.
Angeboten werden sogar weitere Schritte, von der Hausdurchsuchung bis hin zur Anklage. Das reicht für alle Asylsysteme des Westens. Nur in die Türkei zurückkehren könnte der Kandidat dann vielleicht nicht mehr – jedenfalls nicht ohne Probleme mit der Justiz. Das genannte Angebot ist mit 800 Euro wohlfeil. Komplettpakete samt Schleusung nach Deutschland gibt es ab 6000 Euro. Es ist das perfekte One-Way-Ticket nach Almanya, das damit immer weniger Deutschland ähnelt.
Egal ob homosexuelle Marokkaner in Ceuta oder erdogankritische Türken in Deutschland – das Geschäftsmodell Asyl scheint unbegrenzt anpassungsfähig. Angesichts der einmal ausgesprochenen Einladung an die Verfolgten und Bedrängten aus aller Welt finden sich immer neue Hebel, um sich Zugang zu einer westlichen Gesellschaft zu verschaffen. Wohl dem Land, das in dieser Lage noch über Fachleute verfügt, die ihm aushelfen.


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Solange Westeuropa jeden Murks akzeptiert… Bloß die Quote von mindestens einer Million jährlich erfüllen: >>>Der Umbau des Asylsystems by George Soros – Project Syndicate<<<
Ein Land, das Verfahren wg. Pinoccio-Vergleiche führt, hat keine Berechtigung, anderen Asyl wg. des gleichen Vorgehens zu gewähren.
Der Dank geht an Herrn Habeck und Kollegen, die viele Beleidigungsverfahren geführt haben. Damit ist der Nachweis erbracht, dass es in Deutschland auch gefährlich ist, die Regierung zu kritisieren.
Unter diesen Umständen sind wir keinem Regierungskritiker im Internet Sicherheit schuldig. Bei uns läuft es ähnlich.